Der neue Audi A4 – Die Ingolstädter-Insolvenzlösung

Der neue Audi A4 – Die Ingolstädter-Insolvenzlösung

Da präsentiert Audi eine neue Mittelklasse, die neue Mittelklasse der Ingolstädter und keiner merkt es. Auf den ersten Blick, ein Audi. Ein A4, oder? Ach halt, ein neuer Knick im Scheinwerfer. Und ein – wie nannte man das? Genau, ein Kühlergrill im XXL-Format, jetzt mit oben abgeknickten Ecken. Audi hat dafür einen Namen. Unwichtig. Weil der Kühlergrill unwichtig ist. Wenn Leuchten-Design und Kühlergrillformen die Pressemeldung füllen, dann muss man sich Gedanken machen.

Die Ingolstädter-Bankrott-Erklärung: Oder, der neue Audi A4

Des Firmenwagenfahrers-Liebling, er kommt zur IAA 2015 endlich neu. Ein Jahr Verspätung kolportiert man, dem obersten Entwickler muss es zuletzt so vorgekommen sein, als würden die Ingolstädter-Mannen hinter seinem Rücken in der Nase bohren. Also wurde „Nachsitzen“ befohlen und der Marktstart verschoben. Jetzt konnte man nicht mehr länger werden. Die Stuttgarter C-Klasse und der Dreier aus München grasen das Feld der Flottenkunden ohne Rücksicht ab, selbst der neue Passat trumpft mächtig auf. Also – Vorhang auf für das Flaggschiff des Ingolstädter-Fuhrparks, die Milchkuh der Audi-Mannen.

Wenn Fortschritt ohne einen selbst stattfindet

Vorsprung durch Technik war einst der Claim. Stillstand durch Mut- und Ideenlosigkeit scheint die neue Parole in Ingolstadt zu sein. Der „neue“ A4 (B9) glänzt mit: Nichts. Obwohl – liest man die Pressemappen, dann scheint die größte Innovationsfreude in Ingolstadt nun nicht mehr bei den Ingenieuren zu sitzen, sondern in der PR-Abteilung. Nun – das kann man so machen, aber dann ist das Ergebnis eben Mist!

Wer erinnert sich an die erste TDI-Generation? An quattro, an Procon-Ten, an Fünfzylinder, Alu-Space-Frame, an den Geist des genialen Technikers? Bei Audi vermeintlich niemand mehr.

Laserlicht? Hybrid? Plug-In oder Elektro? Neue Sportmotoren? Aktives Fahrwerk, Luftfederung? Allradlenkung? Teil-Autonomie beim Fahren? Irgendwas? Gibt es irgendwas beim neuen Audi A4, was der Mitbewerber nicht bereits vor einem Jahr in den Markt gebracht hat? Nein –

– und damit endet der ehemals so wichtige Marken-Claim: Vorsprung durch Technik. Hier – jetzt – heute, beim Audi B9 ist der Anspruch, ein Technologieführer zu sein, ein Unternehmen mit Innovationskraft, verspielt. Aus. Das Spiel ist aus.

 

Der neue Audi A4 ist konservierte Langeweile, optisch. Und konservierter Stillstand auf technischer Ebene. Eine Bankrott-Erklärung der Designer und Techniker.

Schade.

 

 

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Bjoern

Autos und Motorsport – meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden.
Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports.

http://about.me/bhabegger

20 Comments

  1. Es gibt aber noch ein großes Problem: Die Grenzen zwischen den Konzernmarken VW und Audi verwischen immer mehr. Seit VW offen als "premium" positioniert wird, seit der Passat als der bessere Audi A4 ins Rennen geht, fragt man sich zunehmend, welche Rolle Audi, speziell im B-Segment, noch zugedacht ist. Böse gesagt: Der A4 scheint aktuell irgendwie etwas überflüssig zu sein. Vielleicht sprudelt das Geld für die Weiterentwicklung des A4 gerade nicht mehr so wie früher, weil andere Fahrzeuge im selben Segment gewinnträchtiger sind? Die Markenpolitik innerhalb des VW-Konzerns ist da gerade etwas undurchsichtig und wirkt auf Außenstehende etwas planlos…

  2. Mark Pohlmann Man muss die Innovationen aber auch annehmen. Der A4 besitzt nichts, was nicht bekannt wäre. Keine neuen Triebwerke, keine Feature-Technologien. Es ist der kürzeste Schritt den man bei Audi bislang von einem Modell zum Nachfolger gegangen ist.

