In 24-Stunden zum Erfolg – Lexus in der grünen Hölle

In 24-Stunden zum Erfolg – Lexus in der grünen Hölle

Motorsport ist die Königsdisziplin des Wettkampfes. Mann und Maschine, Tempo und Team, Taktik und Tragödien – auf der Rennstrecke greift alles ineinander, es geht alles ineinander über – das eine geht nicht mehr ohne das andere. Das dramatischste Rennen des Jahres findet man in der Eifel. Auf der Nordschleife. Auf dem Nürburgring. Einmal im Jahr läuft die Uhr hier zweimal rundherum und auf dem Asphaltband tobt der Wettkampf.

Hier werden Erfolge in die Geschichtsbücher der Ewigkeit gemeißelt, Niederlagen wandeln sich in Tränen in den verschwitzten und abgekämpften Gesichtern der Mechaniker und Rennfahrer. Motorsport bietet Himmel und Hölle. Hier in der „Grünen Hölle“ stellt sich Lexus dem Wettbewerb.

Und fährt dabei Klassensiege ein.

Lexus – der Erfolg gibt ihnen Recht | Klassensieg beim 24-Stunden Rennen 2015

Das Aufgebot der japanischen Premium-Marke am Ring war stark. Angefangen vom „kleinen“ Toyota GT86 des Swiss Racing Team in der Klasse V3, über die beiden Lexus RC 200t in der SP 3T, die V8 Wuchtbrumme IS-F CCS-R bis hin zum Zehnzylinder Supersportwagen LFA Code-X in der Top-Klasse SP-Pro. Die Gegner? Alles was Rang und Namen hat. Mit dem LFA Code-X haben sich zwei Porsche um den Sieg gestritten, bei den Lexus RC 200t waren es Subaru, Audi, Seat und ein Ford Focus die um die Top-Ränge in der Klasse SP 3T kämpfen wollten.

Der GT 86 in der V3 war ohne Konkurrenz, sieht man von einem weiteren privaten GT 86 ab.

LFA Code X am Samstagabend

LFA Code X am Samstagabend

Der Lexus LFA Code-X kam nach 147 Runden auf dem Gesamtrang 14 über die Ziellinie. In seiner Klasse distanzierte er den Porsche der Konkurrenten um 3:33 Minuten. Ein harter, ein spannender Fight war diesem knappen Zieldurchlauf vorangegangen. 

Im Cockpit des LFA Code-X saßen Masahiko Kageyama, Hiroaki Ishiura, Kazuya Oshima und Takuto Iguchi. Den Start von Position 23  nahm Kazuya Oshima in Angriff. Er konnte sich erfolgreich aus allen groben Scharmützeln heraushalten.

Auch die schwierigen Wetterverhältnisse in der Nacht konnten das Team rund um Gazoo Racing nicht aus dem Tritt bringen. Mit den einsetztenden Wetter-Kapriolen am späten Abend gab es zwei ungeplante Boxenstopps bei denen die Reifen gewechselt werden mussten.

In den frühen Morgenstunden ereilte das Team eine Hiobsbotschaft. Dem „GT500“ Piloten Hiroaki Ishiura wurde wegen der Missachtung von „Code 60“ Signalen die „Nordschleifen-Lizenz“ entzogen. Von da an waren die anderen Piloten ohne die Hilfe eines vierten Piloten unterwegs. Das tat der Performance des Teams jedoch keinen Abbruch.

Kurze vor Schluss des Rennens noch einmal zittern. Dem LFA Code-X fehlt der sechste Gang. Die Fahrer müssen nun mit nur noch fünf Gängen die Führung verteidigen. Ein typischer „N24h-Krimi“ der an der Boxengasse mit fragenden Gesichtern beobachtet wird.

Am Ende reicht es dennoch für den Klassensieg. Zum zweiten Mal nach 2014 setzt sich der Lexus LFA Code-X in seiner Klasse durch – in diesem Jahr zusätzlich mit einem sehr erfolgreichen 14. Gesamtrang.

