Drivestyle Episode 3 – Es wird weiß

Drivestyle Episode 3 – Es wird weiß

Helge und Matthias sind auf dem Weg nach Ivalo. Noch nie gehört? Kein Wunder, liegt das kleine Örtchen doch tief versteckt im nördlichsten Finnland. Hier tummeln sich im Winter zum Testen allerlei Firmen, die sich mit Autos beschäftigen: Hersteller, Zulieferer oder Reifenproduzenten wie Michelin. Hier testen Helge Thomsen und Matthias Malmedie, wie wichtig die Profiltiefe bei entsprechenden Winterreifen ist – mit spannendem Ausgang.

In Finnland angekommen, macht sich Ernüchterung bei Vollgasfan Matthias Malmedie breit: Kein Schnee weit und breit. Auch nach zehn Stunden Flug nicht. Hier zeigt sich, welche Untiefen des Landes man erreichen muss, um in die weiße Pracht einzudringen. Also schwingen sich die beiden ins Auto und suchen den Schnee. Eine Überraschung gibt es dabei aber: Helge nimmt als Beifahrer in einem Rallye Mitsubishi Lancer Platz, während Matthias etwas gemütlicher zum Polarkreis gebracht wird.

Während Helges spaßige Mitfahrt im WRC-Auto von Armin Schwarz wie im Handumdrehen vorbeizieht, zieht sich der Trip für Matthias in die Länge. Endlich in Ivalo angekommen, ist das Erstaunen nicht schlecht: Immer noch kein Schnee. Matthias droht vor Ungeduld zu platzen, bis Helge ihn in eine Art Hangar führt. Hier hat Michelin eine riesige Halle aufgebaut, in der konstant winterliche Bedingungen herrschen. Schnee, Glätte, Kälte – alles da! Minus 11 Grad Celsius herrschen in der Halle, sodass die beiden froh sind, eine warme Strickmütze dabei zu haben.

Doch es wird noch besser: Der Schnee im Test-Hangar stammt nicht aus einer Schneekanone, sondern ist tatsächlich echt. Die finnischen Experten scheuen keine Mühe und sammeln die weiße Pracht im Winter und bringen sie für optimale Testbedingungen in die Halle, wo er konserviert wird. So steht einem vernünftigen Reifentest inklusive einer Challenge zwischen den beiden Grip-Moderatoren nichts mehr im Weg.

Der Michelin Alpin 5 im Härtetest

Am Ende der Halle erwarten die beiden zwei vollkommen gleiche Testfahrzeuge. Aber sind die beiden grau-beigen VW Golf wirklich völlig gleich? Nicht ganz. Zwar verfügen beide über den herausragenden Michelin Alpin 5 Winterreifen, doch besteht ein kleiner, aber entscheidender Unterschied. Der Testwagen von Helge fährt auf brandneuen Winter-Pneus, während die Reifen von Matthias schon einiges an Profil eingebüßt haben. Mit diesen Reifen ist nun also Matthias unterwegs und macht sich etwas Sorgen um seine Siegchancen im Wettkampf mit Helge. Doch sein Widersacher beruhigt ihn, dass die Michelin-Winterreifen auch mit dieser Profiltiefe konkurrenzfähig sind. Klar, schließlich gehen die Lamellen tief ins Reifeninnere und haben immer noch eine Leistung auf hohem Niveau. Auf geht es also zu den ersten Tests: Beschleunigen und Bremsen!

Beide stehen mit schweren Gasfüßen an den Start-Pylonen und können es kaum erwarten, das Potenzial der Reifen auszuloten. Das erstaunliche Ergebnis: Matthias gewinnt das Duell, obwohl seine Reifen „abgefahren“ sind, wie der Laie es nennen würde. Dieser Test zeigt im Endeffekt aber zweierlei: Zum einen kommt es bei der Beschleunigung auf glattem Untergrund nicht auf einen schweren Gasfuß an, sondern auf das Gefühl in ebenjenem. Tritt man voll durch, regelt die Traktionskontrolle entweder die gesamte Leistung runter oder der Vortrieb endet ohne Regeleingriff in haltlosem Durchdrehen der Räder. Zum anderen zeigt sich aber auch, dass die Michelin-Reifen mit geringerem Profil keineswegs unbrauchbar sind. Hier zahlt sich der hohe Entwicklungsaufwand der Franzosen aus.

Etwas anders sieht es beim Bremsen aus: Matthias‘ Golf – ausgerüstet mit Winterreifen mit geringerem Profil – kommt später zum Stehen, als der Golf von Helge. Kein Wunder, verfügt Helges Fahrzeug über nagelneue Michelin Alpin 5 Winterreifen. Doch das Erstaunliche dabei: Der Unterschied ist verhältnismäßig knapp. Nach der Beschleunigungsfahrt über 45 Meter steht der vermeintlich schlechter bereifte Golf nur eine knappe halbe Wagenlänge hinter dem Testwagen mit neuen Reifen. Hier zeigt sich, dass sich die Investition in einen hochkarätigen Reifen in Langlebigkeit und guten Fahreigenschaften auszahlt.

Nach dem langen Reisetag und der klirrenden Kälte in der Testhalle brauchen die beiden Moderatoren eine Stärkung. Was könnte es also Besseres geben, als eine deftige und wärmende Rentier-Suppe. Noch während die beiden das Aha-Erlebnis des Bremstests Revue passieren lassen, kommt Helge auf eine spannende Idee…