Back on Track! Alfa kehrt in die Formel 1 zurück

„Ich habe meine Mutter ermordet“ – soll Enzo Ferrari damals gesagt haben, als er mit seinem eigenen Rennstall zum ersten Mal einen Werkswagen von Alfa Romeo schlug. Das ist lange her. Enzo Ferrari fuhr in den 1920er Jahren auf Alfa Romeo Rennwagen die Targa Florio. Bereits in den 1950ern fuhr Alfa Romeo Formel 1 Rennen, dazu gehörten auch die ersten zwei Meisterschaftstitel. 1951 gewann der legendäre Fangio auf einem Alfa Romeo 159 die Formel 1 Meisterschaft.

2018 sieht die Welt gänzlich anders aus. Ferrari gehört zu den Top-Teams der Formel 1 und Alfa Romeo ist die Schwestermarke im FIAT-Konzern. Während Sergio Marchionne immer mal Reibungspunkte mit den F1-Organisationen fand, hat er dennoch die Rückkehr einer zweiten italienischen Marke in den wichtigsten Motorsport-Zirkus der Welt vorbereitet. Alfa Romeo wird als Namensgeber für das neue „Alfa Romeo Sauber Formel 1 Team“ fungieren und das bereits seit 2011 mit Ferrari-Motoren an den Start gehende Team von Gründer Peter Sauber, in den kommenden drei Jahren mit der jeweils aktuellsten Generation an Ferrari-Motoren ausrüsten.

Die Ziele für das neue Formel 1 Team werden noch klein geredet, doch klar ist: Ein Sergio Marchionne stellt keine eigene Konkurrenz zu Ferrari auf, wenn man sich davon nur Kosten erwarten würde. Das Sauber-Team wird 2018 mit Charles Leclerc und Marcus Ericsson an den Start gehen, auch das eine Sauber-Tradition. Denn das Team aus dem Schweizer Hinwil gilt schon immer als Brutkasten für junge Talente.

Mit Alfa Romeo kehrt einer der ganz großen Namen aus der F1-Geschichte zurück auf die Rennstrecken dieser Welt.

Test: Alfa Romeo Stelvio

Nach mehr als 100 Jahren Marken Historie starten die Italiener mit dem Rückenwind des Konzerns im SUV-Segment. Im typischen Alfa Design soll der Stelvio mit Charme kombiniert mit der Dynamik aus dem Modell-Portfolio auf Kundenfang gehen. Seit Anfang dieses Jahres spielt Alfa Romeo mit im Segment der SUVs und präsentiert seinen Stelvio in Deutschland mit einem Chic und bequemer Ausstattung. Ganz der Tradition der Italiener folgend, hat der Wagen seinen Namen vom höchsten Gebirgspass Italiens, dem Stilfser Joch (italienisch: Passo dello Stelvio) geerbt. Seine Herkunft aus der Turiner Konzernzentrale kann und will der SUV mit dem Wappen im Markenlogo nicht verheimlichen. Im Gegenteil: Seine Front führt ihn optisch an die Modelle Giulia und Giulietta heran. Der Autobauer aus Italien schickt seinen ersten SUV nicht nur als chices Familienfahrzeug ins Rennen, sondern auch als Fahrzeug mit hohem Nutzwert und Lifestyle Faktor. Mit einem Listenpreis von 39.750 Euro startet der kleinste Diesel aus dem Hause Alfa.

Testbericht: Alfa Romeo Stelvio 2.2 Diesel 16V AT8-Q4 Super

SUV mit Lifestyle Charme
Absoluter Life Style Charme.

Der Stelvio ist das auf Anhieb, was man gemeinhin unter einem SUV versteht. Ohne wenn und aber. Gemäß den Verantwortlichen des italienischen Herstellers soll er dem anspruchsvollen Käufer vom Privatkunden bis zum Flottenbetreiber gefallen. Sein attraktives Äußeres zeigt das Fahrzeug im sportlichen Look der Alfa-Familie, die in der Produktionstätte „Cassino“ zwischen Rom und Neapel beheimatet ist. Das LED-Tagfahrlicht des Stelvio bildet zudem sehr markant die Form aggressiver und dynamischer Augen. Seine Seitenlinien zum sportlichen Außenkleid lassen den SUV eher wie eine Limousine mit niedrigerem Schwerpunkt wirken. Die Heckpartie unterstreicht seinen agilen Look und gibt dem Alfa eine breite und souveräne Optik. Die italienischen Konstrukteure bieten mit einem von Grund auf neu entwickeltem Fahrwerk und sehr guter und präziser Lenkung zumindest im Stadtverkehr  ein souveränes Fahrgefühl. Bei unserer 14-tägigen Testfahrt mit dem 2.2 Diesel mit 154 kW (210 PS) erfahren wir immer wieder, dass der Stelvio Unebenheiten im urbanen Verkehr und Autobahnteilstrecken nicht ganz so selbstsicher wegsteckt, wie wir es erwartet hätten. Da wirkt er immer etwas unruhig und bedarf unser voller Aufmerksamkeit. Die erhöhte Bodenfreiheit qualifiziert ihn selbstverständlich für Fahrten auf Feldwegen und Schotterpisten.

Alfa mit erhöhter Bodenfreiheit.

Windkanaltest bestanden

Der vom Hersteller angegebene Normverbrauch von 4,8 Litern auf 100 Kilometern ist in der Praxis nicht ganz zu schaffen. Unser Testwagen verlangt gut einen halben bis ganzen Liter mehr. Das ist aber dennoch ein bemerkenswert guter Wert für ein Fahrzeug wie den Stelvio. Im Gelände, das der Italiener im Falles eines Falles nicht meiden muss, ist der Verbrauch allerdings noch etwas höher. Der 2.2 Liter Diesel liefert sehr starke 470 Newtonmeter Drehmoment bei 1.750 Umdrehungen pro Minute. Die Kraft des 210 PS starken Motors lässt den ca. 2 Tonnen schweren Wagen in 6,6 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. In der Spitze sind bis zu 215 km/h drin, was bei der Aerodynamik und dem Luftwiderstandswert von 0,30 Cw ein guter Wert ist. Das gut übersetzte Acht-Stufen-Automatikgetriebe ermöglicht generell ein dynamisches Fahren, dennoch spüren wir immer wieder kleinere Schaltpausen. Unterstützung findet die Dynamik des allradgetriebenen Fahrzeuges durch das von Alfa Romeo entwickelte System der Fahrdynamikregelung AlfaTM DNA. Über einen Drehregler in der Mittelkonsole lassen sich die Modi „Dynamik“, „Eco“ und „Normal“ einstellen. Zweifelsohne ist der von uns bevorzugte Modus der einer sportlichen Fahrweise. Denn mit dem Stelvio lassen sich langgezogene Kurven auf Landstraßen sehr schnell durchfahren.

Dynamisch und mit wenig Luftwiderstand.

Luxus im Innenraum

Im Innenraum finden bei einer Gesamt-Fahrzeuglänge von knapp 4,70 Metern fünf Personen bequem Platz. Die Kabine überzeugt mit guter Material- und Verarbeitungsqualität, wie wir es von einem Alfa gewohnt sind. Bei den Italienern zeigt sich gerade im Innenraum immer wieder die Liebe zum Detail. Das klar gestaltete Cockpit mit langgezogenen horizontalen Linien und dem gemeinsam mit Magneti Marelli entwickelten Infotainmentsystem AlfaTM Connect wirkt sehr aufgeräumt und klar strukturiert. Dabei dient das 8,8 Zoll-Display (22,4 Zentimeter) als Blickfang und Schaltzentrale im Armaturenbrett. Die Bedienung des Displays erfolgt über das Rotary-Pad, das wie der Drehregler der Fahrdynamik in der Mittelkonsole sitzt. Die Innenraumvariabilität des Stelvio kommt dem eines Kombis gleich. Das erleben wir beim herausnehmbaren Kofferraumboden. Darunter befindet sich zwar der Ersatzreifen, aber Platz für kleine Dinge ist dort allemal. Bei voller Bestuhlung fasst sein Kofferraum immer noch ordentliche 525 Liter Ladevolumen, was der Familie zum 14-tägigen Urlaub an die Ostsee sehr dienlich ist.

Lederausstattung filigran gearbeitet.

Sicherheitsausstattung in Serie und Option 

Die von uns getestete Ausstattung des Stelvio „Super“ bietet eine lange Liste von Sicherheitseinrichtungen und Fahrerassistenzsystemen. Beim Anbremsen aus höheren Geschwindigkeiten fällt uns immer wieder die schnelle Ansprache der Bremsen auf. Die stellt Alfa Romeo seinen Kunden mit dem integrierten Bremssystem (IBS) zur Verfügung. Die Italiener vernetzen dabei das elektronische Regelsystem mit der mechanischen Bremskraftunterstützung. Ein breites Angebot an Fahrerassistenzsystemen listet der Stelvio mit dem Kollisionswarnsystem (FCW, Forward Kollision Warning) mit Notbremsfunktion (AEB) und Fußgängererkennung, dem Spurhalteassistenten (LDW, Lane Departure Warning) sowie dem Totewinkel-Assistent (BAM, Blind Spot Monitoring) auf. Die im Alfa SUV installierte Geschwindigkeitsregelanlage (ACC, Adaptive Cruise Control) passt seine Geschwindigkeit nicht nur dem gewählten Wert an, sondern reagiert auch auf andere Fahrzeuge im direkten Umfeld.

Mit angenehmen Sicherheitsmerkmalen.

Premium SUV mit Premium Preis

Dass Alfa Romeo seinen ersten SUV als Fahrzeug im Premium Segment positionieren möchte, schlägt sich auch im Preis nieder. Der Stelvio startet bei 39.750 Euro mit dem kleinen 150-PS-Diesel und Heckantrieb. Unser Testwagen mit dem 2.2 Liter Diesel und dem Alfa Allrad sowie der Acht-Stufen-Automatik beginnt mit 47.500 Euro noch knapp unter der für uns magischen 50.000 Euro Grenze. Hierfür darf sich der Kunde auf ein Fahrzeug mit „Rund-um-Sorglos-Paket“ freuen.

Ein gelungener Einstand in die SUV Klasse.

Fazit: Der neue Stelvio besticht von seiner Anmutung, aber auch Dynamik und Verarbeitung als typischer Alfa Romeo. Der Schritt, der von den Italienern gemacht wird geht klar in Richtung Premium Segment, wo der SUV seine Kundschaft sieht. Allerdings empfinden wir das Preis-/Leistungsverhältnis als ein wenig zu hoch gegriffen.

Motor und Getriebe

Alfa Romeo

Stelvio 2.2 Diesel 16V AT8-Q4 Super

Motor Diesel
Hubraum 2.143 ccm³
Leistung 210 PS @ 3.750 U/min
Kraft 470 Nm @ 1.750 U/min
Getriebe Acht-Stufen-Automatikgetriebe
Antriebsachse Allradantrieb

Abmessungen und Fahrleistungen

Länge, Breite, Höhe 4.687, 1.903, 1.671   mm
Radstand 2.818 mm
Leergewicht 2.022 kg
Wendekreis 11,75 m
Höchstgeschwindigkeit 215 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 6,6 sec
Normverbrauch 4.8 l/100 km

Verbrauch im Test

Alltagsfahrer 5.9 l / 100 km
Öko-Experte 5.2 l / 100 km
Außendienst-Modus 6.2 l / 100km

Text: Stefan Beckmann, Bild: Hersteller (FCA Germany AG) – Beitragsbild: Hersteller (FCA Germany AG)

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Test: Alfa Romeo Giulia

Fahrzeuge aus dem Hause Alfa Romeo haben auch im 21. Jahrhundert immer etwas mit Tradition zu tun. So bietet der Autobauer aus Turin seit mehr als fünf Jahrzehnten die Giulia als Repräsentantin der Kompaktklasse an. Mit der 2016er Limousine erweiterte FCA Alfa Romeo das Portfolio der Kompakten über die Karosserievarianten Viertürer, Coupé, Cabriolet und zahlreicher Sondermodelle hinaus. Mit der neuen Giulia verbindet FCA filigrane italienische Autobauerkunst und Technologie, die im Trend liegt. Gemäß dem Firmenslogan „La Meccanica delle Emozioni“ will sich die Baureihe als Platzhirsch im Segment präsentieren, denn schon die digitalen Helferlein im Innenraum setzen neue Standards. Mit zahlreichen Fahrerassistenzsystemen soll die Giulia das Autofahrerleben leichter und angenehmer gestalten. Die Ambitionen aus Norditalien sind selbstbewußt und mutig, läuft man bei Alfa Romeo doch mit einer übersichtlichen Palette an Motoren und Antrieben auf. Die von uns getestete Giulia Limousine 2.2 Diesel Super startet in den Autohäusern mit einem Preis von 37.600 Euro.

Testbericht: Alfa Romeo Giulia 2.2 Diesel Super

Italienerin mit starkem Auftritt
Elegant sportliches Außenkleid.

Bei Anlieferung unseres Testwagens betrachten wir die italienische Dame mal etwas genauer und stellen uns gleich die Frage, ob die Alfa Romeo Giulia jetzt ins C-Segment geschoben werden soll. Rein nach ihren Abmessungen (knappe 4.70 Meter) könnte sie auch schon in der Mittelklasse mitspielen. In punkto Ausstattung, Komfort und Fahrspaß zumindest ist sie dort schon längst angekommen. Die für eine Neuauflage erforderlichen, aber behutsamen kosmetischen Korrekturen sollen die Kompakte eindeutig aus dem Einheitsbrei ihrer Mitbewerber abheben. Lufteinlässe und Kühlergrill wurden zwar größer, blieben aber im Look der Alfa Familie und lassen den Wagen breit und betont kräftig auf der Straße stehen. Die schmalen Scheinwerfer, die das LED-Tagfahrlicht beheimaten, enden in einer Sicke, die sich über das gesamte Fahrzeug hinwegzieht. Die optimale Gewichtsverteilung gewährleisten die italienischen Ingenieure mit der Anordnung von Motor und mechanischen Komponenten zwischen den Achsen. So wirken die Karosserieüberhänge vorn und hinten kurz und die Motorhaube sowie alle Kotflügel lang gezogen. Die Karosserie trägt mehr Aluminium, Gewichtsersparnissen geschuldet, was sich ganz klar auf die Verbrauchswerte auswirken soll.

Immer auf Angriff mit den schmalen Scheinwerfern.

Powerdiesel mit viel Drehmoment

Der turboaufgeladene 2.2 Liter Diesel mit seinen 132 kW (180 PS) und dem knackigen Sechs-Gang-Schaltgetriebe sowie Start-Stopp-Automatik verbraucht im Normtest genügsame 4,0 Liter Kraftstoff. Das entspricht einer Kohlendioxidemission von 105 Gramm pro Kilometer mit optimierter Windschlüpfrigkeit bei einem Luftwiderstandsbeiwert von: 0,25 Cw. Dabei wirkt das Aggregat in unserem Testzeitraum immer auffordernd agil und bringt bei 1.500 Touren gut proportionierte 400 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, was ihm eine überzeugende Laufruhe einträgt. Den Sprint von 0 auf 100 km/h legt die sportliche Turinerin locker in 7,2 Sekunden hin, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 230 km/h. Während unserer Fahrten geht die Giulia souverän mit Schlaglöchern und Unebenheiten um, wirkt insgesamt sehr stabil und bietet ein komfortables Fahrverhalten. Auf der imaginären und ganz persönlichen Liste der effizientesten Testfahrzeuge steht dieser ungemein sportlich ausgelegte Alfa sicherlich unter den ersten zehn. Im alltäglichen Verkehrsfluss lassen sich die vom Hersteller angegebenen Verbrauchswerte zwar nicht ganz halten. Immerhin will man ja auch mal etwas engagierter unterwegs sein. Wir benötigen im gesamten vierzehntägigen Testverlauf ( Stadt-, Land- und Autobahnverkehr) ordentliche 5,7 Liter.

2.2 Liter Diesel mit 400 Newtonmeter.

Alfa typische filigrane Verarbeitung

Trotz ihrer bereits angesprochenen großzügigen Abmessungen und ihrem Radstand von 2,82 Metern lässt sich die Giulia auch durch dichten Stadtverkehr leicht lenken und ohne großartige Anstrengung manövrieren. Bei der Innenraumgestaltung fällt die filigrane italienische Verarbeitung der Stoff/Kunstledersitze auf, die festen Seitenhalt bieten. Darüber hinaus wirkt der Rest des Interieurs, wie eigentlich doch immer bei Alfa Romeo, hochwertig verarbeitet. Weichgeschäumte Kunststoff- und Lederoberflächen mit feinen Nähten bestehen jede haptische Überprüfung. Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet und intuitiv zu bedienen. Die optional erhältliche Gemeinschaftsentwicklung von Alfa und Magneti Marelli, das Entertainment- und Navigationssystem „Connect 3D Nav“, dient mit seinem 8,8-Zoll-Bildschirm (22,4 Zentimeter) als Schaltzentrale. Es zeigt außer der Navigationskarte und das Bild der Rückfahrkamera nach Bedarf auch Informationen zum Bereich des Telefon (inklusive Mirrorlink für Applikationen), Radio und Audio an. Das System wird gesteuert mittels eines Drehschalters, der in der Mittelkonsole integriert ist, dem so genannten Rotary Pad. Gleich daneben sitzt der Rundschalter der Fahrdynamikregelung AlfaTM D.N.A. Pro. Das System stellt die gewohnten Stufen „Dynamic“, „Natural“ und „Advanced Efficiency“ zur Wahl. Das Setup des Fahrzeuges kann wunschgemäß angepasst werden. Eine ordentliche Rundumsicht wird bei genauer Einstellung der Bestuhlung immer gewährleistet. Der Ein- und Ausstieg ist bequem dank recht großer Türausschnitte. Durch die breiter Heckklappenöffnung  lassen sich mühelos zwei Koffer in den 480 Liter großen Kofferraum der Giulia schieben.

