Der Nissan Pulsar 1.2 DIG-T  im Test

Der Nissan Pulsar 1.2 DIG-T im Test

Der Nissan Pulsar 1.2 DIG-T im Test Bjoern

Testurteil

Karosserie
Fahrkomfort
Motor & Getriebe
Fahrdynamik
Kosten & Umwelt
Emotionen

Summary: Entspannter "Ruhe-Pulsar" mit effizientem Triebwerk und gutem Raumgefühl.

3.5

Viel Raum – auch für ein paar Verbesserungen

Benutzerbewertung: 3.7 (2 Stimmen)

Eigentlich hatte Nissan den Kampf um Marktanteile im Segment der kompakten Steilhecklimousinen schon aufgegeben und positionierte sich Mitte der Nuller-Jahre lieber knapp neben der Mainstream-Spur. Mittlerweile ist der japanische Hersteller aber wieder so weit etabliert, dass auch wieder Zeit und Energie für einen Angriff in der klassischen Kompaktklasse vorhanden ist. Der neue Pulsar trifft in dieser Klasse auf zementierte Machtverhältnisse, die es nun zu knacken gilt. Und mit dem 1.2 Turbo-Vierzylinder bietet Nissan einen interessanten Motor im Pulsar an. Ein Blick unter die Haube wird notwendig!

So viel Platz muss sein!

Test- und Fahrbericht: Nissan Pulsar 1.2T im Test

Optisch wirkt der Pulsar im Vergleich zu den neuen Segments-Schönlingen Mazda 3 oder Seat Leon zwar etwas füllig, dafür bietet die hochbauende und langgezogene Karosserie deutlich mehr Platz als bei den Konkurrenten. Vor allem hinten, wo selbst zwei große Erwachsene ausreichend Raum für Knie und Kopf vorfinden. Nissan spricht sogar von der größten Beinfreiheit im Segment (692 Millimeter). Das glaubt man auch, ohne direkt in den nächsten Mitbewerber einzusteigen. 385 Liter Kofferraumvolumen sind zudem ein guter Wert. Störend ist hier nur die Kante, die sich bildet, sobald man die Rücksitzbank umlegt. Der Pulsar verlässt sich hier zu sehr auf die großen Zahlen nach VDA-Norm, statt in Variabilität zu investieren. So würden nicht nur chronische Alleinfahrer eine in Längsrichtung verschiebbare Rückbank begrüßen. Damit würde man bei Bedarf das Gepäckabteil vergrößern und den Knieraum verkleinern. Dann könnte man sich eventuell auch eine Lösung für den tiefen Laderaum einfallen lassen. Denn die Ladekante ist relativ hoch.

Sitz, Platz, Raum

Praktisch hingegen ist das Cockpit eingerichtet. Schalter und Taster sind sinnvoll geordnet und gut erreichbar, was auch für den Motor-Start-Knopf in der Mittelkonsole gilt, der sich nicht wie sonst üblich, im toten Winkel des Lenkrads versteckt. Auch Materialauswahl und Verarbeitung wissen zu gefallen. Hier hat Nissan einen großen Schritt gemacht. Unterm Strich ein unaufgeregter Innenraum, ja durchaus eher praktisch als schön, damit mehr nüchterner Arbeitsplatz als verspielter Pilotensessel, aber die Zielgruppe dürfte genau das nicht weiter stören.

Wie man bereits bei der ersten Sitzprobe merkt, will der Pulsar kein Dynamiker sein. Stattdessen möchte er den kommoden Gleiter geben, was ihm nicht zuletzt dank seines langen Radstands gut gelingt. Engagierterem Fahren steht die um die Mittellage gefühllose Lenkung entgegen und im Stadtverkehr nervt die fehlende Bereitschaft, nach der Kurvenausfahrt einigermaßen zackig in die Mittellage zurückzukehren. Dafür sind die Sitze erste Klasse. Langen Fahrten nehmen die zusammen mit Experten der NASA entwickelten Vordersitze den Schrecken. Angst vor Rückenschmerzen muss hier niemand haben.

