Gefahren: Audi A4 Avant 2.0TDI quattro

Gefahren: Audi A4 Avant 2.0TDI quattro

Der Audi A4 Avant ist so etwas wie der Wunschkandidat für Angestellte mit der Möglichkeit zu einem Dienstwagen. Der Traum aller Außendienst-Vertreter und ein ständiger Begleiter des Alltags auf deutschen Autobahnen.

Die Gründe hierfür findet man schnell, nimmt man erst einmal den Platz des Fahrers ein. Mein Testfahrzeug war ein silberner Audi A4 Avant mit dem 177PS starken zwei Liter großen Vierzylinder-Diesel. Mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe und dem „quattro“ getauftem Allradantrieb kostete der Testwagen in der Ambition-Ausstattung 40.050,–€.  Ein feines Auto für Menschen die sich einen Firmenwagen aussuchen können.

Auf der Kurzstrecke

Der Audi A4 Avant 2.0TDI quattro

Kurzstrecke? Der Wagen ist doch bestens für die lange Tour geeignet – oder? Richtig. „Kurzstrecke“ ist die Bezeichnung für diesen Fahrbericht. 

In den 7 Tagen meines „Kurzstrecken-Tests“ konnte ich über:  20:36 Stunden im Fahrzeug sitzen und bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 99 km/h über 2039 Kilometer zurück legen (sagt der Bordcomputer!) – Und in diesem Fall will ich den Schwerpunkt des Kurzberichts etwas anderes als bei den üblichen Fahrberichten legen:

Großartige Handwerks-Kunst

Es ist viel geschrieben worden über den mittlerweile erreichten Grad an Perfektion in den Ingolstädter Fahrzeugen und es wäre vergebene Mühe, würde ich an dieser Stelle bei einem – eigentlich so simplen – Fahrzeug wie dem A4 Avant über diese wunderbare Welt der Handwerkskunst philosophieren. Audi hat den Dreh im Bereich Haptik und Funktions-Erfüllung einfach heraus. Da kneift nix, da scheppert nix. An einem Tag 900 km abzuspulen ist keine Arbeit, sondern eine Wellness-Erfahrung. Ich kenne wirklich keinen anderen Hersteller der mit diesem pedantischem Nachdruck am Finish seiner Fahrzeuge arbeitet.

Doch gute Arbeit will bezahlt sein!

Wenns um Geld geht, gibt’s nur ein Schlagwort: „Mehr!“

André Kostolany

Audi A4 Avant Linie kleiner

Raffinierte Preislisten

Mit dem Listenpreis von 40.050,– € ist der Audi A4 Avant noch ein Fahrzeug, dass man sich nicht nur innerhalb der 1%-Regelung gut und gerne als Firmenwagen leisten kann, sondern auch als privater automobiler Wunschkandidat in Frage kommt.  Der Testwagen war jedoch nicht als „Basis-Version“ zu seinem Kurzbesuch gekommen, sondern wurde nach allen Regeln der Kunst durch den Einsatz von „Mehr-Ausstattung“ zu einem besonderen Kleinod der Dienstwagen-Welt aufgerüstet und ich denke es ist einmal ganz sinnvoll zu beleuchten – was man eigentlich bekommt, wenn der Testwagen 30.000 Euro über dem Listenpreis liegt.

