VW Golf 7 – Ein bisschen neu

VW Golf 7 – Ein bisschen neu

Zeitloses Design, mit feinen Strichen geschärft. So fasst VW die optischen Maßnahmen im Zuge der Golf-Auffrischung zusammen. Aber ehrlich: Um die feinen Striche zu erkennen, muss man schon zwei Mal hinschauen. Ganz sanft wurden die Stoßfänger überarbeitet, hinten gibt es immer LED-Rückleuchten, vorne kommen statt Xenon-Scheinwerfen jetzt Voll-LED-Leuchten zum Einsatz – aber nicht serienmäßig. Der Basis-Golf fährt immer noch mit herkömmlichen Halogenlichtern vor. Zu welchem Preis – wahrscheinlich weiterhin für knapp unter 18.000 Euro – und wann exakt im kommenden Jahr die neueste Ausgabe beim Händler steht, lässt VW allerdings noch offen.

Zeitloses Design, mit feinen Strichen geschärft. So fasst VW die optischen Maßnahmen im Zuge der Golf-Auffrischung zusammen

Zeitloses Design, mit feinen Strichen geschärft. So fasst VW die optischen Maßnahmen im Zuge der Golf-Auffrischung zusammen

Dass sich der Golf nach dem Facelift – oder Update, wie es Volkswagen treffender nennt – optisch nahezu unverändert präsentiert, dürfte mehrere Gründe haben. Die Wolfsburger sprechen von einem „vertrauten Gesicht“, dem in Zeiten schwindenden Vertrauens in die Marke sicher große Bedeutung zukommt. Jetzt bloß keine Experimente! Aber natürlich kosten große Veränderungen auch großes Geld, und damit muss man in Wolfsburg in diesen Tagen ebenfalls sparsam umgehen. Grundlegend Neues dürfen wir also erst beim Golf 8 erwarten, und der lässt noch gut zwei Jahre auf sich warten.

Unter anderem glänzt der aktualisierte Kompakte mit einem digitalem Kombiinstrument

Unter anderem glänzt der aktualisierte Kompakte mit einem digitalem Kombiinstrument

Bis dahin müssen technische Neuheiten den Golf attraktiv halten. Unter anderem glänzt der aktualisierte Kompakte mit einem digitalem Kombiinstrument, dessen Anzeigen sich an die Wünsche des Fahrers anpassen lassen. Ebenfalls neu: Das Top-Infotainmentsystem Discover Pro mit Gestensteuerung. Der nun 9,2 statt acht Zoll große Bildschirm kommt mit höherer Auflösung, außerdem ist die gesamte Front jetzt unter Glas – herkömmliche Tasten und Regler gibt es nicht mehr. Gesteuert wird über den Touchscreen, mit sogenannten kapazitiven Drückfeldern am linken Rand, per Sprache oder eben per Handgeste: Durch eine Wischbewegung vor dem Bildschirm kann in verschiedenen Menüs geblättert werden.

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Die Wedeltechnik beherrscht nur das High-End-Gerät, aber auch die günstigeren Varianten wurden aufgebohrt und kommen zukünftig allesamt mit größeren Displays. Mit den neuen Infotainment-Systemen zieht auch eine verbesserte Smartphone-Anbindung ein, über die unter anderem ein Navigationsziel vom Handy ins Auto übertragen werden kann. Und es gibt neue Online-Services, wie etwa die Tankstellen- oder Ladestationssuche, das Merken der Parkposition oder eine Diebstahlwarnanlage, die den Fahrer über einen Einbruchversuch per Push-Nachricht informiert. Ebenfalls Pflicht bei einem Update: Neue Assistenzsysteme. Der Golf 7 bekommt eine City-Notbremsfunktion, einen Anhängerrangierassistenten und einen Stauassistent, der erstmals teilautonomes Fahren erlaubt. Er soll im Stopp-and-Go-Verkehr bis 60 km/h den Fahrer entlasten, indem der Wagen selber Gas gibt, bremst und lenkt. Auch das automatische Ein- und Ausparken wurde erweitert: Zusätzlich zum rückwärtigen Einparken in Quer- und Längslücken kann der Golf fortan auch vorwärts in Querlücken lenken.

Innen gibt es neue Technik

Innen gibt es neue Technik

Neben all den Neuheiten bei Infotainment- und Assistenzsystemen hat VW auch, ganz klassisch, die Motoreningenieure bemüht, die die TSI-Motorenfamilie EA211 weiterentwickelt haben. Im Golf feiert nun der erste Spross seine Premiere, der – man höre und staune – Schluss macht mit dem Downsizing. Der neue 1.5 TSI Evo hat, wie der Name vermuten lässt, anderthalb Liter Hubraum und ersetzt mit 110 kW/150 PS den bisherigen 1.4er. Der Normverbrauch sinkt um ein paar Nachkommastellen auf 4,9 Liter je 100 Kilometer. In Arbeit ist außerdem eine 96 kW/130 PS starke BlueMotion-Variante, die unter anderem dank eines neuen Brennverfahrens, eines Turboladers mit variabler Turbinengeometrie und einer Segelfunktion nur noch 4,6 Liter im (noch gültigen) europäischen Zyklus konsumieren soll. In der Praxis aber verspricht VW sogar einen Minderverbrauch von bis zu einem Liter gegenüber dem Vorgänger-Triebwerk.

Der nun 9,2 statt acht Zoll große Bildschirm kommt mit höherer Auflösung, außerdem ist die gesamte Front jetzt unter Glas

Der nun 9,2 statt acht Zoll große Bildschirm kommt mit höherer Auflösung, außerdem ist die gesamte Front jetzt unter Glas

Neu ist auch das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das im Golf nach und nach die 6-Gang-Variante ersetzen soll. Und es gibt ein Schmankerl für alle GTI-Fans: Ihm wurde im Zuge des Updates ein Leistungsplus spendiert, von immerhin 7 kW/10 PS. Der Standard-GTI kommt damit auf 169 kW/230 PS, die Performance-Version erstarkt auf 180 kW/245 PS. Über weitere Motoren hat VW noch nicht viele Worte verloren, allerdings dürfte sich das Angebot, bis der 1.5er im größeren Stil Einzug hält, zunächst nicht groß verändern. Das heißt: Die Benziner werden zwischen 85 kW/115 PS und 132 kW/180 PS leisten, die Diesel reichen von 66 kW/90 PS bis 135 kW/184 PS. Dazu kommt der Plug-in-Hybrid GTE mit rund 50 Kilometern elektrischer Reichweite – und der E-Golf: Der leistet nach dem Update nun 100 kW/136 PS und, das ist viel wichtiger, kommt zukünftig rund 300 Kilometer weit. Rund 100 Kilometer mehr als bisher. (Michael Gebhardt/SP-X)