Erste Fahrt: Seat Leon

Erste Fahrt: Seat Leon

Das Erfolgsmodell der Iberer geht seit 1999 bereits in die 4. Generation und möchte seinen Status als meistverkauftes Auto der Marke weiter ausbauen. Dabei bedient sich der Seat Leon genau wie seine Konzernkollegen VW Golf VII, Audi A3 8V und Škoda Octavia III des Modularen Querbaukastens, um Entwicklungskosten zu sparen. Diese möchte der spanische Autobauer mehr in den Ausbau zum Thema „vernetztes“ Fahrzeug stecken. Sein Portfolio an Karosserie-, Motoren- und Antriebsangeboten macht ihn bislang für seine Kundschaft attraktiv. Nun legt der Spanier ab 2017 nach. Mit neuem Design, der Ausstattungslinie XCELLENCE und Technologie des bereits in diesem Jahr vorgestellten ATECA will das C-Segment Fahrzeug neue Kunden gewinnen. Ab nächstem Jahr erhältlich, aber ab sofort bestellbar, stellt sich der Seat Leon dem europäischen Markt mit einem Einstiegspreis für Deutschland von 14.990 Euro.

Der neue Seat Leon im Fahrbericht

Spanischer Löwe mit neuem Design und Technologie
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Mit seinen Eigenschaften könnte er sogar in der Mittelklasse bestehen.

In punkto Ausstattung, Komfort und Fahrspaß würde der Seat Leon bereits jetzt schon eine gute Figur im Mittelklasse Segment machen. Alle Neuerungen sind im Drei- und Fünftürer sowie der Kombi-(ST) Variante verfügbar und ziehen sich über alle Benzin-, Gas- und Dieselmotorisierungen. Die Veränderungen am Design sollen den Leon einmal mehr aus dem Einheitsbrei des C-Segments abheben. Die Motorhaube weit nach vorn gezogen, trägt der chromgerahmte Kühlergrill das Markenlogo „S“ prominent. Darüber hinaus verbindet er die neu gestalteten LED-Scheinwerfer, die sich weit nach außen ziehen. Tagfahrlicht und Blinker bedienen sich der gleichen LED Reihe. Die schmalen Scheinwerfer starten eine Sicke, die sich über das gesamte Fahrzeug hinwegzieht, um an den LED Heckleuchten zu enden. Alles in allem steht der Leon mit seinem neuen „Kleid“ stark und dominant auf der Straße. Sein Auftreten wirkt zumindest optisch sportlich agil. Die gesamte Palette der Leon Familie konnten wir zwar nicht in 24 Stunden testen, aber einen ersten Eindruck bekamen wir vom fünftürigen 1.8 TSI Benziner letzten Freitag und Samstag in und um Barcelona.

Interieur mit Sinn und Verstand

Interieur mit Sinn und Verstand.

Angenehme Materialien und Ambiente

Schon beim ersten Einsteigen in den Wagen empfängt uns ein angenehmes Ambiente aus Material und Verarbeitung. Das Cockpit scheint sich seinem Fahrer zu zuwenden. Dabei sticht das gut proportionierte Acht-Zoll-Display als Schaltzentrale heraus. Alle Informationen rund um das Fahrzeug sind im Display direkt vor dem Fahrer reflektiert. Notwendige Einstellungen vor der ersten Fahrt lassen sich bequem und schnell vornehmen. Die digitale Vernetzung hält mit der neuesten Generation des Seat Easy-Connect-Infotainment-System Einzug. Das System funktioniert sowohl über Stimmenerkennung als auch über Gestenkontrolle.

Mittelkonsole mit Aufladestation für Smartphone und Top Sound

Mittelkonsole mit Aufladestation für Smartphone und Top Sound.

Das kabellose Aufladen des Smartphone erfolgt erstmals im Leon über eine Connectivity-Box in der Mittelkonsole. Zwei USB-Anschlüsse geben Gelegenheit, gleichzeitig ein MirrorLink kompatibles Smartphone und eine externe Musikquelle anzuschließen. Die Passagiere genießen sowohl auf den Frontsitzen als auch im Fond Sitzkomfort mit ordentlicher Beinfreiheit. Selbst ein Reisen mit ausreichend Gepäck ist im Leon gewährleistet. Dies unterstreicht das Kofferraumvolumen des Fünftürers mit 380 Liter bei voller Bestuhlung.

Motorisierung Range ist komplett

Motorisierung Range ist komplett.

