#Dieselgate – Was wussten die anderen Hersteller?

#Dieselgate – Was wussten die anderen Hersteller?

Es ist der größte Skandal, den ein Automobil-Hersteller bislang überleben musste. Anders als bei fahrlässigen Defekten oder dem „Vertuschen“ von Fehlern, hat der VW-Konzern mit voller Absicht den Gesetzgeber hintergangen. Das ist keine Lappalie. Der Sturz der Volkswagen-Aktie schmerzlich, die Angst im Konzern nun groß. Noch steckt der VW-Konzern mitten in der Aufbereitung. Noch gibt es nicht „den Schuldigen“. Es gibt laut der BamS jedoch Aussagen von verantwortlichen Technikern, wonach die Software gezielt eingesetzt wurde, um dem Kostendruck Stand zuhalten.

Reverse-Engineering als Standard, aber die anderen haben von nichts gewusst?

Es ist eine Frage, die man stellen muss: Haben die anderen Autobauer alle, alles, immer, besser gemacht? Und hat wirklich niemand bewusst die Leistung von VW, den Motor, so wie er verwendet wurde, so schadstoffarm zu bekommen, in Frage gestellt?

In der Automobil-Industrie gehört Reverse-Engineering zum Tagesgeschäft. Automobil-Hersteller kaufen Fahrzeuge der Marktbegleiter und zerlegen diese. Stück für Stück. Techniken, die man sich nicht über die gleichen Zulieferer teilt, will man finden. Man will wissen, was der Konkurrent macht. Wie er die Probleme löst. Und die Probleme der Automobil-Hersteller sind immer die gleichen. Zum Beispiel die Schadstoff-Grenzwerte in den USA? Die müssen alle einhalten.

Hat sich kein Mitbewerber gefragt, wie man bei VW den TDI zum „clean diesel“ gemacht hat? Ganz ohne Harnstoff-Einspritzung? Mit einem scheinbar unterdimensionierten Speicher-Kat? Es muss stark angezweifelt werden, dass es keinen Mitbewerber gab, der nicht via Reverse-Engineering an genau dieser Frage ankam und diese für sich auch beantworten konnte.

Warum also erst die EPA?

Man muss sich, wie bei jeder „guten Verschwörung“  die Frage stellen – warum hat es so lange gedauert, bis es herauskam? Haben sich die anderen Hersteller ihre Finger nicht verbrennen wollen? War ihnen bewusst, wenn das herauskommt, dann stehen alle Hersteller auf dem Prüfstand und unter Beobachtung?

Denn genau das ist mittlerweile der Stand. Volkswagen hat sich im Verfahren selbst belastet, als man zugab: Jawohl, unsere Motorsteuergeräte erkennen die Prüfstände und erst dann sind die Werte so  wie vorgeschrieben. Ansonsten interessieren uns die Vorgaben nicht. Volkswagen hätte das so nicht zugeben müssen. Wie jeder Beschuldigte hätte man schweigen können. Aber man tat das nicht.

Dachte man sich: Lieber ein Ende mit Schrecken? Und die anderen Hersteller tun das ja auch? Dachte man sich: Wenn sich erst einmal herausstellt, dass alle Hersteller die gleichen Methoden anwenden, dann wird sich das Thema erledigen? Wussten die VW-Ingenieure dies aus den eigenen Reverse-Engineering Prozessen?

Dunkle Wolken: Abgas-Emissionen auf dem Prüfstand

Ist der VW-Skandal ein Skandal, der die ganze Automobil-Industrie betrifft?

 

Sicher, der vorsätzliche Betrug von seiten VW (hat man so zugegeben) ist unfassbar, noch viel weniger aber kann ich glauben, dass Volkswagen damit wirklich alleine steht. Und auch dass andere Automobil-Hersteller den Wolfsburgern nicht auf die Schliche gekommen sind, ich kann es nicht glauben.  Den Wettbewerber bis auf die kleinste Schraube zu zerlegen, es gehört zum guten Ton in der Industrie.

 

 

 

 

 

 

 

 

*Ich bin kein Freund von Verschwörungs-Theorien, aber ich verstehe nicht, wieso die anderen Hersteller nicht früher auf dieses Problem aufmerksam wurden … ?

2 Kommentare

  1. NAIAS 2016 – Die 10 Top-Highlights der Auto-Show in Detroit (Teil 1) › Mein Auto Blog
    14. Januar 2016 zu 03:58 Antworten

    […] Concept“ ist eben ein fahrender Kühlergrill in Orange. Und natürlich – nachdem DIESELGATE anhält, ein Brennstoffzellen-Fahrzeug. Während man bei Mercedes-Benz die Serienfertigung für ein […]

  2. Was machen V2H und V2G bei den Automobil-Herstellern? › Mein Auto Blog
    27. Dezember 2015 zu 17:35 Antworten

    […] VW-Skandal wird, so bin ich überzeugt, dem Thema nun noch einmal einen Schub verpassen. Bislang haben sich […]