Elektromobile helfen der Umwelt schon heute

Elektromobile helfen der Umwelt schon heute

In den Vorstellungen der grünen Weltretter gehört die Elektromobilität zum Erste-Hilfe-Trupp des Weltklimas. Ohne Stromer keine Rettung vor dem Klimawandel – lautet die ebenso einfache wie plakative Gleichung. Denn schließlich fahren die E-Mobile ganz ohne Abgase. Doch entsprechen die einfachen Rechnungen nicht immer der Realität, denn nur wenn man ausschließlich die lokalen Emissionen der Elektromobile berücksichtigt, ist die Welt sauber und rein – ansonsten malt die Wirklichkeit ein anderes Bild.

„Elektrofahrzeuge“, so eine Studie des Bundesumweltministeriums, „sind so sauber wie der Strom, mit dem sie fahren.“ Und: „Nur eine Kombination von Elektrofahrzeugen und Strom aus erneuerbaren Energiequellen würde zu einer Energiebilanz ganz ohne CO2 aus fossilen Brennstoffen und ohne Schadstoffe führen.“ Davon ist Deutschland weit entfernt, denn den Sonntagsreden zum Klimaschutz folgt im Alltag noch immer ein Bekenntnis zu Kohlekraftwerken, die auch wegen der unverändert eingesetzten umweltfeindlichen Braunkohle weiter die Umwelt belasten. Die Republik ist noch weit von norwegischen Zuständen entfernt, wo die Elektromodelle zu 98 Prozent mit Strom aus nachhaltigen Energiequellen (vor allem Wasserkraft) „betankt“ werden.

Dennoch zeichnet die vom Umweltministerium errechnete Bilanz ein positives Bild der Elektromobilität in Deutschland. In Ihrer Bewertung berücksichtigten Berliner Umweltexperten den realen aktuellen deutschen Strommix einschließlich der Verluste zwischen Kraftwerk, Steckdose und Fahrzeugbatterie. Zusätzlich gingen der reale Energieverbrauch auf der Straße und der gesamte Lebenszyklus des Fahrzeugs von der Produktion bis zur Entsorgung in die Rechnung ein. Zum Vergleich dienten Modelle mit und ohne Spritspartechnologie, und außerdem wurden die zunehmenden Emissionsveränderungen bei den Verbrennungsmotoren angerechnet.
In der Analyse der Klimabilanz eines Elektromobils kommen die Berliner Umweltexperten zum Schluss, „dass die Treibhausemissionen eines batterieelektrischen Fahrzeugs selbst unter Berücksichtigung des deutschen Strommix geringer ausfallen als bei vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, und das schon heute.“ Für die Berechnungen wurde eine Fahrzeuglebensdauer von zwölf Jahren zugrunde gelegt.

Die Elektromodelle profitieren bei dieser Analyse von der Energiewende, die in den kommenden Jahren zusätzlichen regenerativen Strom ins Netz speisen wird. Während die konventionellen Verbrennerantriebe den Ausstoß von Treibhausgasen und damit ihre Umweltbilanz während ihrer Laufzeit nicht optimieren können, profitiert die Elektrofraktion von dem steigenden Anteil regenerativer Energiequellen im Netz. Aktuell, so die Studie, verursachen die E-Mobile 23 Prozent weniger CO2-Ausstoß im Vergleich zu konventionellen Modellen. Gegenüber Fahrzeugen mit Spritspartechnik sinkt der Vorteil auf zwölf Prozent. Im Jahr 2020 allerdings verbessert sich die Umweltbilanz der E-Mobile nach diesen Berechnungen auf 29 beziehungsweise 20 Prozent.

Damit dieses Szenario tatsächlich eintritt, ist die Politik gefordert. Denn nur, wenn es gelingt, die alternativen Energieträger effektiv in das Netz zu integrieren, kann die Elektromobilität die Hoffnungen der Umweltfreunde tatsächlich erfüllen, allerdings nur, wenn die Autokäufer das wollen.

 

 

(ampnet/ww)

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