Assistenzsysteme im Komfort- und Sicherheitsbereich

Die Alfa Romeo Giulia Limousine besitzt bereits ab Werk eine reichhaltige Ausstattung. Die erste Variante,  „Basis“ genannt, verfügt über 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Fahrdynamikregelung AlfaTM D.N.A. Pro, Startknopf im Lenkrad, Geschwindigkeitsregelanlage, Regen-Sensor, Regen-Bremsassistent (RBA), Antriebsschlupfregelung (ASR), Automatisches Einschalten der Warnblinkanlage bei Notbremsung (AHW), Aktive Gierregelung (AYC), Kurvenbremskontrolle (ESBS), Berganfahrhilfe (HSA), Anhänger-Stabilitätskontrolle (TSA), Kollisionswarnsystem (FCW) mit autonomer Notbremsfunktion (AEB) bis zu 65 km/h, Spurhalteassistent (LDW), Fahrer- und Beifahrersitz 6-fach manuell verstellbar (Länge, Neigung, Höhe) sowie LED-Heckleuchten. Der Grundpreis der Diesel Limousine beträgt stolze 33.8100 Euro. Der Aufpreis von 4500 Euro zu der von uns getesteten Ausstattung „Super“ beinhaltet Sitzbezüge aus Kunstleder, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Fahrzeuginformations-Center mit individuell konfigurierbarem 7Zoll-TFT-Farbbildschirm und Parksensoren hinten. Sein Paket mit Totwinkel-Assistent (BSM) mit Bewegungserkennung hinten (RCPD), Fernlichtassistent (AHB), Innen- und Außenspiegel automatisch abblendend, Rückfahrkamera mit dynamischen Führungslinien bietet der Turiner Autobauer nur über das dementsprechende Sonderpaket an, das in unserem Fall mit 1.000 Euro zu Buche schlägt.

Die Giulia als alltagstaugliches Business Fahrzeug mit viel Emotion.

Fazit: Die Giulia Limousine in Verbindung mit dem 2.2 Diesel (180 PS) bietet traditionell nicht nur ausgeprägten Fahrspaß, sie kann auch die Alltagsnöte einer Familie im vollem Umfang bedienen und setzt Maßstäbe in punkto Emotionen.

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Alfa Romeo

Giulia 2.2 Diesel Super

Motor Diesel
Hubraum 2.143 ccm³
Leistung 180 PS @ 3.750 U/min
Kraft 400 Nm @ 1.500 U/min
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Antriebsachse Vorderradantrieb

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.643, 2.024, 1.436   mm
Radstand 2.820 mm
Leergewicht 1.475 kg
Wendekreis 10,8 m
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 7,2 sec
Normverbrauch 4.0 l/100 km

[/toggle]

[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 5.2 l / 100 km
Öko-Experte 4.5 l / 100 km
Außendienst-Modus 5.7 l / 100km

[notification type=“notification_info“ ]Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann – Beitragsbild: Hersteller (FCA Germany AG)[/notification]

[/toggle]

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Erste Fahrt: Alfa Romeo Stelvio

Alfa Romeo Stelvio im Fahrbericht

Filigraner SUV aus Bella Italia

Um das Portfolio des FCA Ablegers Alfa Romeo zu schließen, starten die Turiner mit dem ersten von drei geplanten SUVs im ersten Quartal 2017 in Europa durch. Im zweiten Quartal folgen dann Nordamerika und Asien. Final ist der Verkauf in 60 Ländern weltweit festgesetzt. Kleine Brötchen will FCA nicht von Anfang an backen und platziert den Stelvio gleich neben dem bisherigen Platzhirschen BMW X3. Premium sollte nicht nur die Positionierung sein, denn Alfa Romeo stand und steht bislang für feinste Verarbeitung von hochwertigen Materialien und emotionaler Antriebstechnologie. Seine Kunden möchte der Stelvio genau über diese Eigenschaften generieren. Marktstart war bereits am 18. März und gemäß den ersten KBA-Zahlen gelingt es dem italienischen Autobauer, erste Erfolgspunkte zu setzen. Bis Ende dieses Jahres sollen es dann ca. 5.000 Einheiten werden. Um nicht die Übersicht zu verlieren, startet man mit zwei Ausstattungsversionen und zwei Aggregaten. Den Einstieg findet der erste SUV von Alfa Romeo mit einem 2.0 Liter Turbo Benziner bei 200 PS Leistung und 42.200 Euro.

Der SUV aus den Alpen

Seine Namensgebung ist eine Hommage an den höchsten asphaltierten Pass in den italienischen Alpen und den zweithöchsten in ganz Europa – das Stilfser Joch. Inspiration fanden Alfas Ingenieure zum Thema Fahrspaß und Leistungsfähigkeit auf den letzten 20 Kilometern der Passstraße mit ihren 75 Kehren, mehr als sieben Prozent Steigung und insgesamt 2.758 Höhenmetern bis zur Spitze. Heraus kam ein SUV, das sich seine Plattform mit der bereits im letzten Jahr eingeführten Giulia teilt. Seine Front ganz im Markengesicht mit dreigeteiltem Kühlergrill, prominentem Logo und weit in die Mitte gezogenen Frontscheinwerfern mit Tagfahrlicht lassen den Stelvio sehr breit und selbstbewußt auf der Straße stehen. In der Seitenansicht unterstreicht das Fahrzeug eher den Charakter einer Mittelklasse Limousine mit dem Verhältnis zwei Drittel Aluminium zu einem Drittel Glas. Gepaart mit den Überhängen vorn (859 mm) und hinten (1.007 mm) streckt sich der Mittelklasse SUV auf 4,69 Meter. Durch die aluminiumlastige Karosserie konnte man über den Leichtbau das Leergewicht bei minimalen 1.66 Tonnen definieren, was sich sowohl in den Verbrauchswerten als auch im Cw-Wert von 0,3 widerspiegelt. Um einen ersten Eindruck seiner Gesamtperformance zu bekommen, lud der FCA Konzern ins Hinterland von Innsbruck für einen Tag ein. Dort konnten wir seine Dynamik auf herrlichen Serpentinen rauf zum Stilfser Joch testen.

Namensgebung aus den Alpen.

Elitäres Interieur

Beim Einsteigen fallen uns die hochwertig beispielhaften Alfa Materialien und ihre filigrane Verarbeitung auf. Auch im robust wirkenden SUV sollen diese Eigenschaften nicht fehlen. Das Cockpit, das sich dem Fahrer zuneigt, wirkt generell sehr aufgeräumt und für den Alfaristi sitzt jeder Knopf am richtigen Platz. Zentrales Instrument hinter dem Lenkrad ist das 3,5- bzw. 7-Zoll Display. Hier sind ganz bequem alle vom Fahrzeug abgegebenen Daten abzulesen. Als Schaltzentrale dient das mit Magneti Marelli entwickelte Infotainmentsystem Alfa Connect. Dort werden außer den Karten des Navigationssystems die Informationen zum verbundenen Smartphone, der angeschlossenen Medien und die „gespiegelten“ Applikationen des verbunden Smartphones abgebildet. Passagiere auf den Frontsitzen genießen eine großzügige Beinfreiheit. Wer im Stelvio auf den hinteren Sitzen Platz nehmen muss, darf mit mehr Raum vorlieb nehmen als gedacht. Menschen mit einer Körperlänge von mehr als 1,70 Meter reisen im Alfa SUV äußerst bequem. Die elektrisch zu öffnende Heckklappe legt bei voller Bestuhlung immer noch ein Volumen von 525 Liter frei. Wird ein Großeinkauf zu zweit geplant, stehen 1.600 Liter Kofferraumvolumen zu Verfügung.

Schaltknauf als Joystick.

Motorisierung nicht unter 150 PS

Jeweils ein Benziner- und Dieselmotor treiben den neuen Alfa voran. Dabei vertraut man bei beiden auf die Turbo-Technologie. Kombiniert werden alle Aggregate mit einem Acht-Stufen-Automatikgetriebe von der ZF Friedrichshafen AG. Der Benziner mit Turbo aufgeladenen 2.0 Liter Hubraum präsentiert sich mit den Leistungsstufen 147 kW (200 PS) und 206 kW (280 PS). Satte 400 Newtonmeter bei 2.250 Umdrehungen drücken das 280-PS-Aggregat nach vorn. Der Diesel bietet die Leistungsstufen 132 kW (180 PS) – bekannt aus der in 2016 angelaufenen Giulia – und 154 kW (210 PS) an. Die Drehmomentabgabe beim 210-PS-Motor beträgt hierbei üppige 470 Newtonmeter bei 1.750 Umdrehungen. Gerade der Antrieb von ZF mit seinen acht Stufen machen sich bei den ersten Fahrten positiv bemerkbar. Direkt ansprechend ohne Schaltpause und sportlich agil führen sie uns quer durch das Hinterland von Innsbruck, hinauf zum Stilfser Joch. Highlight unserer Testfahrten ist jedoch das gut abgestimmte Allradsystem AlfaTM Q4. Abhängig vom Gripzustand der einzelnen Räder verteilt der Antrieb das Drehmoment stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse. Bei normalen Fahrbahnbedingungen arbeitet das System im Hinterradantriebsmodus. Erst wenn die Hinterreifen ihre Haftgrenze erreichen, werden bis zu 60 Prozent des Drehmoments zur Vorderachse umgeleitet. Dafür zuständig sind ein zusätzliches Differenzial sowie ein aktives Verteilergetriebe, das sehr hohe Drehmomente in Sekundenbruchteilen bewältigen kann. Mit einem Rändelrad in der Mittelkonsole schalteten wir den Wagen zusätzlich in drei unterschiedliche Fahrmodi (ECO, Normal, und Dynamik). Hier werden die Kennzahlen von Fahrwerk, Motor und Lenkung nochmals verändert. Das Fahrzeug vermittelt das Gefühl, Kraft auf die Straße zu bringen, wann immer es  nötig ist. Der uns präsentierte Tiefst-Verbrauchswert von 4,8 Liter beim „großen“ Diesel und 7,0 Liter beim „großen“ Benziner sind an dem Tag der Veranstaltung leider nicht zu prüfen.

Filigrane Arbeit auch am Außenkleid.

Jede Ausstattung eine Top Variante

Die angebotenen Sicherheitseinrichtungen im Alfa Romeo Stelvio sind je nach Modellversion serienmäßig oder optional erhältlich. Als Beispiel führen die italienischen Ingenieure das Integrierte Bremssystem (IBS) an, das in der Alfa Romeo Giulia Premiere eingeführt wurde. Es kombiniert die Wirkungsweise der elektronischen Regelsysteme mit der mechanischen Bremskraftunterstützung. Resultat sind schnell ansprechende Bremsen ohne störendes ABS-Pulsieren und damit auch kurze Bremswege. Zu den weiteren Sicherheitseinrichtungen zählen außerdem das Kollisionswarnsystem (Forward Collision Warning, FCW) mit autonomer Notbremsfunktion (AEB) und Fußgängererkennung, der Spurhalteassistent (Lane Departure Warning, LDW) sowie der Totwinkel-Assistent (Blind Spot Monitoring, BSM). Die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage (Adaptive Cruise Control) passt die eigene Geschwindigkeit nicht nur dem gewählten Wert an. Sie reagiert auch auf andere Fahrzeuge im direkten Umfeld. Bei den Preisen möchte sich FCA nicht ganz mit seinem Mitbewerber aus München messen und setzt seine Preise etwa fünf bis acht Prozent unterhalb fest. So startet das Einstiegmodell „Stelvio“ und dem Benziner bei 42.200 Euro. Die zweite und zugleich „Topvariante“ bei gleicher Motorisierung  findet sich bei 45.000 Euro wieder. Das Preisgefüge der stärkeren Benzinvariante stellt sich mit der Ausstattung „Super“ bei 49.000 Euro und mit einer Vorab Sonderserie „First Edition“ bei 56.000 Euro vor. Das Dieselaggregat beziffert jeweils die Topausstattung „Super“ bei der Leistungsstufe „180 PS“ mit 44.050 Euro und „210 PS“ mit 47.500 Euro. Im Zuge der Modellpflege Ende des Jahres sollen ein Aggregat jenseits der 500 PS Grenze und ein Hybridantrieb folgen.

Einsatz nicht nur in den Alpen souverän.

Fazit: Der Alfa Romeo Stelvio stellt sich als erster SUV der Italiener ordentlich vor. Materialien, Verarbeitung und Technologie stimmen im Großen und Ganzen. Ob es reicht, dem selbsternannten Mitbewerber aus München den einen oder anderen Kunden abspenstig zu machen, wird sich im Laufe diesen Jahres zeigen.

SUV mit Platz nach oben.

Der neue Stelvio lässt in Sachen SUV noch Platz nach oben.  Als Allrounder für Freizeit und Familie dennoch bestens geeignet. Lange Passagen auf kurvenreichen Strecken sind für ihn mit jeder Motorisierung kein Problem. Als Alternative im SUV Bereich schon vom Design her eine echte Kaufoption.

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller Bild: Stefan Beckmann und Hersteller 

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Alfa Romeo und Jeep – Mit Doppelspitze in die Offensive

Wer vom Straßenrand aus einen Alfa Romeo entdecken will, braucht Geduld und langen Atem. Jahrelang darbte die einstige Kultmarke vor sich hin, kaum neue Modelle, wenig Händler, Probleme mit der Qualität. Bis der Mutterkonzern Fiat seine Ikone neu entdeckte und nun nach einer gefühlten Ewigkeit wieder Gas gibt. Mit der Sportlimousine Giulia und dem schmucken SUV Stelvio ist Alfa Romeo heute wieder kaufbar geworden. „Das ist das Spannende an unserem Beruf“, sagt Deutschlands Alfa-Chef Stefan Moldaner. „Eine traditionsreiche Marke mit neuen Modellen wieder im Bewusstsein der verwöhnten Kunden zu verankern, endlich wieder konkurrenzfähig zu sein und mit neuen Ideen in die Offensive zu gehen“.

Der gelernte Diplomingenieur hat bei der Reanimation von Alfa ein Ass im Ärmel, für das ihn Kollegen anderer Hersteller beneiden. Denn der 48jährige ist in der Zentrale von Fiat Deutschland auch für eine andere berühmte Marke zuständig. Seit der amerikanische Chrysler-Konzern zum italienischen Megakonzern gehört, sind die Modelle mit dem Jeep-Logo gefragt wie nie zuvor in der 76jährigen Geschichte des amerikanischen Offroad-Spezialisten. Auch in Deutschland boomt Jeep, im letzten Jahr wurden fast 15.000 Fahrzeuge verkauft. „Jeep und Alfa Romeo sind unsere Premiummarken, die sich perfekt ergänzen“, sagt Moldaner. Mit Hilfe der US-Marke will er jetzt eine Alfa-Schwäche beheben und die Zahl der Händler für die italienischen Modelle bis Ende des Jahres auf 180 fast verdoppeln. In vielen der neuen Autohäuser stehen heute bereits Jeeps im Schaufenster.

Drohen da nicht Kollisionen der beiden Marken? Schließlich will Alfa bald zwei weitere SUV bringen, die direkt mit Jeep-Modellen konkurrieren. Das geplante Kompakt-SUV, deutlich kleiner als der Stelvio, könnte auch Kunden des Jeep Compass interessieren, dessen Deutschland-Start jetzt auf den Sommer auch nach Deutschland vorgezogen wurde. Das künftige große Alfa-SUV dagegen tritt auch gegen den Luxus-Offroader Jeep Grand Cherokee an. Stefan Moldaner sieht das anders: „Die Charaktere der beiden Marken sind völlig unterschiedlich. Alfa bedient eher die Kunden sportlicher Allradler, die nur selten ins Gelände abbiegen“. Dagegen würden Jeep-Kunden auch die Fähigkeiten ihres Autos abseits fester Straßen schätzen.

Problemlos sind dagegen andere Alfa-Neuerscheinungen bis zum Jahr 2020. Da steht eine große Limousine im Format der Mercedes E-Klasse ebenso auf dem Mailänder Speisezettel wie ein Sportwagen oder ein Nachfolger des Golf-Konkurrenten Giulietta. Recht bald wird schon die Edel-Version des Stelvio zu haben sein: Der Allradler mit Beinamen Quadrifoglio Verde (vierblättriges Kleeblatt) wird wie sein Schwestermodell Giulia QV mit 375 kW/510 PS unter der Haube protzen. Jeep dagegen hat weiterhin die Abenteurer im Visier. Neben dem Compass wird es unter anderem einen völlig neuen Wrangler geben. Neu erscheinen soll auch der Jeep Grand Wagoneer, ein SUV der Fünf-Meter-Klasse.

Doch neue Produkte allein, seien sie auch noch so attraktiv, reichen nach Moldaners Überzeugung nicht aus, um die Marke Alfa zu neuen Höhen zu führen. „Wir haben eine Fülle von Ideen“, sagt der Manager jetzt zum Marktstart des neuen Stelvio in Innsbruck. Er nennt als Beispiel eine Vier-Jahres-Garantie oder den Versuch, auch Flottenkunden in ein Alfa-Modell zu locken. Und dann sind da ja noch die Familien, die Moldaner im Blick hat. Geplant ist ein sogenanntes Mix-Leasing, bei dem neben dem geräumigen Stelvio ein kleiner Alfa Mito zu besonders günstigen Konditionen dazu bestellt werden kann, über den sich dann ein weiteres Familienmitglied freuen darf. (Peter Maahn/SP-X)

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Der Spätstarter vom Stilfser Joch – Alfa Romeo Stelvio

Der Italiener Giorgio Gorelli, CEO Fiat Germany AG, erläutert für mein-auto-blog die neue Strategien bei Alfa Romeo.

