Fahrbericht Škoda Superb 4×4

Fahrbericht Škoda Superb 4×4

Fahrbericht Škoda Superb 4×4 Bjoern

Testwagen-Bewertung

Dynamik
Komfort
Emotionen
Multimedia
Sicherheits- und Assistenzsysteme
Preis und Leistung

Summary: "Super B"? Super-Businessclass!

4.2

Best in Class

Benutzerbewertung: 4.6 (2 Stimmen)

Wer das Vergnügen hat, hinter einem neuen Superb auf der Autobahn herzufahren, der kommt nicht umhin, die Arbeit des Škoda-Designers Kaban zu loben. Seriös im Auftritt, aber dennoch sexy auf der Straße. Im dunklen Farbton eines braunschwarz wird aus dem Superb eine wundervolle Fließheck-Limousine. Ich bin geneigt zu sagen: Der schönere Audi A5. Der elegantere A6. Der modernere A4. Der emotionalere VW Passat. Einfach ein schönes Auto, dieser Superb.

„Super B“

Test und Fahrbericht des Škoda Superb 4×4 TDI DSG  Laurent & Klement

MQB? Natürlich MQB. Der „modulare Querbaukasten“ des Volkswagen-Konzerns ist das Wundermittel im Fahrzeugbau. Alles geht. Vom Golf bis zum Superb, alles aus einer Tüte. Doch wer den Superb nun nur auf diesen „Baukasten“, der eigentlich nur eine Plattform ist, reduziert, hat den Sinn und Wert des großen Tschechen nicht verstanden. Sicher, alle Zutaten sind bekannt. Der 2.0 Liter Diesel in der zweithöchsten Ausbaustufe, das DSG, die Haldex-Kupplung, die Infotainment-Systeme. Alles alte Bekannte. Und dennoch, es sind eben nicht einfach nur die Zutaten, die ein Gericht genießbar machen, es ist der Koch, der es köstlich werden lässt. Und was man in Mlada Boleslav auf Basis des MQB kocht, schmeckt. Und sieht eben auch gut aus. Aber kann der Superb auch in der Business-Class überzeugen?

Firmenwagen-Fahrer, User-Chooser und Dienstwagenberechtigte, aufgewacht und aufgepasst. Der Superb als 190 PS Diesel mit DSG und 4×4 ist ein Underdog auf dem Firmenparkplatz, aber ein besonders schöner und als L&K (wie gefahren) ein ganz feiner.

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Erste Disziplin: Dynamik

Als Limousine ist der Superb ja eigentlich gar keine Limousine, er ist ein Fließheck. Aber egal, beides in der Kombi-Nation Deutschland eher selten. Als Testwagen hat Škoda nicht nur das „seltene“ Fließheck gestellt, sondern auch gleich noch die wertige L&K-Ausstattung in dem dunklen Cappuccino-Farbton herausgerückt. Diese Farbe, die nach zu wenig Milch und zuviel Eleganz ausschaut, der Superb wird in dieser Kombination seinem Namen mehr als gerecht.

So elegant geparkt, will man den schnöden Dynamik-Anspruch den RS-Brüdern eine Stufe darunter überlassen. Doch die 4.8 Meter lange Limousine  Fließheck lässt sich, eben dank der jüngsten MQB-Basis und überschaubaren 1.615 kg Leergewicht nicht lange bitten. Der Harnstoff gereinigte Antriebsstrang bietet 190 PS und 400 Nm an. Das 6-stufige Doppelkupplungsgetriebe portioniert die Kraft binnen 7.6 Sekunden auf Tempo 100. Gefälliger noch als der reine Sprint, die geschmeidige Kooperation zwischen dem entfernt knurrenden Diesel und dem DSG-Getriebe. Okay – Baukasten eben. Aber, es funktioniert.

Per Drivemode-Taster lassen sich das Fahrwerk und alle die anderen Steuergeräte, von der Lenkung über die Gaspedal-Kennlinie bis hin zum adaptiven Tempomaten, auf das morgendliche Befinden hin adaptieren. Comfort mag ein wenig zu weich in der Dämpfer-Abstimmung sein. Sport passt wiederum nicht zum trendigen und eleganten Farbton. Finger weg – oder per Individualmode auf die eigenen Wünsche eingestellt. Effizienz ist eine ganz gute Wahl. Das Getriebe wird ruhig gestellt, die 400 Nm sollen aus dem Drehzahlkeller ziehen und auf der Bahn wird beim Rollen ausgekuppelt. Die coole und ruhige Gangart lässt genug Zeit, den Innenraum zu genießen.

