Politiker-Dienstwagen – DUH-Ranking erstmals ohne Diesel-Limousinen

Politiker-Dienstwagen – DUH-Ranking erstmals ohne Diesel-Limousinen

Der Diesel-Pkw ist kein Kandidat für das Siegerpodest. So jedenfalls sieht es die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Nach den Abgasmanipulationen an Diesel-Pkw sieht der Verein beim Selbstzünder das Vertrauen gestört und hat im diesjährigen und mittlerweile zehnten Dienstwagen-Check deutscher Spitzenpolitiker sämtliche Diesel-Limousinen zwar aufgelistet, aber von der Bewertung mit „grünen Karten“ ausgenommen. Grün hat die DUH bisher für Fahrzeuge vergeben, deren CO2-Ausstoß unter 130 Gramm/km liegt, in diesem Jahr wurde auf dem Weg zum Reduktionsziel von 95 Gramm in 2020 die grüne Latte bereits bei 124 Gramm gelegt.

Da Spitzenpolitiker Vielfahrer sind, ist auch der Diesel traditionell bei weitem der beliebteste Antrieb. So konnten von den 231 befragten Politikern lediglich acht eine grüne Karte einfahren, allesamt Benzin-Hybrid-Pkw mit weniger als 124 Gramm CO2/km, die alle auf Landesebene genutzt werden.

DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch sieht dennoch positive Zeichen: Beziehe man die genutzten Diesel-Pkw mit ein, gebe es keine negativen Ausschläge mehr. Vom Bundeskabinett fährt Bildungsministerin Johanna Wanka mit 132 g CO2/km den sparsamsten Dienstwagen (BMW 730 Ld xDrive). Am anderen Ende mit 159 g/CO2 befinden sich Barbara Hendricks, Heiko Maas und Manuela Schwesig (alle Audi A8 3.0 TDI quattro).

Bei den Regierungschefs der Länder steht Bremen mit Carsten Sieling und 102 g CO2/km (Mercedes E220d) auf Platz eins, in Nordrhein-Westfalen ist Hannelore Kraft mit 268 Gramm am andere Ende dabei. Und Horst Seehofer hat die Auskunft verweigert.

Beim Ranking nach Parteien nehmen die Spitzenpolitiker der Grünen erwartungsgemäß den ersten Platz ein (124 Gramm) und liegen damit sogar unter dem Durchschnittsverbrauch der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland. Es folgen Die Linke (138), SPD (147) und CDU (155) vor der CSU (162). (Klaus Lockschen/SP-X)