Opel OnStar vorgestellt – So funktioniert der Opel Assistent

Opel OnStar vorgestellt – So funktioniert der Opel Assistent

Luton, ein kleines Nest nördlich von London, ist vor allem bekannt durch den dortigen Flughafen, den „Budget-Airlines“ als „London-Ersatz“-Flughafen verwenden. Demnächst sitzen dort bis zu 60 Mitarbeiter und stellen den Europäischen Opel OnStar Dienst auf die Beine. OnStar ist ein GPS und Mobilfunk basiertes Assistenz-System. In den USA kennt man die Dienste von General Motors seit bald 20 Jahren – für Deutschland und die EU stellt das System in seiner jetzigen Form eine Neuheit dar.

Opel OnStar – Dein Freund und Helfer

Das Command-Center in Luton sieht ein wenig nach Sci-Fi aus, nach der Kommando-Brücke von Captain Kirk oder wahlweise nach einem Seuchenkontroll-Zentrum aus einem Stephen King Film. Auf einer großen Videowand sieht man eine Landkarte mit den aktiven Not- und Assistenzrufen. Man erkennt die eingehenden „Unfall-Meldungen“ des Systems, hat die aktuellen Anrufe im Blick und schaut zugleich auf einem TV-Monitor die aktuellen Nachrichten. Unwetter im Anflug? Wintereinbruch? Die Erfahrungen aus 20 Jahren OnStar in Nord-Amerika haben gezeigt, dass solche bevorstehenden Schlechtwetterlagen für erhöhte Unfallzahlen sorgen werden. Mehr Unfälle = Mehr OnStar-Meldungen. In der OnStar-Zentrale wird man sich auf solche Situationen präventiv einstellen. Das direkte Call-Center, in dem später bis zu 60 Mitarbeiter die OnStar-Calls aus ganz Europa annehmen werden, sieht dann wieder völlig normal aus – wie ein Call-Center eben.

Der Partner, wenn es gekracht hat

In Nordamerika verzeichnet OnStar alleine 380 Fahrzeug-Diebstähle, bei denen man bei der Wiederauffindung des Fahrzeuges hilft. Und alleine 140.000 „ausgesperrte“ Fahrer. Pro Monat!

Bei einem Unfall schnell und koordiniert für Hilfe zu sorgen, das war die Grund-Idee von OnStar. Dank GPS-Ortung und Übermittlung des Standortes können Rettungskräfte zeitnah und direkt zum Ort des Geschehen gebracht werden. Sinnvoll. Manchmal ist es aber auch lustig, wie dieses Video zeigt:

Doch es muss nicht einmal krachen, um den Nutzen von OnStar zu verstehen. Opel integriert 5 Dienstleistungen in den OnStar-Dienst:

  • Routen-Navigation – Remote
  • Fahrzeug-Service und Diagnose
  • Dienstahlschutz
  • Fernsteuerung
  • WLAN-Hotspot

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Per Knopfdruck zum Service

Neben der Notruf-Funktion ist die Remote-Navigation vermutlich die wichtigste. Unterwegs auf der Autobahn will man mal schnell die Navigationsadresse eingeben? Das ist oft mit Ablenkung verbunden. Opel OnStar bietet Abhilfe per Knopfdruck. Einmal auf den blauen „On“ Button gedrückt und das Call-Center wird gerufen. In Luton wird man den Anruf entgegen nehmen und sich gleich in der richtigen Sprache melden. Alle  OnStar-Mitarbeiter sind mehrsprachig und anhand der Bordcomputer-Einstellungen des anrufenden Fahrzeuges erkennt das Call-Center, welche Sprache der Anrufer bevorzugt.

Live-Test

Wir haben das System bei einer Testfahrt zwischen London und Luton getestet. Der Versand der Navigationsdaten auf das Navi im Fahrzeug gelang auf Anhieb problemlos. Später wollten wir die weiteren Funktionen des Call-Centers testen und fuhren auf einen Parkplatz. Dort haben wir den Stecker vom Luftmassenmesser des neuen 2.0 Liter Diesel im Insignia abgezogen, den Motor gestartet und wurden mit einer leuchtenden Motorkontrolllampe belohnt.

Erneut ein Anruf im OnStar-Callcenter und um eine Fahrzeug-Diagnose gebeten. Opel Onstar ist in der Lage, die Daten aus der OBDII-Schnittstelle auszulesen und zu analysieren. Der OnStar-Mitarbeiter konnte binnen Sekunden die richtige Fehlerursache auslesen. Beeindruckend. Anstatt einen Servicewagen kommen zu lassen, haben wir den Stecker wieder aufgesteckt und unsere Fahrt fortgesetzt.

