News: Fiat Doblo – Klappe auf für Rollstuhlfahrer

News: Fiat Doblo – Klappe auf für Rollstuhlfahrer

Die kantigen Hochdachkombis sind bei Familien oder Freizeitsportlern beliebt. Platz gibt es in Hülle und Fülle und die Kosten für die Anschaffung sowie den Unterhalt des Fahrzeugs sind vergleichsweise moderat. Aber auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die zum Beispiel auf einen Rollstuhl angewiesen sind, wissen die Vorteile der kompakten Transportwunder zu schätzen.

Zu dieser Fahrzeuggattung zählt auch der Fiat Doblo (ab 17.600 Euro), der gerade ein umfangreiches Facelift erhalten hat. „Der Doblo eignet sich sehr gut für die Mitnahme von Rollstuhlfahrer“, so Norbert Wiederschein, Leiter des Fiat-Autonomy-Programms. „Er bietet genügend Platz und dank der niedrigen Ladekante sowie der Bi-Link-Hinterachse lässt er sich vergleichsweise einfach und kostengünstig für den Ein- und Ausstieg von Rollstuhlfahren anpassen.“ Zur Mitnahme von Rollstuhlfahrern offeriert das Unternehmen in Zusammenarbeit mit seinen Umbaupartnern zwei Lösungsvorschläge: Bei der „Taxi“-Version fährt der Rollstuhlfahrer im Fond mit, bei der „Familien“-Variante wird der Rollstuhlfahrer in die modifizierte Rücksitzreihe platziert.

Für die Taxi-Variante nutzen die Umbau-Partner wie zum Beispiel der italienische Spezialist Focaccia die Langversion des Hochdachkombis mit fünf Sitzen. Der Vorteil dieser Konfiguration: Die Sitzplätze der ersten und zweiten Reihe sind uneingeschränkt nutzbar. Der Doblo kann als ganz normales Taxi genutzt werden. Stehen jedoch Fahrten mit Rollstuhlfahren an, ist im Kofferraum genügend Raum, um einen Rollstuhlfahrer mitzunehmen. Der Zugang zum Kofferraum erfolgt über eine falt- und klappbare Alu-Rampe. Diese trägt bis zu 300 Kilogramm. Die hohe Belastbarkeit erlaubt es, auch schwerere Elektrorollstühle sicher an Bord zu bringen. Der Rollstuhlfahrer und sein Rolli werden mittels einer Winde in das Fahrzeug gezogen. Für die Sicherheit während der Fahrt sorgen in den Fahrzeugboden eingelassene Verankerungen, mit denen der Rollstuhl über einen Sicherheitsgurt fixiert wird.

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Für die Familienversion kommt der Doblo mit kurzem Radstand zum Einsatz. Die hintere Sitzbank mit drei Plätzen wird durch zwei Einzelsitze rechts und links ersetzt. Der Platz in der Mitte bleibt für den Rollstuhlfahrer frei. Falls mehr Raum für einen Rollstuhl nötig ist, kann auch nur ein Einzelsitz eingebaut werden. Rollstuhlfahrer, die auf permanente Unterstützung angewiesen sind, können mit einer solchen Sitzkonfiguration einfach betreut werden. Der Zugang erfolgt wie bei der Taxi-Variante über eine Rampe, die Fixierung des Rollstuhls wird ebenfalls durch das Verankerungssystem mit Sicherheitsgurt gewährleistet.

Ein solcher Rollstuhl tauglicher Umbau kostet zwischen 6.000 und 7.000 Euro. Eine elektrische Winde, LED-Beleuchtung, Ablagen oder verchromte Haltegriffe sind unter anderem gegen Aufpreis erhältlich. Neben der Sicherheit liegt Norbert Wiederschein ein ansprechendes Ambiente am Herzen. „Wir legen großen Wert darauf, dass die Umbauten auch optisch einen guten Eindruck hinterlassen.“ Die verwendeten Materialien müssen zueinander passen, alles muss sauber verarbeitet sein. Der Rollstuhlfahrer soll sich während der Fahrt wohlfühlen. Hochdachkombis mit ihren großen Heckklappen bieten noch einen weiteren Vorteil: Da die Hecköffnungen weit hochschwingen, stoßen sich auch langgewachsene Helfer nicht ihren Kopf an.

Im Rahmen seines seit 1995 bestehenden Autonomy-Programms bietet Fiat behindertengerechte Modifikationen seiner Fahrzeugflotte vom Kleinwagen Fiat 500 bis zum Transporter Ducato an. Von mechanischen Fahrhilfen bis zu aufwändigen Umbauten reicht das Angebot. Zielgruppen sind zum einen Personen mit eingeschränkter Mobilität, die selbst fahren, aber auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität, die im Fahrzeug mitgenommen werden. Kleine Spezifikationen wie Lenkraddrehknauf oder Handgasanlage führt Fiat-Autonomy ab Werk aus. Größere Maßnahmen wie Anpassungen für Rollstuhlfahrer werden von qualifizierten und zertifizierten Umrüstern ausgeführt. Andere Hersteller wie Ford, Mazda, Renault oder Toyota kooperieren eng mit den Umbaufirmen, unterhalten aber keine eigene Beratungscenter.

Autor: Elfriede Munsch/SP-X

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