Angetestet – Der Cadillac ATS

Die Amis kommen zurück. Und sie bringen einen interessanten neuen Kandidaten in die deutsche Mittelklasse auf den mit harten Bandagen umkämpften Markt mit.  Auch wenn Cadillac wie Opel zum General Motors Konzern gehört, dass was ich in den letzten zwei Tagen zum ersten Mal auf  meiner gewohnten Teststrecke fahren durfte, ist von einem Opel so weit entfernt, wie Rüsselsheim von Detroit.

Return of the BigMäc?

Der Cadillac ATS 2.0T

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Einem wie auch immer gelagertem Umstand habe ich es zu verdanken, dass die Testfahrt des neuen „kleinen“ Cadillac direkt über meine gewohnten Strecken durch den Spessart führten. Gestartet in Frankfurt führte die Testfahrt über ein Stückchen Autobahn und danach  über  (mir persönlich bestens bekannte) Landstraßen in das Herzen von Unterfranken nach Würzburg.

Ob die US-Boys mit dem neuen ATS in dieser anspruchsvollen Mittelklasse überzeugen können, dass kann ein erster Fahrbericht nur im Ansatz beleuchten. Umso erfreulicher war für mich die von Cadillac getroffene Streckenwahl, erleichterte mir dies doch den direkten Vergleich mit bekannten Modellen.

Damit man als Automobil-Hersteller in der dynamischen Mittelklasse überhaupt mitspielen kann, basiert der ATS nicht auf einer bekannten und älteren Plattform, sondern bekam mit dem „Alpha A“ getauften Baukasten das absolut richtige Grundlayout mit auf den Weg: Den Motor vorne und den Antrieb hinten. Alternativ auch über alle vier Räder.

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Was will er sein?

No Fat Boy. Der neue ATS beschwört mit seinen scharfen Kanten eine besondere Linie und man muss den Cadillac Verantwortlichen nicht erst zugehört haben, um zu begreifen, auf wen es dieser US-Boy abgesehen hat. In München, Ingolstadt und Stuttgart werden die Klassiker des Segmentes gebaut auf das nun auch der ATS mit seinen hochkant stehenden Scheinwerfern einen Blick geworfen hat.

Dynamisch wie ein BMW, attraktiv wie ein Audi und solide wie ein Daimler? 

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Was kann er?

Cadillac hat den ATS betont sportlich ausgelegt. Das Fahrwerk wurde straff und verbindlich in seinen Reaktionen abgestimmt. Die Lenkung erfreut mit direktem Feedback und extrem zackigen Reaktionen. „Wildes räubern“ durch den Spessart macht auf jeden Fall eine Menge Spaß. Im Gegensatz zum kraftvollen und mit Freude zu Werke gehenden zwei Liter Turbo-Vierzylinder, ist das von mir zuerst  gefahrene Sechsgang Getriebe noch nicht auf dem Stand der Klassenbesten. Hier fehlt ganz klar noch der Feinschliff. Sehr gut gelungen ist die Auslegung der, vom Experten Brembo gelieferten, Bremse mit einem genau definiertem Druckpunkt.

Als einzige Motorisierung bietet Cadillac derzeit einen zwei Liter großen Vierzylinder Direkteinspritzer mit Turboaufladung und 276PS an. Wenig Hubraum und noch weniger Zylinder für ein US-Car – abgesehen vom leicht knurrenden Klangbild, jedoch völlig überzeugend in der Leistungsabgabe.

Man spürt den Wunsch der US-Boys auf deutschen Straßen ernst genommen zu werden. Wobei ein Diesel zunächst ohne Start-Termin nur versprochen wird. Und eine Kombi-Version kann man derzeit nicht dementieren. Es bleibt Hoffnung für die auf unserem Markt wichtigste Kombination: Einem Cadillac ATS-V (Kombi) mit Dieselantrieb und Automatik.

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Was kann er nicht?

Cadillac – der klingende Name aus der goldenen Ära des US-Automobilbaus in dem Automobile bervozugt geradeaus fuhren. Was davon kann uns der neue Cadillac ATS noch erzählen? Wenig bis nichts. Es ist eine faszinierende Tatsache, dass ausgerechnet ein Cadillac die dynamischste Limousine im Segment der Premium-Mittelklasse sein will.

Den größten Mangel stellt derzeit noch das manuelle 6-Gang Getriebe dar. Am zweiten Tag konnte ich jedoch den Automatik-AWD ATS fahren und plötzlich war eines ganz klar:

So kombiniert –  

– ist der kleine Cadillac auf dem Weg zum echten Underdog im harten Segment der wohlig-lebendigen Mittelklasse-Limousinen.

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Die Überraschung:

Premium ist ein wachsweicher Begriff und schmilzt nur allzu schnell auf dem Weg zwischen Marketingsprecher und realem Tester-Alltag auf eine kaum erfahrbare und daher auch unbedeutende Größe zusammen.

Cadillac hat es jedoch geschafft einen echten Premium-Underdog auf die deutschen Straßen zu schicken, der eine Brücke zwischen „Marketing-Wunsch“ und „Tester-Alltag“ bauen kann. Der Amerikaner wedelt derart lebendig und frisch über die herbstlichen Straßen, dass man kaum glauben mag in einem Fahrzeug eines US-Herstellers zu sitzen.

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Meine Empfehlung:

Die Empfehlung geht ganz klar hin zum ATS mit Automatik-Getriebe. Auf den Allradantrieb kann man dank einer ausgewogenen Gewichtsverteilung von knapp 50:50 verzichten, wobei der Aufpreis für den Vierrad-Antrieb homogen ausgefallen ist und schon fast auf dem Preis eines „Satz Winterreifen“ liegt.

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Fakten, Fakten, Fakten:

Motorisierung:

  • 2l Vierzylinder Direkteinspritzer
  • Turbolader
  • 276PS / 5.500 Umdrehungen
  • 353 Nm / 1.700 – 5.500 Umdrehungen
Ausstattungs-Details:

  • Keyless-Go in Serie
  • Tempomat in Serie
  • Mechanische Differentialsperre in Serie
  • Brembo Bremsanlage in Serie
Preise:

  • Grundpreis: 37.500€
  • Luxury ab 41.160€
  • Luxury AWD und Automatik: 45.270€
  • Topmodell Premium mit Allrad und Automatikgetriebe: 50.970€

Alle Fotos in diesem Beitrag stammen von: Jan Gleitsmann! Meine eigenen Fotos kommen in eine zusätzliche Galerie mit weiteren „Facts“ über den neuen Cadillac ATS!

 

 

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9 Kommentare

  1. Cadillac ATS: Der 3er für Individualisten ~ Iconic Cars
    6. Oktober 2015 zu 20:16 Antworten

    […] Fanaticar : Ersteindruck Cadillac ATS – Der vom anderen Kontinent – Mein-Auto-Blog: Angestet – Der Cadillac ATS – Auto-Geil.de : Angefahren: 2012 Cadillac ATS 2.0L AWD Premium AT – rad-ab.com: […]

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