71.477, 34€ – Der Testwagen

Folgende Ausstattung war kostenpflichtig verbaut: Eissilber-Metallic, Alcanatara-Leder-Kombination, Fahrerinformationssystem mit Farbdisplay, MMI Navigation plus, Aluräder 8×18 mit 245/40-18 (Winter- und Sommerräder!), Vordersitze elektrisch einstellbar, Xenon plus inkl. Scheinwerfer-Reinigungsanlage, Ablagepaket, Lichtpaket, DAB-Empfang, Audi Music Interface, Anhängevorrichtung, Multifunktions-Sportlenkrad im 3-Speichen Design, Audi drive select, Laderaum-Schienenset mit Fixierset, Durchladeinrichtung mit Ski-Tasche, Sitzheizung vorne, Gepäckraumklappe elektrisch öffnend und schliesend, Innenspiegel automatisch abblendend, Seitenairbags hinten, Glanzpaket, Sonnenblenden ausziehbar, Mittelarmlehne vorne, Außenspiegel beheizbar, Belederte Armauflage in den Türverkleidungen, Einparkhilfe plus mit Rückfahrkamera, Audi side assist, Fernlichtassistent, adaptive light, adaptive cruise control, 3-Zonen Komfortklimaautomatik, Bank & Olufsen Sound System, Bluetooth-Autotelefon online.

Man kann den Testwagen durchaus als „besonders luxuriös“ bezeichnen – als First-Class oder wenigstens eine besonders gute Business-Klasse. Jeden einzelnen der über 2.000 km habe ich genossen und ich bin völlig überzeugt davon, dass man auch in der Basisversion vorzüglich vorwärts kommt – so richtig geil – wird der Avant aber erst durch die richtigen Extras.

Ohne Zweifel – der kraftvolle Dieselmotor, das knackig zu schaltende 6-Ganggetriebe und diesen perfekten Allradantrieb bekommt jeder Käufer des A4 Avant 2.0 TDI quattro. Aber diesen ultimativen Langstrecken-Komfort, diese abgehobene Vorstellung von Komfort auf der Ebene einer erste Klasse Bahnfahrt, eines Business-Class Fluges, den bekommt man erst nach ein paar „wichtigen“ Haken in der Sonderausstattung.

Audi-Einkaufsliste

Meine Top 5 der Sonderausstattungen, die auf keinem Fall „an Bord“ eines Audi A4 fehlen dürfen:

Platz 5: Adaptive Cruise Control.  Hinter diesem englisch bezeichneten Begriff versteckt sich der Tempomat mit Abstandsradar. Im Falle des Audi A4 und für Menschen die extrem viel Autobahn fahren, ein  Assistent mit echtem Mehrwert.  Zusammen mit dem eher weniger nützlichen „audi drive select“ arbeitet der Tempo- und Abstandsassistent sogar mit unterschiedlichem Grad an Aktionismus. Besonders gut gefällt mir die Tatsache, dass der Tempomat die voreingestellte Geschwindigkeit sehr schnell wieder aufnimmt, sobald man hinter einem langsamer fahrenden Fahrzeug heraus schert. Bereits im Moment in dem man den Blinker betätigt, beschleunigt der Audi. Gerade auf deutschen Autobahnen wird aus dem oftmals eher Praxisfremden „adaptivem Tempomaten“ eine echte Hilfe auf langen Strecken.

Audi A6 Avant

Platz 4: Innenspiegel automatisch abblendend. Ich kann nicht mehr zählen, wie oft ich mich bereits über Autos hinter mir geärgert haben, deren Scheinwerfer nicht richtig eingestellt sind, oder deren Fahrer den Unterschied zwischen Abblend- und Fernlicht nicht kennen. Gerade auf langen Strecken über Land und auf der Autobahn ist der selbst abblendende Innenspiegel nicht einfach nur eine komfortable Spielerei, sondern eine gute Hilfe um die Augen nicht zu schnell ermüden zu lassen.

Innenspiegel abblendend

Platz 3: Xenon plus Scheinwerfer. Es geht nichts über gute Scheinwerfer in der Nacht und wer häufig und viel unterwegs ist – der braucht das helle Xenonlicht um Gefahren frühzeitig erkennen zu können. Neben dem reinen Gewinn an Lichtausbeute in der Nacht, passt Audi auch die Optik der Tagfahrleuchten und die Rücklichter an die Technik der Hauptscheinwerfer an. Ich persönlich packe Autos mit „schlechtem“ Licht in eine klare Schublade: Billig. Nicht wertig. Nicht nützlich. Nicht schön. Und so ist der Aufpreis für das Xenonlicht und die veränderte Optik der Scheinwerfer zwar erst einmal „schmerzlich“ – aber am Ende sinnvoll angelegt.