Das SUV mit den italienischen Werten

Der Passo del Stelvio, oder etwas weniger poetisch zu deutsch das Stilfser Joch, ist mit 2757 Metern Sattelhöhe nicht nur die höchste Pass-Strasse in den italienischen Alpen, sondern auch Namenspate für den ersten SUV von Alfa Romeo. Der italienische Name gleitet Südländern natürlich eleganter über die Lippen. „Oh ja, wir setzen in Turin große Hoffnung auf den Stelvio“, betont Giorgio Gorelli, seit knapp einem Jahr Ceo von Fiat Deutschland anlässlich der eher symbolischen Enthüllung des hochbeinigen Bruders der Giulia in der letzten Woche in St. Moritz. Die wahre Weltpremiere feierte der Stelvio nämlich schon im letzten Jahr auf der Autoshow in Los Angeles. Ein Zeichen, wohin die Reise für die Marke gehen soll.

Die Front des neuen SUV von Alfa Romeo erinnert stark an die der Sportlimousine Giulia.

Auf eine Kombiversion der Giulia verzichtet Alfa, nicht aber auf weitere SUV’s

Ende März wird der neue Klassenkamerad von Audi Q5, BMW X3, dem Mercedes CLC, Jaguar F-Pace und einem Porsche Macan auf den erkennbar gut besetzten deutschen Markt rollen. Das SUV aus rein italienischer Produktion soll nicht weniger als die Wiedergeburt von Alfa Romeo, die mit der Sportlimousine Giulia begann, weiter manifestieren und endlich wieder nennenswerte Verkaufszahlen bringen. Mit seinem SUV kommt Alfa reichlich spät, davon tummeln sich schon Heerscharen bei eigentlich allen Herstellern dieser Welt. Was umgekehrt zeigt, der Markt ist lukrativ und erkennbar nicht gesättigt. Deshalb wollen die Turiner ihn nicht den anderen überlassen. Und beim Stelvio allein wird es auch nicht bleiben, verrät Gorelli. Er schiebt aber im nächsten Atemzug nach, dass man auf eine Kombiversion der Giulia, deren Plattform für alle die Basis bildet, hingegen verzichten wird.
Den Bedarf nach Kombi deckt der Stelvio mit ab, denkt Alfa. Bei größerer Stückzahl. Und weil die Welt partout SUVs will, kommen nach dem Stelvio noch eine größeren und eine kleiner Version, allesamt basierend auf den Heckantriebsplattform der Giulia – sinnigerweise Giorgio genannt. „Auch in feinen und gut sortierten Schuhgeschäften gibt es nachgefragte Modelle ja in mehreren Größen“, schmunzelt der Fiat-Statthalter bei seinen kurzen Exkurs über die nähere Modellzukunft. Ein Kombi sei nun mal ein Auto, dass Deutschland sehr beliebt sei, aber in anderen, wichtigen Märkten wie Nordamerika, China und Russland spiele er eine eher nachgeordnete, eigentlich keine Rolle.

Der Stelvio steckt in einer eleganten und fast grazil anmutenden Blechhaut
Vom Aussehen her erinnert der neue Alfa Romeo Stelvio mit der sorgfältig gezeichneten und fast schon grazil anmutenden Blechhaut in Front- und Heckpartie stark an die Giulia, besonders, wenn man ihm in die Augen schaut. Auffordernd bis aggressiv blickt er aus den schmal geschlitzten Scheinwerfern beiderseits des markentypischen Alfa-Dreiecks „Scudetto“ und den dominanten Lufteinlässen in das Schneetreiben. Der Einstieg in das Innere des 4,67 Meter langen Fünfsitzers fällt leicht, genau das ist es ja, was diese Klasse Auto bei Jung und Alt so beliebt macht. Doch trotz einer Bodenfreiheit von 20 Zentimetern hat man in diesem SUV nicht das Gefühl, dass man abgehoben über dem Asphalt thront. Die Sitze sind gut geschnitten, vorne wie hinten und mit einem Kofferraumvolumen von 520 bis 1600 Litern hinter der elektrischen Heckklappe bietet der Stelvio ordentlich Platz für seine Passagiere und ihr Gepäck. Der Startknopf sitzt links im Lenkrad, für diejenigen ohne Alfisti-Gene im Blut, zunächst etwas ungewohnt.

520 Liter Platz im Kofferraum für das Gepäck sollte auch für einen Winterurlaub zu viert reichen.

 

Etwas aggressiv schaut der Stelvio in die Welt.

Schwindet die Traktion, schickt der Allradantrieb bis zu 50 Prozent der Kraft nach vorn

Bei Bedarf schickt der 2,2 Liter Turbodiesel via Achtgangautomatik die Kraft von 210 PS primär ans Heck und erlaubt einen Sprint von 0 auf 100 km/h in forschen 6,6 Sekunden. Heute lassen wir es zurückhaltender angehen, auf der Strecke durch die Berglandschaft zwischen Südtirol und der Lombardei locken zwar Kehren ohne Ende, aber immer wieder blitzt blankes Eis durch den harschen Schnee. Schwindet die Traktion, wird die Kraft über den serienmäßigen Allradantrieb umgehend bis zu 50 Prozent auch an die Vorderräder geleitet. Doch der Stelvio bleibt souverän und lässt sich mit der leichtgängigen Lenkung auch durch enge Kurven sauber führen. Per Schalter lassen sich die unterschiedlichen Fahrmodi „normal“, „dynamisch“ oder „sparsam“ ansteuern, wobei sich immer die Charakteristik von Motor, ESP, Lenkung und Automatik insgesamt ändert.

Mit dem Allrad, der bei Bedarf bis zu 50 Prozent Kraft auf die Vorderräder bringt, ist der Stelvio für dieses Wetter bestens gerüstet.
Auf ein Head-up display hat Alfa Romeo beim Stelvio verzichtet. Foto: Alfa Romeo

Die Schaltwippen sind recht groß geraten

Beim Schalten kann man frei selbst Hand anlegen. Die Schaltwippen sind allerding recht groß geraten und überdies nicht am Lenkrad befestigt. Schalten während des Lenkens sollte man also vermeiden. An elektronischem Equipment hat Alfa dem Stelvio zwar einen Notbremsassistenten (bis 65 km/h), einen adaptiven Tempomaten, einen Spurhalte-Assistenten (allerdings nur akustisch) mitgegeben, dafür kein Head-up-Display und keine LED-Scheinwerfer. Unter der Motorhaube arbeite am Start zunächst wahlweise ein 280 PS starker Benziner, oderder 210 PS Diesel. Später im Jahr kommt ein Basisdiesel mit 180 PS und reinem Hinterradantrieb hinzu. Ende 2017 dann ein Benzin-Motor mit 200 PS und der Stelvio Quadrifoglio mit einem 510 PS starkem 2,9-Liter-V6-Benziner und den bekannten Ferrari-Genen. Der 280 PS Benziner kostet ab 49 000 Euro, der 210 PS Diesel ab 47 500 Euro.

Technische Daten

Alfa Romeo

Stelvio

Motor Vierzylinder Diesel
Hubraum 2.143 cm³
Leistung 210 PS @ 3750 U/min
Kraft 470 Nm @1750 U/min
Getriebe 8-Gang Automatik
Allradantrieb
Länge, Breite, Höhe 4.687, 1.903, 1.671  mm
Radstand 2.818 mm
Leergewicht 945 kg
 Wendekreis
Höchstgeschwindigkeit 215 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 6,6 sec
Normverbrauch 4,8 l/100 km

 

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Alfa Romeo Stelvio – Alfa will hoch hinaus

Wer spät kommt, kann gleich vieles besser machen. Dieses Motto scheint Alfa Romeo seinen Ingenieuren eingebläut zu haben, geht es um die Fähigkeiten und Qualitäten des Stelvio. Danach soll der erste SUV in der rund 100-jährigen Historie der italienischen Sportwagenmarke angeblich Kreise um die Konkurrenz fahren.

Der Stelvio basiert auf der intern Giorgio genannten Giulia-Plattform

Nun, die Techniker von Alfa Romeo lehnen sich mit solch einer Aussage vielleicht ein wenig weit aus dem Fenster. Erwähnt sei nur, dass sich in diesem Segment auch ein Porsche Macan tummelt. Aber es zeigt, wie stolz die Italiener nicht nur auf ihre Marke, sondern auch auf ihre Produkte sind. Alfa war fast tot, viele Fans abgewandert, weil eine Menge versprochen wurde, aber man trotzdem nicht in die Gänge kam. Und nun das Prinzip „Phoenix aus der Asche“, eindrucksvoll unter Beweis gestellt mit der Giulia.

Insgesamt hinterlässt der Stelvio auf einer ersten Testfahrt rund um seine Geburtsstätte Cassino (nahe Neapel) einen guten und soliden Eindruck

Auf der Giulia-Plattform, intern Giorgio genannt, basiert auch der Stelvio. Benannt nach Italiens höchstem Alpenpass, ist er Alfas erstes Auto dieser Art und soll der Marke kräftigen Anschub geben. „Unter dem Stelvio stecken der pure Geist und die DNA von Alfa Romeo“, sagt Markenchef Fabrizio Curci. Die Ingenieure zogen alle Register für eine sportliche Ausrichtung. Dazu zählen Leichtbau und eine optimale Gewichtsverteilung von 50:50 Vorder- zu Hinterachse. Viele Karosserie- und Fahrwerksteile sind aus Aluminium, die Kardanwelle besteht sogar aus Karbon. Und laut Alfa soll der Stelvio mit einem Übersetzungsverhältnis von 12:1 gar die direkteste Lenkung im Segment der Mittelklasse-SUV besitzen. Serienmäßig an Bord ist stets Allradantrieb. Bei normalen Straßenverhältnissen schickt das System 100 Prozent der Kraft zu den Hinterrädern. Beginnen diese Schlupf aufzubauen, wird Drehmoment blitzschnell (bis zu 50 Prozent) an die Vorderräder gegeben.

Für Kunden, die in ihrer Straße Sterne, vier Ringe und weißblaue Propeller nicht mehr sehen können, ist der erste SUV von Alfa Romeo sicher eine willkommene Alternative

Insgesamt also keine schlechten Voraussetzungen für ein agiles Fahrverhalten. Noch dazu, wenn unter der Haube der Zweiliter-Turbobenziner mit 280 PS steckt und die Gänge über die Alu-Schaltwippen an der Lenksäule gewechselt werden. Der Stelvio hängt prima am Gas, lässt sich leicht und direkt um die Kurven treiben und hält sich mit lästigen Wankbewegungen zurück. Dennoch wird Sportlichkeit nicht dem Komfort geopfert. Auch über schlechte Wegstrecken rollt der Stelvio recht gelassen.

Dennoch wird Sportlichkeit nicht dem Komfort geopfert. Auch über schlechte Wegstrecken rollt der Stelvio recht gelassen

Zudem steht ein Drehschalter zur Verfügung, der die drei Modi „d“, „n“ und „a“ aktiviert. Die Buchstaben stehen für dynamic, natural und advanced efficiency, also Sparmodus. Bemerkbar macht sich das vor allem in der Stellung „d“, der Stelvio reagiert schärfer und spontaner. Wer allerdings die perfekte Sitzposition erwartet, die die Giulia ihrem Fahrer bietet, wird etwas enttäuscht. Im Stelvio sitzt man doch etwas mehr auf als im Sitz. „19 Zentimeter beträgt der reine Höhenunterschied zur Giulia“, sagt Cheftechniker Roberto Fedeli. Maximal sind 20-Zoll-Räder mit 255/45er-Reifen möglich.

Neben dem 280-PS-Benziner hat der europäische Stelvio-Kunde natürlich noch die Option eines Dieselmotors. Der aus der Giulia bekannte 2,2-Liter-Selbstzünder (Vollaluminium) leistet 210 PS und schickt seine 470 Newtonmeter Drehmoment ab 1.750 U/min in die Achtgangautomatik, was dem Stelvio zwar eine gewisse Souveränität verleiht, besser zum Charakter passt dennoch der kernige Turbo-Benziner.

Das Armaturenbrett ist klassisch aufgeteilt, wirkt schlank und reduziert

Etwas später will Alfa den Benziner auch mit 200 PS und den Diesel mit 180 PS anbieten. Beide werden ebenfalls die Achtgangautomatik sowie den Allradantrieb an Bord haben. Den Diesel soll es zudem als günstigere Einstiegsvariante mit Heckantrieb geben.

Das Armaturenbrett ist klassisch aufgeteilt, wirkt schlank und reduziert. Schnickschnack braucht ein Alfa nicht. Typisch bleiben die sogenannten Tubes, jene tiefe Röhren, in denen die beiden Rundinstrumente Tacho und Drehzahlmesser ihr zu Hause haben. Zwischen ihnen liegt ein TFT-Display, auf denen beispielsweise Reisedaten oder Navigationshinweise abgebildet werden können. Die Italiener gaben sich Mühe, den Premium-Anspruch des Kunden zu erfüllen. Die Materialien wirken hochwertig, erreichen aber nicht die Qualität und das Finish der deutschen Wettbewerber.

Im Fond herrschen gute Platzverhältnisse. Auch Erwachsene mit einer Körpergröße von 1,80 Meter sitzen bequem

Mit einer Länge von 4,69 Metern parkt der Stelvio größenmäßig ziemlich exakt neben einem Mercedes GLC, Audi Q5 oder BMW X3. Im Fond herrschen gute Platzverhältnisse. Auch Erwachsene mit einer Körpergröße von 1,80 Meter sitzen bequem. Beim Kofferraum braucht sich Alfas SUV nicht hinter der Konkurrenz zu verstecken. 525 Liter sind mehr als Porsche Macan und Mercedes GLC ausweisen können, aber weniger als BMW und Audi bieten. Die Heckklappe kann elektrisch betätigt und in acht unterschiedlichen Öffnungshöhen programmiert werden – passend zur Deckenhöhe in der heimischen Garage.

Insgesamt hinterlässt der Stelvio auf einer ersten Testfahrt rund um seine Geburtsstätte Cassino (nahe Neapel) einen guten und soliden Eindruck. Für Kunden, die in ihrer Straße Sterne, vier Ringe und weißblaue Propeller nicht mehr sehen können, ist der erste SUV von Alfa Romeo sicher eine willkommene Alternative. Sie dürfte es sicher auch wenig stören, dass man beim Thema elektronische Assistenzsysteme nicht ganz den Anschluss hält. Zwar gibt es Fußgängererkennung, Rückfahrkamera, Ausparkwarner und Abstandshalter, doch einen Staupiloten, der dem Vorgänger halbautonom folgen kann, bieten die Italiener nicht an. Alfa-Fahrer sollen halt so lange es irgend geht Selbstfahrer bleiben. (Michael Specht/SP-X)

Alfa Romeo Stelvio – Was Schickes für den Matsch

Auch Alfa Romeo will sich dem SUV-Trend nicht mehr verschließen. Ab dem Frühjahr treten die Italiener mit dem sportlich positionierten Stelvio gegen Jaguar F-Pace, BMW X3 und Audi Q5 an.

Optisch und technische orientiert sich der erste Alfa-Crossover an der Mittelklasselimousine Giulia. Nicht nur die Gestaltung des Innenraums gleicht dem Viertürer, auch Front- und Heckpartie wurden weitgehend übernommen. Die angeschrägte Heckscheibe steht für sportive Dynamik und lässt durchaus Vergleiche zum Porsche Macan zu. Das Gesicht des 4,69 Meter langen Stelvio wird durch den zu neuer Größe gewachsenen typischen Alfa-Grill dominiert.

Für den Antrieb sehen die Italiener zunächst einen 2,0 Liter großen Vierzylinder-Turbobenziner mit 206 kW/280 PS Leistung vor. Alternativ ist ein 2,2-Liter-Diesel zu haben, der es auf 154 kW/210 PS bringt. Darüber hinaus wird es auch ein Top-Modell mit einem 375 kW/510 PS starken Sechszylinder-Turbobenziner geben. Alle Varianten haben Allradantrieb, ein sparsames Basismodell mit Heckantrieb dürfte später folgen.

In Sachen Assistenzsysteme bietet Alfa unter anderem Fußgängererkennung, Rückfahrkamera, Ausparkwarner und Abstandshalter an. Helfer zum autonomen Fahren sind nicht vorgesehen. Die Preise für das Italo-SUV starten bei knapp 48.000 Euro.

(Holger Holzer/SP-X)

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Alfa Romeo Stelvio – Zum Start als Sondermodell

Mit einem Sondermodell startet Alfa Romeo die Markteinführung des Stelvio. Das erste SUV der Marke ist in der sogenannten „First Edition“ zu Preisen ab 56.000 Euro ab sofort bestellbar. Den Antrieb übernimmt ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit 206 kW/280 PS, der an eine Achtgangautomatik gekoppelt ist. Die Ausstattung des bis zu 230 km/h schnellen Allraders umfasst unter anderem Xenonlicht, Ledersitze, Navigationssystem und eine Rückfahrkamera.

Der nach dem italienischen Namen des Alpenpasses Stilfser Joch benannte Alfa tritt unter anderem gegen BMW X3, Jaguar F-Pace und Porsche Macan an. Neben dem Vierzylinder-Turbo wird es auch einen 375 kW/510 PS starken 2,9-Liter-Sechszylinderbenziner sowie einen Vierzylinderdiesel mit 2,2 Litern Hubraum und 154 kW/210 PS geben. Den Einstiegspreis für die Modellreihe nennt die Fiat-Tochter noch nicht, rund 40.000 Euro dürften aber mindestens anfallen. (Holger Holzer/SP-X)

Überholt – Alfa Romeo 1.6 JTDm TCT Super

Die jüngste Überarbeitung der kompakten Giulietta ist Alfa Romeo wirklich in ausnehmender Dezenz gelungen. Der neue Grill hinter dem Markenlogo, die dunkleren Scheinwerfer und die schrägen Endrohre sind äußerlich noch die markantesten Änderungen.

