Im Test:  Nissan X-Trail 1.6 dCI

Im Test: Nissan X-Trail 1.6 dCI

Im Test: Nissan X-Trail 1.6 dCI Bjoern

Bewertung

Karosserie
Fahrkomfort
Motor & Getriebe
Fahrdynamik
Kosten & Umwelt
Emotionen

Summary: Der X-Trail stellt sich im Test als der "bessere Familienkombi" heraus.

3.5

Sparsamer Riese!

Benutzerbewertung: 3.6 (3 Stimmen)

Mit dem jüngsten Modellwechsel von Qashqai und X-Trail sind die beiden Modelle von Nissan zu Brüdern geworden. Nicht nur wegen der gemeinsamen Plattform, auch die Optik lässt beide näher zusammenrücken. Tschüss, kantiges Offroader-Design. Der Abschied vom Offroad-Gen bringt im Falle des X-Trail allerdings viele positive Nebenwirkungen zu Tage und ganz nebenbei muss der Testwagen auch die Frage beantworten, ob man einen SUV mit Frontantrieb guten Gewissens kaufen kann?

Vom Offroader zum Crossover

Test: Nissan X-Trail 1.6 dCi

Der X-Trail ist äußerlich kaum gewachsen, nur sein Radstand wurde massiv gestreckt. Das schafft Platz für eine dritte Sitzreihe und verwandelt den X-Trail in eine fürstliche Familienkutsche. Die optische Ähnlichkeit wird verständlich, wenn man nachvollzieht, dass der X-Trail auch den Qashqai+ ersetzt. Somit trennt man bei Nissan nun zwischen dem Fünfsitzer Qashqai und dem 5+2 Sitzer X-Trail.

Fahrbericht Test04 Nissan X-Trail dci

Mit seiner Familienähnlichkeit wird aus dem rauen und hemdsärmeligen X-Trail nun ein schicker Crossover.

Wichtiger als die großzügig bemessenen Platzverhältnisse in Sitzreihe eins ist der ganz klar gewachsene Anspruch an die eigene Verarbeitungsqualität und die im Innenraum verwendeten Materialien. Und diesen Anspruch erfüllt der neue X-Trail : Mit weichen Kunststoffen, einer freundlichen Atmosphäre und modernen Formen zeigt er sich innen von seiner charmanten Seite. Cockpit und Armaturen erinnern freilich an den Qashqai, aber das ist wahrhaftig nun nichts, wofür man sich schämen müsste. Das ganz „Feeling“ im Innenraum ist um den Faktor 2 besser geworden.

In Reihe zwei bleibt genug Platz für die Mitfahrer. Dank einer gegenüber der ersten Sitzreihe erhöhten Sitzposition lässt es sich prima nach draußen schauen. Die ordentlich großen Fensterflächen und das neue, weit nach hinten gezogene Glasdach (mit der Möglichkeit, den vorderen Teil zu öffnen), tun ihr übriges, damit man im X-Trail ein Gefühl von Raumfülle und Weite erhält.

Fahrbericht Test35 Nissan X-Trail dci

Der Antrieb

Der Testwagen hat den 1.6 Liter Diesel mit 130 PS und 320 Nm unter der adrett geschwungenen Motorhaube. Zusammen mit dem manuellen Sechsganggetriebe und dem Frontantrieb wird man das Gefühl erst einmal nicht los, hier eine „Mogelpackung“ zu fahren. Sollte so ein SUV-Ding nicht immer mit Allrad und Automatik auf dem Hof stehen?

Nach dem Start klingt der kleine Vierzylinder-Diesel ruhig und satt. Die gute Dämmung des X-Trail-Cockpits trägt zur Ruhe bei. Und dann  passiert das Unerwartete. Der X-Trail fährt mit einer gefühlten Souveränität los, die man von ihm nicht erwartet hat. Nicht von dem „kleinen Diesel“. Grummeliger Dieselsound verleitet zum niedertourigen Fahren und der X-Trail spielt mit.

Effizienz:

6.3 Liter sollten im Alltag mit dem großen SUV als „normal“ verstanden werden.
Wer sich ständig im Zaum hält und mit mehr Hirn fährt, der drückt den X-Trail unter die 5 Liter Marke. 4.8l Diesel auf 100 km, das ist mehr als beeindruckend.
8.8 Liter im Schnitt für den schnellen Galopp. Der X-Trail ist wirklich ein sparsamer Zeitgenosse!