  3. Bjoern Habegger du hast es doch selbst irgendwo geschrieben: Die Innovation findet bei den Zulieferern statt, und die beliefern alle. Ich kann hier ehrlicherweise keinen gravierenden Rückstand ggü. den anderen Herstellern sehen. Ist doch eh alles Einheitsbrei: eine Plattform, 1000 Varianten vom immerselben.

  4. Hallo Max und Bjoern,

    nun, BMW hat zumindest in jüngster Vergangenheit massiv aufgetrumpft, u.a. durch die geschickte Lancierung und Vermarktung von „Efficient Dynamics“, und nicht zuletzt mir BMW i.
    Das ist genau der Spirit, der Audi in den 80ern anhaftete, als sie mit quattro, Procon-Ten und dem zwar nicht ersten, aber massenmarkttauglichen Serien-PKW-TDI auf den Markt kamen.
    Jetzt wäre eigentlich Mercedes mal dran mit sich profillieren, achso nein, die beschäftigen sich ja in letzter Zeit mit ihrem immer wirrer werdenden Design.
    Also, ich denke: TT, Q7 und A4 waren jetzt mal eher nix für Audi und es kommt wieder was „richtig neues“ nach. Ich wünsche es ihnen.
    Sagt der BMW-Fahrer, aber neutraler Auto-Fan.

  5. Das sich Audi nicht entwickelt, spürt man dort derzeit an den Absatzzahlen des China-Marktes. Audi wird hart getroffen von einem Rückgang – da mag ein dt. Fan mehr, schön sein, aber die Chinesen zählen leider mehr. Und wenn ein Unternehmen erfolgreich sein will, ist der Markt in Fernost leider die Benchmark. Muss man nicht gut finden – aber de facto ist der Entwicklungssprung der Ingolstädter schlicht zu klein. Und das bezieht sich nicht nur auf das Design!

  6. muss mal eine kleine Lanze für Audi brechen. Für meinen Geschmack entwickeln sich fast alle Hersteller (Premium oder nicht, ganz egal) in die falsche, sprich zu chinesische, Designrichtung: fleischig, barock, schwerfällig, Habitusbeladen durch zuviel Zierrat und verqollene Linien. Da ist mir eine auf Perfektion bedachte, behutsame Weiterentwicklung des Audi A4 100x lieber. Finde, dass VW, Audi und Skoda als Gruppe mittlerweile ein deutlich bessers Design bietet als BMW und Mercedes. Geschmackssache, sicher. Aber für mich wird der Aud dadurch eine echte Option.

  7. Mir gefällt der A4 ganz gut. Aber wie schon richtig beschrieben: Es gibt nichts neues und das was neu ist ist nicht bahnbrechend. Nur weil mir (subjektiv) das Design gefällt ist es trotzdem richtig das sich hier wenig tut. Selbst die Schwestermarke VW hat hier mit dem neuen Passat wesentlich mehr zu bieten. Sei es designtechnisch (zumindest von vorn) und auch gerade was Innovationen zum Vorgänger (und Wettbewerb) betrifft. Plug-In Hybrid, digitales Cockpit, LED Scheinwerfer alles in der Klasse außerhalb des „Premiums“ eine solide bzw. sehr gute Leistung.

    Der A4 bietet indes, wie hier beschrieben wurde, sicher gute, aber doch nur standart Kost. In dem Fall ist Stagnation eben nicht nur Stagnation sondern Rückschritt… und das gerade vor dem Hintergrund, dass Audi sich dazu bekannt hat das man mehr Innovationen bringen will (und vor allem: Muß !).

    Ein gutes Auto aber gleichzeitig ein Armutszeugniss für die Marke die mal „Vorsprung durch Technik“ gelebt hat.