Komplettmotorisierung

Der Leon präsentiert sich mit vier Benzin-, zwei Diesel- und einer gasbetriebenen Motorisierungen. Dabei folgt der katalanische Autobauer der Philosophie Aufladung ersetzt Hubraum. Kombiniert werden der TSI 1.0 Liter Dreizylinder (85 kW/115 PS), 1.2 TSI (63 kW / 86 PS und 81 kW / 110 PS), 1.4 TSI (81 kW / 110 PS, 92 kW / 125 PS und 110 kW / 150 PS) und 1.8 TSI (132 kW / 180 PS) sowohl mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe (vollsynchronisiert) als auch einem 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe. Bei den Dieselaggregaten (1.6 TDI 66 kW / 90 PS – 85 kW / 115 PS – 2.0 TDI 110 kW / 150 PS – 2.0 TDI 135 kW / 184 PS) zieht Seat die Kombination von 6-Gang-Schalt- und 6-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe vor. Die kleinsten Motorisierungen der Benziner und Diesel werden mit einem 5-Gang-Schaltgetriebe angeboten. Der gasbetriebene Leon ist mit einem 1.4 Liter Motor in der Leistungsstufe 81 kW (110 PS) sowohl mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe als auch 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe zu kombinieren. Die ersten Testkilometer führen uns mit dem 1.8 TSI (132 kW / 180 PS) mit 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe quer durch das Umland und den Stadtverkehr von Barcelona. Positiv fallen dabei die sportlich agile Performance, aber auch eine souveräne Laufruhe auf. Die Abstimmung des Fahrwerks in Kombination mit der elektromechanischen Servolenkung gibt uns ein permanent positives Gefühl, auch bei schnelleren Kurvenfahrten nicht auszubrechen. Die uns präsentierten Tiefstverbrauchswerte von 5,8 Liter sind an den Tagen der Veranstaltung leider nicht zu prüfen.

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Sicherheitsassistenzsysteme vom großen Bruder ATECA.

Technologie aus dem ATECA

Beim Thema Sicherheit liegen die spanischen Ingenieure voll im Trend. Kunden, die den Down-Size Trend mit gestalten, möchten die Verantwortlichen aus Barcelona binden. Das bereits im ATECA vorgestellte Gesamtpaket der Fahrerassistenzsysteme wird nun auch in den neuen Leon übernommen. Hierzu gehören ein Stau Assistent, ein Abstandsregeltempomat (ACC) mit integriertem Umfeldbeobachtungssystem (Front Assist), eine City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung, Verkehrszeichenerkennung, ein Notfallassistent sowie ein Fernlichtassistent. Einige der einzelnen Systeme greifen ineinander über. So bindet der Stau Assistent  den Spurhalteassistent und die automatische Geschwindigkeitsregelanlage (ACC) zusammen ein. Beim Notfallassistent, der letztendlich bei nicht Reagieren des Fahrers bis auf 0 km/h abbremst, arbeitet unter anderem der Spurhalteassistent zu.

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Top Ausstattung XCELLENCE.

Neue Top Ausstattung XCELLENCE

Ab Januar nächsten Jahres erwarten die Käufer des Leon vier Ausstattungslinien. Seat bietet hier bereits zum Einstieg „Style“ viele Fahrerassistenzsysteme wie das City-Notbremssystem, Müdigkeitserkennung und Tempomat. Startet der Leon Fünftürer mit dem Basispaket, dem Benziner 1.2 TSI (66 kW/86 PS) bei 15.490 Euro, so endet der Bestseller der Spanier mit dem Topmodell Diesel Leon „XCELLENCE“ (2.0 TDI, 135 kW/184 PS) bei 30.020 Euro. Die drei Ausstattungslinien „Style“, „Reference“ und „FR“ werden erstmals von der Variante „XCELLENCE“ unterstützt. Sie beinhaltet unter anderem eine Polsterung Alcantara oder Leder sowie die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Ambientebeleuchtungen zu wählen. LED Heckleuchten inklusive LED Heck-Blinker sind ebenso mit der Ausstattung „XCELLENCE“ und „FR“ serienmäßig verbunden wie ein schlüsselloses Schließ- und Startsystem. Einen Aufpreis  zwischen „XCELLENCE“ und „FR“ möchte Seat nicht erheben, da man mit diesen Varianten unterschiedliche Kunden ansprechen wird.

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Macht auch und gerade im urbanen Verkehr eine gute Figur.

Fazit: Neue Massstäbe im C-Segment

Der Leon in Verbindung mit all seinen Karosserie- und Antriebsvarianten bietet ab der 4. Generation noch mehr Fahrkomfort und Fahrspaß. Das neue Design und die angebotenen Fahrerassistenzsysteme  setzten hierbei Massstäbe im C-Segment.

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Gesamtpaket Seat Leon stimmt.

Mit diesem Rundum Paket ist der Seat Leon die bestmögliche Option. 

Text und Bild: Stefan Beckmann