Boxenstopp beim Team Gazoo Racing - LFA Code X - copy: Stefan Baldauf SB-Medien / Robert Kah imagetrust

Boxenstopp beim Team Gazoo Racing – LFA Code X – copy: Stefan Baldauf SB-Medien / Robert Kah imagetrust

Boxengassen-Geschnatter, sowas wie der Versuch ein Interview zu führen…

In der Nacht habe ich in der Boxengasse einzelne Emotionen aufgefangen und versucht die Infos aus den Teams zu bekommen, die man sonst nicht erhält. Also, der kleine Dienstweg, ohne Presse-Abteilungen, ohne PR-Experten. Einfach von Blogger zu Mechaniker.

Die Techniker und Mechaniker im GAZOO-Racing Team gehören zu den höflichsten Schraubern die man während des 24h-Rennens antreffen kann. Während anderswo durchaus mal in deftigen Worthülsen die Hektik des Rennens verbal kanalisiert wird, behalten die Gazoo-Mechaniker auch während des einsetzenden Regens die Ruhe – und die Höflichkeit. Das ist eine dieser Fähigkeiten bei denen ich durchaus neidisch werden kann.

Allerdings fehlt mir auch das japanisch um am Ende ein richtiges Gespräch mit einem Mechaniker führen zu können. Meine verzweifelten Versuche nach einem Boxenstopp des LFA Code-X ein wenig über die aktuelle Performance des Fahrzeuges zu erfahren, wird mit einem knappen, sachlichen und höflichen „Hai“ beantwortet. Nachfragen mit „yesyes“.

Mir schwant schnell, hier komme ich nicht wirklich weiter. Man spürt die Leidenschaft der Truppe für diese Rennstrecke, nur zwischen ihnen und mein-auto-blog liegt eine Sprachbarriere.

Als ich mich umdrehe lacht mich ein freundlicher Mechaniker in Gazoo-Teamkleidung an. „English?“

Mit ihm kann ich vier Sätze über den LFA plaudern. Er sagt, die Entwicklung die man die letzten Jahre hingelegt hat, Fahrbarkeit und auch die reine Performance, das sei das Ergebnis der vielen Runden auf der Nordschleife. Keine Strecke offenbart die Schwächen eines Rennwagens leichter.

Das man nicht um den Sieg fahre – ja – da stapelt er in typischer japanischer Höflichkeit tief – ich frage ganz direkt, warum nicht?

Er lächelt. Bescheidenheit ist ihre größte Stärke .. er deutet mir an, er müsse die gerade gewechselten Reifen überprüfen.

Ich stehe noch ein paar Minuten an der Box. Rieche das Motorsport-Aroma, diesen so einzigartigen Geruch.

Was habe ich doch für ein Glück…

Lexus LFA Code-X - Boxenstopp in der Nacht - Copyright: Stefan Baldauf SB-Medien / Robert Kah imagetrust

Lexus LFA Code-X – Boxenstopp in der Nacht – Copyright: Stefan Baldauf SB-Medien / Robert Kah imagetrust

Weniger Glück hatte der orangene Lexus IS-F CCS R mit der Startnummer 54. Gegen 22:00 schlug der V8-Bolide bei schwierigen Bedingungen im Bereich Fuchsröhre in die Leitplanke ein. Das Rennen war für den Lexus damit jedoch nicht beendet. Trotz dieser harschen Probleme kämpfte sich der Lexus IS-F zurück an die Spitze in seiner Klasse und beendete das Rennen auf Gesamtplatz 59 und einem sehr guten zweiten Platz in der Klasse SP 8. Nur wenige Minuten – und das nach 24 Stunden – hinter dem Aston Martin mit der Startnummer 49.

Motorsport bleibt die ultimative Messlatte. Und die Nordschleife die ultimative Messlatte für den Motorsport. Wer hier auf Sieg fährt, der muss den Wettbewerb am Tag darauf, draußen im Automobil-Markt, nicht fürchten. 

Ein gutes Beispiel dürfte der neue Lexus NX 300h sein. Wir sind ihn bereits gefahren – und der: Lexus RC-F, einer der letzten V8-Brummer auf dem Markt der sportlichen Coupés, ja, den sind wir auch gefahren … 

Lexus NX 300h Lexus RC-F
Diablo-Kühlergrill Lexus NX300h Lexus RC-F  04 testfahrt spanien

24h-Stunden aus einem anderen Blickwinkel: driversclub-germany…

Fotos in der Galerie: Copyright: Stefan Baldauf, Robert Kah, Bernd Schweickard, Bjoern Habegger

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