News: Cabrios auf der IAA 2015 – Kein Trend in Sicht

News: Cabrios auf der IAA 2015 – Kein Trend in Sicht

Gerade einmal zweieinhalb Prozent Marktanteil entfielen 2014 auf Cabrios – vor zehn Jahren waren es noch mehr als vier Prozent: Ist es angesichts dieser Zahlen verwunderlich, dass die Hersteller die Lust auf offene Offerten verlieren? Wohl kaum. Wer über die IAA 2015 schlendert, entdeckt sieben neue Cabrios und eine skurrile Studie, das mag auf den ersten Blick recht viel erscheinen. Im Verhältnis ist das allerdings wenig, schließlich muss man bedenken, dass die Messe mit einer dreistelligen Anzahl an Neuheiten lockt.

Werfen wir einen Blick auf die offenen Premieren. Streng betrachtet gibt es keine Segment-Neuheiten. Okay, eine Oberklasse mit Kapuze verkaufte Mercedes zuletzt 1971. Insofern ist das zunächst ausschließlich achtzylindrig anrollende S-Klasse Cabrio schon fast ein wenig spektakulär. Die zu erwartenden Verkäufe indes werden im gleichen Verhältnis mager ausfallen. Immerhin, man bekommt die noble Fuhre ab 120.000 Euro – das ist eine Preisregion, in der auch konventionelle geschlossene Oberklassen mit ein paar Extras schnell landen.

Der Innenraum ist edel ausstaffiert

Der Innenraum ist edel ausstaffiert

Noch seltener zu sehen sein wird der offene V12-Neuzugang aus dem Hause Rolls-Royce. Das auf den Namen Dawn hörende Edel-Cabrio ist in etwa zu vergleichen mit dem New Corniche, von dem vor 13 Jahren das letzte Exemplar die Werkshallen verließ. Die luxuriöse Baureihe hatte es auf kaum mehr als 300 Stück gebracht.
Ob die Citroën-Studie Cactus M Concept jemals kommen wird? Derzeit verneint der Hersteller – schade eigentlich. Der Rest der Cabrio-Neuheiten sind alte Bekannte. Allen voran der völlig neue Spaßroadster Mazda MX-5 und das behutsam weiterentwickelte Golf Cabrio. Auch der offene Smart dürfte inzwischen seinen Fanstatus erreicht haben, so dass man auf ihn auch in neuer Generation nicht verzichten mag.

Dass Highend-Feger wie Ferrari 488 oder Lamborghini Huracan eine offene Variante erhalten würden, war nur eine Frage der Zeit. Solche Autos sind aber häufig nur der winzige Teil umfangreicher Sammlungen reicher Autofans.

Der offene Viersitzer basiert auf dem Coupé

Der offene Viersitzer basiert auf dem Coupé

Ein Trend zu mehr Cabrios ist also derzeit nicht in Sicht. Vielleicht ist es an den Herstellern, ihn umzukehren, würden sie mit mehr interessanten Modellen locken. Immerhin erwartet uns bald das Range Rover Evoque Cabrio, das um ein Haar auch auf der diesjährigen IAA zu sehen gewesen wäre. Ausgefallener kann man kaum offen durch den Sommer brausen. Und vielleicht hat er ja das Zeug, den Cabrio-Markt doch wieder anzukurbeln. Doch es brauchte dazu dringend auch wieder eine breite Front volumenträchtiger Oben-Ohne-Kompaktwagen – Stichwort Astra, Focus, Mégane und Peugeot 308. Doch die Autohersteller spielen lieber auf SUV – und wann dieser Trend vorbei ist, lässt sich nun wirklich noch nicht absehen.

Autor: Patrick Broich/SP-X

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