Warum darf der Plug-in Hybrid Outlander „nur“ 1.5 Tonnen ziehen?

Warum darf der Plug-in Hybrid Outlander „nur“ 1.5 Tonnen ziehen?

Eigentlich müsste man da die Gegenfrage stellen: Welcher andere Plug-in Hybrid darf denn mehr ziehen? 

Die 1.5 Tonnen Anhängelast sind, da muss man ehrlich sein, natürlich überschaubar. Allerdings findet sie ihre Erklärung in der Systemarchitektur des PHEV Outlanders. Auf dem Markt ist er mit seinen drei Herzen absolut einzigartig. Kein anderer Plug-in Hybrid kann seriell, parallel und rein elektrisch unterwegs sein. Die Konzentration auf die maximale Effizienz führt jedoch zu einer Einschränkung und die kommt bei der Anhängelast zum Tragen.

75 kW – mehr kann der Generator nicht an elektrischer Energie generieren. Sobald der Akku leer ist, muss der Benziner im unteren Geschwindigkeitsbereich den Generator antreiben und ab 64 km/h dann direkt auf die Achse zuschalten.

Verschiedene Leserzuschriften haben sich bereits mit diesem Thema befasst und im Grundsatz ist deren Tenor gleich: „Warum nur 1.5 Tonnen“? Mit Anhänger fährt sich der Outlander Plug-in Hybrid noch immer souverän. Ja. Ja, aber. Denn wenn eine Zulassung für eine Anhängelast erteilt wird, dann muss dies unter allen denkbaren Bedingungen funktionieren.

Und der „worst case“ ist die Bergfahrt ohne Akkuladung und mit häufigen Anfahrmomenten unterhalb der 64 km/h. Das Eigengewicht des Outlander PHEV und der Anhänger führen den 75 kW-Generator dann an die Grenze des Machbaren.

Was helfen die feinfühlig verteilbaren Drehmomente der E-Motoren, wenn die Energieversorgung unter Last zu Neige geht? Mitsubishi hat hier einen Kompromiss finden müssen. Zum einen war eine maximale Reichweite rein elektrisch gewünscht, hier ist der Outlander Plug-in Hybrid, auch 4 Jahre nach Markteintritt noch immer Spitze, zum anderen wollte man den Traktionsvorteil des Allradantriebs auch für den Hängerbetrieb nutzen. Die Beschränkung auf 1.5 Tonnen führt zu einer Einschränkung – auf der anderen Seite ist der stete Hängerbetrieb auch nicht die Welt des Outlanders.

Kompromisse – es geht einfach nicht ohne. Die Frage ist: Welcher Kompromiss ist für mich selbst der richtige? Schaut man sich zur Ferienzeit auf der Autobahn um, dann sieht man viele Outlander PHEV mit Anhänger gen Süden fahren. Es scheint also problemlos zu sein. Und ja, gerade bei geladenen Akkus zieht der Outlander PHEV auch locker mal mehr als die 1.5 Tonnen aus dem Dreck. Wir haben Leserzuschriften erhalten, bei denen PHEV-Besitzer von den Fähigkeiten ihrer Outlander nur so ins Schwärmen geraten sind.

Geht es jedoch um die Zulassung und vor allem auch um die Garantie, dann muss ein Automobil-Hersteller Kompromisse eingehen. Die 1.5 Tonnen Anhängelast, ganz offiziell, sind so ein Kompromiss.

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2 Kommentare

  1. Andreas Bihler
    16. November 2016 zu 14:16 Antworten

    Die Anhängelast bei diesem Fahrzeug ist wirklich ein leidiges Thema.
    Wir konnten aber auch bei dem Plug-in Hybrid bereits mehrfach die Anhängelast erfolgreich erhöhen.
    Zumeist auch ohne eine technische Änderung, so dass die vorhandene Anhängerkupplung nicht ausgetauscht werden musste.

    Wem also die 1500 kg zu wenig sind, schickt uns einfach zur Prüfung eine Kopie vom Kfz-Schein und ein Foto vom Typenschild der verbauten Anhängerkupplung. Dies ist an der Quertraverse zu finden.

    Kontakt:
    Auto Technik Bihler
    http://www.atb-tuning.de

  2. Gerald
    8. August 2016 zu 18:21 Antworten

    Danke, dass Du dich dem Thema zugewandt hast. Ja 1,5 t sind allerhand.
    Leider, daß schreibst Du auch, gibt es keine wirklich technische Begründung im Vergleich zum Diesel oder anderen Plug in z.B Passat GTE.