Test: Peugeot 208 GTI

Test: Peugeot 208 GTI

Test: Peugeot 208 GTI Stefan Beckmann

Test-Bewertung

Dynamik
Komfort
Emotionen
Multimedia
Sicherheits- und Assistenzsysteme
Preis und Leistung

Summary: Straßentaugliche Rennsemmel zum moderaten Preis

3.8

Kleinwagen im Rennsportmodus

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Mit seiner 208-Baureihe dominiert der staatliche PSA Konzern bereits seit Jahren das hart umkämpfte B-Segment. Nach der Wachablösung des Peugeot 207 im April 2012 verkaufte sich der 208 ca. 1.000.000 mal weltweit. Beim Facelift, das Peugeot im Juni 2015 aufgelegt hatte, kamen auch die sportlichen Anleihen aus dem Rallye Sport der Franzosen auf den Markt. Mit der GT-Line und dem GTi by Peugeot Sport stellen die französischen Ingenieure nochmals klar, mit welchem Know-how sie zu Werke gehen. Im GTi by Peugeot Sport präsentiert sich jetzt ein überarbeiteter Benziner mit 153 kW (208 PS) und einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe. Kombiniert mit den aktuellen Fahrerassistenzsystemen und noch mehr Individualisierungsmöglichkeiten möchte Peugeot den Absatz weiter steigern. Den Einstieg findet der aggressive Kleinwagen bei einem Preis von 27.790 Euro

Peugeot 208 GTi by Peugeot Sport THP 208

Racing Gene für die Straße
208GTI_01

Potenter Kleinwagen 208

Kleinwagen im Rennsportdesign

Die Designveränderungen des Facelift 2015 waren mehr als nur eine kosmetische Korrektur, wie es oft bei Mitbewerbern gesehen wird. Mit den nach außen gerückten Nebelscheinwerfern, der neuen Frontschürze und dem verbreiterten Kühlergrill kam generell eine gewisse Aggressivität und Dynamik ins Spiel. Mit der Liebe zum Detail fasste man die Frontscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht in die Karosserie ein. Das Seitenprofil unterstützt den sportlichen Look mit den kurzen Überhängen und der niedrigen Dachlinie. Den Bezug zur Marke aber sollen die im Krallendesign nachempfundenen LED-Heckfahrleuchten bringen, was den PSA Ingenieuren gut gelungen ist. Zur Designveränderung seiner „klassischen“ Brüder kann sich der GTi by Peugeot Sport dennoch nicht einordnen. Mit tiefer gelegtem Fahrwerk, Spurverbreiterung, 18-Zoll-Felgen, exklusiver Lackierung Schwarz matt (Coupe Branche) und Schalensitzen sprengt er alle Konventionen. Allein schon die Außendarstellung verspricht Fahrspaß pur.

Schalensitze inbegriffen

Die beiden Seitentüren öffnen weit und zeigen uns einen Mix aus rot / schwarzen Elementen. Die Schalensitze umfangen uns innig und geben Halt von der ersten Sekunde. Beim Platz für Fahrer- und Beifahrer wurde nicht gegeizt. Die Rücksitze wurden zwar installiert, aber Spaß bereiten sie eher nicht groß gewachsenen Insassen. Die optisch unterstützte Instrumenteneinheit und Bedienung im 208 GTi wirken sportlich spartanisch, sind dennoch bereits beim ersten Eindruck selbsterklärend, wirken nicht überladen. Der in der Mitte des Armarturenbretts sitzende 7-Zoll-Touchscreen enthält nicht nur Navigationselemente, sondern verbindet das Mobiltelefon mit der Freisprechanlage oder spiegelt die Oberfläche des verbundenen Handys über „Carplay®“ auf dem Display wider. Das Manövrieren beim Parken und schnellem Lastwechsel des mit einer Länge von ca. 3,96 Metern doch sehr kurzen Fahrzeuges ist bei der direkten und präzisen Lenkung sehr leicht und die Rückmeldung auf Geraden und in langgezogenen Kurven gleichermaßen gut. Das verschafft uns ein Fahren im permanenten „Rennmodus“.

