Test und Fahrbericht: Infiniti Q30 1.5d  (+ 2.0T AWD)

Test und Fahrbericht: Infiniti Q30 1.5d (+ 2.0T AWD)

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Inhalt:

Premium in zackig

Infiniti Q30 – „Der andere Premium-Kompakte“

Test des 1.5 Liter Diesel und des 2.0 Liter Benziner

Premium-Kompakter. Hört sich gut an. Auf der einen Seite so bescheiden, der Kompakte, auf der anderen Seite so wertig. Nicht billig, sondern Premium. Wen wundert es da, wenn da jeder Hersteller mitspielen will? Die Premium- (da war das Wort wieder) Tochter von Infiniti ist in den USA eine feste Größe. Bei uns muss man noch ein wenig am Erfolg arbeiten. Nach der schicken Business-Limousine Q50 und den SUV-Modellen FX, jetzt QX, hat man jetzt auch was „Kompaktes“ im Programm. Den Q30. Dass dieser Q30 einen bekannten Zwilling hat, sieht man nicht auf den ersten Blick. Erst beim Blick unter das Blech oder in den Innenraum wird deutlich: Gute Gene sind auch bei Autos nichts, worauf man verzichten will. Die Basis für den Q30 findet man in Stuttgart. Die A-Klasse von Mercedes spielt Teilespender und Infiniti schneidert ein zackiges Kleid und mischt den Charakter des Kompakten neu ab. Wir sind den Q30 als 1.5 Liter Diesel und – für ein paar Tage – als 2.0 Turbo-Benziner gefahren.

Test Fahrbericht 033 Infiniti Q30

[wpanchor id=“Einleitung“]

Test des Infiniti Q30 1.5d & 2.0t

Sie teilen sich die Basis, die Bodengruppe, die Elektrik und zu großen Stücken die vielen anderen wichtigen Bausteine, aus denen so ein modernes Auto besteht. Die A-Klasse von Mercedes-Benz und der Premium-Kompakte von der Nissan-Tochter Infiniti. Man sieht dem Q30 die Nähe zum Stuttgarter im Innenraum schnell an. Instrumente und Schalter, alle bekannt. Unter der Haube des Q30 spannt sich eine breite Palette an Triebwerken. Von 109 bis 211 PS, manuelle Getriebe und 7-Gang Doppelkupplungstriebe sind erhältlich, ebenso Frontantriebsmodelle und Varianten mit Allradantrieb. Für den Test haben wir uns zwei Top-Seller herausgesucht. Der 1.5 Liter Turbodiesel, ein Renault-Aggregat (Renault-Nissan Allianz) und das 2.0 Liter Turbotriebwerk aus dem Benzinmotorenangebot der Stuttgarter.

Test Fahrbericht 028 Infiniti Q30

[wpanchor id=“Dynamik“]

Ausgewachsen

Solide und frei von nervenden Störgeräuschen. Der Abrollkomfort des Q30 vermittelt den Eindruck einer großen Limousine. Abgekapselt von der Welt da draußen, überrollt der Q30 auch fiese Strecken, ohne den Fahrer zu nerven. Dass sich der Q30 so „erwachsen“ anfühlt, ist nicht nur die NVH-Idee hinter Premium (NVH?), sondern auch Ergebnis des leichten Übergewichts, das  dem der Q30 nachhängt. Mit 1.464 Kilogramm gehört der von Hand geschaltete 1.5d noch zu den leichteren Q30. Der später gefahrene Q30 2.0t mit Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb kommt gar auf 1.545 Kilogramm. Dank ausgeprägtem  Turbopunch und sattem Drehmomentverlauf wirkt der 2.0t, den Erwartungen entsprechend, deutlich lebendiger. Was die Leistung des 1.5d nicht mindern soll. Er hängt ausreichend fröhlich am Gas, schiebt auch aus dem Keller gut an und bleibt bei alledem immer noch sparsam. Eigentlich reicht der 1.5d mit seinen 260 Nm durchaus aus – der 2.0t macht aber deutlich mehr Laune. Allrad ist indes nicht notwendig.

