Eis und Schnee: Fahren Sie vorsichtig, auch mit Allradantrieb!

Eis und Schnee: Fahren Sie vorsichtig, auch mit Allradantrieb!

Wenn der Winter Einzug hält, die Kinder die Schlitten aus dem Keller holen, man selbst die Abende am liebsten vor dem eigenen Kamin verbringt, dann friert manch einem Autofahrer das Lachen im Gesicht erst einmal ein. Eis kratzen in der Früh, die Scheiben freibekommen wenn man keine Garage besitzt. Und dann die Angst vor glatten Straßen. Schnee, Schneematsch oder gar Eis. Der Winter hält einige Überraschungen für uns bereit. Dass man plötzlich viel aufmerksamer sein muss beim Auto fahren, es überrascht viele unter uns. In Deutschland soll es Regionen geben, da wechseln die Autofahrer nicht einmal mehr auf Winterreifen, weil es sich für die „paar Tage“, an denen es „glatt“ wird, ja nicht lohnen würde. Aber das ist gefährlicher Unsinn.

4×4 schützt nicht vor Unfällen auf Schnee und Eis

Noch unsinniger wird die Argumentation von Menschen, die ein Auto mit Allradantrieb haben. Hier soll es Autofahrer geben, die davon überzeugt sind: Mit Allradantrieb braucht es keine Winterreifen mehr. Aber das ist so richtig großer Quatsch. Unser Dauertestfahrzeug, der neue Mitsubishi Outlander PHEV 2016, hat Allradantrieb und ich würde nie auf die Idee kommen, auf Winterreifen zu verzichten. Dass jedoch auch die Kombination aus Allradantrieb und Winterreifen Grenzen der Haftung kennt, musste leider die Tage ein „Mitglied der Redaktion“ erfahren. (Nein, es war nicht der Autor – aber es hätte mir ebenso gut passieren können.)

Wenn aus Haftreibung Gleitreibung wird

Eine frische, geschlossene Schneedecke, gute 5 Zentimeter. Der Outlander PHEV stand vorgeheizt über die elektrische Standheizung in der Garage. Zumindest für PHEV-Fahrer bringt der Winter den Frust über das Eis kratzen nicht mit. Dank elektrischer Standheizung wäre unser Outlander auch eisfrei gewesen, wäre er nicht in der Garage geparkt.

Nun führt unsere Garageneinfahrt relativ steil (+20°) den Hof hinauf, rückwärts raus aus der Garage, Traktion dank Allradantrieb keine Frage. Der Outlander rollt locker über den Schnee hinweg. Das ist der Punkt, an dem Nachbars Passat mit Frontantrieb kapitulieren musste. Das ist der Vorteil vom Allradantrieb. Traktion ist vorhanden. Zumal der intelligente Allradantrieb des PHEV sehr feinfühlig beim Kräfte verteilen vorgeht. Daher auch oft das Gefühl von 4×4-Fahrern, Traktion ist ja da. Was soll also passieren?

Doch sobald es nicht mehr um den Vortrieb, um das Anfahren und Beschleunigen geht, sondern rein um das Bremsen und Verzögern, sind alle Autos vor Isaac Newton gleich. Und wenn ein Reifen keine Haftung findet, dann geht Haftreibung in Gleitreibung über und da kann kein Allradantrieb dieser Welt etwas tun.

Bremsen? Nur die Verzahnung zwischen Reifen und Untergrund zählt!

Auf einer geschlossenen Schneedecke, eine leichte Eisschicht darunter, wird aus einem 2-Tonnen SUV auch mit Winterreifen schnell ein Schlitten. Dumm nur, wenn am Ende die Garage wartet.

Verführt von der Traktion beim Herausfahren, „Ach, ist ja gar nicht glatt, schau mal, da dreht kein Rad durch (Zitat-Ende)“ fuhr unser Redaktions-Mitglied ein wenig zu flott in Richtung Garagen-Abfahrt und beim Bremsen war es dann soweit. Aus Haftreibung wurde Gleitreibung und statt langsamer wurde der Outlander PHEV schneller. Bis zu dem Punkt, an dem die Garage ihre Stützpfeiler hatte. Und auch hier gilt ein Naturgesetz: An einem Ort können nicht „zwei“ gleichzeitig sein. In diesem Fall stand der Stützpfeiler dort. Der Outlander musste nachgeben.

Outlander PHEV Dauertest 003 Unfall

Fahren Sie vorsichtigt auf Eis und Schnee

Unser Mitsubishi Outlander PHEV-Dauertester geht nun erst einmal zur Reparatur in die Werkstatt. Unser Fahrer hat seine Lektion gelernt. Vom Blech und Kunststoff des PHEV abgesehen, hat bei dem Unfall nur das Ego des Fahrers gelitten. Zum Glück. Mann kann durchaus sagen: „Lesson learned“ – und dabei noch Glück im Unglück gehabt.

Wir haben uns lange überleg,t ob wir darüber schreiben sollen – denn so ein Unfall ist ja nun wirklich nichts, was man gebrauchen kann. Aber wir denken, es ist ein guter Anlass, um den Punkt mit dem Allradantrieb, der Traktion und dem Ende von Traktion noch einmal in aller Deutlichkeit zu vermitteln.

Fahren Sie vorsichtig. Immer. Und auf Eis und Schnee, doppelt so vorsichtig – auch wenn Sie mit einem 4×4 unterwegs sind!