Der Innenraum

Den Innenraum hat Nissan nicht nur durch ein neues Niveau an Kunststoffen aufgefrischt, auch das Multimedia-Paket wirkt bei der ersten Ausfahrt stimmig. Routenplanung vom Handy zum Navigations-System schicken? Kein Thema. Die Google-Suche im Auto nutzen? Machbar, wenn ein Handy per Bluetooth gekoppelt wurde und die Internetverbindung herstellt.

Durch das Versenken der 3. Sitzreihe lässt sich ein großer Laderaum erschaffen. Von 550 Litern im Normalmodus bis hin zu 1.980 Litern bei umgeklappter Rücksitzbank. Das ist ein gutes Stück mehr als im alten X-Trail. Die Rücksitzbank (Reihe 2) lässt sich zudem um 25 Zentimeter in der Position verschieben. Im Kofferraum wiederum kann man per zusätzlicher Böden eine nützliche Unterteilung schaffen und so verschiedene Gepäckstücke sortiert einräumen.

Wer die Sitzplätze 6+7 nutzen will, der klappt diese aus dem Kofferraumboden heraus, dabei reduziert sich der nutzbare Kofferraum auf nur noch 135 Liter.

Nissan x-trail 1-6dci 31 fotos 02052015

Alltags-Held

Natürlich kann man bei 130 PS und 320 Nm in einem gut 2 Tonnen schweren SUV nicht von einem dominanten Vortrieb sprechen. Doch für den Alltag reicht er aus. Im Test musste uns der X-Trail mehrfach quer durch die Republik kutschieren und hat sich hierbei nicht nur als exzellentes Reiseauto herausgestellt, sondern konnte auch mit dem „kleinen“ Turbodiesel punkten. Denn der 130 PS Motor geht wacker an sein Werk, schiebt den großen X-Trail tapfer bis auf Tacho 200 (real 189 km/h) und bleibt dabei so richtig sparsam.

Natürlich ist der X-Trail kein Sportler. Das verkündet er bei schnellen Überland-Etappen frühzeitig, aber seine aktive Fahrkomfortregelung versucht über unmerkliche Bremseingriffe die Wankneigungen des X-Trail auszubügeln. Eine echte Hilfe bei langen Touren ist die Verkehrszeichen-Erkennung von Nissan. Bereits im Test des kleinen Qashqai fiel das System positiv auf und jetzt auch im X-Trail kann man nur von einem echt „nützlichen“ Feature sprechen. Zudem funktioniert die Verkehrsschilder-Erkennung absolut fehlerfrei!

Fahrbericht Test49 Nissan X-Trail dci

Fazit: Nissan X-Trail – Der sparsame Riese:

Aus dem Marlboro-Cowboy wurde ein fürsorglicher Daddy. Und die Frage, ob es wirklich einer Allradversion bedarf – die wäre ja alternativ möglich – ist während des Tests auch eindeutig geklärt worden. Der X-Trail ist, so wie er im Test war, ein extrem gelungener „Familien-Kombi“, verpackt in einem adretten SUV-Kleid. Mehr Bodenfreiheit und eine gute Rundumsicht dank der erhöhten Sitzposition lassen den X-Trail zum „besseren Familienkombi“ werden. Und der Allradantrieb wurde während der 3.000 km im Test nicht einmal vermisst. Dafür überraschten der Verbrauch und der Antritt des „eigentlich“ zu kleinen Dieselmotors.

Technische Daten: Nissan X-Trail 1.6 dCi Acenta

Hersteller:  Nissan
Typ:  X-Trail / SUV
Kasse:  Mid-Size SUV
Motor:  R4
Getriebe:  Sechs-Gang-Schaltgetriebe
Antrieb:  Frontantrieb
Hubraum:  1.598 ccm
Leistung:  96 kw / 130 PS @ 4.000 U/min
Drehmoment:  320 Nm @ 1.750 U/min.
Gewicht Fahrfertig:  2.090 kg
Von 0 von 100:  10.5 s
Höchstgeschw.:  188km/h
Verbrauch (NEFZ):  4.9 Liter
CO2-Ausstoß (NEFZ)  129 g/km
Emmissionsklasse  EU 6
Effizienzklasse  A
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Fotos im Artikel und Titelbild: Bjoern Habegger

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3 Kommentare

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