News: Bentley Bentayga – Die neue SUV-Oberklasse

News: Bentley Bentayga – Die neue SUV-Oberklasse

Bentley trägt als erster Hersteller die SUV-Welle in die absolute Oberklasse und setzt damit einen Trend, dem andere Marken folgen werden. Wenn in den nächsten Wochen die Auslieferung des Bentayga beginnt, wird er zum luxuriösesten, exklusivsten und schnellsten SUV der Welt. Und mit einem Grundpreis von 208.488 Euro auch zum teuersten.

Es geht dem Hersteller aber nicht nur um den Leistungsaspekt, sondern auch um den erweiterten Aktionsradius. Der Bentayga hat seine vier Offroad-Fahrprogramme schließlich nicht umsonst. Und nicht ohne Grund kraxelt er klaglos über Wackersteine, pflügt durch zerfurchte Schlammpisten oder watet durch 50 Zentimeter tiefe Wasserläufe. Vor allem aber wollen die Briten damit ihren Kundenkreis erweitern. Sie wollen Reiche in Regionen erreichen, in denen die Straßen für einen Mulsanne oder Continental nicht gut genug sind. Und sie wollen Menschen ansprechen, die mit ihrem Wagen nicht nur repräsentieren, sondern auch transportieren müssen, für die ein Auto zu allererst mal ein Werkzeug des Alltags ist.

Dafür hat sich Bentley auch bei der Ausstattung auf ungewohntes Terrain gewagt: Denn über eine Heckklappe mit Gestensteuerung, eine dritte Sitzbank oder gar eine Anhängerkupplung musste sich ein Bentley-Ingenieur bislang ganz sicher keine Gedanken machen. Und über Assistenzsysteme wie ein Nachtsichtsystem, ein Head-up-Display oder eine elektronische Spurführung durfte er bis dato nicht nachdenken, weil das die veralteten Plattformen der anderen Modelle nicht hergegeben haben. Doch der Bentayga nutzt die Architektur des neuen Audi Q7 und katapultiert Bentley mit einem aufwendigen Bordnetz und mehr Code-Zeilen als bei einer Boeing 777 auch elektronisch in eine neue Zeit.

Doch so fremd der Bentayga im Gelände wirkt, so vertraut sind Format und Design. Denn groß sind die anderen Bentleys auch, zumal der 5,14 Meter lange Brite je nach Region im Straßenbild fast noch zierlich wirkt. Und innen ist er wie jeder Bentley ohnehin eine Welt für sich. So viel Lack und Leder, so viel Holz und Chrom und so viel Kunsthandwerk bietet im SUV-Segment kein anderer Hersteller. Und keiner ist so dekadent, dass er vor ein digitales Kombiinstrument nochmals zwei analoge Uhren setzt, nur weil die mehr Stil haben als schnöde TFT-Displays.

Alles wird jedoch zur Nebensache, wenn man hinter dem Lenkrad sitzt und endlich den Motor anlässt. Schließlich hat der Bentley mit seinem W12-Aggregat auch unter der Haube einzigartiges zu bieten. Vom ebenso exotischen wie exklusiven G65 AMG einmal abgesehen, ist der Bentayga der einzige Geländewagen mit Zwölfzylinder und schlachtet dieses Pfund weidlich aus. Denn es sind weniger die 608 PS und die 900 Nm an sich, mit denen der neu entwickelte Sechsliter-Motor beeindruckt. Es ist vor allem das unerreichte Maß an Mühelosigkeit, das den Zwölfzylinder zum Erlebnis macht: Wenn die Drehmomentkurve schon bei 1.350 Touren gipfelt und das Plateau bis jenseits von 4.000 Touren hält, dann braucht man keinen Kickdown zum Überholen und muss dem Motor kein Brüllen entlocken. Vielmehr reichen ein paar Millimeter Pedalweg raus, damit der stattliche Bug sich einen Hauch erhebt und so selbstverständlich durch den Wind stürmt, als wäre die Trägheit der Masse nur eine Mär. Viel eindrucksvoller als die 4,1 Sekunden von 0 auf 100 und das Spitzentempo von 301 km/h ist deshalb die Souveränität dieses SUV – von Anstrengung jedenfalls ist bei der kräftezehrenden Schlammschlacht im Smoking und beim Blitzkrieg auf der Autobahn keine Spur.

Zwar rühmt Entwicklungschef Rolf Frech den neuen Motor als Effizienzmeister, der dank Zylinderabschaltung und neuer Einspritzung zehn Prozent weniger verbraucht. Doch weil auch 13,1 Liter noch mehr als genug sind, weil sich Bentley nicht über die CO2-Vorgaben hinwegsetzen kann und weil die Kunden in China oder Europa anders ticken als in Amerika oder Arabien, wird es bald noch zwei weitere Motorvarianten geben: „2017 kommt zum ersten Mal bei Bentley ein Diesel“, sagt Frech und verspricht einen V8-Motor mit weit über 400 PS. „Und im Jahr darauf gibt es als weitere Marken-Premiere einen Plug-in-Hybrid mit V6-Benziner und 50 Kilometern elektrischer Reichweite.“

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