Erste Fahrt: Der neue Škoda Fabia

Erste Fahrt: Der neue Škoda Fabia

Es sind die jüngsten Modelle, die aus dem tschechischen Automobil-Hersteller eine echte Volumen-Marke werden lassen. Der erfolgreichste Importeur in Deutschland? Nun, wer die VW-Tochter allen Ernstes als Importeur wahrnehmen will, der muss dies wohl so sehen. Doch ganz egal, wo die Automobil-Hersteller in der EU zuhause sind, C- und B-Segment sind eigentlich „Volkswagen-Land“. VW Polo (B-Segment) und VW Golf (C-Segment) bestimmen die Marschrichtung. Umso erstaunlicher, wie viel Erfolg man der Konzern-Tochter erlaubt. Der neue Octavia? Nie war er näher an den VW-Produkten. Aber er war immer auch ein wenig größer. Beim neuen Fabia ist es anders, der ist genau in der „VW Polo-Klasse“ zu Hause.

Erste Fahrt im neuen Škoda Fabia

Der bessere Wagen für das Volk?

Sinnliche Klarheit nennen die einen ihre Design-Sprache, andere stehen für klare Linien, deutliche Kanten und große Flächen. Als zeitlos und modern würde ich die Formensprache der Tschechen beschreiben, aber immer auch ganz klar mit der Anleihe in Wolfsburg. Experimente sollen die anderen Hersteller machen. Der neue Fabia ist ein Spießgeselle, was das angeht. Dass man das Logo ein wenig größer gemacht hat und jetzt eine Art Blechnase in den Kühlergrill wächst, dürfte man als das maximale Wagnis im Design der aktuellen Skodas verstehen. Der Rest besticht durch Einfachheit. Ein Bauhaus-Stil auf Rädern.

skoda fabia 07testfahrt 2015

Ruheraum

Ein wenig merkwürdig ist es schon, aber der neue Fabia steht nicht auf der aktuellen MQB-Plattform des Konzerns, zumindest nicht vollständig. Vermutlich war es für den Fabia einfach noch nicht an der Zeit und so ein wenig Gewinn sollen ja auch die attraktiver eingepreisten Škodas noch abwerfen. Also wurde ein Misch aus bewährten Bauteilen und MQB-Baugruppen umgesetzt. Das Ergebnis ist trotzdem extrem gut!

Der neue Fabia dürfte in seiner Klasse (mit dem VW Polo) die Benchmark im Bereich Fahrgeräusche und Störgeräusche einnehmen. Der Abrollkomfort ist immens gut und irgendwie schon eine Fahrzeugklasse höher einzusortieren. Die elektrische Servolenkung lässt die Straße spüren, das Fahrwerk wurde fein ausbalanciert und der Fabia, dieser „billige“ Stadtwagen, ledert alle Wünsche nach einem noch wertigeren Fahrzeug für die Ausfahrt rund um Lissabon ab.

Sieben Motoren bietet Škoda für den neuen Fabia an, darunter einen Basis-Dreizylinder mit 1.0 Liter Hubraum und 60 und 75 PS, einen 1.2 Liter Vierzylinder mit Turboaufladung in zwei Leistungsstufen (90 und 110 PS) und drei Dieselmotoren von 75 bis 105 PS. Wer sich für den kleinen Dreizylinder entscheidet, der bekommt zudem einen Kleinwagen mit einem Leergewicht von 980 Kilogramm.

Für die ersten Testfahrten haben mich zwei Motoren interessiert. Der „so gut wie“ Basis-Benziner mit 75 PS, denn trotz eines Rekord-Leergewicht unter 1.000 Kilogramm ist das schon eine sehr besinnliche Motorisierung. Motor Nummer zwei ist der vermutlich am meisten verkaufte Motor für den neuen Fabia, der 1.2 Liter Turbo mit 90 PS. 

Škoda Fabia 1.2 TSI (90 PS) – Style

Erschreckend, wie gut sich der Fabia mit dem 90 PS Turbomotor fährt. Ein Turboloch? Nicht vorhanden. Der 160 Nm starke Vierzylinder drückt ab kurz oberhalb der Leerlaufdrehzahl an und lässt den Fabia behände über die Straße wuseln. Mehr Leistung? Der Wunsch kommt auf den tempolimitierten Autobahnen Portugals nicht auf.  Ab 1.400 bis 3.500 Umdrehungen stehen die 160 Nm vollständig zur Verfügung. Mit den 90 PS wird der Fabia nicht zur Asphaltfräse, aber zum souveränen Kleinwagen.

