Mercedes A250 Sport – Der GTI-Schreck?

Beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven, beim Abfordern von hoher Motorleistung und dem engagierten Kurvenräubern wird schnell deutlich, trotz völlig neuen Konzeptes, bleibt die A-Klasse ein typischer Frontantriebsvertreter.

Flugplatz-Slalom mit dem A250 Sport

Im Rahmen der internationalen Präsentation der neuen Mercedes-Benz A-Klasse gab es die Möglichkeit, auch der aktuell sportlichsten A-Klasse die Sporen zu geben. Hierfür wurde auf einem übersichtlichen Flugfeld ein noch übersichtlicherer Rundkurs mit Hütchen aufgestellt. Was bei Lifestyle-Blogger durchaus geeignet war, die LeMans Grundstimmung aufzurufen, fand bei mir im ersten Augenblick wenig Anerkennung. Da hatten sich bei mir unter „Performance-Testfahrten auf abgesperrter Strecke“ wohl falsche Vorstellungen breit gemacht.

Mein erster Stint war dann auch von der ersten Ernüchterung ob der Umstände überschattet. In einer 4er Schlange hinter einem Instruktor herfahrend, verbrachte ich mehr Zeit damit, die sinnlosen Bremspunkte meines Vorfahrers zu erraten, als den A250 Sport zu erfahren.  Bevor ich meinen Frust an der temporär aufgebauten Bar ersaufen konnte, kam Robert auf mich zu und fragte nach einer flotten Runde auf meinem Beifahrersitz – er hätte das auch bereits mit dem Team abgeklärt.

Für diese Runde im Dunklen konnten wir dann auch das rigide ESP deaktivieren und das Fahrzeug direkt hinter dem Instruktor besetzen.

Ohne diese Runde wäre dieser Beitrag vermutlich erst gar nicht entstanden – denn erst jetzt konnte ich mich auf die wirklichen Bremspunkte und Kurventalente des 211PS starken A250 Sport konzentrieren.  Der Slalom-Parcour hatte zwar am Ende der Gegengerade eine unterhaltsame links/rechts Kombination in der Anlehnung an den TopGear Trackteil „Hammerhead“ bekommen, war ansonsten jedoch völlig unspektakulär. Hinzugekommen ist der Umstand, dass die Reifen auf der Vorderachse der Fahrzeuge durch viele Runden mit heftigem Untersteuern und übermächtiger Rechtsrum-Orientierung schlicht am Ende waren.

A250 warten auf dem Flugplatz

A250 warten auf dem Flugplatz

Und doch lässt sich eines klar erkennen:

Das Fahrwerk der A-Klasse ist gut gelungen und bietet mehr als genug Reserven für noch kommende und sportlichere Versionen der neuen A-Klasse.

Unter anderem konnte ich im persönlichen Gespräch erfahren, dass mit einer Geschwindigkeit von 68+ km/h im 18m-Slalom gerechnet werden kann – was in der Tat eine Überraschung (für mich) darstellt.  Laut Daimler bietet die neue A-Klasse mit der aufwendigen Mehrlenker-Hinterachse eine Stabilität an der Hinterachse, die im Bereich von besonders sportlichen Fahrzeugen liegt. Stichwort: Schwimmwinkel.  Und de facto: Die Hinterachse folgt der Vorderachse treu wie ein frisch verliebter Ehemann seiner Anvertrauten. Nun könnte man zum Eindruck kommen, dass die A-Klasse betont schwach auf der Vorderachse ist und daher früh über angetriebenen Vorderräder schiebt und massiv untersteuert.

Relativiert man dieses subjektive Fahrgefühl mit den objektiven Werten und geht man davon aus, dass mind. 68 km/h im 18m Slalom erreicht werden, dann ergibt sich das simple Bild: Die A-Klasse hat eine viel zu gute Hinterachse ;) – im Zusammenspiel mit dem Frontantriebs-Prinzip.

Das wiederum bereitet enorme Vorfreude auf eine A45 AMG – Allradantriebsversion – mit hoffentlich eher hecklastiger Antriebsmomenten-Verteilung.  Da geht noch was ;).

Neben der stabilen Hinterachse bereitet die aktive und verflixt aufgeweckte Vorderachse mit der elektrischen Servolenkung und ihrer sehr, sehr gut ansprechenden Lenkreaktion jede Menge Freude.

Noch nie hatte ein Mercedes mit Frontantrieb so viel Fahrspaß bereitet – das steht fest. Ob der A250 AMG zum GTI-Schreck taugt und wie sich die derzeit potenteste A-Klasse gegen den 1er BMW schlägt, wage ich derzeit nicht vorher zu sagen. Hierzu müsste ich alle 3 Modelle zeitnah fahren können – wenn das jemand arrangieren kann?  ;)

 

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