  8. Ich find den Artikel schon ein bisschen überzogen. Nichts gegen deine Meinung, so siehst du das, aber es ist nicht so wie du es darstellst.
    „konservierter Stillstand auf ganzer Ebene“: Ist so leider falsch, da z.B. das Pilot Cockpit zum Einsatz kommt. Du sprichst auch den Punkt Laserlicht an. Meiner Meinung hat das im Serien A4 nichts zu suchen, und die Matrix LED sind Standart, wenn ich das richtig gelesen hab. Ich könnt das jetzt den gazen Tag so weiter führen, aber ich wär mit „Stillstand auf ganzer Ebene“ ein bisschen vorsichtig.
    „Konservierte Langeweile, Optisch“: Reine Geschmackssache und hat meiner Meinung nichts in einem objektiven Artikel zu suchen.
    In Sachen Elektroautos gibt es nur einen Hersteller, der das kann und das ist Tesla. i3 ist optisch nicht nur langweilig, sondern eine Lachnummer und der i8 kein Elektro … der A3 e-tron ist auch keine Glanzleistung, aber ein bezahlbarer Hybrid den ich allen anderen vorziehen würde.

    Ich muss hier Max aber zustimmen. Du hast darauf geantwortet, dass dir als Premium Hersteller immer was neues einfällt (Zitat: Und wenn ich ein Premium-Hersteller wäre, ja – dann würde mir IMMER etwas neues einfallen.) Totaler Schwachsinn. Da sitzen auch nur Menschen mit Ideen (oder auch nicht) und dann muss man beachten, dass nicht jede Idee profitiabel/umsetzbar ist. Bsp.: Du sitzt jetzt als Designer im Kreis und schmeißt gute, innovative, nachhaltige Ideen in den Topf, was hilft dir das, wenn von oben ein „Nein“ kommt?

    Ich wär mit sowas ganz vorsichtig. Und mann muss zugeben, so WIE du schreibst, kommt es wirklich als Hater Artikel rüber, aber davon geh ich jetzt nicht aus.

    1. Auf diesen Kommentar gehe ich gerne ein.

      Design:
      Bei Audi hat man zur L.A. Autoshow davon gesprochen das M. Lichte nun eine neue Designsprache einführen würde – davon sind wir weit entfernt. Wenn der Prologue (Konzept) die neue Sprache besitzt, nun dann passiert eben auch bei kommenden Modellen nichts. Der A4 wurde nicht einmal dezent weiter entwickelt, er sieht einfach nur gleich aus. Das mag dem ein oder anderen Gefallen, bedeutet aber eben „Stillstand“.

      Technik:
      Das TFT-Cockpit ist eine TT-Geschichte und es war klar, dass diese Technik ausgerollt wird. Also, keine Neuerung. Keine Innovation. Schlicht „Facelift-Business“. Damit: Stillstand.
      Matrix-LED, bei Audi ein alter Hut. Damit Stillstand.
      Laserlicht hat nix verloren im A4 – oder bringt es erst gar nichts? Eine gute Frage – aber es wäre eine Innovation in der Großserie gewesen. Auch hier: Stillstand.

      Elektroautos kann jeder Hersteller, wenn er nur will. Das Hüh- und Hott bei der E-Tron Geschichte (R8-Basis) zeigt die Kopflosigkeit in Ingolstadt gut. Und nun, mit dem A4 bleibt man bei der Strategie der Mutlosigkeit. Wenn ein Hersteller will, kann er. Stattdessen: Altertümliche Verbrenner-Technik, der Motor mit dem variablen Hub steckt wohl auch noch weit von der Serie entfernt in einer dunklen Kammer. Ein Plug-In Hybrid hätte sofort zum Start angekündigt werden müssen. 60 km E-Reichweite und schon wäre man wenigstens hier in die Technologieführerschaft gegangen. Stattdessen? Stillstand.

      Wenn Designer und Techniker von der Konzernführung eingebremst werden und das Produkt – und hier reden wir von einem verschobenen Produktlaunch von einem guten Jahr – selbst mit dieser Verspätung ohne Innovationen auf den Markt gebracht wird, dann muss man von Stillstand sprechen. Gerade als Fan der Marke Audi. Gerade dem Marken-Fan sollte es eine Herzensangelegenheit sein, die Marke zu challengen, mehr zu fordern, Fortschritt zu fordern, Innovationen zu fordern. Das war mal der Marken-Claim.

