Ich VOLT mehr! – Fahrbericht HONDA CR-Z

“Ich Volt mehr!”

Erinnern Sie sich noch daran, was Sie 1987 für ein Auto gefahren sind?
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1987 brachte der japanische Hersteller HONDA die bereits 2.te Generation seines CRX (ED9) auf den deutschen Markt. Es war eines dieser Autos die einem Hersteller in meiner Erinnerung ein Bild gaben. Der CRX war klein, handlich, leicht und dank seines mindestens 80kW starken 1.6l Motors flott unterwegs.
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Persönlich erinnere ich mich gerne an einen Kollegen beim Bund – das war 1995 – dieser hatte einen CRX (EE8) mit VTEC Technik, dessen  Motor leistete beeindruckende 150PS bei kurz unter 8.000 Umdrehungen.  Ein drehzahlgeiler kompakter Zweitürer  mit einem nicht besonders großzügigen Grenzbereich.  Davon konnte ich mich damals selbst überzeugen, als ich auf flotter Ausfahrt plötzlich rückwärts in einer Hofausfahrt stand. Aber es ist alles gut gegangen.
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Meine Erinnerungen an HONDA sind daher neben dem Kultsportler NSX, vor allem positive an den kleinen CRX mit seinem wütend drehenden Motor.
Das ist 15 Jahre her, neben Ölpreis-Schocks, Verteilungskriegen und Umweltschutz hat sich auch im Automobil-Bau viel getan.
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Elektromobile zur Schonung unserer Öl-Ressourcen blinzeln bereits am Horizont mit ihren LED-Tagfahrlichtern.
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Hybride Automobile avancieren von einer Mode-Erscheinung zu einer stabil wachsenden Größe in den Zulassungszahlen.
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Nach dem primär in den USA erfolgreichen Prius, verkauft nun nicht mehr nur Toyota (Lexus) das grüne Autofahrergewissen in Form einen “hybriden” Automobils.
Bisher waren Hybrid-Automobile primär ein grünes Feigenblatt auf der Seele des automobilen Lasters.
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Nun kommt HONDA und stellt uns den legitimen Nachfolger des Kompaktsportlers HONDA CRX auf den Hof.
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Vorhang auf:

Der HONDA CR-Z.

Der erste MildHybrid mit 6-Gang Handschaltung.


Der HONDA CR-Z ist der erste Sport-Hybrid der nicht mit einem Automatik-Getriebe sondern mit der bei sportlichen Autofahrern noch immer beliebten Handschaltung ausgeliefert wird.
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Im Fall des CR-Z ist dies eine knackig zu schaltende, mit kurzen Schaltwegen Freude bereitende 6-Gang Box.
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HONDA Deutschland stellte uns einen Testwagen in der GT-Variante mit umfangreichem Ausstattungspaket zur Verfügung.
Xenon-Licht und LED Tagfahrlicht
Xenon-Licht und LED Tagfahrlicht
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In der getesteten Variante hatte der kleine Hybridsportler einen UVP von 29.270,–€.
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Zugegeben: Viel Geld für ein 4m langes, 2 sitziges  Coupe.
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Eigentlich und so steht es im Fahrzeugschein, ist der CR-Z ein sogenannter 2+2 Sitzer. Er ist zugelassen für den Transport von 4 Personen.
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Soweit die Theorie.
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In der Praxis konnten wir nicht einmal unseren Terrier dazu bewegen auf der Rücksitzbank Platz zu nehmen.
Die 2 Sitzkuhlen in der zweiten Reihe sind eher geeignet kleines Handgepäck zu transportieren als menschliche Zweibeiner. Mit Ausnahme von Kleinstkindern in montierbaren Kindersitzen.
Honda CR-Z Die Nase im Detail
Der Testwagen hatte zu seinem Basispreis von 24.990,–€  u.a. noch so angenehme Extras wie eine DVD-Navigation mit Touchscreen (2.200,–€), Ledersitze für die erste Sitzreihe (900,–€) und ein großes Panoramadach (700,–€) zu bieten.
Wie üblich bei den asiatischen Modellen war der Serienumfang mit solch feinen Zutaten wie u.a.:
  • 4 Airbags
  • Nebelscheinwerfer
  • LED Tagfahrlicht
  • Stabilisierungsprogramm (ähnlich ESP)
  • Einparkhilfe hinten
  • Ambientebeleuchtung
  • Tempomat
  • Klimaanlage
  • Lederlenkrad und Alu-Schaltknauf
  • Sitzheizung
  • Licht- und Regensensor
  • Xenon-Licht
ab Werk in der GT- Variante bereits großzügig ausgefallen.
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Leider auch “typisch” japanisch ist die Innenraumanmutung. Der spröde Charme der 80er in grober Hartplastikform hat sich mittlerweile verflüchtigt, aber weder Haptik noch Optik sind in der Klasse von Audi oder Volkswagen angesiedelt.
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Dafür sorgt HONDA mit einem sog. 3D-Tacho und vielen zusätzlichen digitalen Anzeigen für einen hohen Unterhaltungswert im Cockpit.
Gewöhnungsbedürftig ist die Anordnung der vielen Schalter und Knöpfchen.
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Insbesondere das Navigationssystem mit der Grafikleistung eines AMIGA 128 verwirrt mit vielen Tasten und nicht immer durchgängiger Logik.  Diametral zur Grafikleistung des Navigationssystemes, übereifert die Cockpitbeleuchtung mit wechselnden Farben in Abhängigkeit zum Fahrstil.
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Hat man sich jedoch einmal mit der Bedienung vertraut gemacht, stellt man fest, die Ergonomie im Cockpit ist dank der bequemen Stühle in der erste Reihe und des verstellbaren Lenkrades bestens geeignet für lange Strecken oder die sportliche Kurvenhatz.
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Und hat man sich daran gewöhnt, daß man nur “sparsam” unterwegs ist wenn die Cockpitbeleuchtung um den Tacho herum grün leuchtet, so empfindet man den Farbwechsel in das Blaue als leicht nutzbaren Hinweis auf den gerade angewandten Bleifuss.
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Die sportliche Kurvenhatz und entspannte Strecken Überland waren dann auch das primäre Testfeld des CR-Z während seines Aufenthaltes bei uns.

