Fahrbericht: Der neue Mercedes Marco Polo 250 BlueTEC

Fahrbericht: Der neue Mercedes Marco Polo 250 BlueTEC

Fährst du noch oder wohnst du schon?

Für die einen liegt die Freiheit auf dem Rücken der Pferde, für die anderen muss die Freiheit noch ein paar Pferdestärken mehr mitbringen. Auf den Spuren von Marco Polo ging es zwar nicht bis nach Peking, dafür aber ins sonnige Portugal, wo die neueste Fahrzeuggeneration von Mercedes-Benz darauf wartete, erkundet zu werden. Bei lauschigen 20 Grad kommt eine kleine Campingtour doch gerade recht. Dafür bietet der neue Marco Polo mit seinen 5,14 Metern genug Platz für kuschelige Abende am Lagerfeuer im gehobenen Stil. Schon von außen betrachtet wird klar, hier wird nicht nur einfach gecampt, sondern residiert. Ausgestattet wurde der Luxus-Camper nur mit hochwertigen Materialien. Im Cockpit erwarten den Fahrer und seinen Beifahrer edles Leder und hochwertige Armaturen. Schaut man nach hinten, empfängt den geneigten Camper ein Ambiente im Yacht-Stil.

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Die Küchenzeile überrascht mit einem innovativen Ablagensystem. Es besteht aus mehreren Schubladen mit Selbsteinzug sowie großen Staufächern mit Schiebetüren und einem Kleiderschrank samt kleinem beleuchteten Spiegel. Die Abdeckungen von Spüle, zweiflammigem Gaskocher und Kühlbox sind einzeln aufklappbar. So können die nicht benötigten Bereiche als Abstellfläche genutzt werden. Zudem sind sie aus pflegeleichtem Sicherheitsrauchglas, das Licht ins Fahrzeuginnere lässt, auch wenn die Abdeckungen hochgeklappt sind. Die Kompressor-Kühlbox hat ein Fassungsvermögen von 40 l und eine Kühlleistung von bis zu minus 20 Grad Celsius. Perfekt für den obligatorischen Champagner und die kleinen Delikatessen, die man am Abend genießen möchte. Ein platzsparender Klapptisch ermöglicht die Schlemmerei. Er ist an der Küchenzeile befestigt und kann flexibel über eine Schiene vor- und zurückgeschoben werden. Optimale Platzausnutzung  auch für vier Personen – zwei auf der Komfortsitzbank, eine auf dem um 140 Grad drehbaren Fahrersitz und eine auf dem um 180 Grad drehbaren Beifahrersitz. Ist das Aufstelldach erstmal ausgeklappt, kann auch ein 1,90 Meter großer Mensch bequem im Inneren stehen. Herrlich.

Unterm Mercedes Sternenzelt

Geschlafen wird natürlich ebenfalls im großen Stil. Auch wer zu viert unterwegs ist, muss sich um den Schlafkomfort nicht sorgen. Die Zweiersitzbank im Fond wird binnen Sekunden zu einem 2,03 mal 1,13 Meter großen Doppelbett. In der Liegeposition wird automatisch die Luft aus den Sitzwangen gelassen und die oft störenden Gurtschlösser werden versteckt. Die Bettverlängerung wird direkt zum bequemen Kopfteil umfunktioniert und bietet mehr als genug Platz auch für Schlafriesen. Doch was wäre ein Camper ohne das obligatorische „Himmelbett“ unter dem Dach. Das 2,05 mal 1,13 Meter große Komfortdachbett besteht aus einer hochwertigen Kaltschaummatratze und speziellen punktelastischen Federelementen, die definitiv getestet werden mussten. Eine kleine Herausforderung stellte das Hochklettern dar, doch mit einem Trick, indem man einfach den Fahrersitz herumdreht und als Hilfsleiter nutzt, schafft es auch der ungelenkigste Camper in das Kuschelwunder unterm Aufstelldach.

