Bilstein – So wird aus einem Mercedes C300 eine Sport-Limousine

3 Jahre alt, mit einem frei saugenden drei Liter großen V6-Motor und 231 PS stark – aber dennoch, eher kein Sportwagen. Die Mercedes-Benz C-Klasse der Baureihe W204 ist eine solide Limousine und in der Variante mit dem Stufenheck vor allem als Leasingfahrzeug für Dienst- und Firmenwagen-Fahrer erfolgreich.

Allerdings geht von dem 231 PS starken V6-Saugmotor eine gewisse Faszination aus, eine motorische Leidenschaft wie sie schon bald in Vergessenheit geraten wird, wenn wir dank Turbomotoren und Downsizing vergessen haben, wie sanft und agil, wie forsch und willig zugleich, ein guter Saugmotor auf die per Gaspedal ausgerichteten Wünsche des Fahrers reagiert hat.

„Vom Schreibtisch auf die Rennpiste“

Oder: Wie man aus einer äußerlich biederen Limousine der 230 PS-Liga eine unscheinbare Renn-Semmel macht, in Papenburg auf dem ATP-Gelände konnte ich dies erleben. Der richtige Partner dafür: BILSTEIN.

Im Nordwestlichen Zipfel der Republik liegt das Emsland, Spötter sagen; Dort würden mehr Kühe leben als Menschen – egal, um diese zu überprüfen war ich nicht die weitläufige Landschaft gekommen. Fahrwerks-Spezialist BILSTEIN wollte demonstrieren, wofür die Marke bekannt ist: Kompetenz im Bereich der Fahrwerkstechnik. Reden kann man viel und Webseiten sind geduldig, also gab es nur eine Möglichkeit die Wahrheit über die BILSTEIN-Dämpfer heraus zu finden: Testen!

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„Weil Autos einfach Spaß machen“

Der Slogan meiner Webseite trifft auch auf die Idee hinter den BILSTEIN-Produkten zu. Neben den Ersatzteilen für Serien-Fahrwerke (Stoßdämpfer altern!!), ist der Fahrwerks-Experte aus Ennepetal vor allem für die Profi-Fahrwerke für sportliche Autofahrer, bis hin zu den professionellen Fahrwerkskomponenten für den Motorsport bekannt. Wollte man also demonstrieren, was die Produkte der Marke BILSTEIN ausmacht, dann konnte der Weg nur auf eine Rennstrecke führen. Im ruhigen Emsland liegt das riesige Test-Areal der ATP und neben der Möglichkeit, auf einem 12,3 km langen Oval Geschwindigkeiten bis Tempo 400 zu fahren – beheimatet das ATP auch eine 1:1 Kopie des „alten Hockenheimrings“. Perfekt.

Bilstein Test Blogger Papenburg

Perfekte Voraussetzungen

BILSTEIN hatte vier identische Mercedes C-Klassen C300 an den Start gebracht. Alle vier Fahrzeuge waren in simpler Basis-Ausstattung und mit manuellem Getriebe ausgerüstet. Eine C-Klasse kam mit dem Serien-Fahrwerk von Mercedes-Benz zum Test. Die anderen hatten drei verschiedene Fahrwerke von BILSTEIN an Board:

Anders als auf dem Hockenheimer-Original gibt es bei der Papenburger-Kopie keine Boxengasse. Als Ersatz dient ein großer geteerter Platz, der zudem auf der „falschen“ Seite der Start/Ziel-Geraden liegt. Aber das sollte nicht weiter irritieren. Als ich mit dem Serienfahrwerk zur ersten Runde auf die Hockenheim-Kopie hinaus fuhr, dauerte es nur wenige Kurven, bis ich mich an die Strecke erinnerte. Auch wenn ich mehr Runden auf der Nordschleife gefahren bin, als auf dem alten Hockenheim-Rund und auch wenn die fehlenden Tribünen irritierten – die Strecke kam einem dennoch wohl vertraut vor.

Der C300 mit dem Serienfahrwerk hatte, wie alle anderen Testwagen auch, eine Bereifung der Größe 215/45-17 rundherum aufgezogen. Nicht ideal – zumal mir nicht bekannte Reifen der Marke „MAXXIS“ aufgezogen waren.  Ein guter Dunlop oder ein Pirelli P Zero wäre mir da deutlich lieber gewesen – nun gut – die Reifen sollten nicht getestet werden. 

Trotz des Heckantriebes der C-Klasse, ist die Abstimmung des Serienfahrwerkes deutlich untersteuernd. Echte Fahrfreude kommt da nur bedingt auf. Sicher – für den Alltag und für Menschen die mit dem Auto vor allem von A nach B fahren, mag das ausreichend sein, aber die Seiten-Neigung und das behäbige rollen um die Längsachse machte auf der Hockenheim-Kopie im Emsland nur wenig Spass. Der V6-Sauger konnte sich da noch so sehr ins Zeug legen – wenn nach dem bremsen eingelenkt wurde, dann traf die Verbindung aus Chinesischem Billig-Rund und weichem Serienfahrwerk ganz sicher nicht das Herz meiner Autofahrer-Seele.

