Finger weg von der „Pure PHEV“ Box von V-TECH!

Natürlich wollen wir alle gerne rein elektrisch fahren. Und Mitsubishi hat das verstanden und wird das Modelljahr 2017 des Mitsubishi Plug-in Hybrid Outlanders mit einer „pure EV“ Funktion ausrüsten. Vorab haben wir mit unserem Dauertestfahrzeug die „V-tech Pure PHEV“ Box ausprobiert.

Der polnische Vertrieb hat uns die Box kostenfrei zur Verfügung gestellt – hierfür ein Dankeschön nach Polen. Dennoch, wir können die Box nicht empfehlen.

Punkt 1:) Es gibt keine Einbauanleitung

Ein simpler Karton dient als Verpackung. Darin eine schwarze Kunststoffbox in der Größe einer Zigaretten-Packung. Wohin damit? Damit lässt einen die Box erst einmal im unklaren. Also: Motorhaube auf. Es wird sich doch ein Stecker finden, an den die Box passt.

Nein. Es findet sich nichts. Nach 10 Minuten aufgegeben und das Internet bemüht. Wo passt diese Box denn nun ran?


Die Google-Suche findet dieses Youtube-Video. Und zeigt bereits am Schreibtisch, der Einbau ist Fummelarbeit. Und es wird zur Fummelarbeit. Vor dem Fußraum kniend müht man sich ab, bricht sich fast die Finger, verknotet sich die Hände und fixiert die Box am Ende per Kabelbinder.

Punkt 2:) Die Box tut was man erwartet, aber

Ja, die Box tut, was sie verspricht. Man fährt rein elektrisch. Wer den grünen Button in der Mittelkonsole drückt (ECO-Mode), der aktiviert das Software-Programm der V-TECH Box. Und? Es funktioniert. Der Plug-in Hybrid Outlander fährt, auch bei Temperaturen unter 7°, rein elektrisch los. Bleibt auch bei Vollgas im rein elektrischen Mode und erst ab rund 130 km/h schaltet sich der Benziner direkt auf die Vorderachse zu. Kurz im Seriel-Mode, dann sofort im Parallel-Mode.

Nun das,  aber: Was also macht die Box?

Die Box spielt dem Motorsteuergerät des Plug-in Hybrid Outlanders falsche Parameter vor, so das die Steuerung des Antriebsstranges verändert wird. Ob das gut oder schlecht ist? Darüber bleibt immer eine unangenehme Gewissheit offen.

Mitsubishi hat den Plug-in Hybrid Outlander als ersten Plug-in Hybrid SUV der Welt konzipiert und auf die Straße gebracht. Das Layout mit den beiden E-Motoren und dem kleinen Benziner ist bewusst gewählt, ebenso die Funktonsprinzipien und Methodik des Plug-in Hybrid Antriebsstrang. Wer haftet für Schäden die aus der Benutzung der Box entstehen? Was, wenn die Box Sicherheits-Hürden des Betriebssystems überspielt?

Bei aller Einhaltung der versprochenen Funktion, es bleibt ein Gefühl der Unsicherheit. Daher werden wir 2017 den neuen Plug-in Hybrid Outlander mit der erweiterten EV-Strategie testen und dann noch einmal über den Einsatz und die Wirkung der „Pure PHEV V-Tech Box“ nachdenken.

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2 Kommentare

  1. Holger
    30. Oktober 2016 zu 21:00 Antworten

    Hallo BJOERN+,

    ich lese hier immer wieder gerne hier die Artikel über den Outlander PHEV. Dein Artikel heute hat mich aber wirklich enttäuscht. Es beginnt schon mit der Überschrift in Bild-Zeitungs-Manier „Finger weg…“. Ds würde mich persönlich nicht weiter stören, wenn im Artikel begründet würde, warum man die „Finger weg“ lassen soll. Davon aber leider nichts Belastendes im Text.

    Was ist so überraschend daran, dass ein Kfz-Zubehörartikel nicht spielend einfach von jedermann installiert werden kann? Ich z.B. würde keine Anhängerkupplung oder Einparksensoren selbst montieren, sondern dies von einer Werkstatt vornehmen lassen. Wäre mit der PHEV-Box sicherlich auch möglich.
    Fehlende Bedienungsanleitung? OK, nicht so schön. Allerdings findet sich auf der Homepage von vtechtuning auf der gleichen Seite, auf der man das Gerät kaufen kann (wenn man es nicht kostenlos zu Verfügung gestellt bekommen hat) direkt das Video das beschreibt, wie die Box zu installieren ist. Außerdem das Angebot bei Fragen jederzeit per Skype zur Verfügung zu stehen – klingt nach gutem Service!

    Am 04.09. hast du angekündigt, die Box ausführlich zu testen, anzuschauen, ob man Sprit sparen kann und was das für den Alltag bedeutet. Auch Mitsubishi sollte zu Wort kommen, außerdem Infos darüber, ob die Garantie erlischt. Von alledem ist in diesem Artikel leider nichts zu lesen – bzw. doch: „Ja, die Box tut, was sie verspricht“! Was will man mehr, warum dennoch eine so reißerische Überschrift?

    Dass es kein Mitsubishi-Original-Zubehör ist, ist doch wohl klar. Von dem, was ich online (auch direkt von dem Konstrukteur) erfahren konnte (er hat sich in diversen Foren zu seinem Produkt geäußert und die Fahrer an der Entwicklung Teil haben lassen), wirkt die Box lediglich als Zwischenschalter zwischen Gaspedal und Motorsteuerung – nichts, was man nicht mit dem eigenen Fuß auch könnte, wenn man ihn bewusst einsetzt.
    „Die Box spiel dem Motorsteuergerät des Plug-In Hybrid Outlander falsche Parameter vor“ – ja, genau dies soll sie doch auch tun, oder? Und inwiefern sollte die Box „Sicherheits-Hürden des Betriebssystems überspielen“?

    Ich finde es schade, dieses innovative Produkt, das den Wünschen vieler Outlander-Fahrern erfüllen kann, aus reiner persönlicher Empfindsamkeit („Unangenehme Gewissheit“, „Gefühl der Unsicherheit“) so deutlich nicht zu empfehlen.
    Ich hoffe in Zukunft wieder auf interessante und informative Artikel zum Outlander PHEV und werde euch daher weiterhin treu bleiben.

    Viele Grüße, Holger

    • Bjoern
      Bjoern
      31. Oktober 2016 zu 08:40 Antworten

      Hallo Holger,

      vielen Dank für Dein Feedback. Schätze ich sehr.
      Ich gehe noch einmal in mich und wir schauen mal,
      ob wir hier mehr nachliefern.

      Lg
      Bjoern