Die Hilfsmaßnahme per Lamellenkupplung sorgt im Winter für Traktion, wird aber auch beim 2.0t nicht vermisst, so lange die Straße trocken ist. Der „kleine“ Diesel ist für Tempo 190 km/h gut, der 350 Nm starke 2.0t treibt, dank der 211 PS, den Q30 auf Tempo 230 km/h. Ja, der „Zwoliter-Turbo“ wirkt in allen Belangen souveräner – aber, der „kleine“ Diesel wirkt nie ärmlich oder untermotorisiert. Und 12.0 Liter auf 100 km sind keine GTI-Werte, dafür besitzt der kleine Diesel aber die gleiche Ruhe und den gleichen Fahrkomfort wie der große Benziner.

Test Fahrbericht 022 Infiniti Q30

[wpanchor id=“Komfort“]

Privatsphäre

Eng geschnitten ist die freundliche Umschreibung von „wenig Platz“. Der Q30 lebt von seiner dynamischen Abstimmung, den guten Sitzen, der ordentlichen Gestaltung des Innenraums und der steifen Karosse. Fraglos geht man einen Kompromiss ein. Das Raumgefühl ist nicht weitläufig und der Rundumblick eingeschränkt. Dafür kann er bei den Qualitäten des Fahrkomforts punkten. Gleichzeitig ist der Q30, gleichwohl basierend auf der A-Klasse, eher so hoch wie der GLA der Stuttgarter. Das hilft beim Einsteigen. Die Klimaanlage und die Belüftung des Q30 arbeiten vorzüglich und schnell. Der Touchscreen erweitert dabei die Bedienmöglichkeiten des Fahrers.

Der Geräuschkomfort des 1.5d ist gut. Nur direkt nach dem Kaltstart bemerkt man ein zackiges Nageln. Wobei auch der moderne 2.0t, dank der Direkteinspritzung, nicht viel komfortabler an sein Tageswerk geht. Schaltfaul im 1.5d unterwegs zu sein ist, trotz des geringen Hubraums, kein Problem.

Der Kofferraum fasst 368 bis 1223 Liter und ist damit sogar ein wenig größer als der vom Stuttgarter Bruder. Doch auch der angemessene Platz des Kofferraums kann nicht darüber hinwegtäuschen, wie kuschelig es wird, wenn in beiden Sitzreihen Erwachsene Platz genommen haben. Die Privatsphäre der Rücksitzbank ist da dann überschaubar.

Test Fahrbericht 001 Infiniti Q30

[wpanchor id=“Emotionen“]

Außenseiter-Bonus

Die schönere A-Klasse. Das war auch unser Urteil, kurz nach der Premiere des Q30. Sein bulliges Design, die zackigen Linien, die wachen Augen und die starke Schulter wecken Begehrlichkeiten, die dem weniger verspielten Design der A-Klasse abgehen. Zudem erhält der Q30 den Außenseiter-Bonus.

Der 2.0t lebt vom Temperament seines 211 PS Turbobenziners, der 1.5d entspannt mit der Unaufgeregtheit eines modernen Dieselmotors. Beide Triebwerke passen den Charakter des Q30 an und verändern die Ausrichtung des Premium-Kompakten. Während man den 1.5d gut und gerne als „sinnvollen“ Alltagsbegleiter sehen kann, wird mit dem großen Benziner eher der GTI-Verschnitt aus dem Q30. Diese Insignien verkneift sich Infiniti bislang, man versteht sich eher als unaufgeregt und luxuriös. Dass dem 211 PS Q30 dabei auch eine Portion Sportlichkeit anhängt, dürfte niemanden stören.

