#BDBB: Blogger Day Bilster Berg – Eine Horde Blogger auf der Piste

#BDBB Blogger Day Bilster Berg 2015

Bilster Berg. Wer auch nur ein wenig aufs Auto abfährt, dem glänzen in freudiger Erwartung die Augen. Organisator Jens Stratmann hatte gerufen. Der Berg, der Bilster Berg, rief auch. Am 1. April 2015 sollten 20 Blogger und Petrolheads zusammenkommen und die Strecke des Bilster Berg Drive Resorts entern. Und das war kein April-Scherz.

Eine Schande, dass es so lang dauern musste, bis mein Geschwurbel über den #BDBB online geht. Der Blogger Day Bilster Berg mag schon einige Monate her sein, aber Faszination und Fahrspaß kennen kein Verfallsdatum.

2015 #BDBB Blogger Day Bilster Berg

Per aspera ad astra – Die Anreise

Von Berlin aus machte ich mich mit dem Suzuki Swift Sport auf den Weg nach Bad Driburg – von Ost nach West, mitten durch den damals wütenden Orkan Niklas. Da ich meine Winterreifen auf der Strecke nicht runterraspeln wollte und die Temperaturen ohnehin konstant über 0° lagen, entschloss ich mich, die Räder zu wechseln. Klar, wenn schon auf den Track, dann gefälligst mit Sommerreifen. Doch schon am Nachmittag, als ich mich am 31. März aufmachen wollte, zeigten Niklas’ Vorboten, was uns wettertechnisch erwarten sollte: Regen, Hagel, Schnee.

Noch vor dem autoaid-HQ legte sich eine sanfte Schnee-Schicht über den blauen Lack. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Nach Feierabend ging es ohne Umwege auf die hiesige Autobahn. Das Ziel war klar: Irgendwann zwischen 21:00 und 22:00 Uhr am Zielort einzutreffen. Auf meinem Weg nach Nieheim musste das Navi die Route beständig neu berechnen. Niklas leistete ganze Arbeit. Unfälle, Vollsperrungen, Gegenstände und Fußgänger auf Autobahnen und Bundesstraßen.

Ich fuhr ein gutes Stück Landstraße bis zu meinem Ziel. Kleine, schmale geschlungene Asphaltbänder, die drohten, von den Sturm gebeutelten Baumwipfeln erschlagen zu werden. Hier und da war aufgrund einiger Äste eine Slalom-Einlage nötig und ein beherzter Tritt auf’s Bremspedal rettete den Osterhasen am Straßenrand. Tatsächlich schaffte ich es trotz der Umwege Punkt 22:00 Uhr zum Hotel.

2015 #BDBB Blogger Day Bilster Berg Porsche Cayman 981c GTS

Am nächsten Morgen ging es auf zur Strecke, zum Bilster Berg Drive Resort. Obwohl Christina mit ihrem Cayman GTS und ich mit meinem Swift Sport den kürzesten Weg hatten, stießen wir als letzte zur Blogger-Truppe hinzu. Stilvoller Auftritt und so.

Los geht’s – Endlich auf die Strecke

2015 #BDBB Blogger Day Bilster Berg Drive Resort

Wir lernten während der ersten Besprechung das Bilster-Berg-Team kennen, erhielten Einweisungen bezüglich der Sicherheit und machten uns schließlich auf, die Strecke in einigen Einführungsrunden zu erkunden. Die Bedingungen mögen wettertechnisch nicht optimal gewesen sein, aber der immer nasse Asphalt ließ dennoch viel Raum für Freude am Fahren.

Bereits während der ersten langsamen Runden ließ sich erkennen, dass es der Kurs in sich hat. Die 4,2 Kilometer lange Strecke ist anspruchsvoll, fordert den Fahrer mit Kuppen, Wannen und uneinsehbaren Kurven, Gefällen und Steigungen. Das macht einen Heidenspaß, braucht aber auch seine Zeit und viele Runden, um die Rundstrecke gut kennen zu lernen. Gerade für mich, der nur wenig Rundkurs-Erfahrungen mitbringt, war das anfangs nicht ganz leicht.

2015 #BDBB Blogger Day Bilster Berg Drive Resort

Die Bilster-Berg-Strecke orientiert sich an der Nordschleife. Auch hier wurde das bis zu 13 Meter breite Asphaltband in die Topographie der Umgebung integriert. Die Strecke passt sich der gegebenen Natur an, nicht umgekehrt. Und eben dieser Umstand macht diese Test- und Präsentationsstrecke so aufregend, verlockend und unterhaltsam.

Bilster Berg – Fordernd und uneinsichtig

Nach einer Einführungsphase ging es frei auf die Strecke. Schnell lernte ich einerseits, dass die Einführungsrunden nur bedingt halfen, die mir unbekannte Strecke ausreichend kennen zu lernen. Andererseits erfuhr ich schon in der ersten Runde, wieso die Mausefalle so heißt, wie sie heißt. Schlechtes Lastwechsel-Timing, während das Heck kurz nach der Senke schön leicht wird, und zack! geht das Ding quer – zu quer.