Dabei wirkt das gesamte Paket  „Fahrerlebnis“ im Fabia so wunderbar erwachsen. Er dröhnt nicht, er rappelt nicht, er scheppert nicht. Er rollt einfach souverän über die Straße und vermittelt ein großartiges Gefühl von Ruhe und Geborgenheit. Dass man im Polo-Segment zu diesem Preis derart komfortabel reisen kann, dürfte als Die Überraschung des Auto-Jahres 2014 zu notieren sein!

Der Innenraum überzeugt mit cleveren Details, dazu weiter unten dann mehr. Für € 16.920 bietet der 90 PS Fabia in der Style-Ausstattung leider nur ein 5-Gang Getriebe, das 6-Gang Getriebe (auch manuell) bleibt dem 110 PS Motor vorbehalten (so wie die 7-Gang DSG-Box für den 90 PS TDI und den 110 PS Benziner reserviert sind), aber dafür bietet die Style-Version eine umfangreiche Ausstattung.

Dazu gehören Sicherheits-Ausstattungen wie das Frontradar mit Notbrems-Funktion, aber auch das Radiosystem mit SD-Slot und Bluetooth, die 15-Zoll Leichtmetallräder und ein Licht-Assistent.

Škoda Fabia 1.0 MPI (75PS) – Style

Während der 90 PS Fabia mit einem Turbolader aus 1.2 Liter Hubraum immerhin 160 Nm klöppelt, muss der nur 1.0 Liter kleine Basis-Motor nicht nur auf einen Zylinder verzichten, sondern auch auf die leistungsfördernde Hilfe der Luftpumpe. Und so bleiben 95 Nm übrig, die als Kraft aus dem 999 cm³ großen Dreizylinder-Benziner gezapft werden können. Ob 60 oder 75 PS stark, macht dabei keinen Unterschied. Der 60 PS Motor hört im Prinzip nur früher auf (6.000 U/min), während der 75 PS Motor bis 6.200 Umdrehungen dreht.

Während der 90 PS Motor für ein zufriedenes Grinsen im Gesicht des Fahrers sorgt, müht sich der 75 PS Benziner bei der ersten Tour rund um Lissabon freudlos, dafür umso grummeliger im Sound. So richtig Sinn macht diese leistungsbezogene Selbstkasteiung nicht. Noch beim Gondeln durch die Stadt scheut man sich vor den Schnellstraßen innerhalb einer großen Metropole und am Berg hört der Spaß dann endgültig auf. Natürlich wird das Fahrwerk durch den saftlosen Motor nicht schlechter und auch das Leergewicht von 980 Kilogramm ist im Hinterkopf präsent und wird als „genial“ empfunden. Und auch wenn die Laufruhe des Drei-Töppers gut ist, es kommt einfach zu wenig dabei herum.

Man muss den kleinen Motor ganz schön ausquetschen, damit man auf Landstraßen in den Spaß-Bereich kommt. Denn auch der kleinste Motor hat ein sehr gut abgestimmtes Fahrwerk bekommen. Selbst Wechselkurven und abrupte Lastwechsel lassen den Fabia behände und stabil wirken. Großes Lob hierfür!

Clever ist, wer cleveres bietet

Moderne Motoren, abgespecktes Leergewicht, beeindruckendes Geräuschverhalten und dazu eine Armada an cleveren oder praktischen Ideen. Abgerundet wird das Paket an Gadgets durch die konsequente Einbindung des Smartphones.

Mirror-Link bietet die nahtlose Integration des Smartphones in das Infotainment-System im Auto. Per USB-Kabel angedockt, landet das Handy in der Ablage. Die zum Autofahren sinnvollsten Apps werden dann per Touchscreen im Armaturenbrett bedient. Das sind aktuell Apps zur Navigation, für Hörbücher oder zur Parkplatzsuche. Man spürt bei der Nutzung des Systems durchaus, in welch frühem Stadium die Technik ist, aber zum ersten Mal (okay, nach dem VW Polo) bietet ein Hersteller ein Multimedia-Connectivity-System an, das den Smartphone-Herstellern und App-Anbietern voraus ist und nicht andersherum. Dass sich das „Mirror-Link“ System durchsetzen wird, auch wenn es Stand heute nur zwei Handys gibt, die unterstützt werden, sehe ich als gegeben an.  Die Zeiten von speziellen Apps, um das eigene Auto an das Handy zu koppeln, die Zeiten von doppelten Inhalten und zu synchronisierenden Endgeräten ist mit Mirror-Link endgültig vorbei.