Fakt: 0 auf 100 rennt er in 7,6 Sekunden, bei 229 km/h ist Schluss.

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Zweite Disziplin: Komfort

Selbst wenn der Comfort-Modus des „Drive-Mode“ ein wenig zu „weich ist – so ein wenig Couch-Feeling passt zum „großen Tschechen“ ganz gut. Derweil macht man sich breit in Reihe eins, genießt das gute Gestühl, freut sich über eine excellente Verarbeitung und schätzt die sehr gute Farb- und Materialwahl. Sicher, beiges Leder kauft bei uns vermutlich niemand. Zu schmutzempfindlich für den Alltag. Aber so jungfräulich wie im Testwagen wirken der sanfte Toffee braune (Magnetic-braun in Wahrheit!) Farbton und das helle Interieur einfach perfekt zusammen. Dazu der elegante kleine Leuchtstreifen quer durch das Cockpit.

Einmal die volle Punktzahl für Autos, die „noch bezahlbar“ sind.

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Dritte Disziplin: Emotionen

Soverän ist auch eine Emotion. Oder? Der Superb vermittelt dieses Gefühl von souveränem Wohlstand, ohne deswegen gleich an die Sozialneid-Debatte zu erinnern. Sein Design ist wesentlich besser als alles andere, was aktuell aus dem VW-Konzern kommt. Modern, technisch und dennoch nicht kühl und auswechselbar. Dass man sich zudem an die Firmengründer Laurent & Klement erinnert, um die Top-Version auszustatten, es macht das ganze Fahrzeug so nahbar und bodenständig. Und wo wir hier doch über Platz und Raumfülle eines Audi A6 sprechen, nein, auf der Rückbank ist es eher ein A6L, den man sonst nur in China erhält. Dass der adaptive Tempomat gegen Aufpreis auch bis Tempo 210 arbeitet, senkt im übrigen den Ruhepuls der Dienstwagen-Piloten – wenn man mal wieder 1.000 km am Tag gerissen hat. Ist ja auch eine Emotion. Also, kein Stress.

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Was geht beim Thema Multimedia?

rSAP nennt sich die Mobilphone-Technik, mit der das Multimedia-System aufgerüstet werden kann und dann die Hoheit über die SIM-Karte des Mobiltelefons übernimmt. In Verbindung mit dem Infotainmentsystem Columbus gibt es dann einen 8-Zoll großen Touchscreen, mit Näherungssensor (okay, auch alles VW-Baukasten, aber eben gut!), mit WLAN-Hotspot und im Businesspaket „Columbus“ für 1.890 € dann auch mit der Verkehrsschild-Erkennung und dem Tablet-Halter für den Fond. Verkehrsschild-Erkennung und Tablet-Halter im Fond? Ja – manche Pakete muss man nicht verstehen. Umso mehr freut man sich in Reihe zwei über den unkomplizierten Weg, das „Plus-Smartphone, Phablet oder Tablet“ an der Kopfstütze des Beifahrersitzes montieren zu können, per WLAN im Auto online zu gehen und so zu tun, als wäre die Business-Class plötzlich zur Chauffeurs-Limousine aufgestiegen.

Mit der „Media Command App“ auf dem Tablet kann man dann auch von Reihe zwei aus über das Multimedia-System herrschen. Die 80 € Aufpreis sollte einem der Trick wert sein.

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Das bietet er zum Thema Sicherheits- und Assistenzsysteme:

Mercedes-Benz nennt es „Pre-Safe“, bei Skoda spricht man von einem „proaktiven Insassenschutz“. Leider berechnet Škoda hierfür weitere 150 € Aufpreis, in Verbindung mit den hinteren Seiten-Airbags sind es 290 €. Der „proaktive Insassenschutz“ erkennt einen unvermeidbaren Unfall und wird bereits zuvor bei kritischen Fahrsituationen aktiv. Er schließt die Fensterscheiben, stellt die Rückenlehnen gerade und die Gurte werden gestrafft. Das dient einem maximalen Insassenschutz. Damit es gar nicht erst soweit kommt, sollte man auch beim Thema „dynamischer Lichtassistent“ und Spurwechsel-Assistent den 990 € teuren Haken setzen. Gerade der Auspark-Assistent kann beim rückwärtigem Herausfahren aus Parklücken vor kritischen Situationen schützen!

