AutoBild testet den Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander

AutoBild testet den Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander

In der Ausgabe 38 vom 23.9.2016 war es wieder einmal so weit. Ein anerkanntes Fachmedium testet unseren Dauertester. Also nicht denselben, sondern nur den gleichen. Einen Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander aus dem Modelljahr 2016. Und bei solchen Tests sind wir immer sehr gespannt. Nach zwei Jahren traue ich uns ja durchaus zu, ein Auto differenzierter zu beurteilen als „die Fachmedien“.

Vergleichstest in der AutoBild: Kia vs. Mitsubishi vs. Toyota

Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlander gegen Kia Niro und Toyota RAV4 Hybrid

Während wir den Toyota RAV4 Hybrid auch kennen, ist der neue Kia Niro für uns unbekannt. Umso besser kennen wir den Outlander. Ob der Kia am Ende verdient gewinnt, wir können es nicht sagen, aber da der Niro vollkommen neu ist und erst in diesem Jahr seine Premiere feierte, kann das so sein. Was aber klar sein muss: Wieder einmal hat die AutoBild einen Plug-in Hybriden gegen „normale“ Hybriden getestet. Ob das sinnvoll ist. Nun, wer sich fragt, ob Bananen besser sind als Orangen, der kann auch Hybride mit Plug-in Hybriden vergleichen.

Schummeln bei der Verbrauchsangabe?

Die Halsschlagader schwillt an, wenn die AutoBild investigativ sein will. Bei den Testwerten wird nun die Abweichung zum „Normverbrauch“ ermittelt. Häh? Sinnlos wie ein Kropf. Der Normverbrauch wurde erfunden, um Autos normiert miteinander vergleichen zu können. Jetzt eine Normrunde zu haben und die Fahrzeuge darauf zu vergleichen, mag unterhaltsam und informativ sein, ein Anprangern des „Mehrverbrauchs“ aber schlicht albern. Denn gerade bei Plug-in Hybriden entscheidet das persönliche Bewegungsprofil und nicht der Normverbrauch. Wir fahren unseren PHEV im Alltag gerne mal mit 0.0 Litern. Ist das deswegen der Maßstab für alle Käufer? Nein. Es ist eine Momentaufnahme. Bei der Autobild hat der Plug-in Hybrid Outlander 7.4 Liter im Test und 6.9 Liter im Sparverbrauch benötigt. Das sind 311% mehr als die Normangabe. Klingt dramatisch, ist aber nur Effekthascherei und hat NULL Informationsgehalt für den Leser. Spannender ist der Vergleich zwischen den Fahrzeugen. Und da ergibt sich für den PHEV Outlander sowohl im Alltag- als auch bei der Sportrunde jeweils ein Verbrauchsvorteil gegenüber dem klassischen Hybriden von Toyota. Der Kia Niro ist noch sparsamer, aber auch ohne Allradantrieb unterwegs und eigentlich ist der Niro auch kein richtiger SUV, sondern mehr ein hochgebockter Kombi.

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Der Plug-in Hybrid Outlander wankt?

Spannend ist auch immer wieder zu lesen, wie die Kollegen den Fahrkomfort des Mitsubishi beschreiben. Sind wir uns bei der Geräuschdämmung noch einig, so muss ich bei einem wankenden Fahrverhalten doch massiv widersprechen. Der knapp 2-Tonnen schwere PHEV-Outlander fährt sich extrem sicher und komfortabel. Sein Abrollkomfort ist gut und die Dämpfung verbindlich.

Dass die Autobild den Kia als Sieger wählt, liegt sicher auch am Preis. Aber sowohl beim Platzangebot als auch bei der Antriebstechnik muss man hier deutliche Abstriche machen. Und während der Outlander auch bei der Autobild bis zu 40 Kilometer rein elektrisch fährt, müssen die Gegner auf dieses Talent vollkommen verzichten. Lange Rede, kurzer Sinn: Mal wieder ein Test mit zweifelhafter Argumentation und merkwürdigem Sinn.

 

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2 Kommentare

  1. Florian
    11. Oktober 2016 zu 09:33 Antworten

    @MAX: Ich kann dir nur zustimmen. Bei solchen Vergleichstests fällt mir immer der nicht ganz ernst gemeinte Vergleich zwischen einem Toyota Prius und einem BMW M3 der „KFZ-Unterhaltungsshow“ Grip ein. Dabei verbrauchte der Prius bei Vollgas am Ende mehr als der 3er, der im selben Tempo „hinterher rollte“.
    Auch wenn dieser Test ein wenig albern wirkt, zeigt er jedoch, dass es auch bei Autos nicht sinnvoll ist Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Ein Plug-in Hybrid wird bei angepasster Nutzungsweise und auf einer normalen Pendlerstrecke immer einen Verbrauchsvorteil haben (wie hier schon oft berichtet wurde). Auf längeren Autobahnstrecken wird ein 2t schwerer Plug-in SUV natürlich einen Verbrauchsnachteil haben. Bei einer Berichterstattung sollten die Experten gerade bei neuen Themen wie der Elektromobilität ihre Leser aufklären und nicht Tests darauf auslegen, „altbewährte Technik“ neuen Ansätze als überlegen darzustellen.

  2. Max
    10. Oktober 2016 zu 12:17 Antworten

    der Vergleich hat mich nach etwa 1,5 Absätzen kochen lassen. irgendwie fehlt jeweils der Bezug zur Realität und etwas Bezug auf die Tatsache, dass der Mensch sich ja glücklicherweise ein Fahrzeug kaufen will, dass zu seinen Nutzungsgewohnheiten passt. Davon kein Wort.

    Ein Unfug wie die 150km Testrunde und archaischer Vollgas-Posaunerei sind wenig bis garnicht hilfreich und es werden wie immer Äpfel mit Birnen verglichen, wobei man versäumt hat, auf die jeweiligen Vorzüge hinzuweisen. Journalistisch leider wirklich absoluter Bodensatz.

    Auch absurd und noch unglaubwürdiger, dass direkt darunter eine kleine Leseraktion/Advertorial gefeatured wurde, in der drei Familien mit unterschiedlichen Toyota Hybriden gezeigt wurden. Der Hybrid-Vergleich mäht eigentlich das gesamte Antriebskonzept nieder.

    Der Outlander wäre die beste Wahl gewesen, wenn wir einen Stellplatz zum Umbau für eine Lademöglichkeit gehabt hätten (die Hausverwaltung hätte dies auch bewilligt).
    So wurde es ein RAV4, den wir oft auf Niveau der Werksangabe fahren und der von den Schweizer Verkehrsregeln durch und durch profitiert.

    Nach den zahllosen Problemberichten über ruckelnde DSG Getriebe will man doch lieber bei den Vorzügen von CVT und Co bleiben.
    Aber der geneigte Autobild-Leser sucht vermutlich ohnehin nur nach Bestätigung für seinen Kaufentscheid zugunsten von Skoda, VW oder Audi mit Turbodiesel, statt sich wirklich über alternative Antriebskonzepte informieren zu wollen.