Skoda Rapid

Erholsam nüchtern, sachlich – fast ein wenig emotionslos – aber damit auch in der Lage, u.a. den Preisdruck der Asiatischen Konkurrenten – mit dem Charme der pragmatischen,  zuverlässigen und modernen Familienlimousine zu kontern.

Škoda Rapid – Erster Eindruck

Was will er sein?

Der neueste Spross aus der stetig wachsenden Škoda-Familie soll ein cleverer Familienwagen sein. Eine nicht ganz klassische Stufenheck-Limousine. Ein frisch, zeitlos und klar gestalteter Pragmatiker für Menschen mit großem Platzbedarf, denen der Wunsch nach einem bezahlbaren Automobil mit viel Platz für Passagiere und Gepäck steht.

Der Automobil-Hersteller aus Tschechien sieht im neuen Rapid eine logische Erweiterung der eigenen Palette, die  vor allem im Segment der erschwinglichen Kompaktmodelle mit moderner Technik und zeitlosem Design punkten soll.

Der Rapid ist zugleich für den gesamten Volkswagen-Konzern die Antwort auf die offenen Fragen  (gestellt durch Marken wie Dacia, Hyundai und Kia) nach einem Modell im Segment der preiswerten Familienfahrzeuge. Auch für die Menschen, die auf Status-Symbole verzichten wollen und nicht im Segment der Premium-Fahrzeuge auf die Suche geht.

Große Klappe, viel Platz. 550l

Große Klappe, viel Platz. 550l

Was kann er?

Škodas Chefdesigner Josef Kaban hat eine Kompaktwagen-Limousine mit klarem Škoda-Familiengesicht gezeichnet. Man findet in seiner jüngsten Kreation aber auch durchaus die Sprache des Hauses Volkswagen wieder. Sachlich nüchtern. Mit ein wenig versteckter Eleganz. Die Bügelfalte oberhalb der Türgriffe erinnert an Audi-Modelle und die Schulter zeigt klare dynamische Züge. Doch bei aller Dynamik, bei aller Eleganz, der Rapid will sich nicht in den Vordergrund spielen. Er will sachlich verstanden werden. Sein Fähigkeiten sind klar ausgeprägt. Er bietet verschwenderischen Platz im Innenraum und dank großer Heckklappe eine fast unverschämte Freude am verladen von großen und sperrigen Gütern.

Im Innenraum spricht auch der Rapid die kühle, sachliche, fast übertrieben distanzierte Sprache des gesamten Konzerns. Es fällt schwer die Details im Innenraum wirklich zu bewundern, da in allem zuerst der Punkt der „Funktion“ abgearbeitet wird, bevor man über das Design spricht. Dank der leise klickenden Regler und einer definierten haptischen Qualität der Schalter, vergisst man dann aber doch schnell die Gedanken von einer Preußischen Amtsstube. Weit ab bleibt der sachliche Ton des Innenraums jedoch nicht.

In der gefahrenen Version mit dem 1.2 TSI Motor und einer, gut zum zurückhaltenden Auftritt passenden,  Motorleistung von 86 PS fühlt man sich nicht untermotorisiert.  Wer häufig den großen Laderaum oder die großzügigen Sitze in der zweiten Reihe nutzt, der sollte jedoch zur nächsten Leistungsstufe greifen.

Skoda kombiniert den kleinen TSI Motor mit einem manuellen 5-Gang Getriebe. Auf der Autobahn wünscht man sich zeitweise einen 6.ten Gang um die Drehzahl und damit den Verbrauch weiter zu senken, wirklich notwendig dürfte der zusätzliche Gang im Alltag jedoch nicht sein.  Auch so bleibt der 86PS TSI mit einem NEFZ-Verbrauch von 5.1l auf 100km im Rahmen.

Den 105PS starken 1.2TSI kombiniert Skoda mit einem 6-Gang Getriebe und die aktuelle Top-Motorisierung mit 1.4 Liter TSI und 122PS erhält sogar das bekannte 7-Gang DSG aus dem Konzernregal.  Hier sind dann 206 km/h Top-Speed und eine Beschleunigung von 9.5 Sekunden auf 100 km/h im Rahmen des erfahrbaren. Für diesen kraftvollen Rapid verspricht Skoda einen Verbrauch von nur 5.8l auf 100km. Das wäre sensationell und der kühle Pragmatiker damit dann auch eine perfekte Lösung für günstige Firmenwagen-Pools.

Platz. Bescheidenheit. Demut. Dazu ein makelfreies und modernes Design. Das Paket wirkt vollständig und stimmig.

Unaufgeregtes Design, ohne Spielereien.

Unaufgeregtes Design, ohne Spielereien.

Was kann er nicht?

Den Autobahn-Helden heraus hängen lassen. Der Rapid beeindruckt weder durch sportliche Talente, noch durch Luxus oder dekadentes Innenraumdesign.  Das betrifft die gefahrene 86PS Version, von einem 122PS Rapid darf man dann immerhin in der Wertung „Autobahn“ eine deutliche Steigerung erwarten.

Den Nachbarn beeindrucken. Nicht mit dem Rapid. Das Design erscheint trotz leichtem Dachschwung und kräftiger C-Säule zu frei von Emotionen. Der Innenraum wirkt, dank der umfangreichen Verwendung von schwarzem Hartplastik, als könnte man diesen nach einer langen Urlaubsreise mit dem Dampfstrahler reinigen. Vermutlich ist ein nasses Tuch trotzdem die bessere Lösung.

Single-Männer zum Kauf überzeugen. Zu viel Platz, zu sachlich. Keinerlei Punkte beim Eisdielen-Test. Wer mit dem neuen Rapid zum ersten Date fährt, wird mit einer Abfuhr rechnen müssen, noch bevor das Date begonnen hat. Zu sehr erweckt die rationelle Lösung des Gesamtkonzeptes die Erwartungshaltung, auf der Rücksitzbank bereits einen befestigten Kindersitz zu entdecken.

Sachlich. Nüchtern. Klar. Die Instrumente.

Sachlich. Nüchtern. Klar. Die Instrumente.

Was ist der neue Škoda Rapid den nun?

Er ist ein Angebot für Menschen, die keine Status-Symbole mehr benötigen. Kommt Ihnen bekannt vor. Stimmt – die Renault-Tochter Dacia wirbt mit dieser Beschreibung.  Im Gegensatz zur Billig-Marke des französischen Konzerns, muss der Rapid jedoch nicht mit den alten Klamotten seiner Schwester-Modelle in den Showroom.

Frisches und sachliches Design bekommt beim Rapid auch die notwendige Technik zur Seite gestellt. Hier sind moderne Turbo-Benziner mit Direkteinspritzung ebenso im Programm, wie ein automatisiertes 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe. Neben Start-Stopp- Systemen wird man zusätzlich eine Green Tec Reihe auf den Markt bringen, die im besten Fall den Verbrauch auf 3.9 Liter und 104g CO2 je KM drückt.

Damit ist der neue Skoda, auf den ersten Blick, die versprochene, clevere Lösung für Familien die keinen Kombi fahren wollen!

 

Ausreichend im Alltag. 86PS 1.2TSI

Ausreichend im Alltag. 86PS 1.2TSI

Und Jens von rad-ab.com sieht das wohl ähnlich, oder?

Disclosure

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Škoda hat den Trip bezahlt, den Kameramann und das „cutten“ des Clips übernommen.

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14 Kommentare

  1. Timmy
    15. Juli 2012 zu 08:43 Antworten

    Gefällt mir auch gut vom design her. Aber wo ist denn den gemecker?