Toyota Proace – Personen oder Pakete – Hauptsache Platz

Toyota Proace – Personen oder Pakete – Hauptsache Platz

Toyota schafft sich Raum. Wenn die Japaner jetzt den neuen Proace an den Start bringen, locken sie Firmenfahrer und Familienväter. Das Multitalent kommt zu Nettopreisen ab 20.900 Euro nicht nur als Kastenwagen oder Kombi für Handel, Handwerk und Gewerbe. Als Proace Verso für mindestens 35.300 Euro brutto buhlt er auch um Familien mit erhöhtem Platzbedarf und präsentiert sich als großer Van für Shuttle-Dienste und für VIP-Flotten.

Egal ob für Personen oder Pakete – immer hat man die Wahl zwischen zwei Radständen von 2,93 und 3,28 Metern und drei Fahrzeuglängen. Der kurze Proace misst 4,61 Meter, die mittlere Variante kommt auf 4,96 Meter und die XL-Version haben die Japaner auf 5,31 Meter gestreckt. Für Lademeister bietet der Kastenwagen damit zwischen 4,6 und 6,6 Kubikmeter Stauraum und Pkw-Kunden fühlen sich bei bis zu neun Sitzen beinahe als Busfahrer.

Anders als im Bus ist die Sitzlandschaft allerdings sehr viel variabler. Schon in den eher bodenständigen Varianten mit sechs Plätzen im Fond, kann man die asymmetrisch geteilten Dreierbänke einzeln verschieben, die Lehnen individuell verstellen oder flachlegen und die Sitze bei Bedarf auch ganz ausbauen. Und wer die vornehme VIP-Variante wählt, bekommt fünf Einzelsitze und einen Klapptisch, die man bis hin zur Konferenzbestuhlung fast frei im Fond verteilen kann. Auch unter der Haube bietet Toyota mehrere Alternativen. Es gibt zwei Diesel mit 1,6 oder 2,0 Litern Hubraum in jeweils zwei Leistungsstufen mit 70 kW/95 PS oder 85 kW/116 PS und 110 kW/150 PS oder 130 kW/177 PS. Was die Japaner allerdings nicht zu bieten haben, ist ein Allradantrieb.

Während die gewerbliche Variante gewohnt frugal und funktional daherkommt, hat sich Toyota für den Verso ordentlich ins Zeug gelegt. Es gibt deshalb neben jeder Menge Zierrat auch ungewöhnliche viele Extras. Das Safety-Sense-System mit der vorausschauenden Kamera zur Abstandskontrolle und Spurhaltung, Schiebtüren, die sich mit Gestensteuerung öffnen lassen oder ein Head-Up-Display zum Beispiel.

Mindestens genauso wichtig sind aber die vielen praktischen Details, die das Leben an Bord leichter machen sollen. Allein die Türen haben mehr Staufächer als mancher Einbauschrank. Weil die große Heckklappe in engen Parkplätzen bisweilen stört, kann man die hintere Scheibe auch separat öffnen. Es gibt im Fond wie im Flugzeug Klapptische an den Rücklehnen der Vordersitze. Und damit man auch die Lümmel in der letzten Bank im Blick hat, prangt vor dem Rückspiegel noch ein zweiter Innenspiegel.

Beim Fahren allerdings kann auch der vornehmste Verso seine Herkunft aus der Arbeiterklasse nicht verhehlen. Sein Diesel knurrt deshalb ein bisschen lauter als in einem zivilen Van oder einem Geländewagen, der Wind rauscht etwas wilder um die Karosserie und das Fahrwerk federt nicht ganz so feinfühlig. Selbst das 150 PS-Triebwerk mit seinen 370 Nm hat seine liebe Mühe mit dem großen Brocken.