Im Unsichtbaren hat sich dafür einiges getan. So ist die neue Antriebskombination aus dem 120PS starken 1.6 Liter JTDm Vierzylinder-Diesel und dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe TCT ein echter Quell der Freude. Sind die Motoren schon immer das Herz eines jeden Alfa Romeo gewesen, so machen auch die Dieselmotoren aus Turin keine Ausnahme.

Für die neue Generation Giulietta ist das Aggregat komplett überarbeitet worden. Dank Common-Rail-Einspritzung – übrigens eine Erfindung von Fiat-Tochter Magneti Marelli – der dritten Generation mit besonders hohen Drücken und neu gestalteten Mehrloch-Injektoren schafft der Selbstzünder nicht nur die EU6-Abgasnorm, er sorgt auch für effiziente Verbrennung, die in einem Normverbrauch von nur 3.9 Litern auf 100 Kilometer resultiert.

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Dass es in der Praxis dann gerne zwei Liter mehr sind, dafür sorgt die Charakteristik des kleinen Vierzylinders. Das TCT-Getriebe kaschiert die kleine Anfahrschwäche durch verschliffenes Einkuppeln wunderbar diskret und schon knapp unter 2000 Umdrehungen federt der 16V-JTDm lässig nach vorne. Bei vollem Einsatz des Gaspedals fühlen sich die 320Nm auch deutlich saftiger an, als man auf den ersten Blick in die Datenkarte vermuten mag. Erstaunlich druckvoll geht der Alfa durch die Drehzahlmitte und scheut sich auch der Region über 4000 Umdrehungen nicht, soll es auf der Landstraße beim Überholen einmal zügiger vorangehen.

Das Getriebe ist hier auch mehr in seinem Element. Die dynamische Gangart scheint ihm genehmer, als innerstädtischer stop&go-Verkehr. So reicht es unter Zug locker und schnell den richtigen Gang nach, schaltet bei ernsteren Bremsvorgängen wunderbar passend zurück und ist überhaupt so treffsicher, dass sich der manuelle Eingriff meist erübrigt. Morgens nach dem Kaltstart und aufgereiht im Pendlerverkehr zeigt sich aber, dass die Italiener diese Art der Nutzung nicht wirklich mögen. Zu lange werde die Gänge vor dem Auskuppeln gehalten, die ganze Giulietta schüttelt sich unwirsch und auch die Verzögerungen beim Wiederanfahren sind deutlich spürbar.

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Gleiches gilt für das Fahrwerk, denn auch die Chassis-Abstimmung zeigt, dass das letzte Quäntchen fehlt. Die Feinheit der schnellen Konkurrenz aus Köln und Wolfsburg ist der Giulietta fremd, wenngleich sie auch wunderbar fröhlich auf der Straße liegt, ausreichend gut gedämpft ist und damit wunderbar zum saftigen Drehmoment des Motors passt, wenn man über die Landstraßen surft. Einlenkverhalten, auch die Abstimmung des elektronischen Q2-Differenzials ist hier gut gelungen, doch wenn es dann wirklich schnell werden soll, dann muss der kompakte Alfa Federn lassen. Das Zusammenspiel aus nachgiebiger Federung und lockerer Dämpfung gerät plötzlich etwas aus den Fugen. Die Giulietta lehnt sich mächtig zur Seite, rutscht weit aus der Kurve und mit dem Gaspedal kann man dann auch nicht mehr viel retten, weil der DNA-Fahrmodischalter im schärfsten Setting zu wenig Kontrolle zulässt.

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Sie ist also nichts für den ganz wilden Ritt. Die zügige und möglichst lange Etappe muss also ihre Domäne sein. Doch hierzu muss sich auch das Arrangement im Innenraum etwas Kritik gefallen lassen. Auch wenn das Uconnect LIVE-System mit seinem 6.5 Zoll messenden Monitor im jüngsten Facelift erneuert wurde, so nagt der Zahn der zeit bereits kräftig an Menüstruktur, Grafik und Rechenleistung. Zwar ist über den App-Store eine Uconnect Applikation erhältlich, mit Hilfe derer man iPhone wie Android-Geräte ein wenig an die Leine nehmen kann und ein paar kooperierende Apps wie Deezer oder TuneIn mit dem Alfa koppeln kann, aber das Ganze wirkt 2016 einfach nicht mehr zeitgemäß. So auch die Gestaltung des Innenraums, hier hat die Konkurrenz in der 30.000 EUR-Preisklasse den Italiener ebenfalls abgehängt.

Was wirklich schade ist, denn gerade hier erwartet man von einem Alfa Romeo einfach ein wenig mehr Herz, ein wenig mehr Leidenschaft, ein wenig mehr Liebe. Für 36.000 EUR bietet die Alfa Romeo Giulietta 1.6 JTDm Super TCT vielleicht einfach ein bisschen zu wenig. Von einem tollen Motor allein lebt es sich nur schwerlich. Doch es ist Licht am Ende des Tunnels: mit der neuen Plattform für Kompakte hat der Fiat-Konzern neue Möglichkeiten, um aus der ganz neuen Giulietta wieder einen feurigen Alfa zu machen.

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Alfa Romeo Giulia Veloce – Der Name ist Programm

Schon der Name ist klangvoll. „Giulia Veloce“, eine Liebeserklärung an die schnelle Julia, vielleicht in höchsten Tönen dargebracht in der Mailänder Scala von einem schmachtenden Tenor. Und schnell ist er wirklich, der sportlichste und gleichzeitig gerade noch bezahlbare Spross der neuen Alfa-Familie, die zum ernsthaften Rivalen des deutschen Dreigestirns von BMW, Mercedes und Audi aufsteigen will. Natürlich gibt es da noch den Alfa Giulia mit Beinamen Quadrifoglio Verde (vierblättriges Kleeblatt). Der allerdings kostet gut 72.000 Euro und ist mit seinen 375 kW/510 PS ein Extremsportler. Die Veloce dagegen ist ab knapp 47.000 Euro zu haben, hat ebenfalls Allradantrieb und ist mit 154 kW/210 PS auch nicht von schlechten Eltern.

Die Giulia Veloce ist ab knapp 47.000 Euro zu haben, hat Allradantrieb und einen 154 kW/210 PS starken Diesel
Die Giulia Veloce ist ab knapp 47.000 Euro zu haben, hat Allradantrieb und einen 154 kW/210 PS starken Diesel

Die ersten Testrunden mit dem Allradler ließen keine rechte Freude aufkommen. Was nicht am Neuling lag, sondern an den äußeren Bedingungen. Tagelange Regenfälle im Piemont südlich von Turin ließen Tanaro und Po anschwellen, Matschmassen von den Weinbergen auf die engen Serpentinen-Straßen rutschen und verwandelten den Asphalt wegen des nassen Laubs in glitschige Rutschbahnen. Ideal für ein Allradauto, was mit Blick auf die Not der betroffenen Menschen in der Region fast schon zynisch klingt. Alfas Europa-Chef Fabricio Curci sah das genauso, zeigte sich sichtlich betroffen und sprach davon, wie ernst auch seine Industrie den Klimawandel mit seinen extremen Wetterkapriolen nehmen müsse.

Zurück zur Tagesordnung, zum Veloce. Er macht die recht erfolgreich gestartete Giulia-Baureihe komplett, die bereits mit Schönheitspreisen überhäuft wurde. Gut 10.000 wurden schon verkauft, auch in Deutschland setzte sich der Viertürer an die Spitze des Alfa-Absatzes. „Gerade für das Heimatland sportlicher Mittelklasse-Limousinen ist unser Giulia Veloce besonders wichtig“, erklärt Curci und hebt besonders die Dieselversion hervor. „In Kombination mit dem serienmäßigen Allradantrieb bietet unser neuer Diesel eine Mischung aus Dynamik und Sicherheit ohne dabei den Komfort zu vernachlässigen“.

Das 2,2-Liter-Triebwerk hat mit dem 1,6-Tonner keine Mühe, solange man die Drehzahl nicht zu tief in den Keller fallen lässt
Das 2,2-Liter-Triebwerk hat mit dem 1,6-Tonner keine Mühe, solange man die Drehzahl nicht zu tief in den Keller fallen lässt

Die Einschätzung des smarten Alfa-Chefs stimmt. Das 2,2-Liter-Triebwerk hat mit dem 1,6-Tonner keine Mühe, solange man die Drehzahl nicht zu tief in den Keller fallen lässt. Beim Spurt auf Tempo 100 gönnt sich der Selbstzünder eine zwar kurze, aber doch spürbare Denkpause, bevor er die 210 Pferde zum Galopp inspiriert. Mit 6,8 Sekunden auf 100 km/h ist der Diesel-Alfa dennoch recht gut dabei, auch wenn er dem anderen Veloce (2-Liter-Benziner, 206 kW/280 PS) deutlich den Vortritt lassen muss. Bei der möglichen Spitze liegen beide dagegen nah beieinander (235 km/h bzw. 240 km/h). Vor der Hatz sollte man den runden Drehknopf in der Mittelkonsole in der Rasanz-Stufe einrasten lassen. Dann dreht der Veloce die Gänge der Acht-Stufen-Automatik höher aus und verhärtet Lenkung und Federung um einige Nuancen. Auf den Sound hat das keinen Einfluss. Alfa verzichtet auf künstlich erzeugtes Geräuschniveau. So klingt der Motor echt und natürlich, zwar kernig, aber nicht aufdringlich.

Der serienmäßige Allradantrieb sorgt rechnergesteuert ohne Zutun des Fahrers immer für die richtige Kraftverteilung. Außer im erwähnten teuren Spitzenmodell kommt der Q4 genannte Antrieb derzeit nur dem Veloce zu Gute. Normalerweise wird der recht leichte Viertürer von den Hinterrädern geschoben. Verlieren diese oder auch ihre Frontkollegen die nötige Haftung, wandert bis zur Hälfte der Kraft gen Bug. Je nach Straßenoberfläche oder Kurvengeschwindigkeit funktioniert das in Bruchteilen von Sekunden. Der Fahrer merkt die Veränderung nicht, sondern wundert sich nur, wie treu seine schöne Italienerin die Spur hält.

Zwar ist der Veloce recht komplett ausgestattet, doch Luxus- oder Sportpakete werden manche Kunden schwach werden lassen
Zwar ist der Veloce recht komplett ausgestattet, doch Luxus- oder Sportpakete werden manche Kunden schwach werden lassen

Dabei muss der Giulia auf Manches verzichten, was die direkten Rivalen in ihrer Preisliste bieten. Aktives Spurhalten oder automatisches Weglenken, wenn im toten Winkel ein Auto zu nahekommt, hat Alfa derzeit noch nicht zu bieten. Ähnliches gilt für die Lichtquelle in den schmalen Scheinwerfer-Gehäusen. Sind andere längst von LED-Power erleuchtet, strahlt der Veloce mit Bi-Xenon. Chef Curci wiegelt ab: „Der Unterschied von LED zu unserer neuen Xenon-Technik ist nur gering. Warum also das Auto teurer machen als nötig“. Er kündigt aber an, dass Alfa in diesem Bereich durchaus nachlegen wird, wenn die Kunden es denn wollen.

Auch im Innenraum des Alfa Romeo Giulia Veloce geht es sportlich zu
Auch im Innenraum des Alfa Romeo Giulia Veloce geht es sportlich zu

Was dann wiederum die Preisliste weiter anschwellen lassen wird. Da sich Alfa inzwischen zu Recht als Premium-Marke sieht, locken viele Extras zum Einkaufsbummel beim Händler. Zwar ist der Veloce recht komplett ausgestattet, doch Luxus- oder Sportpakete werden manche Kunden schwach werden lassen. So wird der Grundpreis von 46.800 Euro so schnell die 50.000-Euro-Marke hinter sich lassen, wie der Name Veloce übersetzt verheißt.

Giulia komplett heißt es jetzt also bei Alfa. Wirklich komplett? Da fehlt doch ein Kombi mit dem Traditionsnamen Sport Wagon? Fabricio Curci zeigt sich verschlossen: „Wir machen erst, dann reden wir drüber“. Bereits geredet wird über den Sport-SUV mit Namen Stelvio. Er teilt sich neben der Plattform viele weitere Komponenten mit der Limousine. Unter anderem auch den Allradantrieb. (Peter Maahn/SP-X)

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Alfa Romeo Stelvio – Premiere für ein SUV

Für den echten Alfinisti ist dieses Auto wohl ein Schock. Ein hochbeiniges SUV darf das Logo einer Marke tragen, die seit Jahren auf ihre sportlichen Gene setzt. Alfa-Chef Reid Bigland, der im Fiat-Konzern auch für Maserati zuständig ist, hat schnell tröstende Worte bereit: „Unser Stelvio setzt in der kleinen Familie sportlicher SUV neue Maßstäbe. Er ist stärker und spurtschneller als ein Porsche Macan“. Das gilt zumindest für den Super-Stelvio, der jetzt bei der Premiere auf der Autoshow in Los Angeles auf die Bühne rollte. Wie bei Alfa üblich trägt das Spitzenmodell den Beinamen Quadrifoglio (vierblättriges Kleeblatt) und protzt mit einer Leistung von 375 kW/510 PS, die er aus seinem 2,9-Liter-Sechszylinder mit Doppelturbo holt. Ferrari, eine weitere Fiat-Marke, hat bei der Entwicklung hilfreich Hand angelegt. Der Motor ist schon aus der Limousine Giulia bekannt, glänzt mit einer Durchzugskraft von 600 Newtonmetern, ist sicher auch im schwereren Stelvio für Tempo 300 und einen Spurt auf 100 km/h in knapp vier Sekunden gut.

Unter Normalbedingungen wird der 4,68 Meter lange Stelvio vornehmlich von der Hinterachse her angetrieben
Unter Normalbedingungen wird der 4,68 Meter lange Stelvio vornehmlich von der Hinterachse her angetrieben

Ein Sportwagen für den Nürburgring ebenso wie für verschlammte Pisten. Denn der Neuling hat den bereits aus dem Giulia bekannten Allradantrieb geerbt. Unter Normalbedingungen wird der 4,68 Meter lange Stelvio vornehmlich von der Hinterachse her angetrieben. Geht die Haftung verloren, kann bis zu 50 Prozent der Kraft gen Bug transferiert werde. Zu dem ausgeklügelten System gehören auch noch ein elektronisches Sperrdifferential am Heck, kombiniert mit einem aktiven „Torque Vectoring“ (Lenkeffekte in Kurven durch gezielte Umverteilung der Antriebskraft auf einzelne Räder). All das verspricht auf dem Papier ein Höchstmaß an agiler Wendigkeit bei der Kurvenhatz. „Wir werden auf dem Nürburgring zeigen, dass der Stelvio neue Bestmarken setzen wird“, verspricht Markenchef Bigland, räumt aber ein, dass sein Sport-SUV die legendäre Rennstrecke bisher nur im Simulator gerockt hat.

Der Motor ist schon aus der Limousine Giulia bekannt, glänzt mit einer Durchzugskraft von 600 Newtonmetern
Der Motor ist schon aus der Limousine Giulia bekannt, glänzt mit einer Durchzugskraft von 600 Newtonmetern

Soweit so gut, zumindest für jene eingefleischten oder neu eroberten Alfa-Fans mit dickem Geldbeutel, die unbedingt einen Allradler mit mehr als 500 PS besitzen wollen. Viel wichtiger als ein solcher Kraftprotz, der wohl gut 80.000 Euro kosten wird, sind die Normalversionen. Sie sollen im Hause Alfa endlich wieder für nennenswerte Verkaufszahlen sorgen. Wobei sich Reid Bigland noch nicht in die Karten gucken lässt. Er bestätigt zumindest, dass auch der 206 kW/280 PS starker Zweiliter-Turbo für den Stelvio zur Wahl steht. Klar doch, der Top-Manager spricht in den USA, wo Dieselmotoren derzeit nicht hoch im Kurs stehen.

Das Cockpit ist dezidiert sportlich gestaltet
Das Cockpit ist dezidiert sportlich gestaltet

Für Europa wird wohl der 2,2-Liter-Diesel mit 154 kW/210 PS die erste Wahl sein. Welche weiteren Triebwerke aus dem prallen Giulia-Angebot auch für den Neuling bestellt werden können, bleibt noch ein Geheimnis. Fest steht aber, dass Allradantrieb in den schwächeren Versionen, wenn überhaupt nur gegen Aufpreis zu haben sein wird. Da sich Alfa bei seiner Preisgestaltung am BMW X3 minus zehn Prozent orientiert, dürfte das Eintrittsgeld für den Stelvio bei etwa 40.000 Euro beginnen. Schließlich zählt sich Alfa laut Reid Bigland zur sogenannten Premium-Klasse, wo alles ein wenig teurer sein darf.