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Das Textilgewebe um einen herum vermittelt nun auch das wahre Camping-Gefühl. Das atmungsaktive Textilgewebe ist zwar blickdicht, aber nicht geräuschdicht. Wie bei einem echten Zelt wird jedes Geräusch der Nacht herangetragen. Ganz schön, wenn es nicht gerade das Schnarchen des Nachbarn ist. Aber so ist das wilde Camperleben nun mal. Natur pur. Am Ende auch im teuren Luxus-Camper. Trotzdem wird es eine sehr gemütliche, wenn auch frische Nacht unterm Mercedes Himmel. Selten so gut geschlafen, wenn auch kurz, denn der Nachbar meinte bei seinem Toiletten-Gang gegen Sonnenaufgang, das gesamte Mobiliar auseinander nehmen zu müssen. Eine kleine Gesichtserfrischung aus dem 38 Liter Frischwassertank sorgt aber schnell für wache Geister. Der Abwassertank mit 40 Liter sammelt alles, was an Flüssigkeiten nicht mehr benötigt wird. Im Vergleich zum Vorgänger ist er deutlich größer.

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Gefrühstückt wird bei unserer Camping-Tour leider nicht im Marco Polo. Dabei bietet er für den entspannten Aufenthalt im Freien serienmäßig zwei Campingstühle und einen Tisch. Für Schatten auf der „Terrasse“ inmitten der Natur sorgt auf Wunsch eine Markise über der Schiebetür, die erstmalig im Segment abnehmbar ist, wenn sie – beispielsweise im Winter – nicht gebraucht wird.

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Performance auf jeder Linie

Trotz allem Komfort beim Campen vergessen die Stuttgarter natürlich nicht dem Komfort beim Fahren. Was ein bisschen aussieht wie ein Phaser aus Star Trek, erweist sich als das Touch-Bedienelement für das Media- und Navigationscenter, das sich mit ein wenig Übung gut bedienen lässt. Ein hochmoderner Vierzylinder-Turbodiesel mit zweistufiger Aufladung sorgt in drei Leistungsstufen für effizienten Fahrspaß. Der Marco Polo 200 CDI entwickelt 100 kW (136 PS) und ein maximales Drehmoment von 330 Nm. Der Marco Polo 220 CDI mobilisiert 120 kW (163 PS) und 380 Nm. Mit einem Verbrauch von nur 6,0 Liter pro 100 km und einem CO2-Ausstoß von 158 Gramm pro Kilometer nimmt er eine absolute Spitzenstellung im Segment ein. Die 140 kW (190 PS) starke Top-Motorisierung Marco Polo 250 BlueTEC glänzt mit einem kraftvollen maximalen Drehmoment von 440 Nm und verbraucht lediglich 6,2 Liter auf 100 km. Bei der Kombination aus Landstrasse, Stadtverkehr und Autobahn pendelte sich der Verbrauch auf gute 7,6 Liter ein. Perfekt für ein so massiges Gefährt, das für den Stadtverkehr auf den ersten Blick eher ungeeignet erscheint. Doch auch hier meistert der Marco Polo jede Fahrsituation problemlos.

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Optimale Traktion auf jedem Untergrund bieten alle drei Motorisierungen in Verbindung mit dem permanenten Allradantrieb 4MATIC. Dabei helfen Sicherheitssysteme wie das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP®, der Attention Assist, ein Aktive Park-Assistant, ein Collision Prevention Assist und noch jede Menge mehr optionaler Assistenten. Wegweisend im Segment der kompakten Reisemobile sind zudem der Agility Select Schalter mit vier Fahrprogrammen sowie das Agility Control Fahrwerk mit selektiver Anpassung des Dämpfungssystems an die Fahrbahnbeschaffenheit. Im Grunde kann man dem Fahrzeug fast alles überlassen. Fast.

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Fazit:

Der neue Marco Polo ist ab 54.835 Euro erhältlich. Möchte man ein bisschen mehr haben, muss man auch ein „bisschen mehr“ aus der Tasche holen. Wer sich seinen Traum- Marco Polo zusammenstellen will, kann sich darauf einstellen, schnell ein kleines Vermögen zu bezahlen. Doch bekommt man ein mehr als hochwertiges Fahrzeug, das nicht nur viel Sicherheit vermittelt, sondern auch enorm komfortabel auf der Strasse steht. Adé, Camping in der Rostlaube, good bye, Zelten auf ungemütlichen Iso-Matten. Jetzt ist die Zeit des Luxus-Campens angebrochen. Der Mercedes Benz Marco Polo macht es vor und hebt die Messlatte schon mal ein ganzes Stück nach oben.

Fahrbericht: Simone Amores
Fotos: Simone Amores / Daniel Maurer

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