Premium-Segment

Gibt es ein Premium-Segment? Nach dem sogar vor kurzem in der AutoBild, einer der wichtigsten AutoBild Redakteure eine Kolumne zur „Unsinnigkeit von Premium“ verfassen durfte – muss ich auch ein mal kurz etwas zu dieser Premium-Diskussion, äh – zu der Diskussion über Premium-Segmente ausführen:

Premium im Automobilbereich – Unsinn oder Richtungsweisend?

Wenn in einem deutschen Automobil-Test der Vertreter einer deutschen Marke gegen einen Importeur gewinnt, dann wird gerne das P-Wort zur Erklärung bemüht. X ist einfach mehr Premium, oder Y erfüllt den Premium-Anspruch.

Nicht selten führt das dann zu reflexartigen Leserbrief-Reaktionen, in denen die Besitzer des „Nicht-Premium-Fahrzeuges“ über das Ergebnis des Fahrzeugstests entzürnt sind und Premium bisweilen als hohle Phrase bezeichnen.

Ähnliches durfte nun auch Hr. May (AutoBild Redakteur) verfassen. Gerade in der AutoBild – werden einige sagen, so wie ich. Ist nicht die AutoBild eine der Publikationen die nur zu gerne den „Premium-Anspruch“ einzelner Hersteller mit wachsweich formulierten Vergleichen untermauern will?

Nun denn – lassen wir Hrn. May seine eigene Meinung – eventuell ist Hr. May auch kein typischer AutoBild Redakteur. 

Ich will mich eher mit der Frage nach dem Sinn oder Unsinn der Begrifflichkeit „Premium“ beschäftigen. 

Zum einen will ich fest halten: Der Begriff  „Premium“ in der Welt der Motor-Journalisten ist anscheinend ein primär deutsches Phänomen. Premium wird in den USA zum Beispiel nur bei der Spritsorten-Unterscheidung verwendet. Regular und Premium sind Normal-Benzin und Super-Benzin.

Ist „Premium“ denn einfach nur „Super“?

Schlägt man in der Wikipedia nach, dann ist das Wort „Premium“ einfach nur ein Begriff der vor allem in der Werbung verwendet wird und vom lateinischen „praemium“ was für  soviel wie Belohnung oder Beute steht, abstammt.

In der weiteren Ausführung erfährt man, dass Premium häufig zur „Produktdifferenzierung“ verwendet wird und an dieser Stelle schließt sich der Kreis für mich.

Premium-Fahrzeuge

Eine Differenzierungs-Merkmal für Automobile die eine besondere „Belohnung“ darstellen – und so gesehen wird es logisch, wenn man bestimmte Modelle als „Premium“ bezeichnet.

Am Ende beantwortet die Frage nach einer „Premium-Kultur“ die Antworten der Verbraucher an die Erfüllung der persönlichen Wünsche. Ein Automobil muss per Definition in der Lage zu sein, die Insassen von A nach B zu befördern. Sobald aus dieser Grundfunktion eine für die Insassen besonders angenehme Art der Fortbewegung wird, übererfüllt das Automobil seine Funktionen.

Neben der grundsätzlichen Funktion erhält man eine „zusätzliche Prämie“.

Wobei ich an dieser Stelle ganz klar von einer Hersteller-Sippenhaftung absehe!  Die Frage ob ein Fahrzeug einen „Premium-Anspruch“ erfüllt, muss man besonders subjektiv und vor allem im Einzelfall beantworten. Hierbei spielen im komplexen Feld der automobilen Vielfalt eine Menge Kriterien eine wichtige Rolle.

Am Ende steht jedoch die Beurteilung und hier kann die Verwendung der Klassifizierung: „Premium“ durchaus sinnvoll sein – wenn man auch erklärt, worin sich die Prämie für den Fahrer (Besitzer) wieder findet.

(So ist eine „Premium Economy Class“ für jeden Fluggast leicht zu erklären: Anstelle nach 90 Minuten bekommt man erst nach 180 Minuten eine Thrombose wegen akutem Platzmangel.)

Kann man das Wort Premium nicht einfach durch Super ersetzen?

Theoretisch könnte man anstelle des „Premium-Innenraumkonzepts“ natürlich auch von einem Super Innenraum schreiben. Natürlich. Auto X ist „voll super“ wäre dann nichts anderes als die „neue Premium-Bechnmark“. Doch wofür das Studium? Wofür die Fremdsprachenfertigkeiten? Wofür das Synonyme-Wörterbuch? Wofür das Leistungsschutzentgeld, wenn man als Wortwürfler nicht auch einmal beweisen darf, wie gut man mit den Fremdwörter umgehen kann?

Ich finde Premium, voll super!

Spaß beiseite. Ich halte es für sinnvoll wenn man die Unterschiede zwischen Fahrzeugen differenziert darstellen und erklären kann. Die Begrifflichkeit „Premium“ mag derzeit inflationär Verwendung finden, hat sich in meiner Sicht der Dinge aber durchaus als adäquates Differenzierungsmerkmal bewährt.

 

 

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7 Kommentare

  1. Ken Stdumich
    18. November 2012 zu 12:40 Antworten

    dsfasdfasdf

  2. Michael Kratz
    3. November 2012 zu 17:14 Antworten

    Abgesehen davon, dass Premium beim Automobil, wohl in erster Linie mit wahrgenommener Qualität durch den Kunden zu tun hat, gibt es auch mehrere Dimensionen von Qualität. Begegnungsqualität,Servicequalität etc. Wir bei EL haben mal versucht das Thema für Luxus aufzuhellen. Dabei haben wir ähnlich wie bei Luxus -Massifikation der Luxusmarken versus einer Luxifikation der Massenmarken- im Premiumbereich eine ähnliche Trennschärfen Auflösung festgestellt. Wir unterscheiden zwischenzeitlich schon zwischen Premium,Super-Premium, und Ultra-Premium. Die Erosion ist jedoch fortschreitend, wenn man sich im Modebereich, die Kooperationen von HM mit Lagerfeld, oder aktuell mit Maison Martin Margiela anschaut. Die Differenzierung findet also zunehmend auf der Meta-Ebene, also im Kopf, idealerweise mit dazugehörigem Kino statt. Wer noch was dazu nachlesen möchte

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