Wie bei Alfa üblich trägt das Spitzenmodell den Beinamen Quadrifoglio
Wie bei Alfa üblich trägt das Spitzenmodell den Beinamen Quadrifoglio

Was immer auch unter dem Blech lauert, zunächst muss die sorgsam gezeichnete Außenhaut für Aufmerksamkeit sorgen. Chef-Designer Klaus Busse, der über Mercedes, Chrysler und Jeep bei Alfa landete, beschwört die „Verantwortung, die wegen der ruhmreichen Geschichte auf seinem Team lastete“. Heraus kam ein recht kompakt wirkendes SUV, das viele Details mit dem technisch so eng verwandten Giulia teilt. Nicht nur die Gestaltung des Innenraums gleicht der Limousine, auch Front- und Heckpartie wurden weitgehend übernommen. Die angeschrägte Heckscheibe steht für sportive Dynamik und lässt durchaus Vergleiche zum Porsche Macan zu. Das Gesicht wird durch den zu neuer Größe gewachsenen typischen Alfa-Grill dominiert, der seit dem Giulia wieder vor stolz getragen werden kann. Da der Stelvio vier Zentimeter länger ist, sitzt man auch im Fond recht komfortabel. Auf den ersten Blick jedoch erscheint der Gepäckraum eher überschaubar. Das gleiche gilt für das Angebot an Assistenzsystemen, die in den Preislisten der angepeilten Rivalen reichhaltig zu finden sind, beim Stelvio dagegen recht bescheiden ausfallen. Hier gibt es ebenso Nachholbedarf wie beim Thema Gestaltung des Navigationsbildschirms oder beim Thema Vernetzung mit der virtuellen Außenwelt.

Auf der Autoshow in Los Angeles feiert der Alfa Stelvio seine Weltpremiere
Auf der Autoshow in Los Angeles feiert der Alfa Stelvio seine Weltpremiere

Dennoch muss sicher nicht der Beruf eines Propheten erlernt werden, um dem Stelvio in der künftigen Alfa-Verkaufshitparade den Platz eins vorherzusagen. Der Trend zu immer mehr SUV auf unseren Straßen spielt dem Späteinsteiger aus Italien in die Karten. Die Schwestermarke hat´s vorgemacht. Das erste SUV mit Namen Levante wurde auf Anhieb das meistverkaufte Maserati-Modell. (Peter Maahn/SP-X)

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Alfa Romeo Giulia 2.2 – Für italienische Momente und Maße

Na geht doch: Auch wenn viele Alfisti kaum noch an eine Wiederbelebung von Alfa Romeo glauben konnten, zeugt die seit Juni erhältliche neue Giulia vom Überlebenswillen der italienischen Traditionsmarke. Wir fuhren die Mittelklasse-Limousine, die unter anderem gegen die deutschen Platzhirsche vom Schlage eines A4, 3er oder C-Klasse antritt, in der zurzeit noch stärksten Dieselkombination mit 132 kW/180 PS. Mindestens 37.400 Euro werden so für die Italienerin in der „Super“ genannten zweiten Ausstattungsvariante fällig.

Optisch muss sich die 4,64 Meter lange Schöne nicht hinter einem BMW verstecken
Optisch muss sich die 4,64 Meter lange Schöne nicht hinter einem BMW verstecken

Der erste Eindruck ist positiv. Fesch sieht die Giulia aus. Stolz zeigt sie ihren Scudetto mit dem dezent modernisierten Alfa-Logo und ihre großen Lufteinlässe. Ecken, Kanten und Rundungen sitzen an den richtigen Stellen. Optisch muss sich die 4,64 Meter lange Schöne nicht hinter einem BMW verstecken. Beim Betrachten und Abtasten der Innenraummaterialien jedoch sind Unterschiede zur Konkurrenz auszumachen. Nicht dass die Giulia hier einen richtig schlechten Eindruck machen würde, aber die bajuwarischen und der schwäbische Wettbewerber bringen Materialien und Formen eleganter zusammen. So wirkt zum Beispiel das 6,5-Zoll große Standard-Infotainment-Display im Armaturenbrett durchaus mickrig, will man es größer haben (8,8 Zoll, also immer noch nicht wirklich riesig), werden in Verbindung mit einem Navi 2.500 Euro Aufpreis verlangt. Bescheidet man sich mit dem kleinen Bildschirm kostet die Navigationsoption nur 1.100 Euro. Die Bedienung von Radio oder Navi erfolgt über einen zentralen Dreh-Drückknopf und stellt den Nutzer vor keine großen Herausforderungen. Ansonsten haben die Alfa-Designer mitgedacht und für die Steuerung von Klimaanlage oder Lautstärke separate Schalter vorgesehen.

. Die Bedienung von Radio oder Navi erfolgt über einen zentralen Dreh-Drückknopf und stellt den Nutzer vor keine großen Herausforderungen
. Die Bedienung von Radio oder Navi erfolgt über einen zentralen Dreh-Drückknopf und stellt den Nutzer vor keine großen Herausforderungen

Weniger gut ist die Sache mit dem Platz geraten. Ist ein 3er schon so geschnitten, dass Menschen mit Normgrößen sich am wohlsten fühlen, passen zur Giulia am besten Insassen, die mit italienischen Konfektionsangaben keine Probleme haben. Wenn doch, wird es besonders im Fond schnell spack. Fahrer mit langen Beinen vermissen zudem eine Sitzauflagenverlängerung. Der Kofferraum fasst 480 Liter, ein klassenüblicher Wert. Allerdings sollte man unbedingt die Option für eine asymmetrisch umlegbare Rücksitzbank (Aufpreis: 250 Euro) wählen, auf dass man längere Gegenstände gut verstauen kann.

Aber genug herumgestanden: Los geht´s und zwar mit einem Fingerdruck auf den Starterknopf am Lenkrad. Diese Sportwagenreminiszenz steht zwar dem Topmodell der Modellreihe, der Giulia Quadrifoglio mit 510 PS und ab 71.800 Euro zu ordern, sicherlich besser, aber auch 180 Pferde lassen sich so stilecht aus dem Stall führen. Nicht ganz so vornehm schnauben die Dieselpferdchen allerdings – unüberhörbar für Insassen und die Nachbarn. Da man die PS-Zahl natürlich nicht heraushört: Zur Wahl stehen des Weiteren ein 136- (ab 33.100 Euro) und 150-PS-Selbstzünder (ab 34.100 Euro), ein 210 PS starker Diesel ergänzt demnächst das Aggregateangebot.

Ein leichter Tritt auf das Alu-Gaspedal und der 2,2-Liter-Vierzylinder stellt sein Temperament unter Beweis
Ein leichter Tritt auf das Alu-Gaspedal und der 2,2-Liter-Vierzylinder stellt sein Temperament unter Beweis

Ein leichter Tritt auf das Alu-Gaspedal und der 2,2-Liter-Vierzylinder stellt sein Temperament unter Beweis, zumal das Fahrzeug nur knappe 1,5 Tonnen auf die Waage bringt und somit vergleichsweise wenig Gewicht in Bewegung gebracht werden muss. Der agile Eindruck, der nur zu Beginn der Beschleunigungsphase durch ein kleines Turboloch kurz gestört wird, bleibt dank des ordentlichen Drehmoments von 380 Nm sowie der präzisen Schaltung und Lenkung während der Fahrt erhalten.

Es hilft, im Dynamic-Modus unterwegs zu sein, um diese Agilität zu spüren. Hier werden zwar keine Dämpfer geschärft, aber Gas-, Brems- und Lenkbefehle sehr direkt umgesetzt. Das Fahrerdisplay wechselt dabei auf rote Illumination und wer will, kann nachschauen, ob eine nennenswerte und messbare Querbeschleunigung erfolgt ist. Letzteres lässt sich schon bei normalen Kurvenfahrten ein wenig nachvollziehen; der Hinterradantrieb unterstützt ein flottes Durcheilen von Kehren. Die Giulia ist zwar angenehm straff abgestimmt, verzichtet aber auf pseudo-sportliche Härte. Klar ist aber auch, dass im Dynamic-Modus der Normverbrauch von 4,2 Litern in sehr weite Ferne rückt. Eine Sieben vor dem Komma ist hier deutlich realistischer. Wer sparen möchte, wechselt in den „Advanced Efficiency“-Modus – statt sportlich geht es hier ökonomisch zur Sache. Grüne Animationsbildchen informieren über Fahrgewohnheiten. Ein guter Kompromiss aus den zwei diametralen Modi ist der mittlere Modus, der Natural heißt. So übrigens ergibt sich auf dem Auswahl-Drehknopf die schöne Buchstabenkombination D-N-A. Im Durchschnitt benötigten wir übrigens 6,8 Liter Sprit, keine so schlechter Wert. Denn zugegeben: Meistens war Rot die dominante Farbe während der Fahrt.

Apropos Farbe: Nur der Farbton „Rosso Alfa“ kostet nichts extra. Für einfache Unilackierungen werden 490 Euro verlangt, Metallic-Lackierungen müssen mit 930 Euro bezahlt werden. Ansonsten gibt es wie bei den Wettbewerbern neben der ordentlichen Grundausstattung – bei „Super“ unter anderem mit 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Zweizonen-Klimaanlage und Abgasanlage mit Doppelendrohr – viele Möglichkeiten beim Studieren der Preisliste Häkchen zu setzen und den Fahrzeugpreis nach oben zu bringen. Eine schöne, sportliche und gut ausgestattete Giulia hat eben, ganz so wie bei ihrem deutschen Wettbewerbern, ihren Preis. (Elfriede Munsch/SP-X)

Alfa Romeo Chefdesigner Alessandro Maccolini – Alle Hände voll zu tun

Der Posten als Chefdesigner einer großen Automarke ist in der Riege der Modeschöpfer in Sachen Blech und Chrom ein begehrenswertes Karriereziel. Lange Zeit galt das sicher nicht für Alfa Romeo, das seit 30 Jahren zum Fiat-Konzern gehört. Das einst größte Unternehmen Italiens behandelte seine wohlklingende Neuerwerbung über Jahre hinweg recht stiefmütterlich, dampfte die Modellpalette ein und geizte mit nötigem Geld für Neuentwicklungen. Die Sportwagen Spider und Breda wurden ebenso eingestellt wie der 159 und dessen Kombiversion. 2014 wurden weltweit gerade mal 68.000 Alfas verkauft. Sicher keine leichte Zeit für Alessandro Maccolini, der seit über 20 Jahren als Designer bei Alfa ist.

Die Augen blitzen schelmisch unter der wilden Lockenpracht, wenn Maccolini, der inzwischen zum Chef der Designabteilung aufgestiegen ist, auf diese Zeit angesprochen wird. „Ich bin ein Geduldsmensch“, sagt er und zeigt ein sanftes Lächeln. „Ich wusste immer, dass eine Marke wie Alfa einfach zu Italien gehört wie edle Mode oder unsere typische Küche“. Derzeit wird er mit Lob für die neue Mittelklasselimousine Giulia überschüttet. Ein neues Modell, das für die Kultmarke die Wende bringen soll. Alessandro Maccolini zeichnet für das Außendesign verantwortlich, nimmt das weltweite Lob mit bescheidener Genugtuung
hin und verweist auf die Teamarbeit nach dem Motto „der Erfolg hat viele Väter“. Natürlich freut er sich, dass „seine“ Giulia dafür sorgte, dass die Marke in Deutschland bis Oktober um 44 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft hat. Zwar nur bescheidene 3.419 Autos, aber immerhin ein Anfang. Im September war die Giulia erstmals meistverkaufter Alfa.

Der Posten als Chefdesigner einer großen Automarke ist in der Riege der Modeschöpfer in Sachen Blech und Chrom ein begehrenswertes Karriereziel
Der Posten als Chefdesigner einer großen Automarke ist in der Riege der Modeschöpfer in Sachen Blech und Chrom ein begehrenswertes Karriereziel

Verantwortlich ist Maccolini auch für die nächste Stufe der Wiedergeburt von Alfa Romeo, dem ersten SUV, das das berühmte „Scudetto“ („Schildchen“) vor sich hertragen darf. Gemeint ist damit der spitz nach unten zeigende Kühlergrill, der seit den 30er-Jahren Erkennungszeichen aller Alfas ist. Maccolini spricht noch nicht über den neuen Allradler Stelvio, der Mitte November auf der Auto-Show im fernen Los Angeles seine Premiere erlebt. Immerhin verrät er die Bedeutung des Namens: „Stelvio ist der italienische Name für das Stilfser Joch in Südtirol“, klärt er auf. Der mit 2.757 Metern höchste Gebirgspass Italiens lockt Kurvenfans mit 48 Spitzkehren verteilt auf 50 Kilometer Länge. „Der Name passt gut zum einem SUV und steht für Fahrspaß und Abenteuer“, sagt Maccolini.

„Das Design stammt aber nicht von mir“, erklärt er dann schnell. „Da stecken viele Ideen vieler unserer Designer drin“. Dennoch wird der Stelvio, das zweite Modell auf der neuen Alfa-Plattform namens „Giorgio“, viele Gemeinsamkeiten mit der Sportlimousine Giulia aufweisen. Deren Besonderheiten locken Maccolini aus der sonst so gar nicht südländischen Zurückhaltung. Er zeichnet mit den Händen die Linien der Frontpartie nach, verweilt auf dem „Scudetto“, dessen nach unten zeigende Spitze sich keck zwischen die beiden dominanten Lufteinlässe dicht über der Straßenoberfläche schiebt. Die obere Gerade des Dreiecks bildet eine Linie mit den schmalen Scheinwerfergehäusen. „Das ist unser neues Alfa-Gesicht“, erläutert der Maestro, „modern und doch eng an unserer Tradition“.

Ein weiteres Baby von Maccolini war Vorreiter für den neuen Auftritt der Marke. Das über 60.000 Euro teure Sportcoupé Alfa 4C verrät schon seit 2013, wohin Reise geht. „Prägende Elemente des 4C finden sich auch im Giulia wieder“, sagt er. Was allerdings nicht für die Form der Scheinwerfer gilt, die in der zweisitzigen Flunder senkrecht in den Kotflügeln stehen, „Ein Merkmal, das für einen Sportwagen passt, aber nicht für eine Limousine wie den Giulia.“

Alessandro Maccolini zeichnet für das Außendesign verantwortlich
Alessandro Maccolini zeichnet für das Außendesign verantwortlich

Mit Auskünften über weitere neue Alfa-Modelle hält sich Alessandro Maccolini natürlich zurück. Bekannt ist, dass derzeit eine neue große Limousine entwickelt wird, die ebenfalls auf der Heckantriebsplattform des Giulia aufbaut. Sie könnte den Traditionsnamen „Alfetta“ tragen und an das gleichnamige bis 1984 gebaute Modell erinnern. Mit dem vermutlich 2018 erscheinenden Viertürer zielen die Italiener auf die deutschen Konkurrenten BMW 5er oder Audi A6. Gearbeitet wird auch an einem Nachfolger für den kompakten Giulietta, der in der Golf-Klasse antritt, und der Neuauflage des kleinen Mito. Beide sind in Deutschland bisher Außenseiter.

Da auch noch über die Wiedergeburt des legendären Alfa Spider, dem Star des berühmten Hollywood-Film „Die Reifeprüfung“, spekuliert wird, haben Maccolini und sein Team einen prall gefüllten Kalender. Nach Jahren der Ungewissheit kann der Designer jetzt wieder von sich behaupten: „Ich bin glücklich über die Entwicklung und kann mir keinen schöneren Arbeitsplatz vorstellen“. Kein Wunder, denn im Gegensatz zu vielen bekannten Kollegen diente er in seiner bisherigen Laufbahn nur bei Alfa. „Das liegt mir im Blut, denn schon mein Vater war ein lupenreiner Alfisti“. Dann ergänzt er lachend: „Mein erstes Auto war natürlich ein Alfa. Ein Tretauto, das in meinem Kinderzimmer einen Ehrenplatz hatte.“ (Peter Maahn/SP-X)

Alfa Romeo 4C Rosso Forte – Zwanzig Mal mehr Ausstattung

Alfa Romeo legt den Sportwagen 4C als Sondermodell „Rosso Forte“ auf. Vom Standardmodell unterscheidet es sich unter anderem durch einen Lufteinlass an der Fahrerseite, einen Carbon-Heckspoiler und eine Titan-Abgasanlage von Akrapovic. Dazu kommen größere Felgen, ein Alpine-Audiosystem und Leder-Microfaser-Sitze. Den Antrieb übernimmt der bekannte 1,8-Liter-Turbobenziner mit 177 kW/240 PS. Das Coupé-Sondermodell kostet 77.000 Euro und damit knapp 13.500 Euro mehr als der Standard-4C. Den Preisvorteil gegenüber dem Einzelkauf der Extras gibt der Hersteller mit 2.500 Euro an. Die Stückzahl ist auf 20 Exemplare limitiert. (Holger Holzer/SP-X)

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Alfa Romeo Giulia – Neues Diesel-Topmodell

Alfa Romeo ergänzt das Antriebsportfolio seiner Mittelklasselimousine Giulia um einen starken Diesel. Der Vierzylinder leistet 154 kW/210 PS und stellt ein Drehmoment von 470 Nm zur Verfügung. Kombiniert ist das 2,2-Liter-Triebwerk mit einer Achtgangautomatik und Allradantrieb, den Kraftstoffverbrauch gibt der Hersteller mit 4,7 Litern pro 100 Kilometern an. Erhältlich ist der neue Motor ausschließlich in der Ausstattungsstufe „Veloce“, die sich unter anderem durch ein spezielles Frontdesign, 18-Zoll-Felgen und Bi-Xenonlicht auszeichnet. Die Preise starten bei 46.800 Euro.

Das neue Dieselmodell ist die erste Giulia in der „Veloce“-Reihe. Angekündigt ist außerdem eine Variante mit einem 206 kW/280 PS starken Turbobenziner. Darüber hinaus besteht das Antriebsprogramm der sportlichen Limousine aus drei Dieseln mit 110 kW/136 PS bis 132 kW/180 PS sowie einem Sechszylinderbenziner mit 375 kW/510 PS. (Holger Holzer/SP-X)

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Alfa Giulia Veloce – Zwei schöne Scharfe

Auf dem Pariser Autosalon (1. -16. Oktober) wird Alfa Romeo eine Erweiterung des Antriebsportfolios der Giulia vorstellen. Neben einem 210 PS starkem Diesel wird es künftig einen Zweiliter-Turbobenziner mit 280 PS geben. Beide Motorvarianten werden als eigenständige Untermodelle mit den Namenszusatz Veloce angeboten.