Xenon Scheinwerfer

Platz 2: Alcantara Leder Kombination. Audi bietet bereits im Innenraum eine wunderbare Haptik-Welt an. Die Finger gleiten über sehr gut verarbeitete Oberflächen und jeder Schalter und Taster fühlt sich sensationell an. Damit die Optik zum Gefühl passt, muss die Lederausstattung in das Fahrzeug. Aber nicht einfach nur Leder – nein, Leder-Alcantara. Neben dem Handschmeichler-Effekt des Alcantara kommt die praktische Seite von Alcantara hinzu. Anders als Voll-Ledersitze muss man im Sommer keine Brandblasen und im Winter keine Frostbeulen beim ersten Kontakt mit der Oberfläche fürchten. Also ganz klar: Ein Extra das in das Fahrzeug „muss“!

>>kein Bild<<

Platz 1: Bang & Olufsen Sound System. Der Zweiliter Dieselmotor macht zwar kaum Lärm, im Gegenteil – der A4 ist perfekt gedämmt und im täglichen Routine-Umfeld überhört man beinahe alle Geräusche vom Motor – aber gerade weil hier keine Faszination zu erwarten ist, sollte wenigstens die musikalische Untermalung stimmen.   Wer 10 Stunden am Tag alleine im Fahrzeug auf Dienstreise sitzt, der wird die klanglichen Qualitäten der Bang & Olufsen Anlage zu schätzen wissen.

Bank-Olufsen Audi

Geile Details.

So kombiniert bliebe der Audi A4 noch knapp unter der 50.000€ Grenze. Noch immer viel Geld – aber doch deutlich entfernt von den extremen 70.000,–€ des gefahrenen Fahrzeuges – wobei ich ganz klar sagen muss:  Ich habe jeden Kilometer im A4 genossen (oh ich wiederhole mich!) und natürlich würde ich mich nicht nur auf meine Top 5 Ausstattungs-Extras beschränken wollen  – nein, auch eine elektrische Heckklappe und eine Einparkhilfe mit Kamera wären auf jeden Fall auf der Bestellliste.

Es ist wirklich raffiniert, wie gut dieses System der „individuellen“ Sonderwünsche funktioniert – aber nur bei den deutschen Premium-Herstellern.

Für mich persönlich war der gefahrene A4 ein wunderbarer Reisebegleiter. Komfortabel und flink, auch bei schnellen Etappen noch immer sparsam. Mit einem narrensicher Fahrverhalten auch jenseits der 240 km/h.

 Fazit:

Ich kann verstehen, warum der Audi A4 Avant zu den meist georderten Firmenwagen gehört – ich kann es gut verstehen!

Hinweis:

+
 Leider konnte ich den A4 Avant nur 7 Tage testen und nicht wie üblich 14 Tage.  Da mein Terminkalender zudem ziemlich voll war, bin ich auch nicht dazu gekommen, mehr als zwei schnelle Fotos vom Testwagen zu machen. Ich musste daher – zum ersten Mal bei einem Fahrbericht – auf Detail-Fotos vom Hersteller zurück greifen. :( 

 

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3 Kommentare

  1. Fahrzeugklassen – Die Erklärung › Mein Auto Blog
    19. Mai 2015 zu 11:56 Antworten

    […] Audi A4 […]

  2. Markus
    25. Oktober 2014 zu 18:31 Antworten

    Alles super beschrieben – dem kann ich nur zustimmen. Ich bin mit meinem A4 Avant auch sehr zufrieden, allerdings musste ich die Start-Stopp-Automatik etwas „erweitern“. :-)