      Und da ist es eben kein „Hater-Artikel“, sondern die manifestierte Begründung auf Rückkehr dieser Markenwerte. Und ja, der Fisch stinkt immer vom Kopf her … mit Sicherheit können die Audi-Mannen mehr als sie gerade gezeigt haben. Umso wichtiger das man dies auch ein mal deutlich festhält! Nicht das dieser Stillstand anhält.

  9. Was bist du nur für ein Audi-Hater…
    schon mal zu bmw geschaut?
    Siehts da anders aus?

    Unterlass doch in Zukunft deine Audi hass Parolen hier, schreib neutral oder designe und entwickle selbst Fahrzeuge, fällt dir dann immer was neues ein?

    Gruß

    1. Lieber Max Meier (?ernsthaft Max Meier?)

      ich bin ein echter Audi-Fan.
      Nur was man in IN derzeit zustande bekommt, treibt einem das Pipi in die Augen.

      Und wenn ich ein Premium-Hersteller wäre,
      ja – dann würde mir IMMER etwas neues einfallen.

      Beringte Grüße,
      Bjoern

Technik von morgen: Audi TechDays Antriebskonzept

Ausblick einer Marke in Sachen Antrieb

Richtungsweisende Antriebe

Dass Audi sich mit dem weltweiten Werbeslogan „Vorsprung durch Technik“ verpflichtet hat, wissen alle Beteiligten. Der Kunde erwartet es und die Verantwortlichen in Ingolstadt sind sich ihrer Pflicht bewusst. Nach den jüngsten Ereignissen rund um den Diesel und letztendlich um den Ottomotor stellt der Automobilhersteller aus Oberbayern die Weichen für die nächsten Jahre. Dabei geht es nicht darum, beide Antriebe verschwinden zu lassen. Im Gegenteil, sowohl der Benziner als auch der weltweit viel verschmähte Diesel werden modifiziert und eingebunden. Hierzu holte sich Audi Hilfe von externer Stelle. Dr. Nikolai Ardey, langjähriger Ingenieur beim Mitbewerber aus München, startete am 01.01.2017 das Projekt „Effizienz und Fahrspaß“ in Ingolstadt. Weltweit  arbeiten insgesamt 2.500 Mitarbeiter in den Entwicklungszentren von Audi. Teile des Projekts sind die Weiterentwicklung der traditionsreichen V-Motoren-Strategie, Audis g-tron-Modelle mit Audi e-gas, die Mild-Hybrid-Technologie sowie das Umsetzen neuer Prüfzyklen und Abgasvorschriften. Die im Trend liegende E-Mobilität soll darüber hinaus nicht zu kurz kommen. Erklärtes Ziel im Hause Audi: bis 2025 möchten die Ingolstädter einen Mix aus 1/3 E-Motoren und 2/3 konventionellen Motoren anbieten. Ambitionierte Ziele, die nicht nur bei Kunden in Deutschland Anklang finden. Ihre ersten Ergebnisse zeigten uns die Oberbayern Ende Mai diesen Jahres in einzelnen Workshops und in kleinen Fahrvorstellungen rund um den Flughafen der bayrischen Landeshauptstadt.

Audi A5 Sportback G-Tron.

V-Motoren: Technologie in Kooperation

Seit nunmehr 30 Jahren steht Audi in der Entwicklung der V-Motoren. Den Anfang machte 1988 der 3,6 Liter Achtzylinder im V8. Zwei Jahre später folgte ein 2,8-Liter-V6 im Audi 100. Nach einigen weiteren Schritten setzten die Ingolstädter Ingenieure V6- und V8-Motoren in allen Modellen ein, die auf dem Modularen Längsbaukasten basieren, also in den Baureihen Audi A4, A5, A6, A8 sowie Q5 und Q7. Die V6-Aggregate – Diesel und Ottomotoren – nutzen ihre Kraft aus 3,0 Liter Hubraum, bei den V8-Motoren sind es 4,0 Liter. Die Leistungsspanne reicht von 160 kW (218 PS) bis 445 kW (605 PS). Um die Entwicklungskosten  zu minimieren, ging Audi mit Beginn des letzten Jahrzehnts eine Sinn bringende Kooperation mit der Luxusmarke aus dem eigenem Konzern ein. Porsche unterstützt im gemeinsamen Projekthaus die Ingolstädter beim V8-Aggregat. Im Gegenzug bietet Audi dem Autobauer aus Zuffenhausen Kompetenz und Know-how des V6-Aggregats. Aktueller Stand beider Antriebe sind der V8 im Porsche Panamera und der V6 in der neuen Generation des Audi A8, der pünktlich dieses Jahr zur Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt kommen wird. Den nächsten Schritt im Blick, eignen sich beide Aggregate für eine Hybridisierung auf 12-Volt- und 48-Volt-Basis.

