Audi – Land of quattro – quattro-Technik erklärt

Audi – Land of quattro – quattro-Technik erklärt

quattro ist nicht einfach nur der Begriff für eine Technologie, quattro ist die in Buchstaben geformte Symbolik für den Vorsprung durch Technik. So sieht man es bei Audi gerne und so wird es derzeit auch vermarktet:

Audi quattro – Die Technik im Detail

Heute gehört der Allradantrieb zu einer von vielen technischen Lösungen im Automobilbau und ist nicht beschränkt auf eine Marke. Ganz egal ob Stuttgart, München oder eben Ingolstadt. Alle deutschen Premium-Marken haben Modelle mit Allradantrieb im Programm. Während man in München von xDrive spricht, in Stuttgart von 4matic, ist der Begriff quattro fest verwurzelt in der Historie und der aktuellen Modelpalette von Audi.

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Doch das war nicht immer so. Es sind erst gute 33 Jahre vergangen, seitdem Audi auf dem Genfer-Automobilsalon den „Allradantrieb“ mit dem Namen quattro der Öffentlichkeit vorstellte.

Zu verdanken hat Audi den Allradantrieb einem der klügsten Köpfe in der Automobilgeschichte:

Ferdinand Piech und der quattro-Erfolg

1977 war es der Audi-Versuchsleister Jörg Bensinger der den damaligen Entwicklungsvorstand von Audi, Ferdinand Piech, überzeugte – einen Audi 80 mit dem Antriebsstrang eines VW Iltis auszurüsten.  Als Hinterachse diente eine spiegelverkehrt montierte McPherson-Vorderachse und anstelle des zuschaltbaren Allrads, wie beim Iltis, sorgte man für eine starre Verbindung des Getriebe mit Vorderachse und Hinterachse. Heute würde man von einem „gesperrten“ Allradantrieb sprechen.  Im Winter 1978 wurde der Allradantriebs-Prototyp bei Tests von Winterreifen und Schneeketten in Österreich vor seine erste Prüfung gestellt: Er sollte einen verschneiten Hang hinauf fahren. Und das tat er, auf Sommerreifen.

vw iltis als quattro versuchsträger

Der Vorstand der damals noch deutlich stärker involvierten Konzernmutter Volkswagen wurde jedoch erst im Sommer ’78 in das Projekt involviert und während eines Tests auf einer stark benässten Wiese an einem Steilhang, die nur der „quattro-Protoyp“ hinauf fuhr, überzeugt. Bis dato war es der Wille des Ferdinand Piech der diese Entwicklung vorantrieb. Ohne Wissen der Konzernzentrale in Wolfsburg.

Technische Extravaganz

Die starre Verbindung von Vorderachse und Hinterachse sorgte für famose Traktion, brachte aber auf trockenen Straßen ein großes Problem mit sich. Da die Vorderachse bei der Kurvenfahrt einen größeren Bogen fährt als die Hinterachse, verspannte sich der Antriebsstrang und das Auto fing an über die Räder zu hüpfen, denn durch die feste Verbindung der beiden Achsen, wollten die Räder die gleichen Umdrehungszahlen erreichen.  Doch Audi wollte die Technik des „permanenten Allradantriebes“ im Fahrzeug nutzen und keinen „zuschaltbaren Allrad“ wie in Geländewagen. Das System musste ohne zutun des Fahrers arbeiten.

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Die Lösung war eine hohl gebohrte Welle im Getriebe über die die Kraft in zwei Richtungen geleitet wurde. Nach vorne zum vorderen Differential (Ausgleich der Raddrehzahl Unterschiede bei der Kurvenfahrt) und zu einem „Mitten-Differential“ welches im Prinzip die gleiche Aufgabe übernahm, wie bislang das Differential an der Vorderachse. Es gleichte jedoch nicht die Drehzahlunterschiede zwischen links und rechts aus, sondern zwischen Vorderachse und Hinterachse. Der „quattro-Antrieb“ war geboren.

Von der zuerst geplanten Kleinserie des „Ur-Quattro“ mit 400 Stück, werden am Ende über 11.400 Modelle verkauft. Audi hat den Allradantrieb auf die Straße gebracht. Nur eines hat Ferdinand Piech bis heute nicht geschafft, die Ankündigung, der Allradantrieb werde einmal nicht mehr Aufpreis kosten, als ein Satz Winterreifen. Das ist jedoch auch gut so, denn auch mit quattro-Antrieb freut man sich über die Traktionsvorteile von guten Winterreifen.

Werbecoup

1986 fuhr ein Audi 100 CS quattro in Finnland eine Skisprung-Schanze hinauf:

Im Film sieht man ein Stahlseil unter dem Auto, aber dieses diente nur der Sicherung. Der Audi 100 CS quattro fuhr tatsächlich die mit 80% extrem steile Skisprung-Schanze hinauf. Es war ein Werbestunt der vor allem eines demonstrierte: Der quattro-Antrieb sorgt für einen echten Traktionsvorteil. 1986 war das noch eine Technik für Freaks.

Zu den technischen Finessen der quattro-Varianten [klick] – Teil 2

So arbeiten die heutigen Quattro-Varianten, die Technik hinter Torsen, Kronenrad und Haldex erklärt!

 

 

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Bjoern
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