Renault Scénic – Ein Van kommt selten allein

Renault Scénic – Ein Van kommt selten allein

Kinder wie die Zeit vergeht: Vor 20 Jahren kam der erste Renault Scénic auf den Markt, damals noch mit dem Zusatz Mégane. Mit ihm brachten die Franzosen frischen und besonders familienfreundlichen Wind in die Kompaktklasse und erfanden den Kompaktvan. Erhöhte Sitzposition, verschiebbare und ausbaubare Einzelsitze im Fond und pfiffige Ideen rund ums Verstauen von Gepäck und Kleinteilen machten ihn zu einem Bestseller. Die Kinder, die damals auf den Rücksitzen der ersten Generation Platz genommen haben, sind mittlerweile Zielgruppe für die vierte Auflage, die seit Mitte Oktober zu Preisen von mindestens 19.990 Euro bei den Händlern steht.

Gegenüber dem direkten Vorgänger ist der Neue nur leicht gewachsen

Gegenüber dem direkten Vorgänger ist der Neue nur leicht gewachsen

Mit 4,41 Metern von Stoßstange zu Stoßstange hat der Scénic des Jahres 2016 um vier Zentimeter in der Länge im Vergleich zum unmittelbaren Vorgänger zugelegt. Dazu hat er noch in der Breite (plus 2,1 Zentimeter auf 1,87 Meter) sowie beim Radstand (plus 3,2 Zentimeter auf 2,73 Meter) zugelegt. Dazu gibt es noch ein deutlicheres Mehr an Design. Der Neue geht auf den ersten Blick als kleiner Bruder des großen Van Espace durch; wählt man noch die Zweifarben-Lackierung sieht er in Verbindung mit den serienmäßigen (!) 20-Zoll-Felgen richtig gut aus. Der Wandel vom eher biederen klassischen Van-Design zum angesagten Crossover-Formen hat aber auch Nachteile. So kommen lang gewachsene Fondpassagiere dem Dachhimmel dank der niedrigeren Dachhöhe (minus 2 Zentimeter auf 1, 65 Meter) nahe. Tummelplatz für die zweite Reihe dürften aber wie eh und je die lieben Kleinen sein. Und die können dank Klapptischen an den Rücksitzlehnen von Fahrer und Beifahrer, vielen Staufächern und je nach Ausstattungslinie mit der weit nach hinten verschiebbare Mittelkonsole sowie und Multimedia-Anschlüssen das Unterwegsein kindgerecht genießen. Anders als früher gibt es aber keine Einzelsitze mehr. Die Rückbank ist im Verhältnis 1/3 zu 2/3 geteilt. Die Komponenten lassen sich aber noch in Längsrichtung um 16 Zentimeter zugunsten von mehr Knie- oder Stauraum verschieben. Das Gepäckraumvolumen variiert zwischen 505 und 1.554 Litern. Das sind knapp 40 Liter mehr als beim Vorgänger. Wobei das Umlegen der Rücksitzlehnen einfach per Hebelzug aus dem Kofferraum oder wie beim Espace über das Multimediasystem erfolgen kann. Es entsteht ein ebener Kofferraumboden. Legt man noch die Rückenlehne des Beifahrersitzes um, lassen sich Gegenstände bis zu einer Länge von 2,61 Metern laden.

Für Unterhaltung ist gesorgt

Für Unterhaltung ist gesorgt

Der Arbeitsplatz des Fahrers wird von dem großen Touchscreen dominiert. Dieser ist das Bedienfeld für das Multimediasystem R-Link 2. Mit ihm lassen sich Navigation, Telefon, Fahrerassistenten, Komfortfunktionen sowie die Fahrmodi wie Sport oder Eco ansteuern und bedienen. Zu den angebotenen Helfern zählen unter anderem Verkehrszeichenerkennung, Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Müdigkeitswarner oder Fernlichtassistent. Außerdem ist nun ein Head-up-Display erhältlich.

Zunächst stehen für den Scénic zwei Turbobenziner (mit 85 kW/115 PS und 97 kW/132 PS) und drei Diesel mit 81 kW/110 PS, 96 kW/130 PS und 118 kW/160 PS zur Wahl. Ende des Jahres folgt noch ein Dieselhybrid in Verbindung mit dem kleinen Selbstzünder. Der Verbrauch soll um rund einen halben Liter sinken, so dass Werte um 3,4 Liter für die Wegstrecke von 100 Kilometern erfahren werden sollen. Durch die Kombination mit einem 10 kW/13 PS-starken E-Motor dürfte sich der Preis für den 110-PS-Diesel aber um mindestens 1.000 Euro erhöhen. Die meisten Privatkunden dürften sich für den 132 PS starken Turbo (ab 25.090 Euro) entscheiden. Der ist spritzig genug, um auch bei Autobahnfahrten locker im Verkehrsfluss mitschwimmen zu können. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 5,8 Litern gibt er sich aber recht sparsam. Wer es etwas ruhiger angehen lassen möchte, ist auch mit dem kleinen Diesel (ab 24.990 Euro) gut bedient. Ganz im Sinne, dass ein Familienvan kein Sportwagen sein muss, eignet sich das Aggregat für entspannte Fahrweise. Der Diesel braucht zwar ein wenig um aus dem unteren Drehzahlband herauszukommen, einmal auf Touren gebracht, sorgt er für Gelassenheit.

Der Scénic bietet viel Platz für Ladung

Der Scénic bietet viel Platz für Ladung

Übrigens: Neben dem Scénic bietet Renault auch wieder die verlängerte Version des Vans an. Der um 23 Zentimeter längere und 1.300 Euro teurere Grand Scénic wird auf Wunsch auch als Siebensitzer angeboten (Aufpreis: 800 Euro). Damit dürften die Eltern von damals nun ein passendes Fahrzeug für den Enkeltransport finden. (Elfriede Munsch/SP-X)