News: SRT – Es muss eben nicht immer Downsizing sein

News: SRT – Es muss eben nicht immer Downsizing sein

Der Erstkontakt ist heftig, der daraus entstehende Eindruck bleibend: Mit 624 Nm Drehmoment schiebt der Häuptling aller Grand Cherokees an, als wolle er den unter ihm liegenden Asphalt in die ewigen Jagdgründe schicken. Den Piloten drückt der Grand Cherokee SRT (das Kürzel steht für Chryslers Haustuner „Street and Racing Technology“) dabei in perfekt geformte, belüftete Sportsitze. Das versüßt den Akt des in USA „Pedal to the metal“ genannten Kickdowns zusätzlich. Mit der sich linear ausbreitenden Urgewalt des 344 kW/468 PS starken 6,4 Liter großen V8-Saugmotors gebärdet sich Jeeps sportliches Flaggschiff mächtig und impulsiv, aber nicht brutal oder unberechenbar. Gewalt der sanften Art, begleitet von einem mächtig sonoren V8-Sound. Erstaunlich, aber wahr: In Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis ist der 83.900 Euro teure Mega-SUV sogar preiswert: Ein etwas schwächerer Porsche Cayenne 3.6 GTS mit 440 PS kostet gut 98.000 Euro. Ein etwas stärkerer Range Rover Sport 5.0 V8 SC mit glatten 500 PS immerhin gut 90.000 Euro.

Jeep hat beim Interieur des SRT aus dem Vollen geschöpft: Carbon-Dekor, Aluminium-Pedale, ein angeschrägtes Sport-Lederlenkrad sowie ein optisch und haptisch gefälliger Mix aus Nappa-Leder und Velours

Jeep hat beim Interieur des SRT aus dem Vollen geschöpft: Carbon-Dekor, Aluminium-Pedale, ein angeschrägtes Sport-Lederlenkrad sowie ein optisch und haptisch gefälliger Mix aus Nappa-Leder und Velours

Mit dem überwältigenden Klang des 6,4-Liter-HEMI-Kraftwerks konkurriert ein konzertant klingendes 7.3 Surround Sound-System von Harman Kardon: V8-Verbrennungsgeräusch gegen 825 Watt Musik, zwei armdicke schwarze Auspuffrohre gegen 19 „GreenEdge“ Hochleistungs-Lautsprecher inklusive Subwoofer und aktiver Geräuschunterdrückung. Überhaupt hat Jeep beim Interieur des SRT aus dem Vollen geschöpft: Carbon-Dekor, Aluminium-Pedale, ein angeschrägtes Sport-Lederlenkrad sowie ein optisch und haptisch gefälliger Mix aus Nappa-Leder und Velours werten den Innenraum des 4,85 m langen Jeeps passend zur Motorpower auf.

Auch technisch wird dem SRT-Bändiger allerhand geboten. Um die unbändige Kraft kontrolliert auf Asphalt oder auch losen Untergrund zu bringen, sorgt ein permanentes Allradsystem für intelligente Kraftverteilung auf alle vier Räder. Das funktioniert selbst bei heftigem Drehmomenteinsatz ohne Tadel. Die Lenkung hingegen müsste sich präziser anfühlen, um mit dem Gesamtpaket voll mithalten zu können. Und die adaptive Dämpferregelung „Selec Trac“ ist im „Auto“-Modus bereits hart, im „Sport“-Modus dann beinhart. Vorteil wenigstens: Für ein geländegängiges Fahrzeug wieselt der Grand Cherokee SRT überraschend leichtfüßig durch Wechselkurven.

Mit 624 Nm Drehmoment schiebt der Häuptling aller Grand Cherokees an, als wolle er den unter ihm liegenden Asphalt in die ewigen Jagdgründe schicken

Mit 624 Nm Drehmoment schiebt der Häuptling aller Grand Cherokees an, als wolle er den unter ihm liegenden Asphalt in die ewigen Jagdgründe schicken

Was uns noch auffiel: Für einen derart dynamischen Groß-SUV mit entsprechenden Seitenkräften sollte der Grand Cherokee dem rechten Bein des Fahrers mehr Halt bieten. Und die Alu-Pedale für Bremse und Gas liegen sehr nah beieinander, woran man sich allerdings gewöhnt. Nahezu perfekt dagegen muten Materialqualität und Verarbeitung im SRT an. Die Achtgang-Automatik arbeitet fehlerfrei und weckt höchst selten das Bedürfnis über Schaltpaddel am Lenkrad die Stufen selbst zu bestimmen. Neben größtenteils sehr guter Bedienung genießt der SRT-Bändiger eine gute Rundumsicht. Seine Passagiere kommen wie er in den Genuss guter Platzverhältnisse. Das Kofferraumvolumen des Jeep Grand Cherokee ist mit 782 Litern üppig, das maximal mögliche von 1.554 Litern ebenso passabel wie 520 kg Zuladung.

Aber 2,4 Tonnen Lebendgewicht wollen mit reichlich Aufwand bewegt werden. Das merkt man beim Grand Cherokee SRT zwar nicht beim Antrieb, denn der 6,4-Liter-V8 katapultiert ihn immerhin in 5,0 s aus dem Stand auf 100 km/h. Sehr wohl bemerkbar macht es sich jedoch beim Verbrauch: Offiziell gelten nach ECE-Norm 14 l/100 km. Den Wert auf deutlich über 20 Liter hochzutreiben, ist möglich. Im realistischen Mix landet man je nach Temperament des Fahrers bei 16 bis 18 Liter. Daran kann auch Zylinderabschaltung nichts ändern. Der SRT ist eben nicht nur so stark wie eine Herde Bisons, er säuft auch so.

Um die unbändige Kraft kontrolliert auf Asphalt oder auch losen Untergrund zu bringen, sorgt ein permanentes Allradsystem für intelligente Kraftverteilung auf alle vier Räder

Um die unbändige Kraft kontrolliert auf Asphalt oder auch losen Untergrund zu bringen, sorgt ein permanentes Allradsystem für intelligente Kraftverteilung auf alle vier Räder

Autor: Ralf Schütze/SP-X

Aktuelle Suchanfragen::

Kommentarfunktion geschlossen.