Im Innenraum zeichnen sich die sportlich orientierten Veloce-Versionen unter anderem durch elektrisch verstellbare Ledersitze, Aluzierrat, Sportlenkrad und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik aus
Im Innenraum zeichnen sich die sportlich orientierten Veloce-Versionen unter anderem durch elektrisch verstellbare Ledersitze, Aluzierrat, Sportlenkrad und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik aus

Beim neuen 2.0 Turbo kommt ein Vierzylinderbenziner mit elektrohydraulischer Ventilsteuerung und Direkteinspritzung zum Einsatz. Dank Zwangsbeatmung bringt es das Triebwerk auf 206 kW/280 PS sowie 400 Newtonmeter Drehmoment. Serienmäßig wird das Aggregat mit Allradantrieb und Achtgang-Automatik kombiniert. Gleiches gilt für den neuen 2,2-Liter-Turbodiesel, der 154 kW/210 PS sowie 470 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung stellt.

Die Benzinerversion des Giulia Veloce erkennt man an der Außenfarbe Misano-Blau
Die Benzinerversion des Giulia Veloce erkennt man an der Außenfarbe Misano-Blau

Als besondere äußere Kennzeichen verfügen die Veloce-Modelle über spezielle Stoßfänger, 18-Zoll-Leichtmetallräder, Diffusorheck mit Doppelendrohrauspuff sowie Xenon-Schweinwerfer. Während der Benziner ausschließlich in Misano-Blau angeboten wird, gibt es den Diesel in Anthrazit. Im Innenraum zeichnen sich die sportlich orientierten Versionen unter anderem durch elektrisch verstellbare Ledersitze, Aluzierrat, Sportlenkrad und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik aus.
(Mario Hommen/SP-X)

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Auf 30 Stück limitiert: Alfa Romeo 4C Speciale

Was verbindet man mit Alfa Romeo? Hübsche Autos, „la dolce vita“, Liegenbleiber und Technik, die nicht gerade up to date ist. Fahrzeuge, wie ein Alfa 147 oder 156 mögen zwar schön anzusehen sein, aber Langläufer oder Pannenzwerge sind sie nicht. So geriet der Ruf der italienischen Traditionsmarke immer mehr ins Wanken und musste aufgemöbelt werden. Da Alfa schon immer sportlichen Fahrzeuge baute, lag wenig näher, als ein sportlicher Zweisitzer – und was für einer. Der 4C begeisterte die Autowelt und brachte den Italiener tosenden Beifall. Nur leider können nicht mehr als 3.500 Stück im Jahr gebaut werden, von denen zudem lediglich 1.000 Stück für Europa vorgesehen sind. Noch limitierter ist da nur das aktuelle Sondermodell, der Alfa Romeo 4C Speciale. Read more

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Alfa Mito – Diesel-Comeback zum neuen Modelljahr

Alfa pflegt seine Tradition und manche Modelle werden auch traditionell immer weiter gepflegt. Zum wiederholten Mal erhält das Kleinwagen-Modell Mito zum Modelljahr 2017 ein Upgrade. Ein neuer Spardiesel sowie neue Ausstattungsvarianten sollen den kleinen Italiener attraktiver machen.

Neu im Motorenprogramm des Alfa Romeo Mito ist ein 1,3-Liter-Dieselmotor
Neu im Motorenprogramm des Alfa Romeo Mito ist ein 1,3-Liter-Dieselmotor

Wichtigste Neuerung ist die Einführung eines neuen Dieselmotors. Hierbei handelt es sich um einen aufgeladenen 1,3-Liter-Selbstzünder, der 70 kW/95 PS leistet. Fahrleistungen nennt Alfa noch keine, aber einen recht geringen Verbrauchswert von 3,4 Liter auf 100 Kilometer. Ansonsten bleibt es bei den vier bekannten Benzinmotoren mit 57 kW/78 PS, 77 kW/105 PS, 103 kW/140 PS und 125 kW/170 PS.

Die Basisausstattung des Mito wurde zudem aufgewertet. Künftig verfügt sie über das Infotainmentsystem Uconnect samt 5-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole. Außerdem gibt es nunmehr stets ein Lederlenkrad mit Bedientasten für das Audiosystem. Gleichzeitig wurde der Preis für das Basismodell kräftig angehoben: Statt bisher bei 14.400 Euro geht die Preisliste künftig ab 15.700 Euro los.

Neu ist die Ausstattungsvariante Super, die man in Kombination mit dem neuen Diesel und den schwächeren drei Benzinern bestellen kann. Optisch bietet diese mindestens 16.800 Euro teure Version unter anderem einen Heckspoiler in Wagenfarbe, ein verchromtes Abgasendrohr, 16-Zoll-Leichtmetallräder, Nebelscheinwerfer sowie Außenspiegelkappen in Alu-Optik. Innen verfügt sie zudem über Leder-Stoff-Sitzbezüge und einen Geschwindigkeitsregler.

Bereits die Basisversion des Alfa Romeo Mito ist mit dem Infotainmentsystem Uconnect samt 5-Zoll-Touchscreen ausgestattet
Bereits die Basisversion des Alfa Romeo Mito ist mit dem Infotainmentsystem Uconnect samt 5-Zoll-Touchscreen ausgestattet

Neu ist auch die allein dem Top-Benziner vorbehaltene Ausstattung Veloce. Diese mindestens 24.100 Euro teure Variante bietet zum Beispiel ein Doppelkupplungsgetriebe, ein Aktiv-Fahrwerk, Brembo-Bremsen, Sportsitze mit Alcantarabezügen und 17-Zoll-Räder. (Mario Hommen/SP-X)

Erste Fahrt: Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio

Fast ein Jahr ist es her. Giulia stieg vom Himmel. Berührte mit ihren vier Gummis den Boden und zeigte ihre Engelsflügel. Vorne ein Splitter, hinten eine Abrisskante. Anzusehen und anzufassen von einer ausgesuchten Gruppe automobiler Propheten. Die Gläubigen durften erst im September staunen. Die Messehalle 6 in Frankfurt wurde zu ihrer Kathedrale, in der sie Schlange standen. Um zu stauen, einen Blick auf vier oberarmdicke Endrohre zu werfen und kurz Platz nehmen zu dürfen.

Ein Jahr mentale und vor allem mediale Vorbereitung, bevor es nun so weit war. Der Engel fliegt das erste Mal. Und wir dürfen nicht nur zusehen, sondern sogar selbst das Geschehen bestimmen. Der heilige Ort: Das Testgelände des FCA-Konzerns (Fiat Chrysler Automobiles) in Norditalien. Mitsamt einem amtlichen Rundkurs. Und einer Horde Giulias. Quadrifoglios!

Die Schaltzentrale. Der rote Knopf links dient auch der Ausschüttung von Testosteron (Foto: Bernd Conrad).
Die Schaltzentrale. Der rote Knopf links dient auch der Ausschüttung von Testosteron (Foto: Bernd Conrad).

Fassen wir es noch einmal zusammen, könnte ja sein, dass es irgendjemand nicht bekommen hat: Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio heißt das neue Spitzenmodell der auferstehenden italienischen Marke. Obwohl, eigentlich ist es das Spitzenmodell der gesamten italienischen Automobilwirtschaft. Denn dieses Auto zeigt der Welt: Sie können es noch! Nicht nur Sportwagen bei Ferrari und Lamborghini bauen, nicht nur sportliche Luxusautos bei Maserati. Sondern eine Maschine zum Leben erwecken, bei der jeder zum Autofan werden muss.

Das sportliche Herz schlägt in Form eines 2,9 Liter großen V6-Triebwerks. Zwei Turbolader sorgen für ordentlichen Dampf. 375 kW / 510 PS und ein maximales Drehmoment von 600 Nm. Nackte Zahlen. 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h (nochmal: dreikommaneun!) und 307 km/h Höchstgeschwindigkeit (dreihundertsieben!) sorgen schon für erste Gemütsregungen. Doch alles nichts gegen den ersten Lebendkontakt. Wenn der Sechszylinder angeworfen wird und Du sofort weißt: Dieser Sound ist Dein neues Gebet. Gasstoß. Ein Donnerhall. Kein spätpubertäres Plärren wie es der aktuelle BMW M3/M4 vormacht. Sondern der Schrei von High-Tech. Lasst mich von der Leine!

Der Fahrer wird von den perfekt passenden Sparco Sportschalensitzen (Aufpreis: 3.490 Euro) aufgesogen, die rechte Hand flippt den Hebel des manuellen Sechsganggetriebes nach links vorne, während der linke Fuß dem Gegendruck des Kupplungspedals nachgibt.

Langsam kann die Giulia Quadrifoglio auch. In der Boxengasse (Foto: Bernd Conrad).
Langsam kann die Giulia Quadrifoglio auch. In der Boxengasse (Foto: Bernd Conrad).

Rund fünf Millionen Haare hat ein Mensch auf seinem Körper. Jetzt stellt sich jedes einzelne auf. Du sitzt tatsächlich im Quadrifoglio und bestimmst Dein Schicksal selbst. Ausfahrt aus der Boxengasse, Vollgas auf die Strecke. Das Auto schnalzt mit einer Wucht nach vorne, dass Du kurz überlegst, ob gerade Anbauteile von der Karosserie fliegen. Aber keine Zeit zum Nachdenken, die erste Schikane rast auf mich zu. Besser gesagt: Die Giulia auf die Schikane. Mit knapp über 180 Sachen. Brutaler Tritt aufs Bremspedal und BÄM – das Gehirn knallt von innen gegen die Stirn. Die Karbon-Keramik Bremsanlage von Brembo (gepflegter Aufpreis: 7.300 Euro) schafft es, dem unfassbaren Vortrieb in Nullkommanix ein Ende zu setzen. In nur 32 Metern soll die Giulia Quadrifoglio von 100 auf Stillstand zu bringen sein.

So tief fallen wir nicht, mit um-die-50 und einem Lenkradlupfer nach links, dann einem nach rechts, lasse ich die Schikane wieder sie selbst sein und weiter geht es. Im Kurvengeschlängel der folgenden paar Kilometer überrascht, wie leicht beherrschbar der starke Alfa trotz der mechanischen Urgewalt ist. Vom ersten Moment an hast Du das beruhigende Gefühl, stets volle Kontrolle über die Giulia zu haben. Sie gleitet Dir nicht aus der Hand. Eine perfekte Gewichtsverteilung von je 50% auf Vorder- und Hinterachse sorgen ebenso für Zucht und Ordnung wie eine mechanische Sperre an der Hinterachse. Elektronisch geregelt verteilt sie die Leistung zwischen den Hinterrädern. Mit einem Yuppie-Kram wie Allradantrieb lässt sich eine Giulia Quadrifoglio nämlich nicht das Leistungsgewicht versauen. 285 Millimeter breite 19-Zoll-Walzen an der Hinterachse sorgen dafür, dass der Asphalt die Gebote des Bi-Turbos erhört. Den letzten Rest regelt die Elektronik.

Dazu gehört auch das ESP. Mit dem „Race“ Modus, der die von den irdischen Giulias bekannte DNA-Regelung bereichert, schickt man das in den Urlaub. Dann ist es ein leichtes, das hinterradgetriebene Viech quer zu treiben. Wenn man es kann. Ob man sich traut oder nicht, diese Frage beantwortet das Auto: Giulia scheint mir Dir zu sprechen, sie bereitet Dich in Echtzeit auf das vor, was sie mit Dir machen will – und mit sich machen lässt. Selten hat ein derart starkes Auto von Beginn so viel Vertrauen erweckt.

Umsteigen in die Automatikversion. Während die Giulia Quadrifoglio in den meisten Märkten, so auch in Deutschland, vorerst nur mit Schaltgetriebe verfügbar ist, kann man z.B. in England schon die Achtstufen-Automatik ordern.

Liebe Leser, bevor jetzt jemand wegen dem Wandler „Blasphemie“ zu rufen beginnt, lasst Euch bekehren. Der Automatik gelingt das Unfassbare: Nochmalige Fahrspaßsteigerung.

Hellwach sortiert sie die Übersetzungen und hat den passenden Gang schon parat, während der Mensch noch den Gedanken an das Schalten formt. Außerdem sind die steten Zwischengastöne beim Herunterschalten Musik.

Der Prophet zeigt sich: 2,9 Liter V6 Bi-Turbo mit 510 PS (Foto: Bernd Conrad).
Der Prophet zeigt sich: 2,9 Liter V6 Bi-Turbo mit 510 PS (Foto: Bernd Conrad).

Zum Abschluss begnüge ich mich mit dem Beifahrersitz und lasse einen Alfa Romeo – Werksfahrer an Steuer. Während er mir zeigt, dass mein „schnell“ durch sein „richtig schnell“ aber so was von egalisiert wird, bestätigt er meinen Hang zur Giulia Quadrifoglio Automatik. „Für das Driften um den Kurs“, sagt er, „nehme ich den Handschalter, um richtig schnell zu sein, die Automatik“.

Fazit:

Ja, die Giulia Quadrifoglio wird in den Gazetten ihre Vergleichsteste verlieren. Gegen M3, C63 und RS4. Weil dann der mangelnde Raum im Fond moniert wird, das nicht ultimative Infotainment und weitere Alltagsproblemchen.

Die Herzen der Kunden wird das Auto aber im Sturm aus den Endrohren erobern: Als perfekter Alltags-Sportwagen. „Ferrari wird nie ein Auto mit vier Türen bauen“ ertönte es oft genug aus Maranello. Jetzt wissen wir, warum: Es heißt Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio.

 

Technische Daten Alfa Romeo Quadrifoglio

Hubraum 2891 ccm
Leistung 375 kW / 510 PS bei 6.500 U/min
Maximales Drehmoment 600 Nm bei 2.500 U/min
Beschleunigung 0-100 km/h  3,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 307 km/h
Norm-Verbrauch kombiniert 8,5 L. / 100 km (NEFZ halt..)
Grundpreis 71.800 Euro (mit Sechsgang-Handschaltung)

 

 

 

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Erste Fahrt: Alfa Giulia 2.2 Diesel: Tanze Tango mit mir!

Das Leben wird nicht unbedingt einfacher. Zumindest für den typischen Mittelklassekunden. Oftmals im mittleren Management und firmenwagenberechtigt. Sein Arbeitgeber schreibt gottseidank keine Marke explizit vor, manche Autos schließt aber entweder der Chef (Jaguar XE – zwar relativ günstig, aber wie kommt das denn an, beim Kunden im Jaguar vorzufahren?) oder man selbst (VW Passat, zwar nett gemacht, aber wie kommt das denn an, beim Nachbarn im Passat vorzufahren?) aus.

Bleibt das Trio aus BMW 3er, Audi A4 und Mercedes C-Klasse. „Einmal wie alle“ eben. Damit man sich zwar profilieren kann, aber nur nicht auffällt? Das muss nicht länger sein, dafür steigt die Qual der Wahl, der Entscheidungsprozess wird komplizierter: Eine vierte Alternative kommt ins Spiel.

Aufbruch in die Moderne: Die Giulia hat Überholprestige - wie die ganze Marke (Foto: Bernd Conrad).
Aufbruch in die Moderne: Die Giulia hat Überholprestige – wie die ganze Marke (Foto: Bernd Conrad).

Vorbild BMW 3er

Denn Alfa Romeo ist wieder da! Schon öfter gelesen in letzter Zeit? Bestimmt. Wir schließen uns dem nicht an, weil es gut klingt, sondern weil der Aufschlag mit dem ersten neuen Auto seit Jahren sitzt. Strecken muss sich vor allem der BMW 3er, der ganz klar als Benchmark bei der Giulia-Entwicklung gegolten hat.

Erst einmal durchatmen. Nur nichts überstützen. Ich nähere mich der neuen italienischen Limousine ganz neutral und abgeklärt. Für die erste Ausfahrt fällt die Wahl auf eine Konfiguration, die der oben genannte Beispielkunde durchaus in Betracht ziehen dürfte:

Die Alfa Romeo Giulia mit dem 132 kW / 180 PS starken 2.2 Liter-Dieselmotor (es gibt noch eine 150 PS-Variante und speziell für die Märkte Frankreich und Deutschland auch einen Einstiegsdiesel mit 136 PS).

Dieses Aggregat ist an die zweite Ausstattungs-Ebene namens  Super gekoppelt, die beim 150 PS-Diesel 1.800 Euro Aufpreis kostet. Sie bringt von Haus aus eine Stoff-/Leder-Kombination im Innenraum, 17-Zoll Leichtmetallfelgen, Parksensoren hinten, Chromschmuck und mehr mit, lohnt sich also auch beim schwächeren Modell auf jeden Fall.

Der Testwagen im gedeckten Dunkelblau mit beiger Leder-Innenausstattung wirkt gediegen, für einen Alfa Romeo vielleicht gar ein bisschen zu piefig. 293 Wörter Herumgerede, liebe Leser, Ihr wollt ja wissen, wie sich die Giulia anfühlt!

Willkommen zu Hause: Angenehmenes Alfa-Cockpit. Nur die Sitze sind nicht ideal (Foto: Bernd Conrad).
Willkommen zu Hause: Angenehmenes Alfa-Cockpit. Nur die Sitze sind nicht ideal (Foto: Bernd Conrad).

