Das andere Premium

Was ist eigentlich dieses Premium von dem immer so viele, so gerne, reden wenn Sie über Autos reden?

Ist Premium = teuer? Oder = Luxus?

Was ist eigentlich ein „Premium-Automobil“? 

Wie man in der Wikipedia nachlesen kann, stammt das Urwort aus dem lateinischen und steht für soviel wie „Belohnung, oder Beute“.

Zu uns gekommen ist es aus dem englischen – wo es bereits längere Zeit für „Marketingsprech“ und eine besondere Kundenausrichtung verwendet wurde.

Wenn wir in deutschen Automobil-Zeitschriften und Tests von Premium-Fahrzeugen sprechen, dann sieht man daran gut, wie das Marketing und die Hersteller-PR bei den abgebrühten Journalisten funktioniert.

Premium ist im Wortgebrauch mittlerweile eindeutig mit Fahrzeugen aus dem oberen Segment der Preisklasse verknüpft. Ein Premium-Kompaktwagen? Na klar, ein BMW 1er. Ein Premium-Roadster? Na klar, der SLK. Ein Premium-Kleinwagen? Na klar, der VW Polo und so weiter.

Was macht dieses Premium aus? Abgesehen von bis zu ein paar Tausend Euro mehr Listenpreis?

Ich gebe es zu, ich bin ertappt. Ich rede selbst gerne von Premium. Von Wertigkeit. Von Haptik. Von emotionaler Bindung zu einem Produkt. Für mich sind es diese Punkte die erfüllt werden müssen, damit ein Fahrzeug den „Premium-Ritterschlag“ bekommt.

In erster Linie ist es „Haptik“. Also das Gefühl beim anfassen der Materialien. Plastik in ungenarbter Form und von spröder Natur ist zum Beispiel kein Premium. Haptik kann man erfühlen. Am besten mit geschlossenen Augen in ein Auto setzen und die Hände wandern lassen. Scharfe Grate an Kanten? Hartes Plastik. Wackelige Schalter?  Dann ist die Chance groß in einem Fahrzeug zu sitzen, das mit Premium nichts zu tun hat.

Aber ein Fahrzeug muss fahren und daher zählt zum Premium-Eindruck eines Automobils natürlich auch die Geräuschentwicklung bei der Fahrt. Klappert etwas? Knackt es? Wie lassen sich Lenkung und Getriebe bedienen?

Welches Gefühl vermittelt das Fahrzeug auf schnellen Passagen? Wie reagiert er auf Lenkbefehle?

Die Summe des Ganzen ist das Gefühl das man im Bauch bekommt und vom Kopf rational erklärt werden kann. 

Japanische Automobil-Hersteller erhalten das Prädikat „Premium“ eher selten. Oftmals wurden deswegen eigene, neue Hersteller „erfunden“, damit man den Spagat zwischen Pragmatismus und Premium schafft. Zum Beispiel: Lexus, die Premium-Marke von Toyota. Infiniti die Premium-Marke von Nissan und bei uns eher unbekannt: Acura, die Premium-Marke von HONDA.

In Deutschland gibt es kein Acura und bis auf den CT200h von Lexus haben auch die beiden anderen Hersteller in der Kompaktwagen-, sprich in der Golf-Klasse, keine Mitbewerber die sich mit den Premium-Modellen von Deutschen Automobil-Herstellern messen können.

Theoretisch.

Ich habe vor 2 Stunden den NEUEN HONDA CIVIC abgeholt. Ein 2.2 Diesel in der Executive-Ausstattung. Und als ich in Offenbach auf die Autobahn fuhr in Richtung Heimat. Da schoss mir dieser Gedanke in den Kopf. „F*ck, ein Premium-Japaner.“

Der neue HONDA Civic

Der neue HONDA Civic

Das ist nicht abfällig gemeint. Doch habe ich mich wirklich dabei erwischt, als der Bauch an den Kopf meldete: „Oha, das macht einen guten Eindruck“ – und der Kopf antwortete mit den Argumenten: „Ja ist ja auch klar. Das Armaturenbrett ist aus weichem Kunststoff. Das Lenkrad und die Sitze sind leder und gut geformt. Die Knöpfe klackern nicht. Das Auto entwickelt kaum Windgeräusche. Der Diesel-Motor versteckt seine Leistung unter einem Mantel des vornehmen Schweigens und die Schaltung könnte aus einem BMW stammen. Lieber Bauch, Du empfindest richtig„.

Der neue Civic hat in meinen Augen einen enormen Entwicklungsschritt gemacht. Er fährt sich sehr handlich. Ist leise. Hat eine gute Materialqualität im Innenraum. Das ehemals nervende Navigations-Multimedia-System wurde auch ausgetauscht.  Die Ausstattung ist komplett und der 150PS Diesel über jeden Zweifel erhaben.

..und dabei bin ich erst 60km gefahren…

Der Civic-Testwagen wird leider nur eine Woche bei mir bleiben, zu neu und zu begehrt sind die Testfahrzeuge noch um für den üblichen 2 Wochen Turnus bei uns zu bleiben. Wir wollen ja auch anderen die Möglichkeit geben, sich den Civic zu „erfahren“.

Und ganz nebenbei hat der Besuch ja auch noch einen anderen Grund .. aber dazu, zu Premium-Fahrzeugen und dem neuen HONDA Civic später an anderer Stelle noch mehr!

 

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