Test: Nissan Pulsar – Kein Einheitsschema der Kompaktklasse

Test: Nissan Pulsar – Kein Einheitsschema der Kompaktklasse

Test: Nissan Pulsar – Kein Einheitsschema der Kompaktklasse Stefan Beckmann

Bewertung

Karosserie
Fahrkomfort
Motor & Getriebe
Fahrdynamik
Kosten & Umwelt

Summary: Mit dem Pulsar ist Nissan sehr eindrucksvoll in die Kompaktklasse gestartet

3.8

Touchdown mit dem Nissan Pulsar Diesel

Benutzerbewertung: 2.7 (9 Stimmen)

Nach mehreren Anläufen zwischen 1978 und 2006 startet der Autobauer aus Nippon mit dem Pulsar neu in die Kompaktklasse. Nissan möchte seinen Kunden ein Fahrzeug zur Verfügung stellen, das nicht nur deren Ansprüchen entspricht, sondern auch preislich attraktiv bleibt. Eine Kombination aus großem Platzangebot, schönem Design, im Trend liegenden Assistenzsystemen und kraftvollen, aber sparsamen Motoren war die Maßgabe. Seine Familienzugehörigkeit kann der Vertreter aus Nippon nicht verhehlen. Im Gegenteil: Die Front führt ihn optisch ganz dicht an die Modelle Qashqai und X-Trail heran. Den 1,5-Liter-Diesel konnten wir ausführlich testen. Mit einem Listenpreis von 17.990 Euro startet der Kompakte aus Japan mit dem kleinsten Benziner moderat in den deutschen Markt.

Nissan startet neu in die Kompaktklasse mit dem Stufenheck Pulsar

Test: Nissan Pulsar 1.5 dCi, Acenta

Solide Verarbeitung - der Nissan Pulsar

Solide Verarbeitung – der Nissan Pulsar.

Schon nach kurzer Zeit fällt auf, wie gut der Pulsar 1.5 dCi Diesel nicht nur Schlaglöcher und Unebenheiten auf der Straße wegsteckt, sondern dass er sich auch bei Ausweichmanövern sicher bewegen lässt. Hohe Stabilität und komfortables Fahrverhalten dürfen als Markenzeichen des Kompakten gelten. Die Servolenkung gibt zudem dank guter Geometrie und neuer Software-Kalibrierung gute Rückmeldung und verbessert die Stabilität auf Geraden und in Kurven gleichermaßen. So macht das Fahrzeug auch beim Geradeauslauf eine gute Figur. Durch eine dynamische Abstimmung reizt es aber auch zu flotter Kurvenfahrt. Die sehr guten Eigenschaften des auf den europäischen Kunden zugeschnittenen Fahrwerks werden durch die MacPherson Federbeine an der Vorderachse und die kompakte Verbundlenkerachse hinten unterstützt.

Sehr dynamisch mit 1,5 Litern Hubraum

Sehr dynamisch mit 1,5 Litern Hubraum.

Der vom Hersteller angegebene Normverbrauch von 3,6 Litern auf 100 Kilometer ist in der Praxis nicht ganz zu schaffen. Unser Testwagen verlangt gute fünf Liter. Das ist aber dennoch ein bemerkenswert guter Wert für ein Fahrzeug wie den Pulsar, der als Familienfahrzeug ebenso eine gute Figur macht wie als Auto mit hohem Nutzwert. Der 1.5 dCi liefert kräftige 260 Newtonmeter Drehmoment von 1750 – 2500 Umdrehungen pro Minute. Die Kraft des 110 PS starken Motors lässt den ca. 1,3 Tonnen leichten Wagen in 11,5 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. In der Spitze sind bis zu 190 km/h drin, die der kompakte Japaner mühelos erreicht. Das sehr gut übersetzte manuelle Sechs-Gang-Schaltgetriebe ermöglicht agiles Fahren ohne großartig nach Schaltwegen zu suchen.

Im Pulsar finden bei einer Fahrzeuglänge von 4,39 Metern bis zu fünf Personen Platz. Material- und Verarbeitungsqualität entsprechen einem sehr guten Level. Auch bei voller Bestuhlung geizt der Kompakte nicht beim Kofferraumvolumen. 385 Liter maximales Fassungsvermögen zählen zu den guten Werten der Klasse. Klappt der Pulsar-Fahrer die komplette Rückbank um, eröffnet das Fahrzeug ein Stauvolumen von satten 1395 Litern.

Das Cockpit - einfach, aber klar strukturiert

Das Cockpit – einfach, aber klar strukturiert.

Das gut strukturierte Cockpit mit seinem Instrumententräger als Blickfang und Schaltzentrale sorgt vorne für ein großzügiges Raumgefühl. Die nunmehr für Nissan schon charakteristische Kombination der Bedienelemente führt auch ungeübte Nissan-Fahrer sehr schnell und intuitiv an die Handhabung von Navigation, Telefon, Medien und Bordcomputer heran. Ein weiteres Plus sind die ergonomischen Vordersitze, die sich in vielerlei Hinsicht einstellen lassen.

Der Pulsar macht auch vor moderner Architektur eine gute Figur

Der Pulsar macht auch vor moderner Architektur eine gute Figur.

Die optionale Ausstattung der Assistenzsysteme umfasst im „Technology Paket“ eine Bewegungserkennung (macht es möglich, bewegliche Objekte, wie zum Beispiel spielende Kinder im Bereich hinter dem Fahrzeug, zu erkennen), einen Spurhalte-Assistenten, einen Totwinkel-Assistenten sowie den Around View Monitor, der auf dem Bildschirm des Navigationsgerätes eine 360GradRundumsicht des Fahrzeuges aus der Helikopterperspektive anzeigt. Das Ein- bzw. Ausparken wird hierdurch extrem erleichtert. Leider sind diese Systeme nur über Aufpreis zu bekommen, doch der ist mit € 800 noch erschwinglich.

Was die Optik betrifft, haben die Designer aus Nippon versucht den ersten Kompakten in die Nissan-Designphilosophie einzubinden, was Ihnen auf anhieb gut gelungen ist. Die Front mit ihren eleganten Scheinwerfern, flügelförmigem LED-Tagfahrlicht und dem typischen Nissan-Grill sind immer wieder ein „Hingucker“. Auch das Heck wirkt optisch gestreckt und athletisch.

Touchdown in der Kompaktklasse mit dem Nissan Pulsar

Touchdown in der Kompaktklasse mit dem Nissan Pulsar.

Nissan Pulsar 1.5 dCi, Acenta

Hersteller:  Nissan
Typ:  Pulsar 1.5 dCi
Kasse:  Kompaktklasse
Motor:  R 4
Getriebe:  Sechs-Gang-Schaltgetriebe
Antrieb:  Vorderradantrieb
Hubraum:  1.461 ccm
Leistung:  81 Kw (110 PS)
Drehmoment:  260 Nm bei 1750 – 2500 U/min.
Gewicht Fahrfertig:  1.345 kg
Von 0 von 100:  11.5 s
Höchstgeschw.:  190 km/h
Verbrauch (NEFZ):  3,6 Liter
CO2-Ausstoß (NEFZ)  94 g/km
Emmissionsklasse  EU 6
Effizienzklasse  A+
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Fotos im Artikel und Titelbild: Stefan Beckmann

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