Test Fahrbericht 064 Infiniti Q30

[wpanchor id=“Multimedia“]

Rundumblick

Die Grafiken des Multimedia-Systems sind allerdings in die Jahre gekommen und wurden nicht vom Kooperations-Partner übernommen. Während das Display im Cockpit frisch wirkt, sind die Anzeigen im Multimedia-System eher hausbacken. Die Bedienung ist in ihrer Logik nicht ganz so simpel zu erlernen, wer sich aber mehr als nur eine Woche mit so einem Auto befasst, der kommt schnell hinter die Möglichkeiten. Ein wenig merkwürdig die Kombination aus Infiniti Intouch System und Verkehrszeichenerkennung. Den Bose-Sound sollte man sich gönnen, ebenso das Tech Paket mit Keyless-Go und 360°Ansicht sowie einem Park-Assistenten.

Test Fahrbericht 023 Infiniti Q30

[wpanchor id=“Sicherheit“]

Gutes Gefühl

Vom Notbrems-Assistenten über Toter-Winkel-Warner bis hin zum 360°-Monitor mit Bewegungserkennung und Querverkehr-Signalisierung. Der Kompakte von Infiniti fährt das gesamte Programm auf. Basierend auf der steifen Karosse der A-Klasse, kommt der Q30 selbstverständlich in Serie mit 7 Airbags und auch der Spurverlasswarner ist ab der Premium-Variante (Ausstattungsname) in Serie verbaut. Ab der Premium City-Black Version ist das auf LED-Scheinwerfern basierende adaptive Kurvenlicht auch Serie. Ein gutes Gefühl? Der Q30 vermittelt einem viel Sicherheit.

Test Fahrbericht 026 Infiniti Q30

[wpanchor id=“Preis“]

Billiger ist anders

Der Spaß wird nicht ganz billig. Zumindest nach Listenpreis. Der 1.5d kostet in der Grundausstattung 26.250 €. Spannend wird er jedoch erst ab der Premium Tech-Ausstattung. Dann besitzt der Q30 die Ausstattungsfülle, die man sich wünscht und kostet, inklusive BOSE-Sound und getönten Scheiben in Reihe zwei, wenigstens 35.690 €. Unser Testfahrzeug (1.5d) war in der Farbe Liquid Copper zum Test gekommen. Eine edle Farbe für den Kompakten.

Test Fahrbericht 036 Infiniti Q30
[wpanchor id=“comment“]

Kommentare zum Infiniti Q30:

Der Q30 ist der hübschere GLA und glänzt mit einem ausgewogen abgestimmten Fahrwerk. Da reicht der 1,5d als Motorisierung zwar, verleiht aber nicht die Souveränität, die dem Q30 zusteht. Darum ist der 2,0t (oder 2,2d) die bessere Wahl. – Axel Griesinger, Autor auf mein-auto-blog über den Infiniti Q30.

Glaubt man dem Marketingsprech, vereint der Infiniti Q30 das dynamische Design und die Sportlichkeit eines Coupés mit der Geräumigkeit einer Limousine und dem anspruchsvollem Innenraum eines Crossovers. Herzlichen Glückwunsch, Infiniti baut also die Eierlegendewollmilchsau auf der Mercedes-Benz GLA Basis. Schade nur, dass man in Deutschland derzeitig die Infiniti Händler noch länger suchen muss als die bekannte Nadel im Heuhaufen, sonst kämen vermutlich noch mehr in den Genuss, sich das Fahrzeug einmal näher anzusehen. – Jens Stratmann, Blogger auf rad-ab.com über den Infiniti Q30

Ihr extravagantes Design geben die Japaner kein bisschen aus der Hand, technisch bedient man sich bewährter Antriebsstränge aus dem Daimler – Renault/Nissan Fundus. Damit ist nicht nur die Optik, sondern auch die Technik noch mehr ins Premiumfeld gerückt. – Matthias Luft – Blogger auf motoreport.de über den Infiniti Q30

Wer einen Mercedes GLA sucht, sollte den Infiniti Q30 kaufen. – Matthias Gill, Blogger auf ubi-testet.de über den Infiniti Q30