Zwei Runden reichten aus um zur Entscheidung zu kommen: Egal wie gut das Serienfahrwerk mit dem ESP zusammenarbeitet und ganz egal wie komfortabel und Narrensicher das Fahrwerk sein mag – für den Einsatz auf einer Topf ebenen Rennstrecke ist es schlichtweg ungeeignet.

Bilstein mercedes c300 Hockenheim Papenburg

BILSTEIN B6

Leistung, die Sie spüren.

Wenn Sie auch unter Belastung mehr Dämpfkraft von Ihrem Stoßdämpfer erwarten, ohne auf kompromisslose Sportlichkeit zu setzen, ist der BILSTEIN B6 die ideale Lösung.

Die Produktvorteile auf einen Blick:

  • Höhere Leistungsreserven und höhere Lebensdauer auch im Transporter-  und Anhängerbetrieb oder bei häufigen Fahrten mit Beladung

  • Optimale Bodenhaftung und erhöhte Spurstabilität im Alltag und in Extremsituationen

  • Spürbares Plus an Sicherheit und Sportlichkeit ohne zusätzlichen Federwechsel (Verwendung der Serienfeder möglich)

  • BILSTEIN-Gasdrucktechnologie

  • BILSTEIN-Einrohr-/-Upside-Down-Technik made in Germany

  • Im BILSTEIN-Fahrversuch individuell abgestimmt

  • Keine TÜV-Eintragung notwendig

 

Der BILSTEIN B6 richtet sich vor allem an Autofahrer die mehr „Feedback“ von ihrem Auto verlangen, ohne gleich damit auf die Rennstrecke zu gehen. Für den Alltag mit dem C300 mag der B6 die ideale Kombination sein. Auf der Rennstrecke im Emsland führte die Verbindung von BILSTEIN B6 und Heckantriebs-Limousine schon zu deutlich mehr Fahrspaß als zuvor mit dem Serienfahrwerk. Dennoch bleibt ein fast der Serie entsprechender Abrollkomfort erhalten. Die Seitenneigung ist minimiert und führt dazu, dass das Einlenkverhalten der „billigen“ China-Reifen deutlich spontaner wurde. Ein Fahrwerk kann nicht zaubern – aber mit dem B6 wurde die C-Klasse zumindest tauglich für die schwungvolle Hatz um ein paar Kurven.

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BILSTEIN B12 Pro Kit

Darauf fahren Profis ab.

Wenn Sie die perfekte Kombination aus sportlicher Dynamik, optimierter Optik und hohem Leistungsvermögen suchen, fahren Sie mit diesem Sportfahrwerk genau richtig.

Die Produktvorteile auf einen Blick:

  • Professional Cornering System PCS

  • Präzises Ansprechverhalten, exzellente Fahrdynamikund hohe Sicherheitsreserven

  • Gleichmäßige Tieferlegung bis zu 40 mm

  • EIBACH Pro-Kit Perfomance Fahrwerkfeder mitprogressiver Charakteristik

  • Feder und Dämpfer im Fahrversuch exakt aufeinander abgestimmt

  • BILSTEIN-Gasdrucktechnologie

  • BILSTEIN-Einrohr-/-Upside-Down-Technik made in Germany

  • TÜV-Gutachten

  • Made in Germany

Ein gänzlich anderes Auto

Mit dem B12 Pro Kit wird die C-Klasse zu einem gänzlich neuen Auto. Spürbar präziser, spontan beim einlenken und mit einem tadelfreien Gefühl für die Schwimmwinkel der Reifen. Die Tieferlegung von 40 mm ist – und dafür bin ich BILSTEIN dankbar – nichts für sinnloses Proll-Gehabe vor der Dorfdisco. Der sportlich orientierte Autofahrer freut sich allerdings über den abgesenkten Schwerpunkt und die deutlich neutralerer Abstimmung des gesamten Automobils. Das lästige untersteuern wird auf ein Minimum reduziert und die C-Klasse fährt sich ungewöhnlich sportlich. Ohne dabei die eigene Herkunft zu vergessen. Das Fahrgefühl wird deutlich straffer ohne gleich dreist über jede Bodenwelle zu meckern. Das B12 ProKit ist die klare Empfehlung für Autofahrer die sich mehr Präzision im Fahrwerk wünschen.

Bilstein B12 Pro Kit

BILSTEIN B16

Fahrspaß ist Einstellungssache.

Die neue Leistungsklasse der BILSTEIN-Ingenieure, geschaffen für das perfekte Fahrvergnügen nach individuellen Ansprüchen.