In den USA nutzen mittlerweile 7 Millionen Kunden das OnStar-System. Und in den vergangenen 19 Jahren wurden über 900 Millionen OnStar-Kontakte aufgezeichnet. In jedem Monat verschickt das OnStar Rechenzentrum mittlerweile 4 Millionen Service-Email.

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Digitale Hotline

Mit Opel OnStar baut der Fahrzeughersteller eine ständige digitale Hotline zwischen dem Fahrzeug, dem Kunden und dem Hersteller auf. Das ist sinnvoll für den Fahrzeug-Service und im Falle von OnStar schafft es eine echte Dienstleistung. Darüberhinaus auch einen echten und sinnvollen Kontakt zwischen Hersteller und Kunden. Per monatlicher Diagnose lassen sich die notwendigen Service-Arbeiten avisieren und der Kunde erhält einen monatlichen Servicereport über sein Fahrzeug.

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OnStar auch ohne Auto – nur mit dem Smartphone

Bei der ersten Testfahrt noch nicht verfügbar – aber bald in den App-Stores. Die OnStar App. Damit lassen sich viele Funktionen des Services auch direkt vom Handy nutzen. Die Frage zum Beispiel, wo ich mein Auto geparkt habe. Oder habe ich etwa den Schlüssel im Fahrzeug eingesperrt? Kein Ding, via Handy-App lässt sich das Fahrzeug entsperren.

On Star hilft auch beim „geklauten Fahrzeug“ weiter. Wurde das Fahrzeug als gestohlen gemeldet, kann die OnStar-Zentrale nicht nur das Fahrzeug via GPS orten, sondern auch „still legen“ und dann die Polizei zum Geschehen schicken.

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OnStar – Online für 7

Im ersten Jahr ist ein Wi-Fi Hotspot mit 4G/LTE Geschwindigkeit inklusive. Hier lassen sich bis zu 7 Endgeräte koppeln. Opel wird die genauen Kostenstruktur für die Datentarife noch bekannt geben. Bislang sind diese Preis noch nicht festgelegt.

 

German Angst?

Völlig neu ist das Thema „Privacy“ im Opel OnStar-System. Basierend auf dem Wunsch nach Datenschutz, kann der EU-OnStar Kunde per Tastendruck die Übermittlung seiner GPS-Daten (Standortes) deaktivieren. Sinnvoll? Nein, denn es führt die vielen guten Ideen des OnStar-Systems ad absurdum.  Ohne „Location“ keine Routenführung und auch keine Hilfe im Pannenfall. Genau deswegen kann das OnStar-Callcenter die „Maskierung“ der Ortsdaten deaktivieren – allerdings erst, wenn das Auto einen Unfall an die Leitstelle gemeldet hat.

Opel OnStar02_A294197 So funktioniert OnStar Presentation

OnStar – Ein Service mit Nutzwert?

Eindeutig ja. Alleine für die ursprüngliche Idee, im Falle eines Falles genau zu wissen, wo man die Hilfe benötigt (GPS-Ortung) und die Möglichkeit, per Stimme mit dem Mitarbeiter an der OnStar-Hotline in Verbindung zu bleiben – ein klares Sicherheitsplus.

Dass Opel das OnStar-System nun (ab dem 3. August) in Deutschland ausrollt und es für alle Baureihen verfügbar sein wird, ist ein echtes „Plus“. Im Falle einer Panne schnell und einfach um Hilfe rufen? OnStar hilft. Wer OnStar nach dem ersten Jahr weiter nutzen will, wird mit 99 € zur Kasse gebeten – wobei sich diese Kosten relativieren, weil der Schutzbrief (ähnlich einer ADAC-Mitgliedschaft) bereits integriert ist.

 

OnStar – Die Zukunft?

Das System ist der richtige Schritt in die richtige Richtung. Für die Zukunft wird man über diese Schnittstelle auch Software-Updates einspielen können und wer weiß, ob Opel die Dienstleistungen des OnStar-Systems nicht schon bald um einen „Concierge-Service“ erweitert?  Wäre schließlich schön, wenn man nicht nur die nächste Adresse via OnStar in das Navi geschickt bekommt, sondern bei Restaurants auch gleich einen Hinweis über allgemeine Empfehlungen und lokale Besonderheiten.

OnStar startet bei uns am 3. August 2015.

 

 

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2 Kommentare

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    13. Juli 2015 zu 17:16 Antworten

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    7. Juli 2015 zu 14:23 Antworten

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