3,0 Liter TFSI Aggregat.

Zwischenschritt mit Elektromotor – Mild Hybrid 

Am Ziel angekommen, fahren nicht nur die Ingenieure des Autobauers rein elektrisch. Bis dorthin wird es noch die eine oder andere Entwicklungsstufe geben. Eine davon ist die nicht mehr ganz so neue, aber effektive Hybridtechnologie. Was ein japanische Autobauer bereits vor der Jahrtausendwende seinen Kunden anbot, will Audi ab Mitte diesen Jahres veredelt in der nächsten Generation seiner Luxuslimousine A8 weiterführen. Im sogenannten Mild-Hybrid (MHEV, Mild Hybrid Electric Vehicle) arbeitet künftig ein 48-Volt-Netz an Bord. In Japan längst als überteuert abgetan, ist das Konzept für Audi scheinbar kein Problem, denn der Hybrid eignet sich laut Dr. Nikolai Ardey sowohl für Benzin- als auch Dieselmotoren. Erste Tests ergaben die Senkung des Verbrauchs beim V6-Benziner unter Berücksichtigung des Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) von bis zu 0,7 Liter pro 100 Kilometer. Im Gegensatz zu anderen, konventionellen Technologien steigern die MHEV-Antriebe sogar den Komfort, weil sie lautloses Segeln in größeren Geschwindigkeitsbereichen bis zu 160 km/h ermöglichen.

Antriebsstrang mit Elektromotor

Die generelle Arbeitsweise eines Mild-Hybrid ist so simpel wie einfach konzipiert. Elektro- und Verbrennungsmotor sitzen auf einer Kurbelwelle. Das Elektroaggregat unterstützt die „alltägliche“ Arbeit eines Motors. Starten, Boosten und Rekuperieren. Doch Audi wäre nicht Audi, wenn den Ingenieuren dort nicht noch eine Verfeinerung einfallen würde. Das Audi-System setzt sich aus den beiden Bausteinen wassergekühlter Riemen-Starter-Generator (RSG) und Lithium-Ionen-Batterie mit 10h Ladungsträgerkapazität und 48-Volt-Spannungslage zusammen. Der an der Stirnseite des Motors liegende Generator wird mit einem Keilrippenriemen mit der Kurbelwelle verbunden. Damit bringt es der RSG auf bis zu 12 kW Rekuperationsleistung sowie 60 Newtonmeter Drehmoment. Das bislang eingesetzte 12-Volt-Netz ist über einen DC/DC-Wandler an das Hauptbordnetz mit 48-Volt-Spannung gekoppelt. Der im Gepäckraum liegende Lithium-Ionen-Akku hat etwa das Format einer großen Bleibatterie und wird per Luftkühlung permanent gekühlt. Das mit dem Mild-Hybrid einhergehende „Segeln“ war bislang nur mit niedrigen Geschwindigkeiten zu schaffen. Mit der erhöhten Spannung des Bordnetztes erlaubt es nun dem Fahrer zwischen 30 und 160 km/h vom Gas zu gehen, damit das Fahrzeug  bis zu 45 Sekunden mit komplett ausgeschaltetem Motor „rollen“ kann. Beim Segeln mit niedrigem Tempo beginnt die Start-Stopp-Phase schon ab 22 km/h.

MildHybrid mit 48 Volt

Dass die MEHV-Technologie eben nur ein Schritt bleibt, bewies Audi bereits zum diesjährigen Genfer Autosalon. Unter dem Motto „Elektrisch rollen, kraftvoll boosten“ wurde der Q8 Sport concept vorgestellt. Der dort genutzte Startgenerator soll 20 kW und 170 Newtonmeter abgeben. Die stärkere Energieleistung bei der Rekuperation des Systems bringen dem 3.0 TFSI Aggregat in Kombination beim Boost eine Kraftübertragung von bis zu 700 Newtonmeter Drehmoment. Das Showcar beschleunigt mit 350 kW (476 PS) Systemleistung in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h und weiter bis 275 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das MHEV-System soll den Verbrauch der Konzeptstudie um etwa einen Liter pro 100 Kilometer senken. Das verspricht zumindest viel Fahrspaß und Souveränität.

