KFZ-Versicherung: Werkstattbindung, wann macht sie Sinn?

KFZ-Versicherung: Werkstattbindung, wann macht sie Sinn?

KFZ-Versicherung: Für wen ist eine Werkstattbindung sinnvoll – für wen nicht?

Bevor mit dem funkelnagelneuen Wagen die ersten Runden durch die Landschaft gedreht werden können, gilt es noch einiges zu beachten und zu erledigen: Allen voran muss der Wagen gut gegen mögliche Schäden versichert werden. Wenn es wirklich einmal zu einem Schaden am Fahrzeug kommt, hängen die nächsten Schritte maßgeblich von den vertraglichen Bestimmungen ab. Wurde eine KFZ-Versicherung mit Werkstattbindung vereinbart, gibt die Versicherung die Werkstatt vor. Das kann für manche Versicherte Vorteile haben – andere machen besser einen großen Bogen um solche Policen. Warum? Das klärt dieser Blogpost!

Was es mit der Werkstattbindung auf sich hat

Viele Versicherer bieten bei ihren Kaskoversicherungen Policen mit Werkstattbindung an: Wer sich für eine solche entscheidet, hat im Schadensfall nicht die freie Wahl, in welche Werkstatt er den Wagen bringt. Stattdessen gibt die Versicherung eine zuständige Partnerwerkstatt vor. Die meisten Versicherungen haben ein ganzes Partnernetzwerk: Laut Focus hat das für die Versicherungen den Vorteil, dass sie ihren Partnern einen geringeren Stundensatz für die Reparatur des Autos bezahlen können, was bei einer vom Versicherten frei gewählten Werkstatt nicht möglich wäre.

Vor- und Nachteile

Der große Vorteil einer Werkstattbindung liegt damit auf der Hand: Dadurch, dass die Versicherung bei der Reparatur spart, kann sie die Police meist auch günstiger anbieten als einen entsprechenden Vertrag mit freier Werkstattwahl. Der große Nachteil ist, dass die zuständige Partnerwerkstatt im schlimmsten Fall sehr weit entfernt sein kann – insbesondere, wenn man eine längere Fahrt hinter sich gebracht hat. Wer also gerade auf dem Weg in den Urlaub an die Ostsee ist und es bei kaputter Kühlung mit Ach und Krach noch von der A20 runter in die Einfahrt eines einsamen Feldwegs schafft, könnte das Pech haben, dass der Wagen nicht in die nächstgelegene Werkstatt gebracht wird. Stattdessen könnte das Auto zu einem Partner in Berlin, Stralsund oder Rostock geschleppt werden. In den meisten Fällen ist das Partnernetzwerk in Ballungsräumen dichter, ein solches Horrorszenario muss also auch bei einem Vertrag mit Werkstattbindung nicht unbedingt eintreten.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, entscheidet sich trotzdem für eine andere Police. Beispielsweise besteht bei der KFZ Versicherung von CosmosDirekt die Werkstattbindung nur bei dem „Basis-Light-Schutz“ – die anderen Tarifoptionen erlauben Ihnen die freie Werkstattwahl. Auch andere Versicherungen bieten meist ein bis zwei weitere Optionen ohne Werkstattbindung. Besonders bei Neu- und Leasingfahrzeugen rät der ADAC von Werkstattbindungen ab. Falls der Hersteller nämliche eine Vertragswerkstatt verlangt, kann die Werkstattbindung sogar eine Vertragsverletzung zur Folge haben.

Wer hingegen einen älteren Gebrauchtwagen versichern möchte und ohnehin nur im Umkreis der heimischen Großstadt unterwegs ist, kann durch eine Werkstattbindung durchaus Geld sparen. Das kommt gerade Fahranfängern, Azubis oder Studierenden zu Gute, die nur kürzere Strecken zurücklegen wollen oder bei denen das Geld noch nicht allzu locker sitzt.

Ob günstigere Verträge mit Werkstattbindung Vorteile bringen, hängt als maßgeblich davon ab, wie und wo der Wagen eingesetzt wird. Auch, ob es sich um ein gebrauchtes, neues oder geleastes Fahrzeug handelt, spielt eine Rolle. Die Kaskoversicherung sollte also mit Bedacht ausgewählt werden und zu den jeweiligen Bedingungen passen.