Leserfragen zum Outlander PHEV-Dauertest

Leserfragen zum Outlander PHEV-Dauertest

Der Dauertest mit unserem Outlander Plug-In Hybriden, dem ersten PHEV den es im SUV-Segment zu kaufen gab, ist nun 18 Monate alt und wir haben absolut Null Probleme gehabt, den Spritverbrauch unter die NEFZ-Angabe gedrückt und anstelle von Dauertest-Problemen zu berichten, liest sich das Notizbuch im Outlander PHEV wie eine langweilige Seifen-Oper. Wöchentlich die gleichen Eintragungen: Laden an der Steckdose, per Batterie den Nachwuchs in den Kindergarten gebracht, aufgeladen. Der Komfort im Facelift-Outlander PHEV ist gestiegen, nervige Details wie die piepsende Heckklappe wurden mit dem Facelift abgestellt und es geht einfach nichts kaputt. Das stellt den Auto-Tester vor ein echtes Problem. Worüber soll man meckern? Was soll man kritisieren? Man könnte erneut auf die noch immer mangelhafte Lade-Infrastruktur in Deutschland eingehen. Oder wir beantworten die wichtigsten Fragen von Ihnen. Allerdings drehen sich auch diese um immer wieder ähnliche Themen. Jetzt zur Urlaubszeit kommen wieder vermehrt die Fragen, wie sich der Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid als Urlaubs- und Zugfahrzeug eignet.

Unseren „PHEV-Urlaubsreport“ vom letzten Jahr finden Sie hier – die drei aktuellsten Fragen von Ihnen, beantworten wir jetzt in diesem Artikel:

1.) Mit dem Mitsubishi Outlander PHEV in den Urlaub, als Zugfahrzeug für den Wohnwagen?

Unser Dauertest-Fahrzeug hat keine Anhänger-Kupplung. Aber, Mitsubishi bietet für den Outlander PHEV eine Anhängerkupplung an. Die Anhängelast ist mit 1.500 Kilogramm hoch genug, um auch einen vernünftigen Wohnwagen zu ziehen. Für kurze Strecke ist das kein Problem und auch auf der Langstrecke kann man Sorgenfrei mit dem Caravan in Richtung Urlaub abfahren. Man muss allerdings den Verbrauch deutlich höher ansetzen, dann der Benzinmotor mehr Arbeit zu verrichten hat. Auf der anderen Seite ist der gezogene Caravan auch für eine höhere Rekuperationsleistung verantwortlich. Je mehr Gewicht schiebt, desto mehr kann rekuperiert werden. Für die Urlaubsfahrt empfehlen wir eine sehr vorausschauende Fahrweise. Ein häufiges segeln unterstützt die Effizienz und erst wenn man absehen kann, dass man verzögern muss, sollte man die Rekuperation wirklich nutzen. Wer das im Hinterkopf behält, der kann gut vorbereitet den Outlander PHEV als Urlaubs-Zugfahrzeug einsetzen. Und wie wäre es mit Norwegen als Reiseziel? Dort gibt es wenigstens deutlich mehr Ladesäulen als bei uns!

2.) Soll man während der Fahrt den „Charge-“ Button nutzen?

Eine einfache Frage, eine einfache Antwort: NEIN!

Den Benzinmotor dazu zu verwenden, aus Benzin mit 40% Wirkungsgrad Strom zu erzeugen ist absolut nicht sinnvoll. Aktuell gibt es in Deutschland noch keine Region, in der man nur elektrisch fahren darf – denn nur auf dem Weg dorthin würde diese Funktion im Alltag einen Sinn ergeben. Es ist ein praktischer Nutzen, den Benzinmotor als Stromaggregat zu nutzen, aber kein wirtschaftlich- oder ökologisch sinnvoller. Der Wirkungsgrad der Verbrennungsmotoren ist nicht geeignet, CO2 oder Kostenneutral Strom zu erzeugen. Laden Sie sich lieber eine App zum finden von Ladesäulen auf ihr Handy. Finger weg zum „Charge-Button“ ;).

3.) Was macht die E-Auto Förderung in Deutschland?

Kopfweh. Mir persönlich: Kopfweh. Nachdem vor über einem Monat die Förderung beschlossen wurde, ist noch immer nicht klar, wie die Auszahlung funktionieren soll. Und plötzlich ist es auch eine Angelegenheit der EU. Der Umweltbonus muss von der EU-Kommission abgesegnet werden, aber hier sind die Gespräche zwischen Bundesregierung und EU anscheinend noch nicht beendet. Der „beschlossene“ Umweltbonus von bis zu 4.000 € für Elektroautos und 3.000 für PHEVs also noch in der Schwebe.

Wer sich jetzt im Augenblick mit dem Kauf eines neuen Fahrzeuges, egal ob PHEV oder EV beschäftigt, aber zum einen verunsichert ist und zum anderen die Kaufprämie auf jeden Fall mitnehmen möchte, der kann ich aktuelle beim Bundesamt für Wirtschaft- und Ausfuhrkontrolle, der BAFA, informieren. Die Rufnummer der eingerichteten Hotline lautet: 06196 / 908 1009.