Los geht’s. Der Daumen der linken Hand wandert intuitiv auf den Startknopf am Lenkrad und es stellt sich sofort die Frage „warum ist der nicht bei jedem Auto hier“? Der Vierzylinder rappelt sich auf und dieselt los. Durchaus wahrnehmbar und kernig, aber in einer nicht unangenehmen Frequenz. Klingt in etwa so wie der BMW 320d, den ich in diesem Bericht noch häufiger zum Vergleich heranziehen werde. Was aber auch heißt: Ein Audi A4 TDI macht das leiser.

Während der Wählhebel der optionalen ZF-Achtgangautomatik (soll ich nochmal BMW sagen?) auf P steht, erkunde ich mit Augen und Fingern den Innenraum. Von der ersten Sekunde an fühlst Du Dich als Fahrer voll und ganz vom Auto aufgenommen, wie hineingegossen. Passt perfekt. Das Lenkrad liegt angenehm in der Hand, vor allem der Materialmix aus dem Lederkranz mit dem rutschhemmenden Synthetik-Gewebe in den Daumenmulden ist eine Pracht. Warum aber das Alfa Romeo-Emblem im Pralltopf den Fahrer monochrom und nicht in seiner vollen Farbenpracht anstarrt, bleibt das Geheimnis der Marketingstrategen.

Die Rundinstrumente liegen in tiefen Höhlen und sind perfekt ablesbar. Was auch für das dazwischen platzierte 7-Zoll-Display gelten könnte, wenn es denn richtig genutzt würde. Die Navigationsanzeigen sind gut dargestellt, wer aber z.B. die Fahrdaten des Bordcomputers aufruft, wundert sich über scheinbar willkürlich verteilte, viel zu kleine Ziffern auf der großen schwarzen Fläche.

Die gibt es auch über der Mittelkonsole. Sobald man das Infotainment anschaltet, erscheint hier der wunderbar eingepasste Monitor für Navigation, Audio und Fahrzeugeinstellungen. In einer Zeit der plump herumlungernden Displays auf so mancher Armaturentafel eine schöne Abwechslung.

Das geht hübscher: 08/15-Wählhebel und schnöder Kunststoff in der Mittelkonsole (Foto: Bernd Conrad).
Das geht hübscher: 08/15-Wählhebel und schnöder Kunststoff in der Mittelkonsole (Foto: Bernd Conrad).

Durchaus erwähnenswert: Die Giulia hat keinen Touchscreen. Auch das kann es noch geben, und es funktioniert. Mit 20 Knöpfen, vier Drehreglern (davon einer mit zusätzlicher Druckfunktion, so viel Zeit muss sein) und zwei Walzen, die über das Cockpit nebst Multifunktionslenkrad verteilt sind, lässt sich der Alfa prima bedienen. Auch bei der Bedienung gilt also: Vorbild Münchner Mittelklasse.

Das gilt auch für die Haptik der verbauten Kunststoffe und den Qualitätseindruck. Den welligen Teppich im Beifahrerfußraum und ein paar unsauber eingepasste Teile der Türverkleidung schiebe ich gutgläubig auf den Vorserienstatus des Testwagens.

Jetzt aber: Wählhebel auf „D“. Über enge Landstraßen geht es auf die Autostrada. Der Selbstzünder schiebt ordentlich an, ohne Bäume auszureißen. Das soll er aber auch gar nicht, entspanntes Kilometerspulen ist seine Aufgabe. Die Automatik hält stets die passende Fahrstufe parat und erfreut mit durchaus knackigen Gangwechseln, die manchmal an die Charakteristik einer Doppelkupplung erinnern. Selbst auf einer längeren Serpentinenstrecke, für die Giulia und ich die aalglatte italienische Autobahn verlassen, drängt es die Finger nicht zu den serienmäßigen Schaltwippen am Lenkrad.

Unaufgeregtes, schickes Design: Die Giulia im Profil (Foto: Bernd Conrad).
Unaufgeregtes, schickes Design: Die Giulia im Profil (Foto: Bernd Conrad).

Eher schon zum DNA-Drehregler auf der Mittelkonsole. Hier lässt sich die Charakteristik des Antriebs (Motor und Getriebe) und der Lenkung einstellen. „A“ steht für den effizienten Modus, in dem Giulia reichlich unausgeschlafen wirkt. In „N“ ist alles schlicht normal und hier in den Bergen wähle ich „D“ für „Dynamic“. Der Motor hängt wacher am Gas, die Lenkung wird schwergängiger und direkter. Damit zirkelst Du das Auto millimetergenau über den Asphalt.

Es ist, also ob Giulia Dich ohne eine einzige Übungsstunde auf den Tanzboden zerrt und mit Dir einen astreinen Tango hinknallt. Erstaunlich, wie schnell Fahrer und Auto eins werden, wie sich eine dieselgetriebene Mittelklasselimousine plötzlich anfühlen kann wie ein sportlicher Kompaktwagen. Der Hinterradantrieb spielt beim flotten Bergauf- und Bergabstieg natürlich auch seine Rolle, ohne dass die Antriebsachse vorlaut mitmischen will. ESP-Einsatz? Fehlanzeige.

Noch gibt es für den Alfa kein verstellbares Fahrwerk. Auch wenn diese Option nachgeschoben wird, kann man sich das Geld dafür getrost sparen. Mit den 18-Zoll-Felgen des Testwagens legt Giulia einen erstaunlichen Komfort an den Tag, selbst auf rissigen Straßen zweiten und dritten Grades. Diese Auslegung erkauft sich das Auto aber keineswegs mit starker Seitenneigung in Kurven oder dem Hang zum Wanken, Giulia legt hier einen perfekten Spagat hin. Tango eben. Es ist vor allem die Kombination des scheinbaren Gegensatzes aus komfortablem Fahrwerk und sportlich-direkter Lenkung, die beeindruckt.

Was leider nicht für die Sitze gilt. Während der obere Rücken einigermaßen Seitenhalt erfährt, rutscht des Fahrers Allerwertester hilflos auf der zu kleinen Sitzfläche herum. Das glatte Leder hilft hier fleißig mit, womit meine Empfehlung für die serienmäßigen Stoff-/Leder-Bezüge deutlich ausgesprochen werden muss. Auch bei der Bestuhlung also Vorbild BMW 3er, hier aber die Mietwagen-Version mit den unbrauchbaren Seriensitzen. Schade, dass Alfa keine optionalen Sportsitze mit einstellbarer Oberschenkelauflage und stärker ausgeformten Sitzwangen anbietet.

Ein Job für die Modellpflege also. Dann kann auch gleich nochmal der triste Kunststoff in der Mittelkonsole und der kratzempfindliche Dreh-Drück-Steller für die Infotainment-Bedienung mit angepackt werden.

Wenn der Blick schon nach rechts unten fällt, stört auch der spröde Automatik-Bedienhebel. Auch der soll aussehen wie bei BMW (liefert den ZF nur so?), hätte aber ein schickes Alfa Romeo-Design verdient.

6,8 Liter Diesel auf 100 Kilometer hat sich die 180 PS-Giulia auf der Probefahrt genehmigt. Angesichts der fixen Bergpassagen ein passabler Wert.

Trotz der Farbähnlichkeit mit dem Haus: Die Giulia muss sich nicht verstecken. (Foto: Bernd Conrad)
Trotz der Farbähnlichkeit mit dem Haus: Die Giulia muss sich nicht verstecken. (Foto: Bernd Conrad)

Handschaltung als Alternative zur Automatik?

Weniger wird das auch nicht unbedingt mit der handgeschalteten Version, die ich für den direkten Vergleich im Anschluss ausprobieren konnte (das grau-beige Auto auf den Bildern). Das Sechsganggetriebe hat angenehm kurze Wege, ist aber nicht das zackig-knackige Sportrührgerät, das vielleicht erwartet. Wie beim Mitbewerber aus München ist der Rückwärtsgang über einen Widerstand nach links neben dem ersten Gang zu erreichen. Am Druckpunkt kann aber gerne noch einmal gearbeitet werden, es passiert durchaus, dass man aus Versehen in Richtung Heck anfährt anstatt nach vorne.

Der manuellen Schaltbox traut Alfa Romeo zudem weniger Drehmoment als der Wandlerautomatik zu. Während dort maximal 450 Nm Drehmoment anstehen, gipfelt dieser Wert selbstgeschaltet bei 380 Nm. Die aber auch ausreichend Kraft bedeuten.

Was auch auffällt: Mit dem dritten Pedal (für die Kupplung) wird es zumindest in meinen Schuhgröße-Dimensionen (48) reichlich eng im Fußraum, allzu oft verhakt sich das Kupplungsfuß mit der Stütze links daneben.

2.250 Euro sind ein stolzer Aufpreis für die Achtgangautomatik – die dennoch eine sinnvolle Investition ist, sie passt einfach hervorragend zur ausgewogenen Giulia und nutzt mit den zwei zusätzlichen Fahrstufen das Drehmomentpotenzial des Diesels besser aus.

Sprechen wir also über das liebe Geld. Günstig ist der neue Alfa Romeo nicht, und das mit Absicht. Der Anspruch der Italiener war es nicht, eine Budgetalternative zu den etablierten Premium-Limousinen auf den Markt zu werfen. Man möchte sich auf Augenhöhe sehen. 39.650 Euro  kostet die Giulia Super mit 180 PS Diesel und Automatik. Auf den ersten Blick nur 50 Euro unter dem BMW 320d. Um fair zu bleiben, packen wir beim Bayern die Parksensoren, Klimaautomatik und Stoff-/Ledersitze mit rein. Macht 41.530 Euro und somit 1.700 Euro Preisvorteil für die Italienerin.

Zwei Endrohre am Heck kennzeichnen den Diesel (Foto: Bernd Conrad).
Zwei Endrohre am Heck kennzeichnen den Diesel (Foto: Bernd Conrad).

Das Fazit

Kann das Comeback von Alfa Romeo gelingen? Die Chancen standen nie besser als mit Giulia. Sie ist ein wirklich gutes Auto geworden, wenn man die lange Durststrecke nebst Fehlschlägen von Alfa Romeo der vergangenen Jahr betrachtet, sogar ein unerwartet gutes. So ist die Prognose von 4.000 Giulia-Verkäufen im ersten vollen Verkaufsjahr 2017 auf dem deutschen Markt auf den ersten Blick zu niedrig gegriffen. Der Flaschenhals dürfte aber das Händlernetz sein, das auf nur noch 80 Betriebe geschrumpft ist.

Auch wenn die BMW-Vertretung vielleicht ums Eck liegt, eines sei Mittelklasse-Interessenten geraten: Vor der Unterschrift eines Kauf- oder Leasingvetrages lohnt sich auf jeden Fall die Fahrt zum Alfa Romeo-Verkäufer. Denn mit der zusätzlichen Auswahl wird das Leben eben nicht einfacher, bei einer solchen Alternative aber durchaus schöner.

 

Technische Daten Alfa Romeo Giulia Super 2.2 Diesel (Automatik)

Hubraum 2.143 ccm
Leistung 132 kW / 180 PS bei 3.750 U/min
Maximales Drehmoment 380 Nm (450 Nm) bei 1.750 U/min
Beschleunigung 0-100 km/h 7,2 Sekunden (6,8 Sekunden)
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Norm-Verbrauch kombiniert 4,2 Liter / 100 km
Grundpreis 37.400 Euro (39.650 Euro)

 

 

 

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Exklusiv – Erste Fahrt: Alfa Romeo Giulia 2.0 Turbo

Als einziges deutschsprachiges Automedium hatte mein-auto-blog die Gelegenheit, neben dem Dieselmotor auch die Benziner-Variante der Alfa Romeo Giulia Probe zu fahren. Wie passt der Turbomotor zum neuen Italiener?

Interessante Option für 300 Euro Aufpreis: gelb lackierte Bremssättel (Foto: Bernd Conrad)
Interessante Option für 300 Euro Aufpreis: gelb lackierte Bremssättel (Foto: Bernd Conrad)

Das 147 kW / 200 PS starke Turbotriebwerk wird später im Jahr 2016 die Modellpalette bereichern. Im Gegensatz zu den Dieselbrüdern ist der Benziner mit der hervorragenden Achtstufen-Automatik zwangsgekoppelt.

Giulia 2.0 Turbo. Eine ungewohnt schlichte Modellbezeichnung. Ein Hinweis auf den Charakter des Autos? Klare Antwort: Ja! Wer vor lauter klassischen Zitaten wie der Baureihenbezeichnung und dem wederbelebten Konzept des Standardantriebes ganz entzückt auf herrlich bollernden Boxersound gehofft hatte, so wie er selbst einen Basis-145er begehrlich machte, muss umdenken.

Schöne neue Welt: Die einzige Benziner-Option der Giulia, diesseits des Quadrifoglio-Monsters, serviert automobile Hausmannskost. Die Eckdaten des Motors lesen sich gar spröde. Zwei Liter Hubraum, vier Zylinder in Reihe, natürlich mit Turboaufladung.

Objektiv gibt es am Zweiliter-Motor in der Giulia wenig zu meckern. Natürlich ist ausreichend Leistung für den automobilen Alltag vorhanden. Im Gegensatz zum Diesel ist diese Giulia bauartbedingt drehfreudiger, zudem wirkt das Auto leichtfüßiger.

Der Benziner macht den Underdog: Nur ein Endrohr, der Diesel hat zwei (Foto: Bernd Conrad).
Der Benziner macht den Underdog: Nur ein Endrohr, der Diesel hat zwei (Foto: Bernd Conrad).

Jetzt kommt es, das ABER: Der Klang des Turbomotors ist dünn und dieses Alfa Romeo nicht würdig. Es liegt bestimmt an zu hohen Erwartungen auf ein bisschen mehr Spaß im Italiener. Das schlicht nicht vorhandene Sound-Design überrascht dann aber doch. Genau so sehr, wie es überrascht, dass man das Fehlen eines solchen Firlefanzes heutzutage schon bemerkt.

Auf der ersten kurzen Ausfahrt konnte ich die Giulia 2.0 Turbo auf Landstraßen und durch Ortschaften fahren. Hier legt auch dieses Modell eine schöne Performance hin. Die gelungene Fahrwerksabstimmung und die einstellbaren Parameter für Antrieb und Lenkung über den DNA-Regler auf der Mittelkonsole intensivieren auch hier die Beziehung zwischen Auto und Fahrer. Subjektiv steht der Benziner aber nicht besser im Futter als der 180 PS-Diesel. Der zieht mit seinem höheren Drehmoment (450 Nm zu 330 Nm beim Benziner) aus allen Lebenslagen besser und ist auch laut Datenblatt nicht merklich langsamer. Beide Varianten laufen 230 km/h Spitze, der Benziner hat nach 6,6 Sekunden Tempo Hundert erreicht. Dem Diesel benötigt dafür nur 0,2 Sekunden mehr.

Die Stoff-/Leder-Bezüge der Giulia Super sind wunderbar (Foto: Bernd Conrad).
Die Stoff-/Leder-Bezüge der Giulia Super sind wunderbar (Foto: Bernd Conrad).

Wie und ob sich der Benziner beim Herausbeschleunigen aus höheren Autobahngeschwindigkeiten abzusetzen vermag, konnte beim Erstkontakt im tempolimitierten Italien nicht ausprobiert werden. Aber jetzt schon ist klar, dass es dann plärrig aus dem Motorraum tönt. Ein Klangbild, dass den Alfa nicht von x-beliebigen Mitbewerbern aus Europa und Asien absetzt. Und deswegen einem Auto nicht würdig ist, in dem so viele Emotionen verarbeitet wurden.

Das gleiche lässt sich natürlich über den Dieselantrieb sagen. Dort hat man sich vor dem Ausritt aber auch keine anderen Erwartungen zusammengeschustert. Und genau das ist das Problem, dass Dir mit dem 2.0 Turbo die Laune verderben kann: Als Angebot für wenig fahrende Privatkunden muss der 95-Oktan-Alfa emotionaler klingen, weniger synthetisch am Gas hängen, mehr analoges Spaßgerät als digitales Fahrdings sein. Wäre die Giulia nicht die Reinkarnation einer Traditionsmarke, sondern schlicht ein weiteres Mittelklasseauto, es gäbe wenig zu meckern. Was den Zweiliter für Märkte wie China interessant macht. Dort, wo der Dieselmotor kaum eine Rolle spielt und Markengeschichte keine Rolle spielt, wird das Auto in genau dieser Konfiguration seinen Weg gehen.

In der alten Welt aber ist nicht etwa ein Mittelklassemodell aus Ingolstadt, München oder Stuttgart der ärgste Widersacher des 2.0 Turbo, sondern der 20 PS schwächere Diesel im gleichen Stall. Was für die Marke kein Problem darstellen sollte. Und für den Kunden erst recht nicht. Denn dass er mit dem Selbstzünder ein passables Auto kaufen kann, erfahrt Ihr hier.

DSC01050 (2)Ob zumindest das finanzielle Angebot für den Benziner spricht, kann noch nicht berechnet werden. Für dieses Modell liegen noch keine Informationen zum Preis und den Versicherungseinstufungen vor. Der Bordcomputer spuckt während der Testfahrt einen Verbrauch von 9,5 Litern auf 100 km aus, immerhin 2,8 Liter über dem Anzeigenwert im Diesel.

Fazit:

Ich hätte es nicht zu träumen gewagt, aber mein Abschlusssatz lautet: Wenn Giulia, dann Diesel! Sofern man den extra scharfen Quadrifoglio außer Acht lässt. Aber das ist eine andere Geschichte…

 

Technische Daten Alfa Romeo Giulia Super 2.0 Turbo

Hubraum 1995 ccm
Leistung 147 kW / 200 PS bei 5.000 U/min
Maximales Drehmoment 330 Nm bei 1.750 U/min
Beschleunigung 0-100 km/h 6,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Norm-Verbrauch kombiniert Noch nicht bekannt
Grundpreis Noch nicht bekannt

 

 

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Alfa Romeo Giulia: Zahlenerotik zum Bestellstart

Alfa Romeo gibt die Preise für die lang erwartete Giulia bekannt.