Besonders angenehm aufgefallen ist die völlig unspektakuläre und harmonische Zusammenarbeit des 1.5l Benzinmotors mit dem 14PS starken Elektromotor. Gemeinsam sorgen beide für ein Drehmoment von 174Nm bereits zwischen 1.000 und 1.500 Umdrehungen.
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So gerüstet lässt es sich entspannt in der Stadt im 5.Gang cruisen und Überland ist der 6.te Gang eine gute Wahl – so lange man nicht überholen will.
So entspannend das gemeinsame Drehmoment beider Antriebseinheiten im unteren Drehzahlbereich das Fahren gestaltet, so sehr enttäuscht der kleine 1.5l 4 Zylinder bei hohen Drehzahlen.
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Um den breit möglichsten Spagat zwischen Mr. Jekyll und Mr. Hyde zu schaffen, dem ergonomischen cruisen und der sportlichen Landstraßen-Hatz,
hat HONDA dem CR-Z Piloten Wahlmöglichkeiten geschaffen. “ECON -NORMAL – SPORT”. Links vom Lenkrad stehen die Tasten mit den entsprechenden Aufschriften zur Wahl.
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Gestartet wird üblicherweise im Normalmodus (was sich über den Bordcomputer jedoch programmieren lässt). Der ECON-Modus packt das Gaspedal in einen gefühlten Wattebausch und man muss deutlich energischer zudrücken.
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Die Fahrmodi-Auswahl beeinflusst nicht nur die Kennlinie von Lenkung und Gaspedal, sondern auch die Art- und Weise des Zusammenspiels zwischen Elektromotor und Benzinmotor.
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Der ECON-Modus ist eine Art “Ruhigstellung” des Fahrers.
Wohingegen der SPORT-Modus nicht nur die Cockpitbeleuchtung in grelles rot färbt, sondern mit aggressiverer Gaspedalkennlinie und geringerer Servo-Unterstützung eine deutlich sportlicher motivierte Fahrweise des Piloten fördert.
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Wir haben auf unserer Verbrauchsmessfahrt beide Modi ausprobiert.
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In wie fern, die Fahrmodi-Einstellungen den Benzinverbrauch tatsächlich beeinflussen, können wir nicht eindeutig nachvollziehen.
Die mit unterschiedlichen Fahrern zu wechselnden Zeiten gefahrenen Messrunden haben einen Unterschied von 0,7l/100km zu gunsten des ECON-Modus ergeben.
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Der Testschnitt betrug – über alle Fahrten – 6,11l auf 100km. Der Minimalverbrauch, ermittelt im ECON-Modus lag bei 4,82l auf 100km. Selbst im Sport-Modus und extremer Landstraßenhatz ist der Durchschnittsverbrauch nicht über die 8l Marke zu treiben.
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In Anbetracht der gebotenen Fahrleistungen empfinden wir die Verbrauchswerte des HONDA CR-Z als mindestens angemessen.
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Die Sparpotentiale der Technik in der von HONDA perfekt kombinierten Form, sind deutlich nachvollziehbar.
Im täglichen Umgang lässt sich der Verbrauch des kleinen Mild-Hybriden gut und leicht unter die 6l Marke für 100km bringen.
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Was vermissen wir nun am HONDA CR-Z?
Ganz klar, einen drehzahlgeilen Motor wie er z.Bsp. im S2000 verwendet wurde.
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Für wen ist der HONDA CR-Z eine Empfehlung?
Ganz klar für Menschen die Autofahren nicht als Last, sondern als Lust empfinden. Die sportliche
Straßenlage und Handling den Transport- und Wandlungsfähigkeiten eines Kombis vorziehen und dabei mit grünem Gewissen ressourcenschonend unterwegs sind.
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Würden “ich” den HONDA CR-Z kaufen?
Ganz klar: Ja.
Für meine Frau.
Für mich persönlich fehlen mind. 100 Benzin-PS und und vermutlich 40 weitere Elektro-PS.
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