Audi TTS: Bremse taugt nicht für die sportliche Hatz

Audi TTS: Bremse taugt nicht für die sportliche Hatz

Der Audi TTS ist die sportliche Spitze des schnittigen Ingolstädter-Coupés. Soweit so gut, doch anscheinend kam das nicht bei allen in der Entwicklung genau so an. Was muss der Audi-Fan da in der sport auto 06/2015 lesen? Mängel bei der Bremse. Ausgerechnet beim 310 PS-Vorzeige-Sportler. 

Jetzt kommt aber das große ABER des neuen TTS. Mehr als vier schnelle Runden verdaut die Bremsanlage auf dem Kleinen Kurs nicht. Trotz Abkühlrunden zwischen den gezeiteten Runden wird der Bremspedalweg länger und länger – spürbares Fading tritt auf. Bereits beim TTS-Vergleichstest (sport auto 4/2015) fiel dies in Hockenheim auf. Der nahezu baugleiche Supertest-TTS bestätigt diese Problematik erneut. Quelle: ams-online

Das ist wirklich bitter. Ein Sportler der auf der Bremse versagt. Bestimmt ein wunderbares Gefühl. Aber was philosophiere ich da viel? Genau dieses Problem, die mangelhafte Wirkung der Bremse habe ich bereits im September 2014 nach der Präsentation des Audi TTS in Spanien beschrieben:

Nach der fünften Runde rollt der TTS mit mir in die Boxengasse. Aus den vorderen Radhäusern raucht es. Kleine Flammen züngeln um die Bremsbeläge. Rennstrecke? Sicher nicht die Heimat des TTS mit Serienbremse und Serien-Bereifung. Quelle: mein-auto-blog

auto, motor und sport bestätigt 9 Monate nach meinem Beitrag die Mängel an der Bremsanlage des Audi TTS.

Wie kann das sein? Die dynamische Vorstellung (Fahrveranstaltung) des Audi TTS hatten alle Presse-Vertreter auf dem spanischen Rundkurs Ascari in der Nähe von Malaga. Eigentlich hätten dort alle Motor-Journalisten das gleiche Fiasko erleben müssen. Die montierten Hankook-Reifen streckten nach zwei Kurven die Gummiwürste verzweifelt in die Luft und die Bremse hatte nach zwei Runden, trotz Abkühlpause durch die Boxengasse, klare Fading-Erscheinungen. Es ist merkwürdig genug, dass man bei Audi eine solche Abstimmung und Auslegung der Bremsanlage in die Serie entlässt – es ist aber noch merkwürdiger das man bei keinem Presse-Vertreter von diesen Mängeln las.

Erstmal jubeln, dann ernsthaft testen?

Der Verdacht liegt nah, dass man bei den etablierten Medien ein Gentlemens-Agreement mit den Premium-Herstellern geschlossen hat. Neue Modelle? Erst einmal „grob“ positiv, man hat ja eine Verantwortung für zukünftige Werbeanzeigen und erst beim „Test“ nach einer Schonfrist die eigene Kompetenzen im Testfeld auf den Tisch gelegt und dem Probanden mal wirklich auf den Zahn gefühlt.

Klingt unwahrscheinlich?

Ist es aber nicht. Wenn Automobil-Hersteller ein neues Modell einführen, dann hat man „Budget“ – man hat Werbegeld zur Einführung des Fahrzeuges. Dieses Werbegeld muss platziert werden. In Anzeigen. In Sonderbeilagen. Ist das erste Jahr, die Einführung des Modells rum, dann besinnen sich die „Verlage“ anscheinend wieder auf ihre Verantwortung und wollen mit Test-Kompetenz die Leserschaft beeindrucken.

Der Automobil-Blogger als Buh-Mann?

Freie Journalisten und Onliner sind bei vielen Presse-Stellen noch immer ein Problemfall – denn wir haben keine Anzeigen-Abteilung und keinen Chefredakteur. Mängel bei einem neuen Fahrzeug? Wir schreiben darüber – ohne Angst um unser Werbe-Budget.

Am Ende sind wir uns dann aber oft genug mit den großen Verlagen einig – wie auch in diesem Fall. Okay, es hat bei der Motorpresse ganze 9 Monate gedauert bis man das „Problem“ mit der Bremse angesprochen hat – am Ende aber wurde unsere erste Einschätzung bestätigt.

 

 

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4 Kommentare

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  4. Raphael
    8. Juli 2015 zu 14:16 Antworten

    Stimme Dir vollkommen zu und kann bestätigen, dass es so ist/zugeht in der Medienlandschaft/-branche.

    lg aus Wien
    Raphael