Mercedes-Benz beschleunigt in die Zukunft

Mercedes-Benz beschleunigt in die Zukunft

Mit einem 12.3 Zoll Full HD-Display kann man auf der CES, der Consumer Electronics Show in Las Vegas, eigentlich niemanden locken oder gar begeistern. Auch nicht, wenn man zwei davon nebeneinander präsentiert. Doch seit ein paar Jahren wird aus der „Consumer Elektronics“ Show eine Gala für Automobil-Hersteller. Denn die Großen der Branche haben verstanden: Mit den Zukunftsthemen „autonomes Fahren“, Car-2-X und der Rolle von Smartphones muss sich auch die Rolle des in Blech gehüllten Mobilitätsbewahrers verändern. Für Mercedes-Benz stand die CES 2016 unter gleich mehreren bedeutenden Vorzeichen.

Digitales Cockpit

Was dem CES-Veteranen nur ein müdes Lächeln entlockt, ist für den Stuttgarter Hersteller eine kleine Palast-Revolution. Zwei 12.3″ Full-HD-Displays werden der „vorzeitig enttarnten“ neuen E-Klasse ein völlig neues „Look & Feel“ verpassen. Und die als Sneak Peak gedachte Präsentation des Cockpits der neuen E-Klasse war nicht die einzige Premiere für die Stuttgarter in Nevada. Während das Cockpit für einen Ausblick auf das Technik-Feuerwerk der E-Klasse sorgen sollte, verkündete Prof. Weber, der Technik-Vorstand der Stuttgarter, gleich noch eine PHEV-Offensive und ein erstes in Serienfertigung gebautes Brennstoffzellen-Fahrzeug für einen deutschen Premium-Brand. Doch der Reihe nach. Neben den beiden Full-HD Displays  packt Mercedes-Benz logisch erscheinende Technik in die neue E-Klasse. Das Ziel? Dem Fahrer mehr Zeit geben. +2 extra Stunden, innerhalb eines 24-Stunden Tages, so erklärte es Sajid Khan (Head of Digital Vehicle & Mobility, Mercedes-Benz Cars ).

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Mehr Zeit, weniger Ablenkung

Die „digitale Revolution“ macht Inhalte und Informationen immer und überall verfügbar. Doch genau das stellt uns vor das nächste Problem. Welche Informationen sind relevant? Was müssen wir im „jetzt“, gerade im Augenblick, wirklich wissen? Beim Fahren eines Autos kann die Überflutung mit „Daten“ und „Wissen“ schnell zu einer Überreizung führen. Die Lösung führt in der neuen E-Klasse zu einem Konzept, in dem Informationen „Kontext bezogen“ bleiben. Die Benzinpreise im Navigations-Display anzeigen? Klar – ist hilfreich, aber bitte nur die Preise, die zur Kraftstoffsorte des Fahrzeuges passen. Oder freie Parkplätze in Parkhäusern? Klar, hilfreich. Aber nur im Umkreis meines Zieles. Die kommende E-Klasse wird also nicht nur mehr Wege anbieten, auf denen sie mit dem Fahrer interagieren kann – neue Touchbedienfelder, Sprachsteuerung und klassische Tasten – sie wird auch lernen zu verstehen, welche Informationen in welchem Augenblick für den Fahrer sinnvoll und nützlich sind.

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Das Smartphone und das eigene Auto, eine Verbindung im Auftrag des Fahrers. In der neuen E-Klasse wird man per NFC-Schnittstelle des Handys das Fahrzeug öffnen können. Ade Autoschlüssel!

Berühre mich

Mit den Daumen die Vielzahl der Informationen und Einstellungen steuern, über multifunktionale Touchfelder im Lenkrad. Wo sich bislang nur Knöpfe und kleine Walzen befunden haben, wird in der nahen Zukunft – nach der Weltpremiere in Detroit – das Touchfeld Einzug halten. Am Lenkrad. Und das gleich zweimal. Bei den Stuttgartern. Die Touchpoints übernehmen zudem die dezidierte Steuerung der beiden Displays. Das linke Touchfeld ist für das Master-Display zuständig, mit dem rechten Touchfeld bedient man das zweite, mehr zum Beifahrer gerückte  Bedienfeld, dessen Hauptaufgabe die Darstellung von Navigations- und Multimedia-Inhalten ist. Und das machen die beiden Displays im übrigen in einer Brillanz und Klarheit, die altgediente PC-Zocker auf der Messe vom nVidia-Stand zum Daimler-Stand ziehen lassen dürften. Die Technik darunter? Ein nVidia-Chip, der anderswo für Rechenpower sorgen würde, die mehr als ausreichend ist, um zum Mond zu fliegen.