 

Haben Sie Fragen zum Mitsubishi Outlander PHEV? Oder fahren Sie selbst einen solchen Plug-In Hybriden? Schreiben Sie uns! Kontakt zur Redaktion

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8 Kommentare

  1. Ein Auto für Gutmenschen? Der Mitsubishi Outlander PHEV › Mein Auto Blog
    24. Januar 2016 zu 13:52 Antworten

    […] ein wenig komplizierter. Wir hatten es ja geschrieben, der ursprüngliche Test-Outlander hat eine „Kalt-„Verformung über sich ergehen lassen müssen. Der Ersatz-Outlander startete mit einem neuen Kilometer-Stand, wir werden nach dem […]

  2. Gerald Hamann
    19. Januar 2016 zu 12:09 Antworten

    Wir sind seid 6 Monaten Outi PHEV – Fahrer – wunderbar.

    Das vorhergeschriebene kann ich bestäigen.

    Aus früheren Erfahrungen auch als Testingenieur für Allrads möchte ich ergänzen, daß unter Extrembedingungen im Steilgelände auch Schneeketten unerlässlich sind. Es kann Situationen geben, daß sich alle 4 Räder drehen aber das Fahrzeug steht oder triftet sogar hangabwärts. Mit Ketten kommt unter gleichen Bedingungen der Fronttriebler durch.
    Am 4×4 zunächst Ketten vorn zur sicheren Lenkung bei Talfahrt. Mit Ketten an allen 4 Rädern kommt man „fast“ überall hoch und sicher runter.

    • Huwer Ulrich
      31. Januar 2016 zu 12:21 Antworten

      Hallo Herr Hamann,
      stehe vor dem Kauf eines Hybrid bzw Plug-in-Hybrid ( also zu einem der neue RAV4 Hybrid von Toyota zum anderen den Outlander plus-in-hybrid von Mitsubishi.
      Kann mich noch nicht so recht festlegen, Preis liegen ja bei ähnlicher Ausstattung schon deutlich auseinander. Meine Frage um der Entscheidung näher zu kommen:
      Sie fahren den Ostländer schon seit 6 Monaten. Sind sie rundum zu frieden und würden ihn wieder kaufen?
      Habe gestern gelesen, dass es vielleicht vom Staat ein Zuschuss gibt für Plug-in-Hybrid und reine Elektroauto´s, aber das kann noch dauern und ist eher ungewiss.
      Ich danke ihnen für ihre Antwort und bitte wenn möglich richten sie diese an meine Emailadresse. Vielen Dank
      Mit freundlichen Grüßen Ulrich Huwer
      Email.: uhuwer@googlemail.com

      • Bjoern
        Bjoern
        1. Februar 2016 zu 08:53 Antworten

        Wenn ich hier kurz einhaken darf. Den RAV4 Hybrid ist ein Kollege gefahren, der Artikel hierzu kommt in Kürze online. Wichtig ist: Der RAV4 Hybrid ist kein PHEV! Kein Plug-In. Das ist ein echtes Auswahlkriterium. Ein PHEV macht NUR Sinn, wenn Sie ihn wirklich an die Steckdose hängen und die elektrische Reichweite nutzen.

        Ob das jetzt Zuhause ist, oder auf der Arbeit. Wer sich für den PHEV entscheidet, der entscheidet sich für die Steckdose!

      • Gerald Hamann
        3. Februar 2016 zu 14:36 Antworten

        Ich möchte hier die Meinung von Björn bestätigen. Der RAV4Hybrid wird sicher kein schlechtes Auto sein, bin zuvor 8 Jahre 250 000 km Prius gefahren, war eine wunderbare Zeit, aber der RAV4 kommt leider (noch?) nicht als plug in, so dass die Empfehlung am Outländer hängt. Es bringt besonderen Fahrspaß im Gelände und auf schlechten Wegstrecken rein elektrisch unterwegs zu sein. Günstig ist auch die Charge Funktion. Hier kann ich vorrausschauend den Akku ca 80% volladen und bin dann länger wieder voll elektrisch unterwegs, macht Spaß in den Bergen, wo er dann nur so „hochrauscht“. Bergab kannst du dann die Rekuperation genießen, bis 50% „Neuaufladung“ hatte ich dabei schon.
        Eine spezielle Ladebox für zu Hause halte ich komplett für unnötig, ob ich nach 5 h oder 3,5 h eine Volladung habe ist eigentlich unerheblich. Denn gewöhnlich nutzt man ja da die Nacht

  3. Ratgeber: Autofahren bei Schnee und Glatteis › Mein Auto Blog
    13. Januar 2016 zu 10:00 Antworten

    […] die gewohnte Umgebung von einer dicken Schicht Schnee bedeckt ist, sind viele Autofahrer verunsichert. Dabei genügt es eigentlich, auf den gesunden […]

  4. Eis und Schnee: Fahren Sie vorsichtig, auch mit Allradantrieb! | Maximilian Finkels WordPress Blog
    10. Januar 2016 zu 14:20 Antworten

    […] Quelle: Eis und Schnee: Fahren Sie vorsichtig, auch mit Allradantrieb! […]

  5. Matthias
    10. Januar 2016 zu 12:57 Antworten

    Wahre Worte. Man beobachtet selbst bei Schneefahrbahn, wie schnell und unüberlegt manche Autofahrer am Straßenverkehr teilnehmen. Viele wollen dann auch noch überholen und meinen, sie wären die absoluten Profis auf dem Asphalt. Traurig, denn kein Auto der Welt ist zu 100% vor Schnee und Eis sicher. Bei solchen Fahrern tut es mit auch nicht leid, wenn sie wirklichen einen Unfall mit Blechschaden haben.

    Und jeder ist nun mal nicht mit einem Geländewagen unterwegs, dass sehen viele einfach nicht ein. Auch in diesem Jahr wird es sicherlich wieder unzählige Unfälle geben. Und warum? Weil viele meinen sie beherrschen das Auto im Schlaf.