KUGAdventure 2016 – Frisch ans Werk

KUGAdventure 2016 – Frisch ans Werk

Ford hat seinen KUGA überarbeitet und schickt das kompakte SUV auf die Reise von Südeuropa bis hinauf in den hohen Norden zum Nordkap. Journalisten durften abschnittsweise mitfahren. Mein Auto Blog war auf der dritten KUGAdventure -Etappe dabei, 395 Kilometer von Bulgarien auf einer historisch bedeutsamen Route nach Serbien. 395 Kilometer in zwei Tagen, vorbei an trutzigen Festungen, einem berühmten serbischen Kloster im Serbischen Erzgebirge bis hin zu der Hauptstadt Serbiens.  Das hört sich nach Abenteuer an, nach rutschigen Straßen im Gebirge und matschigen Flussniederungen. Kein Problem für das Kölner SUV. Aber  auch wer sich mehr Sportlichkeit und Luxus gewünscht hat, kommt auf seine Kosten. Den KUGA gibt es jetzt nicht nur in der neuen Top-Line „Vignale“ , sondern auch in einer ST-Linie.  

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Feiner Nieselregen perlt an den Fenstern des bunt folierten Truck-Aufliegers ab. Aus dem zu Wohnzimmerbreite ausgefahrenen Inneren lockt der Duft von frisch gebrühtem Kaffee zum Frühstücks-Nachschlag. Der wohnlich hergerichtete Auflieger des 30-Tonners begleitet die Teilnehmer der Ford KUGAdventure-Tour und dient heute auf dem Stellplatz neben dem Best Western Hotel in Sofia als Anlaufstelle für die neuesten Informationen zur Strecke, zum Wetter und den Sehenswürdigkeiten unterwegs, die einen Stopp wert sein sollen. Der Automobilhersteller aus Köln hat sich für die Präsentation des Kuga, nach dem Focus das meistverkaufte Auto von Ford, etwas Besonderes einfallen lassen. Ein Tross von insgesamt 40 SUVs hat sich vor einigen Wochen in Athen auf den Weg gemacht, um nach 6000 Kilometern Fahrt durch 13 Länder und vierzehn Städte über den Balkan durch das Baltikum quer durch Skandinavien im November das Nordkap als Endziel zu erreichen. Auf Strecken unterschiedlichster Beschaffenheit und bei weit auseinanderklaffenden Außentemperaturen soll sich der Kuga, der 2008 auf den Markt kam und jetzt gründlich überarbeitet wurde, als Alljahres- und Allzweckwagen bewähren.

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mein-auto-blog Lifestyle Redakteurin Solveig am Kölner SUV-Star

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Wie gerufen, blinzeln jetzt pünktlich zur Abfahrt zaghaft Sonnenstrahlen durch die bleigrauen Regenwolken. In Reih und Glied stehen auf dem Hotelparkplatz nach Farben sortiert die SUVs zu Abfahrt bereit. Der Bestseller, der mit seinem Facelift um zwei Zentimeter in der Länge auf 4,54 Meter gewachsen ist, trägt den Ford typischen großen, steilen Grill als Gesicht, das damit nun markanter wirkt. Noch ein paar Retuschen an Scheinwerfern und den Heckleuchten, die ganz gegen den Trend bei Ford nicht mit LED-Technik aufwarten, und fertig ist das „neue“ Kuga Outfit. Schnell das Gepäck für die nächsten zwei Tage in den Kofferraums gepackt, der mit seinem Fassungsvermögen von ordentlichen 456 Litern damit etwas unausgelastet wirkt, für den Fall einer längeren Tour aber bis zu 1653 Liter bereithält. Unter der Haube stehen ein neuer 1,5-Liter-Benziner mit 120 PS und die bewährten mit 150 und 182 PS oder ein Zweiliter-Diesel mit 150 und 180 PS zur Verfügung. Alle Motoren ab 120 PS lassen sich mit Allradantrieb kombinieren, der die Antriebskraft bei Bedarf von der Vorder- auch an die Hinterachse verteilt. Bewährte Technik, die auf der Waage aber zusätzliche hundert Kilogramm bringt.

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Ziel des ersten Abschnitts unserer Tour von Sofia nach Belgrad ist das knapp zweihundert Kilometer entfernte serbische Aleksinac. Die Ausfahrt aus der bulgarischen Hauptstadt führt über noch regennasses Kopfsteinpflaster. Beiderseits der Straße wechseln sich repräsentative, aber zum Teil nur notdürftig restaurierte Villen aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts und die typischen sozialistischen Plattenbauten aus der Zeit danach ab. Dann geht es mit unserem 150 PS starken Diesel auf gut ausgebauten Landstraßen flott vorwärts bis zur serbischen Grenze, hinter der sich weder die Landschaft noch das Antlitz der Häuser in den Dörfern wesentlich verändert. Im Innenraum bietet der Kuga wie gehabt auf den optionalen Ledersitzen, die zwar bequem sind, aber etwas mehr Seitenhalt bieten könnten, ordentlich Platz. Der Fahrer darf sich auf Wunsch elektrisch seine optimale Sitzposition suchen. Mit dem neuen „SYNC 3“-System und der intuitiven Benutzeroberfläche über ein Acht-Zoll-Display hält jetzt auch im Kuga ein Mehr an Infotainment und Assistenz Einzug. Selbst ein genuscheltes „ Ich möchte jetzt Kaffee trinken “ oder „Das Auto muss tanken“ versteht die Ford-Sprachsteuerung und liefert daraus die geforderte Unterstützung in der Navigation.

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Wer sich mehr Sportlichkeit als 150 PS unter der Haube des Kuga wünscht, dem kommt es sehr gelegen, dass Ford den Fünfsitzer nicht nur erstmals in der luxuriösen Vignale-Version, sondern auch mit einer ST-Linie anbietet, die uns am zweiten Tag auf der Tour von Aleksinac nach Belgrad zur Verfügung steht. Den schicken sportlichen Look unterstreichen in Wagenfarbe lackierte Spiegelkappen, Seitenschweller, Türgriffe, ein Dachspoiler und Radhausverkleidungen sowie veränderte Stoßfänger und ein Unterfahrschutz. Selbstredend gehören ein spezielles Sportfahrwerk, eine direkter abgestimmte Lenkung und 19-Zoll-Räder zum Ausstattungsumfang. Damit mutiert der Kuga zwar nicht gleich zum Sportwagen, doch das SUV legt sich jetzt mit einem Elan durch die Kurven des Serbischen Erzgebirges, als habe es nur auf ein Abenteuer dieser Art nur gewartet. Der derzeit stärkste Diesel im Lineup (180 PS/ 400 Nm Drehmoment) nimmt dem immer wieder notwendigen Überholvorgang jeden Stress, auch wenn auf serbischen Provinzstraßen nicht mehr nur betagte Ladas unterwegs sind. Der Selbstzünder bleibt trotz kraftvollem Antritt kultiviert, auch beim Verbrauch. Bei den angegebenen 5,2 Liter Durchschnittsverbrauch blieb es am Ende nicht ganz, aber knapp sechs Liter sind für den 1,6 Tonnen schweren Allradler schon vorzeigbar.

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Die wuselige Streckenführung einer Kartbahn am Ende der KugAdventure-Tour in der Nähe von Belgrad wäre noch einmal eine Herausforderung ans Handling gewesen, sie blieb am Ende aber doch nur Hintergrund für Fotos. Der aufgewertete Kuga rollt ab 2017 in den deutschen Markt, bestellbar ist er schon jetzt.

 

 

 

Text und Fotos : Solveig Grewe