 

7 Kommentare

  1. Gerald
    5. Juli 2016 zu 13:19 Antworten

    Natürlich ist der Verbrauch mit Charge allein höher, immerhin 20 % mehr, z.B. 10,3 gegenüber 8,3 im Hybrid Mode. Aber wenn ich danach den Charge Knopf löse und elektrisch weiterfahre ist der Verbrauch bis der Akku wieder am Minimum ist 0 l/100 km und das über ca. 15 km von insgesamt 50 km. Bilde ich dann den Durchschnitt über die Gesamtstrecke, Charge-Anteil und vollelektrischen Anteil, dann ergibt sich ein Verbrauch ähnlich wie im Hybrid Mode. Von weniger sollte keine Rede sein!
    Das folgt sicher auch aus der Thermodynamik, theoretisch sollte es aufs Gleiche kommen, scheint auch so zu sein, wenn ich die Kommastellen vergesse. Ich werde das weiterverfolgen, vielleicht mit kleiner Statistik.
    Oder ganz einfach: Ich fahre 100 km mit einem Durchschnitt von 10 l. In dieser Zeit habe ich Strom für 30 km erzeugt. Wenn ich die dann anschließend elektrisch abreite mit 0-Verbrauch, sind das 10 l für 130 km. Das ergibt einen Durchschnitt von 7,7 l für 100 km,(s.o.).
    Entschuldigung, wenn ich hier missverstanden wurde. Eigentlich wollte ich ja nur schildern, dass das „Hände weg vom Charge-Knopf“ wirklich übertrieben scheint.
    Ja, die deutschen Fahrzeuge haben den Charge-Knopf gar nicht. Beim Golf GTE ist die Funktion nur umständlich übers Menü zu finden. Beim BMW i3 Range Extender und XE-2 gibt’s nur die Save Funktion. Warum liegt der dann beim Mitsubishi so griffgünstig ?

  2. gerald
    30. Juni 2016 zu 10:44 Antworten

    Ja, die Thermodynamik ist eine tolle Theorie. Vielleicht wiederspricht es ihr gar nicht. Ich war selber überrascht von den Zahlen, was ich ohne aufzuschreiben, immerhin bei 26000 km.

    • Bjoern
      Bjoern
      30. Juni 2016 zu 12:45 Antworten

      Thermodynamik ist leider keine Theorie. Es ist der Grundsatz nachdem sich die Wandlung von Energien verhält. Und ich kann schlicht nicht mehr Energie erhalten, wenn ich Energie wandel. Es ist immer eine Verlustrechnung. Ein Benzinmotor hat einen Wirkungsgrad von etwas über 40%. Der E-Antrieb liegt bei über 98%.

      Benzin in elektrischen Strom zu wandeln ist schlicht nicht geeignet und den Verbrauch während der Fahrt zu senken.

      Bei so einer Fahrt fließen so viele Störgrößen mit ein, das verfälscht jedes Ergebnis.

  3. Gerald Hamann
    28. Juni 2016 zu 08:24 Antworten

    Nach nun etwa 26000 km mit dem Outländer zur Frage Charge oder nicht habe ich auf der ruhigen A 20 zwischen Rostock und Lübeck tempomatgeregelt die Verbrauchsanzeige beobachtet:
    1. Fahrt mit 120 km/h ohne gedrückten Charge – Knopf, Akku am Minimum, Strecke ca. 50km > 8,3 l/100km
    2. Fahrt mit 120 km/h mit gedrückten Charge – Knopf > 10,8 l/100km nach ca. 35 km wurde der Charge Schalter gelöst gleicher Geschwindigkeit vollelektrisch weitergefahren. Nach weiteren 15 km also gesamt 50 km kurz bevor der Benziner wieder arbeitete war der Verbrauch 8,1 l/100km
    Mit 100 km/h sieht das so aus
    1. ohne gedrückten Charge – Knopf, Akku am Minimum, Strecke ca. 50km > 7,3 l/100km
    2. mit gedrückten Charge – Knopf > 9,9 l/100km nach ca. 35 km wurde der Charge Schalter gelöst, nach ca. 50 km war der Verbrauch bei 7,2 l/100km.
    Je höher die Geschwindigkeit ist um so niedriger ist die Ladeeffizienz. Beim Beschleunigen wird der Ladevorgang automatisch abgeschaltet. Die Mahnung „Hände weg vom Charge-Knopf“ ist wirklich übertrieben.

    • Bjoern
      Bjoern
      28. Juni 2016 zu 22:17 Antworten

      Das widerspricht jeder Logik zur Thermodynamik. Ich werde das testen und auch mit Mitsubishi diskutieren.

  4. Bernd Tropschuh
    19. Juni 2016 zu 19:48 Antworten

    Hallo BJOERN!

    Mein Outlander (TOP, rotmet.) hat mittlerweile 4500 Kilometer zurückgelegt (EZ 01.04.16). Ich bin begeistert von diesem Fahrzeug. Weniger gut ist der Werkstattaufenthalt am kommenden Donnerstag, das dreimalige Justieren des Schiebe- Hubdachs brachte nicht die erwünschte Wasserdichtheit. Ansonsten bin ich vom Dauertestbericht sehr angetan und lese regelmäßig mit.

    Weiter so! BERND.

  5. Gerd Hiersemann
    19. Juni 2016 zu 12:40 Antworten

    Mit Ihrer Aussage zum Charge Button gehe ich nicht ganz überein. Es macht manchmal schon Sinn ihn zu benutzen. Wenn ich im Gebirge gern elektrisch die Berge hoch fahre schalte ich ihn wenn es bergab geht gern ein. Oder bei Überlandfahrten bevor ich in feinstaubbelastete Gross-Städte einfahre. Natürlich ist es kein Ersatz für ÖKOLadestellen. Ich suche mir vorher immer die passenden Lademöglichkeiten heraus – auch privat – und nehme gern Ladeweilen in Kauf. Ich fahre jetzt über 2 Jahre den PHEV – und meist elektrisch, da ich zuhause 100 % Ökostrom lade und viel im Nahbereich unterwegs bin.
    Gern überlasse ich bei längeren Fahrten aber den Plug in Hybrid sich selbst. Er arbeitet recht intelligent im Wechselspiel der 3 Motoren.
    Ich bin wegen der Unabhängigkeit mit dem PHEV sehr zufrieden.

    Freundliche Grüße
    Gerd H.