Der Infiniti Q30 bietet den außergewöhnlichsten Style im Kompakt-Segment, außen wie innen. Erstaunlich, dass Mercedes sich auf der technischen Seite auf einen Zulieferer-Deal eingelassen ist, bei Infiniti sind sie darüber sehr happy. Thomas Majchrzak über den Infiniti Q30

Test Fahrbericht 027 Infiniti Q30

[wpanchor id=“Fazit“]

Fazit

Infiniti? Noch immer zucken viele Menschen bei dieser Marke mit den Schultern. Der Q30 hat das Potential, die Marke weitaus bekannter werden zu lassen. Das Kompakt-Segment ist nicht nur in Deutschland enorm wichtig. Die Strategie, auf Basis einer erfolgreichen Premium-Plattform eine Alternative zu schaffen, auf erfolgreiche Triebwerke und Getriebe zurückzugreifen, wird dem Q30 hilfreich sein. Allenfalls der Preis ist für einen „Newbie“ ein wenig ambitioniert.

Das ideale Auto für:

Einzelpersonen und Menschen, die eher alleine als zu dritt im Auto unterwegs sind. Menschen mit dem Drang zu einer emotionalen Designsprache, mit dem Wunsch nach dem Besonderen – aber dennoch in der Klasse der „klassischen Kompakten“ zuhause sind.

„Zackiger Premium-Kompakter“

Alternative zu: Mercedes A-Klasse, Audi A3 und BMW 1-Serie.
Passt zu: Menschen mit dem Gefühl für das Besondere.
Das überzeugt: Die Optik und die Reife, die das Fahrzeug ausstrahlt. 

Test Fahrbericht 011 Infiniti Q30

[wpanchor id=“technik“]

Test Fahrbericht 057 Infiniti Q30

Alle technischen Daten im Überblick:

Der Fahrzeugschein für den Infiniti Q30 1.5d Premium

Verkaufsstart:  erfolgt
Basispreis:  Ab 29.140 €
Motorleistung:  109 PS / 260 Nm
Antrieb und Getriebe:  6-Gang manuell
Beschleunigung:  12,0 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  3,9-4,2l (Radgrößenabhängig) 100 km NEFZ-Norm
Höchstgeschwindigkeit:  190km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4425, 1805, 1495, 2700 mm

Alle technischen Daten des Q30 2.0t im Überblick:

Der Fahrzeugschein für den Infiniti Q30 2.0t Sport

Verkaufsstart:  erfolgt
Basispreis:  Ab 40.290 €
Motorleistung:  211 PS / 350 Nm
Antrieb und Getriebe:  7-Gang Doppelkupplungsgetriebe
Beschleunigung:  7,3 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  6,7 l/ 100 km
Höchstgeschwindigkeit:  230 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4425, 1805, 1475, 2700 mm

Stand vom 01.08.2016

[wpanchor id=“Galerie“]

Große Galerie des Infiniti Q30 1.5d

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Text: Bjoern Habegger;  Foto-Nachweis:  Bjoern Habegger

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Bewertung

Dynamik
Komfort
Emotionen
Multimedia
Sicherheits- und Aisstenzsysteme
Preis- und Leistung

Summary:

3.5

Premium auf zackig und kompakt

Benutzerbewertung: 4.6 (1 Stimmen)

2 Kommentare

  1. Infiniti Q30 Sport 2.2d AWD - der schönere Mercedes - Ubi Testet
    18. August 2016 zu 13:21 Antworten

    […] von Mein-Auto-Blog ist sich ebenfalls sicher, dass der Infiniti Q30 der Marke den nötigen Schwung und Bekanntheitsgrad […]

  2. Neuer Infiniti Q30 Test Fahrbericht | Autogefühl
    18. August 2016 zu 09:58 Antworten

    […] Und hier die Perspektive auf den Q30 bei mein-auto-blog. […]