Die Produktvorteile auf einen Blick:

  • 10-stufige Dämpfkraftverstellung
  • Über ein Einstellrad im eingebauten Zustand parallel in Zug- und Druckstufe wählbar
  • Individuelle Einstellung von höchstem Fahrkomfort bis zu extremer Sportlichkeit
  • Eingetragener Verstellbereich von bis zu 20 mm im eingebauten Zustand an beiden Achsen
  • Tieferlegung von ca. 30-50 mm vorne und hinten
  • Im BILSTEIN-Fahrversuch unter Motorsportbedingungen individuell abgestimmt
  • Oberflächenvergütung in Triple-C-Technology® für langlebige Korrosionsbeständigkeit
  • Qualitäts-Sportfedern aus hochfestem Material
  • BILSTEIN-Einrohr-/-Upside-Down-Technik made in Germany
  • TÜV-Gutachten

Neugeboren als Sportwagen

Mit dem Bilstein B16 erhält der Pilot nicht nur die Möglichkeit die Tieferlegung an die individuellen Wünsche anzupassen, sondern auch die Freiheit, die Abstimmung des Fahrwerks zu beeinflussen. Per Klick-Rädchen lassen sich die Druck- und Zugstufen des Dämpfers einstellen. Der Fahrer bekommt damit die Möglichkeit die Eigendynamik des Fahrzeuges weiter an die eigenen Wünsche anzupassen. Mit dem B16 wird aus dem C300 plötzlich eine Limousine die voller Spontanität einlenkt, eine präzise Rückmeldung über den Kontakt zwischen Reifen und Fahrbahn abliefert und der ehemals untersteuernden Limousine ein neutrales bis leicht Hecklastiges Eigenlenkverhalten beschert.

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Die von mehreren Testfahrern abgefressene China-Reifen und einsetzender Regen bringen dann die unterhaltsame Seite der Sportfahrwerke hervor: „Präzises driften“. Während das Serienfahrwerk schwammig um die Kurve eiert, lassen die Sportfahrwerke den Wunsch des Fahrers nach dem instabilen Fahrzustand kontrollierbar werden. Die billigen Reifen tragen natürlich den ihren Teil dazu bei, dass der Drift deutlich länger und launiger ausfällt, als die eigentlich zu vermuten war.

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BILSTEIN, PORSCHE und PIRELLI

Während die C-Klassen aufgrund der abgefransten China-Gummis mal mehr und mal weniger launig um die immer stärker vom Himmel über Emsland benässte Hockenheim-Kopie rutschten – war es Zeit in die Königsklasse der sportlichen Fortbewegung umzusteigen.

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BILSTEIN hatte einen Porsche 991 Carrera S mit nach Papenburg gebracht. Denn der Sportwagen-Spezialist aus Stuttgart vertraut (wie viele andere Hersteller!) schon lange auf die Kompetenz der Dämpfer-Profis aus Ennepetal. Im Porsche 991 war das PSM-Fahrwerk verbaut und als Haftungs-Experte war das schwarze Rund von Pirelli auf dem Stuttgarter-Boliden aufgezogen.  Es regnete heftiger denn je als ich auf meine erste Runde hinaus fuhr. Da ich zuvor etwa 30 Runden mit unterschiedlichen Fahrwerks-Setups, aber den immer gleichen „Mist-Reifen“ auf dem Papenburger-Teer unterwegs war, bremste ich die erste Kurve der Hockenheim-Kopie wesentlich zu früh an. Die Verbindung aus perfektem Sportwagen, perfektem Dämpfer und perfektem Reifen lies schnell die Illusion einer trockenen Straße aufkommen. Also drauf den Socken – und der Porsche 991 zog sich kraftvoll aus der Kurve. Es dauerte zwei weitere Kurven bis ich an die Grenzen der nun deutlich nach oben verschobenen Haftung kam. Die Pirelli-Reifen, das BILSTEIN-Fahrwerk und die ideale Gesamtkomposition der Techniker aus Weissach, dies alles lies den heftigen Regen vergessen – spülte die Bedenken an Schwimmwinkel, Dämpfkraft, Rollneigung und der Furcht vor dem überhitzten China-Gummi hinfort. An deren Stelle trat die Vollkommenheit eines besonderen Orchesters.

Während ich zwei weitere Runden mit dem jubilierenden Sound der sechs Töpfe im Heck des 911 drehte, wurde mir klar: Jeder Sportwagen ist nur so gut wie sein schwächstes Bindeglied. Mal ist es der Reifen, mal der Dämpfer und viel zu oft, der Fahrer.

Mit der richtigen Dämpfer-Kombination aus Ennepetal, scheidet immerhin einer von diesen drei Faktoren aus. Und aus einer biederen Limousine wird ein echter Fahrspaß-Garant!

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Wie so oft, ich war nicht alleine vor Ort :) – Weitere Blogger-Artikel zum Event:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Ein Kommentar

  1. Fine
    22. November 2016 zu 13:21 Antworten

    Sehr gut geschriebener Artikel. Ich habe schon einige Artikel zum Thema Sportfahrwerk gelesen. Ich habe vor mein Auto etwas sportlicher zu machen und Sportfahrwerke einbauen zu lassen.