Neben dem modernsten Infotainment-Paket am Markt bietet der neue Fabia zudem die erwarteten cleveren Detail-Lösungen: Den bald schon legendären Eis-Kratzer in der Tankklappe, die kleinen Netze an den Seiten der Vordersitze oder den Müll-Eimer für die Tür-Ablage.

Bleibt das Fazit:

„Volks-Wagen“

Nein, billig sind die Tschechen nicht mehr. Jetzt sind sie attraktiv. Attraktiv im Preis. Attraktiv beim Design. Einfach attraktiv. Haben das modernste Infotainment-Paket im Segment, moderne Motoren und bieten zudem ein überzeugendes Fahrgefühl.

Der neue Fabia fängt bei € 11.790 an und steht ab dem 15. November beim Škoda-Händler.

Damit ist der neue Škoda Fabia der „bessere Volkswagen“.

 

Škoda Fabia 1.2 TSI (90 PS) – Style

Verkaufsstart:  ab dem 15.November beim Händler
Basispreis:  16.920 €
Motorleistung:  1.197 ccm³
Antrieb und Getriebe:  manuelles 5-Gang Getriebe
Beschleunigung:  10,9 Sekunden von 0-100 km/h
Normverbrauch:  4,7 Liter auf 100 km
Höchstgeschwindigkeit:  182 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  3.992, 1.732, 1.467, 2.470 mm

What would the Blogger order??

Ganz klar den 1.2 Liter TSI mit 90 PS. Allerdings würde mir die Ambition-Ausstattung ausreichen. Auch die peppigen Zweifarb-Lackierungen könnte ich ignorieren, dafür aber auf jeden Fall das Mirror-Link-System hinzubestellen.

Dreizylinder mit und ohne Turbo

Bei Verbrauch und Emissionen des neuen ŠKODA Fabia konnten die Entwickler deutliche Fortschritte
erzielen. Ergebnis: Der Kraftstoffverbrauch reduziert sich auf bis zu 3,1 l/100 km und die CO2-Emissionen
auf nur 82 g/km beim ŠKODA Fabia GreenLine (in 2015). Die beeindruckenden Verbesserungen sind das
Ergebnis einer komplett neu entwickelten Generation von Benzin- und Dieselmotoren sowie radikaler
Gewichtsreduzierung auf 980 Kilogramm in der Spitze und verbesserter Aerodynamik.
Insgesamt sind für den Fabia vier Benzinmotoren und drei Dieselaggregate im Angebot. Alle Motoren erfüllen
die EU-6-Abgasnorm und verfügen über Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung
(Rekuperation). Das Benziner-Leistungsspektrum reicht von 44 kW (60 PS)* bis 81 kW (110 PS)*. Die neue
Dreizylinder-Dieselpalette bietet 55 kW (75 PS)* bis 77 kW (105 PS)*. Das 55-kW-Aggregat ist im Fabia
GreenLine ab 2015 erhältlich.

Wie die anderen den neuen Škoda Fabia erlebten:

  1. Autophorie
  2. Autoaid

Galerien:

 

Fotos im Artikel: Škoda / Titelbild: Škoda
Alle Fotos: Mercedes-Benz

leser-hinweis
Wenn es für den Škoda Fabia in 1:1 noch nicht reicht, dann eventuell für das passende Modellauto?

Der Škoda Fabia als 1:43 Modell Modell Car World präsentiert:
foto skoda fabia modellauto

Škoda Fabia II (2006)

Maßstab: 1:43 – Metall / Kunststoff – Fertigmodell
Abrex – Nr. 140909

Zum Webshop von Modell Car World

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2 Kommentare

  1. Test: Der Škoda Fabia mit 90 PS TDI › Mein Auto Blog
    12. Mai 2015 zu 20:18 Antworten

    […] ist es umso erstaunlicher, dass man der Konzern-Tochter einen derartigen Erfolg erlaubt. Der neue Škoda Fabia ist das erste Modell, das dem VW Polo in nichts mehr nachsteht. Es war also an der Zeit, den Fabia […]

  2. Genf 2015: Sportlicher Auftritt des Skoda Fabia › Mein Auto Blog
    23. Februar 2015 zu 16:00 Antworten

    […] gehaltenen Interieur gibt es unter anderem ein Drei-Speichen-Sportlederlenkrad und Sportsitze. Den Skoda Fabia Monte Carlo wird es als Kurzheck und als Kombi […]