Erste Fahrt: Nissan e-NV200 Evalia – Geballte Elektropower

Erste Fahrt: Nissan e-NV200 Evalia – Geballte Elektropower

Nissan spielt mit seinem Siebensitzer das Elektrothema mit Subventionen und Kooperationen

Erste Fahrt im neuen Siebensitzer e-NV200 Evalia

e-NV200 Evalia, Siebensitzer

e-NV200 Evalia, Siebensitzer

Mit der nächsten Ausbaustufe als Siebensitzer des Klein-Nutzfahrzeuges NV200 Evalia als rein elektrisch betriebenes Fahrzeug will Nissan seinen Vorsprung in der Elektromobilität weiter ausbauen. Hierzu bedarf es aber nicht nur der reinen Hardware, sondern der Unterstützung durch gezielte Subventionen und Kooperationen. Aus diesem Grund lud Nissan zur Präsentation in die grüne Hauptstadt Europas für 2017 ein. Nach Essen. Mit interessanten Gesprächspartnern wie einem E-Fahrzeug-Nutzer, dem Bundesverband des CarSharing e.V. sowie Strombetreibern wurde einmal mehr das Thema Elektromobilität in den Vordergrund gestellt.

Bereits in 43 Ländern auf 4 Kontinenten vertreibt Nissan mittlerweile seine rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge. Seinen Marktanteil von 13 % in Deutschland will Nissan unter anderem mit Subventionen nicht nur halten, sondern auch ausbauen. Besitzer von Elektrofahrzeugen gleich welchen Herstellers z.B. können völlig kostenfrei an einer E-Zapfsäule tanken, die jeder Händler zur Verfügung stellt. Des Weiteren stellt der Autobauer aus Nippon beim Kauf von drei Fahrzeugen eine Schnell-Ladestation kostenfrei in Absprache mit dem Käufer auf dessen Grundstück auf.

e-NV200 Evalia mit Schnellladestation

e-NV200 Evalia mit Schnellladestation

Dass RWE nicht nur ein Strom-Anbieter, sondern auch ein Komplett-Dienstleister ist, berichtet Dr. Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender der RWE Deutschland AG. Dort sieht man die Elektro-Mobilität als Teil der Energiewende. Unter anderem zeigt RWE seine Kompetenz als Betreiber von 4250 Ladepunkten europaweit und das mit eigenem IT-Backend. Dies bedeutet, dass RWE den genutzten Strom auch punktgenau mit dem Kunden z. B. über das Smartphone abrechnet. In nächster Instanz ging man die Kooperation mit Nissan ein, um die anfangs erwähnten Schnell-Ladesäulen, die Nissan bei seinen Händlern zur Verfügung stellt, zu liefern.

Im Wandel der Zeit steht das Fahr- bzw. Kaufverhalten von jungen Verkehrsteilnehmern. CarSharing Firmen bedienen Kunden, die sich aus wirtschaftlichen bzw. ökologischen Gründen kein eigenes Fahrzeug leisten können oder wollen. Auch hier kommt das Thema E-Mobilität auf, denn für kleinere Strecken sind Elektrofahrzeuge sinnvoll. Willi Loose, Geschäftsführer vom Bundesverband CarSharing e.V. sieht hier großes Potential, die Bevölkerung generell für das Thema „elektrisch Fahren“ zu sensibilisieren. Die Zahlen sprechen für sich. Im ersten Halbjahr 2015 kamen auf bereits eine Million CarSharing Kunden nur 14.000 Fahrzeuge. Leider liegt der Anteil der Elektro-Fahrzeuge in den Flotten der CarSharing Betreiber nur bei 8,2 %.

Aber auch Kommunen sollten eine Leitfunktion übernehmen, macht Peter Lindlahr, Geschäftsführer von hySOLUTIONS aus Hamburg, klar. Hierzu gehören nicht nur der Ausbau der Infrastruktur der Schnell-Ladestationen. Ab 2020 wird die Stadt Hamburg ausschließlich Busse mit emissionsfreien Antrieben beschaffen. Bis 2030 sollen dann alle 900 Fahrzeuge durchgetauscht sein. Aber auch im Wohnungsbau leitet Hamburg hierzu eine Veränderung ein. Werden zur Zeit noch 0,8 Stellplätze einer neu gebauten Wohnung zugewiesen, sollen es für die Zukunft nur noch 0,4 Stellplätze sein. Ersetzt werden soll die Fläche mit Plätzen mit einer Schnell-Ladesäule.

2015-08-27 12_01

Podiumsdiskussion mit hoher e-Mobilität Kompetenz

Wie die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen gerade im Klein-Nutzfahrzeugbereich funktioniert, demonstriert uns die Großbäckerei Schüren aus Essen. Mit einer Photovoltaik-Anlage auf den Dächern seiner Immobilien speist der Großunternehmer nicht nur die Produktionsbetriebe. Der gewonnene Strom wird für seine E-Fahrzeug-Flotte herangezogen. Die 18 Filialen rund um Essen werden täglich mehrmals mit frischen Backwaren beliefert. Durch die Umstellung seiner Flotte auf Elektrofahrzeuge reduziert er den CO2 Ausstoß um mehr als 25 %.

