One more thing: TESLA Model 3 – Weltpremiere

One more thing: TESLA Model 3 – Weltpremiere

Der Messias ist zurück, herabgestiegen von seiner Wolke, um uns die Zukunft zu bringen. Nicht bloß ein paar wenigen Auserwählten, sondern: allen.

In all seiner schillernden Persönlichkeit hat Elon Musk nun endlich sein Model 3 vorgestellt. Ein Auto, über das wir folgendes wissen: 345 km Reichweite mindestens, 0-100 in unter 6 Sekunden, Kofferraum vorne und hinten, fünf Sitzplätze, Assistenzsysteme für semi-autonomes Fahren serienmäßig, supercharge-fähig und fünf Sterne in allen Crashtest-Disziplinen. Ach ja, einen Preis gibt es auch: 35.000 Dollar.

Das war es.

Keine Details über die Batterien, keine Daten zum Motor (einer, zwei, vorne, hinten, mittig), nix. Und warum? Weil es keiner braucht. Weil all das Daten sind, die niemanden mehr interessieren in Zukunft. Das Ding muss an der Ampel gescheit wegstarten, ausreichend lange fahren und das war’s. Der Rest ist Unterhaltung. Groß genug ist der Monitor ja.

135.000.000 Dollar hat Tesla bisher mit dem Model 3 schon verdient, schließlich haben sie seit gestern 135.000 Vorbestellungen à 1000 Dollar Anzahlung eingesäckelt. Wenn alle Vorbesteller wirklich kaufen, dann sind das 4.725.000.000 Dollar Umsatz an einem Tag. Das ist selbst nach Elon Musk-Maßstäben nett.

Allerdings darf man davon ausgehen, dass es noch weit mehr Kohle werden wird, schließlich gibt es für die 35 Kilo nur die nackte Basis – und das will ja niemand. Es muss dann schon ein Model 3 mit großem Akku und in der Dual Performance Variante sein. Dazu Mattlack, Felgen mit Carbon-Elementen, HiFi und Co. Sind dann sicher 60 Mille, was die Buben in Kalifornien nur freuen wird.

Problem an der Sache: das Stühlchen kommt erst Ende 2017 auf den Markt. Wenn, denn. Das große Problem ist die Verfügbarkeit der Akkus. Zwar hat man mit der Gigafactory, dem größten Gebäude der Welt übrigens, ordentlich Kapazität – 500.000 Fahrzeuge pro Jahr will man zu beliefern schaffen – doch das wäre mal eben mehr (!) die gesamte Menge bisher auf der Welt (!!) produzierter Lithium-Ionen-Akkus. So einfach wird da nicht mal ein Musk von null auf 500.000 starten können.

Bisher waren es gerade einmal 50.000 Tesla pro Jahr. Es dürfte also ein bisserl dauern, bis die Model 3 tatsächlich auf die Straße kommen. Eher Ende 2018 wohl. Und wer gestern nicht schon in der Schlange vorm Händler stand, bei dem wird es sicher 2019. Oder 2020.

Ob man da dann doch nicht besser Chevy Bolt fahren sollte? Oder Faraday, oder Techrules? Oder überhaupt nicht mehr Auto fahren?

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So ein bisschen hinter vorgehaltener Hand: lässig sieht das Ding aus. Das Interieur ist eine Ohrfeige für alle großen Hersteller – so kann das schon aussehen. Dagegen sieht sogar das Model S richtig billig aus. Auch das große (und scheinbar serienmäßige) Glasdach ist nett. Das Ding ist gut, für den Preis allemal. Wenn die Energiewirtschaft nun endlich den CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde in den Griff bekommt, dann kann man tatsächlich überlegen, ob so ein Elektromoped es nicht wirklich tut.

4 Kommentare

  1. Tesla ruft Model X zurück – Leichter Dämpfer für die Wunderkinder › Mein Auto Blog
    13. April 2016 zu 09:06 Antworten

    […] Problemen mit den Sitzen der dritten Reihe ruft Tesla sein Model X zurück. Laut „Wall Street Journal“ sind 2.700 Exemplare betroffen, […]

  2. Markus
    2. April 2016 zu 07:35 Antworten

    Wie blöd doch manche Menschen sind, egal ob in USA oder in HH, wie kann man sich für ein Massenprodukt nur vor einem Laden in einen Schlange einreihen??? Das Auto wird es ja wohl für einige Jahre zu kaufen geben, oder? Und optisch? Nicht wirklich der „Knaller“, innen noch viel hässlicher als von außen. Manche werden es wohl schlicht oder puristisch nennen, ich persönlich finde das Innenraumdesign schlicht einfallslos. Da kann TESLA noch ne Menge lernen bei den sogenannten etablieren Herstellern.

  3. Dirk Weige
    1. April 2016 zu 14:57 Antworten

    Hallo Herr Mechtel!
    Nun, wir sind bei der Planung eines neuen Plus-Energie-Eigenheims, relativ Energieautark mit kombinierter Erdwärme-, Wind- und Sonnenenergie, gepuffert in einer 96 KWh-Powerwallkonfiguration (weil 2 E-Kfz mit versorgt werden sollen).
    Sollte noch Strom zusätzlich von Nöten sein, ist ein variabler Stromvertrag mit LichtBlick das Auffangnetz. Doch dies sollte – nach bisherigen Erfahrungen – recht selten der Fall sein (höchstens 1 Tage im Jahr über einen 7-Jahres-Zyklus)!
    Ich sehe das CO²-Thema immer öfter bei Verbrennungsmotoren – seien diese mobil oder stationär!