News: Hyundai i20 – Eine glatte Sechs

News: Hyundai i20 – Eine glatte Sechs

Kleines Auto mit durchschnittlichem Preis von einem koreanischen Hersteller. Diese Mischung hätte noch vor einigen Jahren kaum was erwarten lassen. Doch die Zeiten haben sich geändert: Der Hyundai i20 überrascht in vielerlei Hinsicht und hält sich insbesondere beim Verbrauch angenehm zurück.

Aber zunächst mal zu dem, was bei Kleinwagen heute so wichtig ist wie bei großen Autos: die Optik. Durch das markentypische und ausdrucksstärkere Gesicht reiht sich die seit einem halben Jahr erhältliche zweite Generation des Kleinwagens perfekt in die Modellpalette der Koreaner ein. Heruntergezogene und markantere Scheinwerfer, ein durch die vertikaler angeordneten Heckleuchten knackigeres Heck sowie die insgesamt schärfere Linienführung lassen den Wagen nicht mehr so weichgespült, sondern viel sportlicher und auf den ersten Blick auch größer wirken. Ein wichtiger Aspekt – schließlich sieht seine Konkurrenz wie VW Polo, Mazda 2, Opel Corsa, Ford Fiesta oder auch Seat Ibiza auch nicht mehr aus wie bessere Kinderwagen, sondern machen heute alle einen erwachsenen Eindruck.

Im Innenraum können sich Fahrer und Beifahrer nicht über beengende Zustände beklagen und auch auf der Rückbank der Fünftürers sitzen Erwachsene noch erträglich.

Im Innenraum können sich Fahrer und Beifahrer nicht über beengende Zustände beklagen und auch auf der Rückbank der Fünftürers sitzen Erwachsene noch erträglich.

Im Innenraum können sich Fahrer und Beifahrer nicht über beengende Zustände beklagen und auch auf der Rückbank der Fünftürers sitzen Erwachsene noch erträglich. Die gut geschnittenen Sitze sorgen selbst bei flotter Gangart für genügend Halt. Im Kofferraum finden 326 Liter Platz, sind die Rücksitze umgeklappt, passen 1.042 Liter rein. Klassenprimus VW Polo schluckt mit 204 und maximal 952 Litern deutlich weniger.

Im zweifarbig eingerichteten Innenraum überwiegen kratzfeste Kunststoffe, die jedoch weder billig aussehen und auch nicht besonders empfindlich sind. Die Knöpfe und wichtigen Funktionen sind am richtigen Platz und Gott sei Dank ohne Gebrauch der sehr dicken Bedienungsanleitung zu verstehen.

Im zweifarbig eingerichteten Innenraum überwiegen kratzfeste Kunststoffe, die jedoch weder billig aussehen und auch nicht  besonders empfindlich sind.

Im zweifarbig eingerichteten Innenraum überwiegen kratzfeste Kunststoffe, die jedoch weder billig aussehen und auch nicht besonders empfindlich sind.

Überaus entspannt rollt man mit dem Kleinen auch durch den Autoalltag. Das ist natürlich zu einem nicht geringen Teil dem Motor geschuldet: Unter der Haube des Testwagens sorgt der stärkste 1,4-Liter-Benziner mit 74 kW/100 PS für Vorankommen. Und die bringen den etwas über eine Tonne schweren Fünftürer gut in Fahrt. Das Aggregat arbeitet abgesehen vom ganz hohen Tourenbereich recht leise. Auch Tempo 160 schafft der Koreaner die Beschleunigung ohne große Mühe, danach wird es etwas zäh. Gelungen ist neben der Geräuschdämmung auch das Fahrwerk, das den i20 für ein Fahrzeug dieser Klasse geradezu souverän durch unsere ramponierten Straßen bringt.

Insgesamt ist der Hyundai i20 ein überzeugendes Angebot.

Insgesamt ist der Hyundai i20 ein überzeugendes Angebot.

Der Hyundai federt ruhig und harmonisch, bewegt sich zudem sehr agil, dirigiert von einer Lenkung, die allerdings etwas mehr Rückmeldung geben könnte. Alles in allem eine sehr solide Leistung. Für richtige Fahrfreude reicht es allerdings selbst mit 100 PS nicht. Punkte sammelt der i20 dafür beim Verbrauch. Beziffert der Hersteller diesen beim starken Ottomotor mit durchschnittlich 5,5 Litern, erreichten wir bei zurückhaltender Fahrweise glatte sechs Liter. So nah waren wir mit einem Benziner selten an den Herstellerangaben.

Im Kleinwagensegment zählen vor allem rationale Aspekte. Natürlich muss das Gefährt gefallen, aber auch die Preis/Nutzwert-Relation muss stimmen. Unser Testwagen rollte in der dritten Ausstattungsstufe Trend an, hat demnach immer Radio mit CD-Player und Bluetooth-Freisprecheinrichtung, elektrische Fensterheber für vorn und hinten, ein verschließ-, kühlbares und beleuchtetes Handschuhfach, Klimaanlage, beheizbares Lenkrad, Sitzheizung sowie eine Geschwindigkeitsregelanlage an Bord. So ausgestattet werden 15.850 Euro fällig. Der Einstiegspreis mit dem schwächeren Benziner (55 kW/75 PS) beträgt 11.950 Euro. Allerdings muss, wer die Basisversion wählt, auf Klimaanlage oder Radio verzichten. Es gibt sie noch nicht einmal optional. Dann lieber die 1.600 Euro teurere mittlere Ausstattung Classic wählen, da finden wir diese Dinge schon.

Insgesamt ist der Hyundai i20 ein überzeugendes Angebot. Was ihm im Vergleich zu Konkurrenten wie VW Polo, Mazda 2 oder Opel Corsa fehlt, ist neben Image eigentlich nur eine eingeschworene Fan-Base. In keiner anderen Fahrzeugklasse ist ein koreanisches Modell ansonsten so nah an den besten Wettbewerbern bzw. in manchen Kategorien sogar vor diesen. Dazu zählt auch das allerdings für alle Hyundai geltende Sahnehäubchen: Fünf Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung.

Autor: Adele Moser/SP-X