Dass man den übersichtlichen Superb zudem mit einem Parklenk-Assistenten erhält, nun, wir schieben es auf die „modernen Zeiten“. Denn notwendig hat es die Fließheck-Limousine nicht.

Die Preisliste:

Bei Škoda lernt man von den Besten der Premiumklasse. Das machen nicht nur die Autos deutlich. Auch die Preisliste ist inzwischen lang und unübersichtlich geworden. Dass man sogar ein banales USB auf Lightning-Adapter Kabel anbietet und 42 € daran schreibt, nun – wir lassen es unkommentiert.

Mit einem Gesamtpreis von über 50.000 € hat sich der Basispreis des „günstigsten Superb“ von 24.890 € mehr als verdoppelt. Dass 50.000 € früher mal 100.000 DM waren, wir sparen es uns. Damals war ein Skoda ja auch kein L&K Superb.

Fazit:

Die ideale Business-Class Limousine? Was wäre, wenn ich Ihnen sage, sie müssen in Tschechien suchen und nicht in Ingolstadt, Stuttgart, München oder gar Wolfsburg? Würden Sie mir einen Vogel zeigen? Ja?

Wie wäre es, wenn Sie den „Super B“ erst einmal fahren … ?

Test skoda superb laurent klement 019 test 190 PS 4x4 dsg

 

„Business-Class mit mehr Beinfreiheit!“

Alternative zu: VW Passat, Audi A4, Mercedes E-Klasse
Passt zu: Firmenwagenfahrern und bescheidenen Genießern
Das überzeugt: Fahr- und Raumgefühl 

Motor und Getriebe

+

Škoda

Superb 190 PS 4×4 Laurent & Klement

MotorR4, Diesel, Turbo, Direkteinspritzer
Hubraum1.968 ccm³
Leistung190 PS @ 3.500 – 4.000 U/min
Kraft400  Nm @ 1.750-3.250 U/min
Getriebe6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
AntriebsachseHaldex5, Hang-On Allradantrieb

Abmessungen und Fahrleistungen

+
Länge, Breite, Höhe4.861, 1.864, 1.453   mm
Radstand2.841 mm
Leergewicht1.615 kg
Wendekreis11,7 m
Höchstgeschwindigkeit229 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,6 sec
Normverbrauch5.0 – 4,9 l/100 km

Verbrauch im Test

+
Alltagsfahrer6.3 l / 100 km (Diesel)
Öko-Experte5.1 l / 100 km
Außendienst-Modus8.5 l / 100km
 Mehr zum Thema Verbrauch: So messen wir auf m-a-b

Test, Text und Fotos: Bjoern Habegger

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Ein Kommentar

  1. autonotizen.de Bernd Conrad
    autonotizen.de Bernd Conrad
    25. Februar 2016 zu 14:46 Antworten

    Ich habe diesen Fahrbericht gelesen, während ich mit einem Milchkaffee das Mittagessen heruntergespült habe. Dazu passt der Kaffebraune Superb bestens. Wie auch der Bericht, danke schön für sieben entschleunigte Minuten angenehmen Lesespaß.
    Und ja, wer vor dem Nachbarn posen muss, kann dies gerne mit einem Basis-A6 ohne Xenon und Ledersitzen machen, wer von Autos auch nur halbwegs Ahnung hat/ haben will, kommt eigentlich nicht an Skoda´s Dickschiff vorbei. Das mit dem 190 PS TDI auch nicht mal auf der Autobahn.
    Statt mit beigem Leder gibt es den L&K auch innen in braun. Traut man sich nicht? Kleiner Tipp: Der Skoda-Händler kann – obwohl es noch (!) nicht im Konfigurator steht, auch beim L&K den Haken bei schwarzen Tierhautsitzen machen.

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