Mercedes CLA Facelift. Punkt.

Mercedes CLA Facelift. Punkt.

Mercedes bringt drei Jahre nach Markteinführung das Facelift des CLA.

„Der ist schon schick“. Diesen Satz habe ich in den letzten Jahren durchaus öfter gehört über den Mercedes CLA. Von Männern wie Frauen. Und jedes Mal stand ich mit Kopfschütteln daneben. Um Fassung ringend. Was ist nur mit den Menschen los?

Blicken wir drei Jahre zurück. Auf Basis der damals neuen A-Klasse bringt Mercedes eine viertürige Kompaktlimousine auf den Markt. Ja, mit Stufenheck. Da kommen Namen wie Chamade (Renault 19), Formheck (Opel Kadett E mit Stufe) oder Jetta (VW) in einem hoch.

Der Stufenaufschlag im Kompaktsegment wird natürlich nicht mit einer spießigen Rentnerkarre versucht, man stellt die Sportlichkeit heraus und bedient sich weiter oben in der Modellpalette. Aber mal ehrlich: Beim Versuch, den CLS zwei Klassen weiter unten zu etablieren, muss im Stuttgarter Designzentrum irgendwas passiert sein. Hat man den Touchscreen mit dem finalen Strich abends angelassen, die Putzfrau hat darüber gewischt und am nächsten Morgen ist das keinem aufgefallen? Riesige Überhänge prägen die 4,63 Meter lange Limousine, weil unter dem langen Blechkleid halt die enge A-Klasse mit ihren zwosiebzig Radstand hängt. Der Kombi macht daraus zwar ein etwas besseres Gesamtbild, kann das Augenleiden aber auch nicht auskurieren.

Mercedes CLA. Drallig, nicht drollig.

Mercedes CLA. Drallig, nicht drollig.

Wie gesagt, mit dieser Meinung stehe ich vielleicht alleine da. Denn die Menschen kaufen dieses Ding. Vor allem auch in den USA und in Asien. Was den CLA zum ersten und einzigen frontgetriebenen Mercedes macht, der in Nordamerika angeboten wird.

Und dort, nämlich auf der New York Auto Show Ende März, präsentieren die Schwaben drei Jahre nach dem Marktstart auch brav das Facelift. Neue Stoßfänger verabschieden sich von der einen oder anderen Kante, damit die Plastikspangen nun noch besser zum qualligen Restdesign passen. Innen darf sich der Ballonfinanzierungs-Anschlusskunde über anders gefärbte Zierleisten und geänderte Sitzbezüge freuen. Zumindest das Smartphone lässt sich jetzt besser verbinden, ein Muss heutzutage. Das freistehende Display ist dünner geworden. Außerdem fliegen die Bi-Xenon-Lichter aus der Aufpreisliste und werden durch LED-Scheinwerfer ersetzt.

Innen übliches Faceliftchichi. Neue Zeiger, neue Stoffe. Und ein flacheres Display.

Innen übliches Faceliftchichi. Neue Zeiger, neue Stoffe. Und ein flacheres Display.

Neu hinzu kommt eine optimierte Variante des Basisdiesels als CLA 180d BlueEFFICIENCY Edition, damit der Flottenverbrauch auf dem Papier weiter sinkt. Passt übrigens prima zum sportlichen Anspruch von Mercedes´ Kompaktflotte (jetzt aber nicht an die B-Klasse denken!).

So. Das soll reichen. Während ich mich nun weiterhin frage, wie um Himmels willen man diesem Auto ein dynamisches, sportliches oder schickes Design abringen kann, werden genau das die Messebesucher in New York und später die Kunden beim Mercedes-Benz Verkäufer tun. Vielleicht ist nicht der CLA neben der Spur, sondern ich. Aber hey, es geht mir gut dabei. Punkt.

P.S.: Die Begriffe „viertüriges Coupé“ und Shooting Brake“ wurden in den oben stehenden Zeilen bewusst nicht eingesetzt.

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