Nach dem Leaf, der bereits seit 2010 weltweit angeboten wird, vermarktet der japanische Autobauer nun seit 2014 bereits das Klein-Nutzfahrzeug NV200 mit dem Namen „e-NV200 Evalia“. Wie sein konventionell betriebener „Bruder“ gibt es den Lastesel als kompakten großräumigen Kastenwagen mit zwei Sitzen sowie als fünfsitzigen Kombi und auch als fünf- und siebensitzige PKW-Variante. Das Laderaumvolumen liegt mit bis zu 770 Kilogramm sogar noch höher als beim Verbrenner und das Ladevolumen variiert zwischen 4,2 m³ beim Kastenwagen und 2,27 m³ beim Kombi mit Rücksitzbank. Mit umgeklappter Beifahrersitzlehne passen bis zu 2,80 Meter lange Gegenstände ins Cargo-Deck.

Strom Betankung an der Front

Strom-Betankung an der Front

Der bereits aus dem Nissan Leaf bekannte Elektromotor mit 80 kW (109 PS) und das stufenlose Automatikgetriebe schicken ganze 254 Newtonmeter auf die Vorderachse. Bei Fahrten im Essener Stadtgebiet besticht der e-NV200 Evalia eben mit diesem Drehmoment, das von der ersten Umdrehung ansteht. Straßenunebenheiten werden durch das sehr gut abgestimmte Fahrwerk geschluckt. Durch die gehobene Sitzposition haben wir eine gute Rundumsicht. Um die Reichweite brauchen wir uns keine Sorgen zu machen, denn nach dem neuen europäischen Messzyklus NEFZ (Neuer Europäischer Fahr-Zyklus) stehen uns 170 Kilometer zur Verfügung. Nach unserer Testfahrt steht die Hälfte der Kapazität noch bereit.

Den e-NV200 Evalia wird Nissan ausschließlich in der Top-Ausstattung „Tekan“ anbieten. Ab August erhältlich, bekommt der Kunde ab 37.500 Euro einen vollwertigen Siebensitzer. Weitere Option wäre das Anmieten der Batterie. In diesem Fall reduziert sich der Kaufpreis des Fahrzeuges auf 31.600 Euro. Zum Serienumfang zählen unter anderem 15 Zoll Leichtmetallfelgen, eine Klimaautomatik, ein beheizbares Lederlenkrad inklusive Bedientasten für das Multimediasystem, beheizbarer Fahrer- und Beifahrersitz, elektrische Fensterheber vorn, Licht- und Regensensor sowie Nebelscheinwerfer. Zwei Schiebetüren erleichtern den Einstieg in den Fond, dunkel getönte Schiebetüren mit Schiebefenster sorgen für diskrete VIP-Atmosphäre.

Fazit:

Nissan bietet mit seinen Kooperationspartnern einen problemlosen Einstieg in die E-Mobilität. Der e-NV200 Evalia bietet hohen Nutzen mit maximalem Spaßfaktor.

2015-08-27 15_04

Hoher Nutzen mit maximalem Spaßfaktor

Nissan e-NV200 Evalia „Tekan“, Siebensitzer:

Verkaufsstart:  September 2015
Basispreis:  37.500 €
Motorleistung:  80 kW (109 PS)
Antrieb und Getriebe: stufenloses Automatikgetriebe
Beschleunigung:  k.A.
Verbrauch – kombiniert:  k.A.
Höchstgeschwindigkeit:  123 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.560, 1.755, 1.858, 2.725 mm
Fotos im Artikel: Stefan Beckmann Titelbild: Stefan Beckmann

Aktuelle Suchanfragen::

5 Kommentare

  1. Test: Nissan X-Trail 1.6 dCI All-Mode 4×4 › Mein Auto Blog
    19. Dezember 2015 zu 20:59 Antworten

    […] befriedigte. Wer heute den Nissan mit 7-Sitzplätzen sucht, der greift nach dem Evalia (oder e-NV200) oder eben nach dem neuen […]

  2. Der Diesel-Skandal: 6 saubere Alternativen › Mein Auto Blog
    3. Oktober 2015 zu 18:17 Antworten

    […] Erste Fahrt des neuen Nissan e-NV200 […]

  3. News: Nissan-Studie Gripz – Neue Kleider › Mein Auto Blog
    15. September 2015 zu 15:38 Antworten

    […] sorgte Nissan mit der extrovertierten Studie Qazana in Genf für Aufsehen, und erst recht, als zwei Jahre später […]

  4. Diana Strohl
    15. September 2015 zu 08:20 Antworten

    Sehr schön