Energiewende groß geschrieben 

Auf der Suche nach alternativen Antrieben ist Audi mit seiner Entwicklung 2013 bei den Brennstoffen Erdgas (CNG – compressed natural gas) und dem Konzern internen Audi e-gas (ein synthetisch hergestellter Brennstoff) abgebogen. Die Ingolstädter Ingenieure versprechen sich hierbei eine nahezu CO2-neutrale Mobilität. Eingestiegen mit dem A3 Sportback g-tron (kombinierter Verbrauch  von bis zu 3,6 CNG) folgen im Frühsommer 2017 der A4 Avant und A5 Sportback. Beide Modelle sollen den CNG-Verbrauch von 4,5 nicht überschreiten. Im A5 Sportback wird ein weiterentwickeltes 2.0 TFSI-Aggregat arbeiten, das mit speziell für eine optimale Verdichtung angepassten Kolben und Ventilen bestückt ist. Die Leistung des Motors liegt bei 125 kW (170 PS) und 270 Newtonmetern. Der A4 Avant arbeitet zukünftig mit gleichem Motor im CNG-Betrieb. Sein 2.0-TFSI-Motor beschleunigt das ausschließlich mit einem S-tronic-Getriebe kombinierte Fahrzeug von 0 auf 100 km/h in 8,4 Sekunden bei einer Höchstgeschwindigkeit von satten 221 km/h. Von den Beschleunigungs- und Höchstgeschwindigkeitswerten konnten wir uns rund um den Münchner Flughafen Ende Mai diesen Jahres überzeugen. Dabei fällt uns positiv auf, dass die ursprünglichen knurrigen Motorgeräusche beim CNG-Betrieb denen eines konventionellen Benzinaggregats gewichen sind. Trotz des Fahrspaßes in beiden Audimodellen ist die Effizienz nicht auf der Strecke geblieben. Im Vergleich zum Benzin entsteht bei der Verbrennung von Erdgas rund 25 % weniger CO2.

Audi A4 G-Tron

Beim Betrieb mit dem nachhaltigen Audi e-gas, das chemisch mit Erdgas identisch ist, geht der Automobilhersteller aus Oberbayern einen weiteren Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. Der Kraftstoff entsteht mithilfe von Ökostrom aus Wasser und Kohlendioxid oder auch aus Reststoffen, wie zum Beispiel Stroh und Grünschnitt. Um den Kunden diese Alternative „schmackhaft“ zu machen, bietet Audi diesen Kraftstoff seinen Kunden für drei Jahre serienmäßig an. Der Kunde tankt sein g-tron-Fahrzeug an jeder beliebigen CNG-Tankstelle und bezahlt dafür den regulären Preis. Audi sichert damit die entsprechende CO2-Reduktion, indem das Unternehmen die berechnete Menge in Form von Audi e-gas wieder ins allgemeine Erdgasnetz einspeist. Dies geschieht automatisch auf Basis von Erhebungen und Servicedaten der g-tron Autos. Der TÜV Süd wird dabei das Verfahren überwachen und zertifizieren. Die g-tron-Kunden erhalten außerdem hierfür eine Zertifizierung.