Nissan Pulsar 1.2 DIG-T 15 Test Fahrbericht Herstellerfotos

Brumm, pfeif, zisch

Passend zum entspannten Charakter säuselt der kultivierte 1,2-Liter-Benziner im normalen Alltag einfach leise vor sich hin. Im Innenraum vernimmt man nur ab und an das Pfeifen des Turbos. 85 kW/115 PS und 190 Nm Drehmoment packt der Vierzylinder bei Bedarf aus, allerdings nur, wenn man fleißig im manuellen Getriebe rührt. Der kleine Motor ist in dem großen Auto kein Temperamentsbolzen und kann sich in den Gängen vier bis sechs kaum noch aus der Umklammerung der langen Übersetzung befreien. Das wird dann allerdings mit einem guten Ergebnis an der Tankstelle belohnt.

Effizienz:

Der Pulsar macht das „Sparen“ leicht. Im Alltag sind 5.3 Liter eher die Norm denn die Ausnahme.
Wer sich richtig ran hält, der drückt den Verbrauch auf 4.8 Liter je 100 km.
Vollgas-Attacken auf der Autobahn pariert der 1.2 Turbo mit erträglichen 7.8 Litern.

Der Alltag

Auf der Haben-Seite stehen ganz klar die Platzverhältnisse und die gelungene Haptik im Innenraum. Der Pulsar spielt den unaufgeregten Mobilitätspartner und sein kleiner Turbo-Benziner passt gut zu diesem Charakter. Das leichte Turbofauchen gefällt, die lange Getriebeübersetzung ist jedoch hinderlich beim täglichen Sprint.

Beim Multimedia-Display könnte man ein bis zwei Zoll oben drauf legen, dafür gefällt dann wiederum das Multifunktions-Display im Cockpit. Zudem passen die Ausstattungsmöglichkeiten. Hier bietet der Pulsar ein breites Angebot an Sicherheits- und Assistenzsystemen. Dazu gehört auch der City-Notbremsassistent.

Wer sich mit dem Pulsar, animiert vom tollen Sitzplatz hinter dem Lenkrad, in die Kurven-Action wirft, der wird jedoch vom eher weichen Fahrwerk früh eingebremst. Wie gesagt, hier bevorzugt man eben die weniger hektische Nummer.

Fazit:

Viel Raum – auch für ein paar Verbesserungen

Wer auf ein luftiges Raumgefühl steht, findet viele Argumente für den Kauf des neuen Pulsar. Ansonsten bietet der kompakte Nissan eher pragmatischen Durchschnitt – ausgerechnet in einer Klasse mit derart starker Konkurrenz. Trotzdem hat er seine Berechtigung, zumindest als strategisches Modell für die Händler der Marke. Der Pulsar wird die Kunden anlocken, die der modische SUV erst einmal nicht anspricht.

Und am Ende zieht es den Kunden dann vermutlich doch zum Nissan Qashqai.

 

 

Motor und Getriebe

+

Nissan Pulsar

1.2 DIG-T 6-Gang manuell

Bauart 4-Zyl Reihenmotor, Turbo, Direkteinspritzer
Hubraum 1.197 ccm³
Leistung 115 PS / 4.500 U/min
Kraft 190 Nm / 2.000 U/min
Getriebe 6-Gang manuell
Antriebsachse Vorderachse

Abmessungen und Fahrleistungen

+
Länge, Breite, Höhe 4.387 / 1.768/ 1.522
Radstand 2.700
Leergewicht 1.290
 Wendekreis 11.3 m
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 10,7 sec
Normverbrauch 5.0 l/100 km

Kosten

+
Basispreis 20.580€
Testwagenpreis
Versicherung
KFZ-Steuer  –
Rabatt-Chance hoch
Wiederverkaufswert mittel

KFZ-Versicherungsrechner

 

Die Fotos sind Nissan Presse-Bilder.

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Ein Kommentar

  1. News: Nissan Juke-R 2.0 – Mini-SUV mit Maxi-Leistung › Mein Auto Blog
    26. Juni 2015 zu 10:35

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