1.6 THP 208 Aggregat

Beim Starten des Motors, das noch mit dem Drehen des Zündschlüssels funktioniert, vernehmen wir das recht böse Knurren des 1,6 Liter Benziner Reihen-Vierzylinders mit seinen 153 kW (208 PS). Das Sechs-Gang-Schaltgetriebe bringt den fast 1,2 Tonnen leichten Boliden mit sehr viel Dynamik nach vorn. Eine Einzelradaufhängung vorn mit Gasdruckstoßdämpfer und Verbundlenkerhinterachse mit Schraubenfedern sind gemäß des Anwendungsbereichs des Fahrzeuges sportlich straff im Setup vermerkt. Das geben uns die Straßenverhältnisse auf den urbanen Teststrecken wieder. Autobahnabschnitte, die wir mit dem 208 GTi natürlich auch befahren, nimmt er im Gegensatz gern mit seinem Hochleistungspaket an. Enthaltene Features sind neben dem spezifisch abgestimmten Fahrwerk, Bremsen aus dem Hause Brembo, einem TORSEN-Sperrdifferenzial mit begrenztem Schlupf und Reifen vom Typ Michelin Pilot Super Sport. Alles in allem ergeben sich Situationen auf unseren Testkilometern, die uns eine souveräne Fahrstabilität geben. Der vom Hersteller angegebene Normverbrauch von 5,4 Litern auf 100 Kilometern ist in der Praxis nicht ganz zu schaffen. Unser Testwagen verlangt gut 6,2 Liter. Der Fahrspaß ist mit dem gering erhöhten Verbrauch allerdings nicht zu ersetzten. Kräftige 300 Newtonmeter Drehmoment bei 3.000 Umdrehungen pro Minute treiben uns ein Dauerlächeln ins Gesicht. Diese Kraft lässt das Fahrzeug in 6,5 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. In der Spitze sind bis zu 230 km/h drin.

Assistenzsysteme dürfen nicht fehlen

PSA Peugeot Citroen legte das Augenmerk nicht nur auf die Performance des Fahrzeuges. Es wurden die bereits zum Standard eines Kleinwagens und darüber hinaus üblichen Sicherheitssysteme gleichermaßen überarbeitet und optimiert. So kommt eine Geschwindigkeitsregelanlage genauso zum Einsatz wie der Active City Brake. Das System ermöglichst es dem Fahrzeug bei bestehendem Kollisionsrisiko im Stadtverkehr bei Geschwindigkeiten bis 30 km/h eine automatische Bremsung durchzuführen. Laser basiert ist der Sensor mit kurzer Reichweite im oberen Teil der Windschutzscheibe mittig angebracht. Hierbei erkennt er sowohl bewegliche als auch stehende Fahrzeuge. Mit der zusätzlich verbauten Rückfahrkamera, die ihr Bild im 7-Zoll-Display darstellt, lassen sich Einparkmanöver spielend leicht durchführen. Bei einem sportlich agilen und dynamisch peppigen Fahrzeug wie dem 208 GTi darf der Kontakt zur Außenwelt nicht fehlen. Weiter über den Touchscreen bedienbar sind MirrorScreen-Funktionen, die es zulassen, dass der Nutzer den Bildschirm seines Mirrorlinks® oder Carplay® kompatiblen Smartphones auf das Display seines Autos spiegeln lässt. Außer den zur Zeit verfügbaren Applikationen ist auch der Peugeot Connect SOS & Assistance zu verwenden. Die Software setzt bei Bedarf einen automatischen Notruf ab und kommuniziert mit ortungsgestützten Organisationen, die fallspezifisch nötige Assistenz Leistungen abrufen. Der vernetzte Dienst wird seit 2010 über ein autonomes Telematiksteuergerät realisiert. Bislang sind bereits über eine Millionen Fahrzeuge der Marke Peugeot in Europa damit ausgerüstet.

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Puristischer Rennsportler mit Assistenzsystemen.

Rennsportler zum „kleinen“ Preis

Der Peugeot 208 GTi by Peugeot Sport THP 208, den es nun auch mit zwei Strukturlackierung gibt, ist ab einem Preis von 27.790 Euro zu haben. Dafür bietet PSA einen 1.6-Liter Benziner mit 208 PS und Sechs-Gang-Schaltgetriebe, inklusive aller optischen Anbauteile. Für Kunden, die sportliche Kosmetik nicht von der Stange kaufen möchten, gibt es eine optisch „abgespeckte“ Version, die dennoch alle technischen Voraussetzungen enthält. Der Grundpreis ohne Optionen beträgt dabei 23.900 Euro. Das optional erhältliche Sicherheits-Paket ist für einen Aufpreis von 520 Euro zu erwerben.

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Eye-Catcher in jeder Hinsicht.

Fazit:

Der Peugeot 208 GTi by Peugeot Sport THP 208 ist der absolute Eye-Catcher im Straßenverkehr, dabei erfüllt er alle Rennsport tauglichen Eigenschaften für ein Auto seiner Klasse. Das Preis- / Leistungsverhältnis liegt dabei im moderaten Bereich.

Motor und Getriebe

+

Peugeot

208 GTI

Motor R4, Benziner, Turbo
Hubraum 1.598 ccm³
Leistung 208 PS @ 6.000 U/min
Kraft 300  Nm @ 3.000 U/min
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Antriebsachse Vorderradantrieb

Abmessungen und Fahrleistungen

+
Länge, Breite, Höhe 3.962, 1.829, 1.450   mm
Radstand 2.538 mm
Leergewicht 1.273 kg
Wendekreis 11,20 m
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 6,5 sec
Normverbrauch 5.4 l/100 km

Verbrauch im Test

+
Alltagsfahrer 6.2 l / 100 km (Diesel)
Öko-Experte 5.6 l / 100 km
Außendienst-Modus 6.9 l / 100km

Text und Fotos: Stefan Beckmann