Infiniti: VC-T oder Vorsprung durch Technik

Infiniti: VC-T oder Vorsprung durch Technik

Es ist eine Sensation. Zumindest für Menschen, die sich für die Technik eines Autos interessieren. Infiniti stellt den ersten Motor mit variablem Verdichtungsverhältnis vor. Eigentlich ist das Verdichtungsverhältnis immer fix. Es ergibt sich aus Hubraum und Kolbenweg und bislang konnte man das nicht variieren. Es gibt Forschungs-Triebwerke bei anderen Herstellern (zum Bsp. Audi), aber die Nobel-Tochter von Nissan stellt jetzt diese bahnbrechende Neuheit für die Serie vor. Damit stellt sich Infiniti in die erste Reihe und präsentiert eine Motorentechnik, die den Verbrennungsmotor über ein paar weitere Jahre retten könnte. Leistung wie ein V6, Verbrauch wie ein Vierzylinder.

Sechszylinder-Power, Vierzylinder-Durst

Der VC-T Motor wurde jüngst vom obersten Motoren-Entwickler bei Infiniti, Shinichi Kiga-San, präsentiert. Ein Triebwerk, in dem 20 Jahre Forschungsarbeit und über 300 Patente stecken. Die Abkürzung VC-T steht für „variable compression“ und für „turbo“. Denn das Triebwerk kann nicht nur die Kompression verändern, und das nicht wie bei anderen „Forschungstriebwerken“ zwischen zwei Werten, sondern voll variabel zwischen8:1 und 14:1. Zudem wird der VC-T auch über eine Turboaufladung verfügen. Leistungsdaten sind bislang nicht bekannt. Aber wenn man bei Infiniti von den Leistungswerten eines „Highpower 4 Cyl.-Turbomotors“ spricht, dann wird man wenigstens 280PS, eher knapp 300 PS, vorweisen müssen. Das alles soll dann dennoch den Verbrauch eines „super-effizienten“ Vierzylinders erreichen. Auf Dieselniveau? Erwarten wir 280 PS und 4.5 Liter Verbrauch? Kombinieren will man dies zudem mit der Laufruhe und dem Komfort eines V6-Benziners. Und das in einem SUV? Denn auch das ist ein offenes Geheimnis, Infiniti wird die eigene SUV-Palette weiter ausbauen und als nächstes auf der Agenda steht ein modernes „Midsize-SUV“. Der passende Name? QX50?

Für Infiniti ist dieser Motor ein Durchbruch. Er macht unabhängig vom Dieseltriebwerk, das man in der Welt kaum leiden mag und nur bei uns wirklich braucht. Noch. Der Motor wird die Drehfreude und Kraft eines modernen Turbo-Triebwerkes mit der Sparsamkeit eines Diesels verbinden. So zumindest der Ausblick. Und passt damit ideal in die nächste Generation von SUVs.

Infiniti VC-T Motor 003 variable Vedichtung

Die Wippe machts

Möglich wird dies, vereinfacht dargestellt, über eine Wippe auf der Kurbelwelle. Diese Wippe führt auf der einen Seite das Pleuel und auf der anderen Seite wird der Verstellmechanismus des „Harmonic Drives“ befestigt. Während diese Wippe, genannt Multi-Link, auf der Kurbewelle sitzt und dort die Kraft vom Kolben überträgt, ist sie zugleich variabel in der Position. So verändert sich der mögliche Hub des Kolbens und damit das Verdichtungsverhältnis. Stufenlos und für jeden Zylinder einzeln gesteuert.

Niedrige Verdichtung im Bereich hoher Leistungsanforderung und hohe Verdichtung für maximale Effizienz. Zudem wurde eine Ventilsteuerung umgesetzt, um die Ventilzeiten auf der Einlassseite variabel zu gestalten. Während die Einlass-Seite elektronisch gesteuert wird, erhält die Auslass-Seite eine hydraulische Ventilsteuerung. Der Motor ist somit auch in der Lage, stufenlos zwischen einem Atkinson-Verbrennungsverfahren und dem klassischen Viertakt-Verfahren umzuschalten.Infiniti VC-T Motor 001 variable Vedichtung

Kraft, Verbrauch, Komfort – eine neue Dimension?

Infiniti verspricht die Power eines sportlichen High-End Vierzylinders, den Verbrauch eines Diesels und die Laufruhe eines V6. Für den Chef der Marke, Roland Krüger, ist klar:Der VC-T Motor hat das Zeug, um zum Diesel-Ersatz zu werden. Und natürlich kann man die VC-T Technik mit jedem Hubraum und jeder Zylinderanzahl kombinieren – auch mit einer Hybrid-Technik.“

Das Triebwerk wird seine Weltpremiere auf dem Automobil-Salon in Paris erleben, wir sind gespannt auf weitere Einblicke. In Serie soll das neue Triebwerk ab 2018 gehen, damit wird Infiniti der erste Hersteller mit dieser Technik sein.

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