Power-to-Gas-Anlage von Audi

Eine Audi eigene Power-to-Gas-Anlage steht unter anderem in Werlte (Emsland, Niedersachsen). Die ebenfalls 2013 in Betrieb genommene Anlage erzeugt pro Jahr bis zu 1.000 Tonnen e-gas, das insgesamt 2.800 Tonnen CO2 bindet. Mit dieser Menge sollen rund 1.500 Audi g-tron-Fahrzeuge je 15.000 Kilometer im Jahr annähernd CO2-neutral fahren. Bei Audi verspricht man sich die reibungslose Umwandlung von Strom in Treibstoff. Überschüsse an erneuerbaren Energien sollen so langfristig speicherbar sein. Nach Werlte werden neue Kooperationspartner gebunden. Die Thüga-Gruppe und Viessmann GmbH sind die nächsten Partner. Anfang Mai diesen Jahres haben der Mutter-Konzern, Tankstellen-Betreiber und Gasnetzanbieter eine gemeinsame Absichtserklärung bekannt gegeben, weiter an der CNG-Mobilität festzuhalten. Zielsetzung ist der Einsatz von einer Millionen CNG-Fahrzeugen Marken übergreifend bis 2025 auf die Straße zu bringen. 2.000 Tankstellen bundesweit sollen das Vorhaben bis dorthin unterstützen. Der Ausbau auf europäischer Ebene wird nicht außer Acht gelassen.

Globales Prüf- und Abgasprozedere

Der seit nunmehr mehr als 20 Jahren bestehende Europäische Fahrzyklus (NEFZ) zur Ermittlung von Verbrauchs- und Emissionswerten erfährt nicht zuletzt aus den Ereignissen der jüngsten Vergangenheit eine Wachablösung. Er wird ab September 2017 durch das WLTP (Worldwide Harmonized Light Duty Test Procedure) abgelöst. Das globale Verfahren soll mehr realitätsnähere Daten abbilden und den geänderten Verkehrs- und Fahrbedingungen in Europa Gerecht werden. Um den neuen Standards, wie zum Beispiel der neuen Abgasnorm 6c, Rechnung zu tragen, werden zusätzliche Emissionsmessungen notwendig. Unterstützend wird dabei die Messung im laufenden Straßenverkehr (RDE – Real Driving Emissions) vorgeschrieben.

Dass zu einem einheitlichen Testverfahren für PKW und leichter Nutzfahrzeuge führende WLTP wird von Audi ab dem 01. September 2017 verwendet. Bindender Einsatzzeitpunkt für alle Automobilhersteller ist der 01. Januar 2019. Bis dorthin wird für den Kunden weiterhin der NEFZ-Wert die Besteuerungsgrundlage bleiben. Der wesentlich dynamischere WLTP-Wert weist gegenüber dem NEFZ mehr Beschleunigungs- und Bremsvorgänge auf. Er enthält vier Phasen: bis 60, 80, 100 und 130 km/h. Somit werden unterschiedliche Fahrsituationen – vom Innenstadtverkehr bis zur Autobahnfahrt abgebildet. Der WLTP, wie auch schon der NEFZ, wird nach wie vor auf dem Rollenprüfstand ermittelt. Die neue Höchstgeschwindigkeit liegt um 10 km/h höher als der NEFZ auf nunmehr 131 km/h. Zudem übertrifft der neue Testzyklus den alten sowohl bei der Dauer (30 Minuten) als auch bei der Durchschnittsgeschwindigkeit (46,6 km/h). Die Streckenlänge auf dem Rollenprüfstand entspricht rund 23 Kilometer statt bisher 11 Kilometer.

SQ5 mit viel Power und Innovation.

Fazit: Mit neuen Ideen und Innovationen erfindet sich der Autobauer aus Ingolstadt immer wieder neu und das ganz im Dienste seiner Kunden. Dass dies unter Berücksichtigung der Umwelt passiert, ist einmal mehr aller Ehren wert.

Text: Stefan Beckmann, Titelbild: Hersteller, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller

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Weltpremiere in Barcelona: Der neue Audi A8 !

Audis Flaggschiff A8 komplett digitalisiert

Nicht nur mit ihrem Größten in der Fahrzeugflotte wollen die Autobauer aus Ingolstadt ihre Vormachtstellung reflektieren. Dennoch tun sie es wieder und das natürlich vor der größten und renommiertesten Automobilmesse der Welt, der IAA 2017 in Frankfurt am Main. Gemäß den Verantwortlichen von Audi präsentiert der neue A8 die Zukunft in der Luxusklasse. Die vierte Generation ist einmal mehr nicht nur High End Produkt, sondern die Referenz des Firmenslogans „Vorsprung durch Technik“. Zusätzlich soll mit dem A8 eine neue Designsprache eingeführt werden, was uns beim ersten Hinschauen allerdings nicht sofort auffällt. Beim exklusiven Treffen unter den ersten deutschen Medienvertretern weisen uns die Designer und Ingenieure aus dem oberbayerischen Ingolstadt dann auf die besonders auffälligen fließenden Linien und Formen hin, die dem A8 ein besonders Attribut verleihen sollen,  ein formschönes Auto zu sein. Wer Audi kennt, der weiß, dass diese Marke nicht still steht und ihr größtes Fahrzeug mit ins neue Jahrtausend nimmt. Dort wollen die Ingenieure des A8 das Flaggschiff als erstes Serienfahrzeug der Welt ab 2018 für ein hoch automatisiertes Fahren mit den Fahrfunktionen Parkpilot, Garagenpilot und Staupilot sukzessive bereitstellen.