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Fahre mich – autonom und in Serie

Mercedes-Benz ist der erste Automobil-Hersteller, der eine „Lizenz“ zum „autonomen Fahren“ mit einer Serien-Limousine erhielt. Der Schriftzug auf dem Nummernschild? W213! Die interne Baureihenbezeichnung für die neue E-Klasse. Ein erstes „teil-autonomes“ Fahren wird mit der Serienvariante der neuen E-Klasse bereits in Kürze machbar sein. Ein völlig neues Setup an Assistenz-Systemen und Sensoren ermöglicht eine durch den „Kollegen Computer“ kontrollierte Fahrt. In Serie wird es erst einmal eine „teil-autonome“ Variante geben. Eine Erweiterung des bereits bekannten „Staufolge-Assistenten“, der Kombination aus „Fahrspur-Erkennung“ und Abstandsradar. Mit neuen Sensoren, empfindlicher, weitsichtiger und schneller rechnenden Chips, damit diese Informationen auch verarbeitet werden können. Dass die neue E-Klasse jedoch bereits „autonom“ fahren könnte – dafür stehen die Nevada-Nummernschilder. In den kommenden Jahren wird Mercedes-Benz das „autonome Fahren“ hier, wenige Autostunden vom Entwicklungszentrum in Sunnyvale entfernt, weiter erforschen. Für den E-Klasse Kunden bedeutet es jedoch bereits heute: Das „teil-autonome“ Fahren ist garantiert zielführender als das voreilig von TESLA auf den Markt geworfene Feature des „Autopiloten“.

Brennstoffzellen-SUV in Serie, bis Ende 2017

Am Morgen des ersten CES-Messetages hat Prof. Thomas Weber die Serienfertigung eines Brennstoffzellen-SUV angekündigt. Bis Ende 2017 wird Mercedes-Benz einen GLC mit Brennstoffzelle auf den Markt bringen. Zudem arbeitet man an einer neuen Plattform für E-Fahrzeuge, deren Reichweite mindestens 400 km betragen soll. Und neben diesen Zukunftsthemen vergisst man die „Brücke“ dorthin nicht. Die Anzahl der Plug-In Hybrid-Fahrzeuge will Mercedes-Benz auch bis Ende 2017 verdoppeln. Aus fünf Modellen werden zehn Modelle werden.

Mercedes.me

Und wem Las Vegas zu weit und die ganzen Informationen zu komplex waren, der wirft einen Blick auf das neue Webportal „mercedes.me„. Die Schnittstelle zwischen dem digitalen Leben aus der Straße und den eigenen Wünschen und Ideen. Wobei Mercedes-Benz diese Idee nicht auf die virtuelle Welt einschränkt. Für die Zukunft wird es „Mercedes.me“ Stores geben. Darunter versteht man dann jedoch keine klassischen Autohäuser mehr, sondern hippe „Pop-Up-Stores“, ganz im Stil der lockeren Service-Kultur, die man auch hier in Vegas findet …

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2 Kommentare

  1. Detroit 2016 – PHEV auf der NAIAS auf dem Vormarsch › Mein Auto Blog
    15. Januar 2016 zu 12:00 Antworten

    […] und GLE sind mit der Kombination und zusätzlichem Stecker am Start. Nächstes Jahr sollen es schon zehn Plug-in-Hybride in der Palette sein. Porsche, BMW und Audi stehen dieser Invasion kaum nach. Allein VW-Konzernchef […]

  2. NAIAS 2016 – Die 10 Top-Highlights der Auto-Show in Detroit (Teil 1) › Mein Auto Blog
    13. Januar 2016 zu 17:18 Antworten

    […] auch der Plug-In Hybrid sein. Mercedes-Benz stellte bereits eine Woche vor Detroit klar: Die Zukunft der Stuttgarter ist nur mit einer Vielzahl von neuen „PHEV-Modellen“ […]