Aston Martin – Zwölfender jetzt mit doppeltem Atem

Aston Martin – Zwölfender jetzt mit doppeltem Atem

Aston Martin Koln Engine Plant Photo -® Max Earey (205)

Unsere Redakteurin: Solveig Grewe

Freudig röhrt der Zwölfzylinder auf, als der Druck auf das Gaspedal ihn und die versammelte Kraft von 560 PS und 630 Newtonmeter Drehmoment auf die Hinterräder endlich fordert. Ein Autobahnabschnitt ohne Limit lockt den Aston Martin Rapide S jetzt aus der Reserve. Selbstverständlich im Drive Sport Modus. Der Sauger, intern AM 29 genannt, dreht kraftvoll nach oben, er schiebt die elegante, in dezentes Ultramarin Schwarz gehüllte und über fünf Meter lange viertürige Sportlimousine mühelos und ohne zu Zögern in gerade mal 4,2 Sekunden auf Tempo 100. Mehrere tausend Mal pro Sekunde kommuniziert die Elektronik mit Motor und Automatik, deren acht Gänge sich nahezu unmerklich abwechseln. Nur die Achtung vor den Verkehrsteilnehmern, die die Kraftentfaltung des britischen Gentleman hinter seiner langen Motorhaube und dem typischen Kühlergrill nicht wirklich einschätzen können, verhindert die Einstimmung auf die versprochene Höchstgeschwindigkeit von immerhin 327 km/h. Doch der leistungsstärkste viertürige Aston Martin, der je produziert wurde, kann auch anders, wenn es darum geht, seine Leistung fein zu dosieren.

Solveig Grewe

Die sorgfältig von Hand verarbeiteten Materialien im Innenraum passen perfekt zum Außendesign.

Keine Frage, die in eng anliegenden Ledersitzmöbeln platzierten Fahrgäste genießen die Fahrt über geschwungene Asphaltbänder im Bergischen Land. Ein wenig Wehmut kommt auf, als der Rapide S letztendlich und kraftvoll vor sich hin blubbernd an seinem heutigen Ziel in Köln ankommt.

In einem separaten Teil des Motorenwerks von Ford wird der neue 5,2 Liter Twin Turbo 12 von Aston Martin gebaut. Bereits seit 2004 lassen die Briten hier im Aston Martin Engine Plant ( AMEP) auf einer Fläche von mehr als 12 000 Quadratmetern ihre Acht- und Zwölfzylinder fertigen. Aston Martin und nutzt dazu Flächen und Fertigungskompetenz des einstigen Mutterkonzerns Ford. Aber auch für ein prestigeträchtiges Traditionsunternehmen wie Aston Martin tickt die Uhr nicht mehr nach einem Gangmuster: Umweltschützer und Politik setzen Grenzwerte und neue Normen, mit denen klassische Saugmotoren inzwischen kaum mehr mitkommen. Moderne Turboaggregate brauchen nun mal weniger Sprit als Sauger, bei denen die Luft nicht künstlich verdichtet wird, und stoßen deswegen weniger Schadstoffe aus.

Solveig Grewe

Stolz präsentieren die Mitarbeiter von Aston Martin „ihr“ erstes Serienmodell des neuen Twin Turbo V 12.

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Aston Martin Chef Andy Palmer will die ersten 1000 DB 11 persönlich abnehmen.

So ist es nur konsequent und nach vorn gerichtet, wenn sich hier jetzt mehr als 100 Mitarbeiter von Aston Martin um den ersten in Serie gefertigten aufgeladenen Zwölfzylinder scharen und stolz beobachten, wie Dr. Andy Palmer, President und CEO von Aston Martin, ihn signiert. Seinen Kommentar teilen alle in der Halle:

„Ich habe keine Zweifel, dass unser neuer Twin-Turbo-V12 der Beginn einer noch größeren Ära des Erfolgs sein werden „.

Die ersten Exemplare des im Aston Martin Headquaters im britischen Gaydon mit den Motoren aus Köln bestückten DB 11 werden Anfang des letzten Quartals 2016 zum Preis ab mindestens 204 000 Euro zu den Händlern kommen.

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Das britische Traditionsunternehmen Aston Martin nutzt die Fertigungsstätte des Motorenwerks von Ford in Köln.

Solveig Grewe

Der neue DB 11 wird Vorreiter für die nächsten Vantage und Vanquish sowie das geplante Crossover Modell DBX.

Mit den 608  PS und 700 Nm Drehmoment des 5,2 Liter Bi-Turbo Zwölfzylinders kann der DB11 eine Sprintzeit von 3,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 322 km/h realisieren und er wird damit das stärkste und schnellste Serien-DB-Modell sein. Als Grundlage für den neuen Motor, bei dem Mercedes AMG mitgemischt hat und der nur drei Teile mit dem Sauger gemeinsam hat, dient eine leichtere Aluminium-Architektur. Trotz Verminderung des Hubraums um 0,8 Liter liefert er mehr Leistung und ein früher anliegendes Drehmoment. Eine intelligente Zylinderabschaltung und Start-Stopp-Technologie sorgen dafür, dass diese Potenz, die von einer neuen Achtgang-Automatik an die Hinterachse weitergeleitet wird, mit einer stark verbesserten Effizienz einhergeht.

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Dr. Brian Fitzsimons ist stolz auf den neuen Motor, der voller Leidenschaft von ihm und seinem Team entwickelt wurde.

Der Chefentwickler der neuen Zwölfzylinder Motorengeneration, Dr. Brian Fitzsimons, geht davon aus, dass der Co2-Ausstoß bei Werten unter 265 Gramm liegen dürfte und der DB 11 rund fünf Prozent weniger Sprit verbraucht als der Vorgänger. Und das bei einem weiterhin bestens klingenden Sound, fügt er vielsagend hinzu.
James Bond wird sich daran gewöhnen müssen und können, dass sein Dienstwagen künftig mit einem Turbo auf Verbrecherjagd geht. Saubere Rasanz , wenn es gilt, Feinde abzuschütteln oder schöne Frauen zu retten.

 

 

 

 

Text: Solveig Grewe / Fotos: Max Earey, Solveig Grewe

 

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