Der erste Blick im Studio auf das neue Flaggschiff.
….inklusive der ersten Sitzprobe.

Audi A8 – Elegante Oberklasse wird zum Smartphone

Barcelona. Ein Fotostudio für Fahrzeuge rund 30 Kilometer vor den Toren der katalanischen Hauptstadt. Audi präsentiert sein neues Flaggschiff rund zwanzig weltweit ausgesuchten Medienvertretern. In kleinen Gruppen wird uns der A8 im Detail und in aller Ruhe vorgestellt. Die Frontpartie spricht die klare Audi Konzernsprache, sehr breit und selbstbewusst. Von den integrierten Scheinwerfern läuft eine Sicke hin zum Heck, die ab der A-Säule von einer zweiten Linie begleitet wird. Die großen 20-Zöller betonen die angesprochene Quattro-Sprache der Marke. Am Heck angekommen, zeichnen die Heckleuchten mit LED- und OLED-Technologie eine 3-D-Perspektive. Über die komplette Breite zieht sich außerdem ein weiteres LED Band. Das Heck steht etwas nach vorn gedrückt und betont eine gewisse Dynamik. Der Innenraum des großen Audi stellt sich uns wie ein übergroßes Smartphone dar. Keine Taster, keine Knöpfe. Alle Bedienelemente sind zu wischen. Schaltzentrale sind zwei Bildschirme im Armaturenbrett, wobei sich das oben gelegene Display beim Abschalten komplett in die Struktur des Cockpits integriert, visuell verschwindet. Der Verkaufsstart wird für den Spätherbst dieses Jahres angekündigt. Die dynamischen Tests beginnen zeitnah nach der diesjährigen IAA in Frankfurt am Main. Mit einem Einstiegspreis ab 90.000 Euro ist zu rechnen.

Der Audi A8 im Front View.
Der Audi A8 im Real View.

Die Oberklasse startet mit 3.0 Liter V6 Aggregaten

Mit je zwei TFSI- und TDI-Aggregaten ist der A8 in der Kurz- und Langversion überschaubar und dennoch ausreichend motorisiert. Dabei schraubte man die Leistungsstufen deutlich nach oben. Der Diesel leistet 210 kW (286 PS), der Benziner 250 kW (340 PS). Die später folgenden 4,0 Liter V8 Aggregate leisten beim TDI 320 kW (435 PS) und beim TFSI 338 kW (460 PS). Eine 6,0 Liter Hubraum-Variante mit 12 Zylindern soll dann den Abschluss der konventionellen Motorisierungen bilden. Weit nach der Markteinführung steht zusätzlich ein A8 L e-tron Quattro Fahrzeug zur Verfügung, von dem Audi noch nicht viel an Information weitergeben kann und will. Nur so viel: Ein 3,0 Liter TFSI und ein starkes E-Aggregat sollen 330 kW (449 PS) Systemleistung bei 700 Newtonmeter Drehmoment auf die Straße bringen.

Der Audi A8 mit dynamischen 3.0 Liter TFSI oder TDI.

Fazit: Mit dem neuen A8 Flaggschiff im Portfolio präsentiert sich der Ingolstädter Autobauer einmal mehr als einer der Marktführer beim Thema Design, Technologie und Innovation. Allein die Kennwerte des Fahrzeuges versprechen, dass Audis Ingenieure ihre Hausaufgaben gemacht haben.

Der Audi A8 in der Quattro Design Sprache.

Text: Stefan Beckmann

Bild: Hersteller (Audi AG)