Man sieht nicht nur Licht am Ende des Tunnels für alle Alfa-Fans, man kann schon fast Motorengeräusche hören. Noch bevor wir Euch mit den ersten Fahreindrücken zu Alfa Romeos neuer Giulia versorgen dürfen, gibt es jetzt tatsächlich ein Datum für den Bestellstart.

Ab 10. Mai werden Alfa-Händler eine lange nicht gewohnte Hektik erleben, wenn wieder Kunden ins Haus strömen, um ein Auto zu bestellen. Dann öffnen sich die Orderbücher für die Mittelklasselimousine.

Die Alfa Romeo Giulia wird es mit einem 2,2 Liter großen Turbodiesel geben, der in drei Leistungsstufen mit 100 kW / 136 PS, 110 kW / 150 PS und 132 kW / 180 PS zu haben sein wird. Fürs erste der einzige Benziner ist das bereits vorgestellte Übertier Quadrifoglio mit dem 375 kW / 510 PS starken 2,9 Liter V6 Bi-Turbo-Benziner.

Das Cockpit ist eine Augenweide.
Das Cockpit ist eine Augenweide.

Die Basisausstattung heißt schlicht Giulia und bringt neben einem Radio mit 6,5 Zoll-Bildschirm und Klimaautomatik mit Zweizonenregelung auch schon diverse Helferlein mit: Kollisionswarnsystem mit Notbremse, Spurhalteassistent und Geschwindigkeitsregelanlage sind ab Werk dabei. Wie jedoch die serienmäßigen 16-Zoll-Alufelgen am bulligen Alfa aussehen werden, dürfte erst ein Blick in Autovermieter-Flotten zeigen.

33.100 Euro kostet der 136 PS-Diesel. Mit 150 PS werden 34.100 Euro fällig, womit Giulia 700 Euro unter einem vergleichbaren BMW 318d liegt. Das sind die erwarteten selbstbewussten Preise, das wiedergeborene Alfa Romeo möchte sich von der Wiege an als ernsthafter Premium-Kandidat verstanden wissen.

Über dem Grundmodell rangiert die Giulia Super in der Preisliste. Interessant an diesem Modell – 1.800 Euro teurer als die Basis – sind die Stoff/Leder-Kombination der Innenausstattung und das größere Infotainment mit 7-Zoll Bildschirm. Die Leichtmetallfelgen haben mit 17 Zoll einen um 2,54 Zentimeter größeren Durchmesser, dazu gibt es Chrom-Bling-Bling an den Fensterrahmen und Parksensoren am hinten Stoßfänger. Während es das 136 PS – Basistriebwerk nur für die Giulia ohne Namenszusatz gibt, ist der 180 PS-Diesel an das Super-Modell gekoppelt.

Ein Navigationssystem kostet genauso Aufpreis wie Bi-Xenon-Leuchten. LED-Abblendlicht ist nicht im Angebot.
Wir können jetzt noch über die Sportsitz mit Leder/Alcantara, roten Statknopf, Kohelfaser-Dekor und einen aktiven Frontspoiler schwadronieren, aber beim Topmodell Quadrifoglio interessiert vor allem eines: Der 510 PS starke Benziner, der von Ferrari-Ingenieuren für Alfa Romeo entwickelt wurde.

Am Heck hat die Alfa-Designer der Mut verlassen. Wie sowas heutzutage eben aussieht.
Am Heck hat die Alfa-Designer der Mut verlassen. Wie sowas heutzutage eben aussieht.

Mehr noch als der in homöopathischen Mengen hergestellte 4C wird die Giulia Quadrifoglio als Imageträger für die ganze Marke dienen. Für den punktgenauen Stopp vor der Gelateria wird die Brembo-Bremsanlage sorgen. Während der Eisbecher noch locker aus der Hosentasche bezahlt wird, kostet die Botox-Giulia 71.800 Euro.

Eine Stange Geld, ein BMW M3 kostet mit Schaltgetriebe nur 800 Euro mehr – verliert aber zumindest am Eisdielenstammtisch mit einer Leistung von 431 PS, deren 79 weniger als beim Alfa. Rücken wir den Preis wieder ins hellere Licht (Ende des Tunnels und so): Ein ebenfalls 510 PS leistender Mercedes-AMG C63 S verlangt nach der Überweisung von 84.549,50 Euro.

Hier die Giulia-Preise im Überblick:

Giulia 2.2 Diesel mit 100 kW / 136 PS: 33.100 Euro
Giulia 2.2 Diesel mit 110 kW / 150 PS: 34.100 Euro
Giulia 2.2 Diesel mit 10 kW / 150 PS, Automatik: 36.350 Euro
Giulia Super 2.2 Diesel mit 110 kW / 150 PS, Automatik: 38.150 Euro
Giulia Super 2.2 Diesel mit 132 kW / 180 PS: 37.400 Euro
Giulia Super 2.2 Diesel mit 132 kW / 180 PS, Automatik: 39.650 Euro
Giulia Quadrifoglio 2.9 V6 mit 375 kW / 510 PS: 71.800 Euro

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Alfa Romeo Giulia – Start bei 33.100 Euro

Mit einem Basispreis von 33.100 Euro greift die Alfa Romeo Giulia ab sofort in der Mittelklasse an. Den Antrieb im Einstiegsmodell übernimmt ein 100 kW/136 PS starker 2,2-Liter-Diesel, der allerdings erst Mitte Juni bestellbar ist. Bis dahin bleibt die stärkere Variante mit 110 kW/150 PS die günstigste Möglichkeit, die viertürige Limousine zu erwerben. 34.100 Euro werden fällig. Darüber rangiert die Top-Variante des Vierzylinders mit 132 kW/180 PS und erweiterter Ausstattung für 37.400 Euro. Wahres Spitzenmodell der neuen Baureihe ist jedoch der 2,9 Liter große V6-Biturbobenziner mit 375 kW/510 PS, der mit 71.800 Euro in der Preisliste steht.

Die Giulia wird in drei Ausstattungslinien angeboten. In der Basisvariante „Giulia“ sind unter anderem Zweizonen-Klimaautomatik, 16-Zoll-Felgen und ein Notbremsassistent mit Fußgängererkennung an Bord. Bei „Super“ kommen etwa Stoff-Ledersitze, Parksensoren und 17-Zoll-Felgen dazu. Die höchste Stufe „Quadrifoglio Verde“ – zunächst dem Sechszylindermodell vorbehalten – bietet Xenonlicht, Brembo-Bremsen und Kohlefaser-Bauteile für Dach und Motorhaube.

News: Alfa Romeo Giulietta – Jenseits der Massenware

Nach fünf Jahren hat Alfa Romeo das Kompaktmodell Giulietta überarbeitet. Mit dem sanften Facelift nähert sich die Italienerin optisch der größeren Giulia. Ab 21.190 Euro wildert die Giulietta zukünftig in der Golfklasse, dann mit dem 88 kW/120 PS starken Turbobenziner.
Zur Serienausstattung gehören unter anderem Klimaanlage, Infotainmentsystem mit Touchscreen, Lederlenkrad und elektrische Fensterheber vorn und hinten. Das Topmodell Giulietta Veloce 1.8 bei dem der 177 kW/240 PS starke Turbobenziner serienmäßig mit Doppelkupplungsgetriebe kombiniert ist, kostet 32.990 Euro.

Front- und Heckschürze wurden beim Facelift dezent überarbeitet. Dazu erhält der Kompakte ein neugestaltetes Firmenlogo, überarbeitet Schriftzüge und innen ein Kombiinstrument mit nun weißen statt roten Zahlen. Der größte Unterschied bei den Motoren: Nun kann auch der 88 kW/120 PS starke Einstiegs-Diesel mit dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (TCT) gekoppelt werden.Das Motorenangebot besteht aus vier Turbobenzinern zwischen 88 kW/120 PS) und 177 kW/240 PS sowie drei Diesel (88 kW/120 PS bis 129 kW/175 PS).

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News: Alfa-Romeo-Pläne – Diesel bleiben wichtig

Nach der Markteinführung der neuen Mittelklasselimousine Giulia geht bei Alfa Romeo die Modelloffensive zügig weiter. Noch Ende dieses Jahres wird das lange avisierte SUV vorgestellt und in den Markt gebracht, sagte jetzt Alfa- und Maserati-Chef Harald Wester auf dem Genfer Salon. 2017 folgt der Nachfolger der Giuletta. Allerdings ließ er offen, ob die Giulietta, das Kompaktklasseangebot der Italiener, als fünftürige Limousine im Steilheck-Design auf den Markt kommen wird, oder als klassische Limousine. Letztere biete auf den nicht-europäischen Märkten Vorteile, so Wester. Danach folgt 2018 ein Crossover im Kompaktsegment. Keinen Nachfolger dürfte dagegen der Kleinwagen Mito erhalten, den Alfa gerade überarbeitet hat.

Vor allem für den europäischen Markt setzen die Italiener auch in Zukunft auf Dieselmotoren. Gleich drei davon (150 PS, 180 PS, 210 PS) stehen in der Giulia zur Wahl. Die 132 kW/180 PS-Variante emittiert 99 Gramm CO2 und verbraucht 3,8 Liter auf 100 Kilometer. Auch in den Maserati-Limousinen bestellen die Kunden in Europa, wie bei den deutschen Premiummarken, überwiegend Selbstzünder.

Autor: Günter Weigel/SP-X

Alfa Romeo Giulia: Alfisti feiern Weihnachten im April

Alfa Romeo zeigt endlich weitere Giulia-Varianten und nennt den Bestellstart.

Wer kleine Kinder hat, kennt das: Kurz vor Silvester kommen die ersten Fragen: „Wann ist wieder Weihnachten“? Geduld und Vorfreude sind also Tugenden, die ein Mensch schon sehr früh lernen muss.

Jetzt stellen wir uns mal vor, ein solch ungeduldiger Knirps (oder natürlich eine Knirpsin) ist im Laufe der Entwicklung Alfa Romeo – Fan und potenzieller Kunde geworden. So eine „Weihnachten ist nur einmal im Jahr“ – Konditionierung war auf einmal für die Tonne.

Einen Kombi plant Alfa Romeo leider nicht.
Einen Kombi plant Alfa Romeo leider nicht.

Jahrelang wurden Pläne angekündet, verkündet und kassiert – Alfa Romeo sollte wieder auferstehen. Irgendwann. Irgendwie. Allen Übernahmebemühungen von Volkswagen zum Trotz. Und trotz chronisch leerer Kassen bei Konzernmutter Fiat.

2015 war es endlich so weit, selbst gestandene Männer unter den ach so abgebrühten Autojournalisten hielten den Atem an, rieben sich die Augen und waren gespannt: Alfa zeigte in der Tat ein neues Auto, die Giulia. Erst im Juni in Mailand, dann auf der IAA in Frankfurt. Aber immer nur die 510 PS-Topversion Quadrofoglio.

Aktuell stehen auf dem Genfer Autosalon auch endlich die Giulias für Volk. Wir wissen also: Diesseits des Topmodells wird es zwei Ausstattungsvarianten geben: Giulia und Giulia Super.

Der Kunde der ersten Stunde hat die Wahl zwischen einem 2.0 Liter Benziner mit 147 kW / 200 PS und einem 2.2 Liter großen Diesel mit 110 kW / 150 PS oder 132 kW / 180 PS. Später im Jahr kommen noch eine 280 PS-Version des Benziners und eine Diesel-Ausbaustufe mit 210 PS in den Startlöchern.

Den Benziner liefert Alfa Romeo standardmäßig mit einer Achtgang-Automatik, die optional auch für die von Haus aus handgeschalteten Diesel zur Verfügung steht.

Und noch eine Zahl: Ob ihr es glaubt oder nicht – die Italiener verkünden in der Tat den Bestellstart für Giulia: Ab 15. April sollen die Orderbücher geöffnet werden. Ja, dieses Jahr! Nur die Preise verrät Alfa Romeo noch nicht, das wäre aber auch ein Information Overkill für die geduldigen Kunden.

Der Schalthebel verrät: Dies ist eine Diesel-Giulia
Der Schalthebel verrät: Dies ist eine Diesel-Giulia.
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News: Alfa Romeo Giulietta Facelift – Schönheit statt Massenware

In den vergangenen Jahren dümpelte die Marke Alfa Romeo etwas vor sich hin; es fehlte an spannenden Neuheiten, ja überhaupt an Neuheiten. Doch nun hat die Fiat-Tochter frischen Lebensmut geschöpft, bis 2020 sollen acht neue Modelle folgen. Das erste Highlight ist die Mittelklasse-Limousine Giulia, die nach einer Vorab-Premiere des Sportmodells auf dem diesjährigen Genfer Auto Salon endlich ihre komplette Bandbreite zur Schau stellen darf. Nur wenige Tage zuvor legte Alfa Romeo nun mit der nach fünf Jahren erstmalig überarbeiteten Giulietta gleich die zweite Neuheit auf. Ab 21.990 Euro wildert der Kompakte zukünftig in der Golfklasse.

Hört man sich die Pläne der Alfa-Strategen an, könnte man meinen, die Giulietta wurde komplett neu erfunden: Von 2.200 verkauften Einheiten im Jahr 2015 soll der Absatz in diesem Jahr auf rund 4.000 Fahrzeuge anwachsen! Steht der Kompakte allerdings vor einem, muss man schon genau hingucken, um die geliftete Version zu erkennen – lediglich Front- und Heckschürze wurden, ganz dezent, überarbeitet. Dazu ein neugestaltetes Firmenlogo, überarbeitet Schriftzüge und innen ein Kombiinstrument mit nun weißen statt roten Zahlen – all das fällt unter „leichtes Make-up“ und ist eigentlich noch kein Grund, auf eine Verdopplung der Stückzahlen zu setzen.

Innenraum der Alfa Romeo Giulietta
Innenraum der Alfa Romeo Giulietta

„Natürlich erhoffen wir uns von der neuen Giulia einen positiven Einfluss auf die ganze Marke“, betont der für Deutschland zuständige Manager Stefan Moldaner. Und außerdem hat die Giulietta ja doch noch einen Pfeil im Köcher: Endlich kann nämlich auch der kleinere von drei Dieseln mit dem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe (TCT) gekoppelt werden – ein deutlicher Komfortgewinn, der die Beliebtheitsskala der Aggregate durchaus durcheinander bringen könnte. Derzeit entscheiden sich die meisten Käufer noch für das 150 PS starke Zwei-Liter-Aggregat.

Doch der 120 PS starke Einstiegs-Diesel braucht sich nicht hinter seinem größeren Bruder verstecken. Mit reichlichen 280 Newtonmetern Drehmoment rückt er ihm nahe auf die Pelle und dass er mit 10,5 Sekunden für den Standardsprint einen einstelligen Wert knapp verfehlt, ist Nebensache. Der kräftige Durchzug und der flotte Antritt machen dieses zweistellige Manko locker wieder wett, die sanft und schnell zugleich schaltende Automatik sowie die effiziente Geräuschdämmung sprechen zusätzlich für den 1.6er. Maximal läuft er 195 km/h, das reicht auch auf der Autobahn vollkommen aus. Mit mindestens 27.490 Euro ist er allerdings kein Schnäppchen, dafür spart er an der Tankstelle. Nur 3,9 Liter werden im Normbetrieb auf 100 Kilometern verbrannt.

Wem dagegen selbst 150 PS nicht reichen, der kann die 175-PS-Version vom oberen Ende der Dieselskala abgreifen; hier ist das TCT serienmäßig an Bord. Auf der Benzinerseite räumt Alfa mit dem Facelift etwas auf und streicht den 105-PS-Basisotto aus dem Programm; los geht es nun mit der 120 PS starken Ausbaustufe des 1,4-Liter-Turbos, weswegen der Einstiegspreis auch geringfügig auf 21.990 Euro klettert. Weiterhin im Angebot sind der 1.4er mit Multi-Air-Technik und 150 beziehungsweise 170 PS sowie ein 250 PS starker 1.8er; die beiden letztgenannten fahren ebenfalls serienmäßig mit Doppelkupplungsgetriebe vor.

Das Make-up des Kompakten haben die Italiener nur leicht aufgefrischt – trotzdem soll der Absatz sich fast verdoppeln.
Das Make-up des Kompakten haben die Italiener nur leicht aufgefrischt – trotzdem soll der Absatz sich fast verdoppeln.

Dass die Giulietta im Kampf um die Marktanteile keine reelle Chance gegen den Klassenprimus VW Golf hat, dürfte auch den Verantwortlichen in Turin bewusst sein. Deswegen sucht sich die Italienerin gezielt ihre Nische zwischen der Massenware im Kompaktsegment – und setzt auf Sportlichkeit und Schönheit. Keine Frage: Die sinnlichen Rundungen der Karosserie sind deutlich emotionsgeladener als die glatten Flächen des Wolfsburgers, und die mit Benzina und Acqua beschrifteten Instrumente wirken um einiges liebevoller, als mit schnöden Piktogrammen versehene Anzeigen. Dazu gibt es ein straffes Fahrwerk, das zwar den Rücken herausfordert, aber auch den Fahrspaß fördert; adaptive Dämpfer gibt es leider noch nicht. Dafür aber einen Sportmodus, der Lenkung, Motorkennlinie und das Doppelkupplungs-Getriebe zusätzlich strafft. Und natürlich eine gehörige Portion Dolce Vita, die jeder Alfa serienmäßig an Bord hat.

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