News: DS 3 Cabrio BlueHDi 100 – Vive la Elégance

News: DS 3 Cabrio BlueHDi 100 – Vive la Elégance

Man sagt den Französinnen eine besonders elegante und graziöse Erscheinung nach. Solche Frauen dürften sich die Designer des DS 3 Cabrios als Traum-Käuferinnen ausgemalt haben. Über die dementsprechend ansprechende Gestaltung des Kleinwagens freuen sich aber auch deutsche Frauen, die Wert auf Individualität beim fahrbaren Untersatz legen. Wie allerdings die grazile Französin mit dem DS 3 Cabrio gewisse Alltagsaufgaben bewältigt, ist nach zwei Wochen Test nicht ganz klar.

Wobei zunächst ein Missverständnis geklärt werden muss: Beim DS 3 Cabrio handelt es sich genau genommen nicht um ein echtes Cabrio, sondern um einen Kleinwagen mit Faltdach, das sich aber auch hinten weit herabsenken lässt. Über dem Kopf ist also der Himmel die Grenze, an den Seiten sind es die Dachholme. Das hat zum Beispiel den Vorteil, dass die Frisur bleibt, wo sie ist – zumindest bis etwa 100 km/h. Bei einer Offenfahrt im richtigen Cabrio wird die sexy Wallemähne üblicherweise schnell zur inakzeptablen Sturmfrisur.

Schnellfahrt ist ja per se nicht das gängige Einsatzgebiet eines offenen Cabrios, im DS 3 muss man aber selbst für ein kurzes Stück Stadtautobahn nicht den Deckel schließen, zumindest, wenn man die „Ganz-Offen“-Stufe gewählt hat, die das Verdeck samt Kunststoff-Heckscheibe hinter den Rücksitzen auffaltet

Schnellfahrt ist ja per se nicht das gängige Einsatzgebiet eines offenen Cabrios, im DS 3 muss man aber selbst für ein kurzes Stück Stadtautobahn nicht den Deckel schließen, zumindest, wenn man die „Ganz-Offen“-Stufe gewählt hat, die das Verdeck samt Kunststoff-Heckscheibe hinter den Rücksitzen auffaltet

Schnellfahrt ist ja per se nicht das gängige Einsatzgebiet eines offenen Cabrios, im DS 3 muss man aber selbst für ein kurzes Stück Stadtautobahn nicht den Deckel schließen, zumindest, wenn man die „Ganz-Offen“-Stufe gewählt hat, die das Verdeck samt Kunststoff-Heckscheibe hinter den Rücksitzen auffaltet. Erst ab 130 km/h wird es wirklich ungemütlich, in der „halb offen“-Stufe, bei der der letzte Teil des Verdecks samt Heckscheibe senkrecht bleibt, ist es aufgrund der Verwirbelungen schon früher laut und zugig.

Aber auch mit geschlossenem Dach zeigte der Kleinwagen im Test eine Souveränität, die man Vertretern seines Segments nicht unbedingt zutraut. Passt auf den ersten Blick zu dem stylischen Stadtflitzer ein spritziger Benziner besser als ein Dieselaggregat, überzeugte der 73 kW/99 PS starke 1,6-Liter-Selbstzünder (BlueHDi 100, 23.940 Euro) nach einigen Testkilometern auf ganzer Linie.

Weniger sportlich, dafür kraftvoll und elastisch tut das Triebwerk seinen Dienst, so dass man auch auf der Autobahn bei schnellerer Gangart (maximal 190 km/h) manierlich mitschwimmen kann. Hier hätte man sich für das gut abgestimmte Fünfgang-Schaltgetriebe einen sechsten Gang gewünscht, eine solche Schaltbox ist aber nur in Verbindung mit dem größten Diesel erhältlich. Der Verbrauch geht trotzdem absolut in Ordnung: Fünf Liter flossen im Schnitt pro 100 km durch die Leitungen, mit durchaus Sparpotenzial nach unten. Der Hersteller gibt den Normverbrauch mit 3,5 Litern an.

Innen ist das DS 3 Cabrio ebenfalls chic eingerichtet

Innen ist das DS 3 Cabrio ebenfalls chic eingerichtet

Um auf den Französinnen-Chic zurückzukommen: Mit seiner ausdrucksstarken Front mit serienmäßigem LED-Tagfahrlicht, den immer abgedunkelten A-, B- und C-Säulen und hinteren Fenstern und dem sehr eigenwillig zur B-Säule hochgezogenen Karosserieblech zählt das Cabrio des DS3 zu den auffälligen und hübschen Exemplaren unter den Kleinwagen.

Innen sorgten bei unserem Testwagen die ab der zweiten Ausstattungslinie „So Chic“ (u.a. mit Klimaanlage) serienmäßigen Dekoreinsätze in schwarzer Klavierlack-Optik für Glanz. Ein Staubtuch sollte Frau von Welt dann allerdings ins Handschuhfach legen, denn gegen die sich gerne auf Kunststoff-Lackflächen absetzenden Staubkörner kann man kaum anwedeln. Dass nicht alles bleibt, was glänzt, zeigten auch erste Gebrauchsspuren an empfindlichen Stellen oder dem (im Übrigen ebenfalls sehr hübsch designten) Klappschlüssel (serienmäßig mit Funkfernbedienung) unseres doch eigentlich noch jungen Testwagens.

Das Kleinwagen-Cabrio mit Diesel bietet einen hervorragenden Kompromiss zwischen Alltagsbegleiter, Mode-Accessoire und sommerlichem Spaßmobil. Einiger Nachteile sollte man sich aber bewusst sein: Beispielsweise haben wir uns gefragt, ob böse (Männer-)Zungen auch in Frankreich behaupten, Frauen könnten nicht einparken. Wir glauben: nein. Im Gegenteil, die Französinnen müssen ganz besonders gute räumliche Vorstellungskraft haben, wie wäre es sonst zu erklären, dass die Konstrukteure ein explizites Frauenauto bauen, das man auch als versierte (deutsche) Einparkerin beim besten Willen nicht überblicken kann? Weil man mit heruntergelassenem Verdeck nach hinten raus überhaupt nichts mehr sieht, sind aber immerhin hintere Parkpiepser immer serienmäßig.

Konstruktionsbedingt ist der – bei Cabrios wie gewohnt beschränkte – Kofferraum (245 Liter) äußerst schwer zugänglich. Ein schmales Kläppchen hebt sich platzsparend nach oben und macht den Blick auf einen schmalen Schlitz frei, in den frau Einkaufstüten, Köfferchen oder eine schmale Kiste Volvic über eine hohe Kante hineinhebelt. Wo wir gerade bei der Kritik sind, muss noch kurz angemerkt werden, dass der Franzose – anders als gerade erneuerte Kleinwagen – bis auf die optionale Freisprecheinrichtung mit USB-Anschluss (300 Euro) keinerlei Verbindungsmöglichkeiten mit dem Smartphone besitzt.

Das alles soll aber nicht davon ablenken, dass der Fünfsitzer eine echte Alternative zu Standard-Kleinwagen ist und mit seinem großen Faltdach in dieser Klasse ein echtes Alleinstellungsmerkmal hat. Mit einem Preis von 23.940 Euro (Basispreis DS 3 Cabrio: 18.440 Euro) dürfte unser Testwagen eher über dem Budget einer üblichen Kleinwagenkäuferin liegen. Aber die modebewusste Frau ist es ja gewohnt, teure Accessoires zu shoppen.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

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