2015 #BDBB Blogger Day Bilster Berg Suzuki Swift Sport

Nun, Physik war noch nie meine Stärke. Das musste sich natürlich rächen. Aber Fehler sind zum Lernen da und so tastete ich mich im Laufe der weiteren Runden Stück für Stück an den Grenzbereich heran. Recht schnell absolvierte ich den Kurs Runde um Runde immer flüssiger und schneller.

Der Suzuki Swift Sport war gut gefordert. Kräftig ausdrehen, heftig zusammenstauchen, wenn am Kurveneingang der Anker geworfen wurde. Besondere Herausforderung ist dabei die etwa 1,8 Kilometer kurze Westschleife. Hier kommt alles zusammen, was Freude, aber auch Gefahrenpotential mit sich bringt.

Die meisten Kurven nicht uneinsehbar, Kuppen und Senken erschweren besonders anfangs die Orientierung. Gerade dieses kürzere Stück der Strecke ist eine Herausforderung. Deutlich schneller und übersichtlicher geht’s auf der längeren Ostschleife zu.

Sonne, Regen, Schnee & Hagel – April-Wetter am Bilster Berg

Nur das liebe Wetter blieb garstig. Zum immer währenden Wechselspiel Regen-Sonne-Regen gesellten sich erst Schnee, später Hagel hinzu. Die nasse Strecke erlaubte natürlich viele schöne Fotos, war jedoch nicht ganz im Sinne der Fahrdynamik.

2015 #BDBB Blogger Day Bilster Berg Lotus Elise S1

Noch ungemütlicher wurde es dank mehrerer kräftiger Hagelschauer. Ich war gerade allein auf der Strecke unterwegs, als das stete Hämmern auf das Swift-Dach den Motor unter Volllast übertönte. Innerhalb weniger Sekunden war der schwarze Asphalt weiß, die Strecke auf Schlag arschglatt.

Aber geil ist das schon. Wann hast Du schon eine spiegelglatte Hagel-Rennpiste für Dich allein? Eben. Gut, Du musst damit leben, dass mit Lenken und Bremsen Essig ist. Mit einiger Gewalt ging das Beschleunigen noch, aber die Bremswege waren jenseits von Gut und Böse, in den Kurven kommt der Frontkratzer immer wieder quer.

2015 #BDBB Blogger Day Bilster Berg Range Rover SDV8

Und dann rutschst Du auf die Mausfalle zu. Während es ohne Traktion ein 26-prozentiges Gefälle abwärts geht, kommt Dir plötzlich in den Sinn, dass nach dem Gefälle eine 21-prozentige Steigung kommt – sofern Du die Mausefalle selbst überlebst. Kurzzeitig hatte ich mich schon mit dem Gedanken angefreundet, in der Falle hängen zu bleiben. Aber die ContiSportContact3 zogen den leichten Swift über Hagel schnell wieder raus.

Der Hagel hält an, nur noch schnell die Ostschleife abspulen und dann ab in die Boxengasse. Aus Angst, mir würde gleich die Frontscheibe in Splittern um die Ohren fliegen, beließ ich es bei 160. Auf Hagel. Kranker Scheiß.

2015 #BDBB Blogger Day Bilster Berg Drive Resort Pit Lane

Unversehrt erreichte ich die Pitlane, alles gut. Am Ende des Tages, es war bereits stockdunkel, war der tapfere Swift Sport wie zu Beginn unbeschädigt. Nur der Grünstreifen in der Mausefalle sah etwas mitgenommen aus. Mein Ego sowieso.

Mein besonderer (und leider verspäteter [Asche auf mein Haupt]) Dank gilt Jens Stratmann und den Jungs und Mädels vom Bilster-Berg-Team, die diesen grandiosen, erlebnisreichen, in meine Hirnrinde eingebrannten Tag ermöglicht haben.

2015 #BDBB Blogger Day Bilster Berg Abschlussfoto

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2015 #BDBB Blogger Day Bilster Berg Abschlussfoto

Text: MvB
Fotos: Alexander Schillack, Tobias Heil, Jens Stratmann, Matthias Lehming, MvB

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2 Kommentare

  1. Erfahrungsbericht: Suzuki Swift Sport | rad-ab.com
    7. April 2016 zu 09:48 Antworten

    […] Beiträge von Mario von Berg zum Blogger Day Bilster Berg gibt es übrigens auf kickaffe.de und im mein-auto-blog.de […]

  2. #BDBB: Suzuki Swift Sport – Ausfahrt auf dem Bilster Berg – Kickaffe – Nachtigall, ick hör' Dir trapsen
    9. März 2016 zu 08:04 Antworten

    […] betreute. Meinen (verspäteten) Beitrag zum Blogger Day Bilster Berg 2015 findet ihr drüber auf mein-auto-blog.de. Weitere Blogger-Stimmen zum #BDBB gibt es […]